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Einsatz ohne Wirkung? Barack Obamas Nahost-Politik


19.2.2010
An Obamas Nahost-Politik lässt sich die Spannung aus übersteigerten Erwartungen, überfordernden Aufgaben und unübersichtlichen Zeithorizonten besonders deutlich darstellen. Noch sind keine positiven Ergebnisse erkennbar.

Einleitung



Das Grundproblem der Präsidentschaft Barack Obamas besteht darin, dass er zu viele politische Großprojekte gleichzeitig anschieben will - mit dem Ergebnis, dass ihm für jedes einzelne die Kraft, Konzentration und Konsistenz fehlen, die es zu einem erfolgreichen Abschluss braucht. Allein in der Außenpolitik reicht die Liste der "Prioritäten" vom Krieg in Afghanistan über die Neugestaltung des amerikanisch-russischen Verhältnisses bis zum Streit um das iranische Atomprogramm. Hinzu tritt die ambitionierte innenpolitische Agenda.




Schon heute verfestigt sich daher das Narrativ vom begnadeten Redner und Versöhner, der das größte politische Talent seiner Generation war, aber zu früh in höchste Verantwortung geriet und es trotz großem Initiativreichtum nicht vermochte, konkrete Ergebnisse und nachhaltige Vorteile für sein Volk zu erzielen. Allerdings ist ihm zugutezuhalten, dass er tief verwurzelte Probleme zeitig in Angriff genommen hat; ob er sie langfristig lösen kann, bleibt noch abzuwarten.[1] Dies gilt nicht zuletzt für Obamas Nahost-Politik, an der sich die Spannung aus übersteigerten Erwartungen, überfordernden Aufgaben und unübersichtlichen Zeithorizonten besonders deutlich darstellen lässt.


Fußnoten

  1. Vgl. Zbigniew Brzezinski, From Hope to Audacity, in: Foreign Affairs, 89 (2010) 1, S. 16-30.