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21.9.2011 | Von:
Inken Wiese

Arabische Entwicklungspolitik im Jemen: Soziale Reformen zur Stabilisierung

Soziale Projekte im Jemen

Jenseits dieser entwicklungspolitischen Großprojekte und der humanitären Hilfe sind Katar, die VAE und Saudi-Arabien jedoch auch sozial- und arbeitsmarktpolitisch im Jemen engagiert. So loben sie in erheblichem Umfang Stipendien für jemenitische Schülerinnen und Schüler sowie Studierende für Universitäten in der gesamten arabischen Welt aus. Dubai Cares investierte allein 2009 1,5 Millionen US-Dollar in die Projekte von UNICEF zur Verbesserung der jemenitischen Grundschulbildung. Darüber hinaus investieren die GCC-Staaten über 200 Millionen US-Dollar in den staatlichen jementischen Social Fund for Development, der unter anderem Mikrokredite vergibt. Besonders Silatech aus Katar, das im Jemen einen eigenen Koordinator für seine Projekte beschäftigt, fördert die Kooperation mit der lokalen Mikrokreditbank Bank Al-Amal. Gemeinsam arbeiten Silatech und MBRF zudem an der Übersetzung von Dokumenten und Studien zum Thema Jugendarbeitslosigkeit, die im Jemen, aber auch in anderen arabischen Ländern zum Einsatz kommen sollen.

Hinzu kommen Projekte, in deren Rahmen Silatech in Kooperation mit mehreren regional aktiven Unternehmen aus der Baubranche Jugendliche für den Bausektor ausbildet. Bereits 1000 Jugendliche konnten so als Trainer qualifiziert werden und sollen nun weitere Jugendliche ausbilden, die sowohl im Jemen als auch in den benachbarten arabischen Ländern Arbeit finden sollen. Im GCC wird derzeit über Möglichkeiten der Arbeitsfreizügigkeit von Jemeniten diskutiert, um die ausgebildeten jungen Menschen aufzunehmen und dadurch die Heimatüberweisungen in den Jemen zu steigern.