In einem Labor der Gewebebank des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums Adipositaserkranungen (IFL) an der Universität Leipzig beobachtet Tierpflegerin Eva Böge eine adipöse Maus mit einem Gewicht von 52 Gramm (l) und eine normale Maus mit 20 Gramm, aufgenommen am 06.01.2012. Die Labormäuse gehören zu einem großen Forschungsprogramm der Wissenschaftler am IFL, die hier unter anderem auch auf der Suche nach der ultimativen Schlankheitspille ohne Nebenwirkungen sind. Helfen sollen dabei Untersuchungen des Fettgewebes von adipösen Patienten und bei Tieren. In einer bundesweiten Gewebebank, die gegenwärtig weiter ausgebaut wird, lagert bereits Material von rund 800 Patienten. Foto: Waltraud Grubitzsch dpa/lsn (zu dpa-Korr vom 08.01.2012)

14.2.2012 | Von:
Peter Dinzelbacher

Gebrauchstiere und Tierfantasien. Mensch und Tier in der europäischen Geschichte

Früher standen viele Menschen in einem unmittelbareren Kontakt zu Tieren als heute. Dennoch: Tiere wie fühllose Sachen zu behandeln, muss als Grundeinstellung des alteuropäischen Menschen qualifiziert werden.

Einleitung

Niemand wird glauben, es ließe sich auf den wenigen folgenden Seiten das Verhältnis des Menschen zur Tierwelt anders als in einigen ausgewählten Aspekten und differenzierter als in holzschnittartiger Manier darlegen.

Wie aber in der Geografie zu einer ersten Orientierung die kleinmaßstäblichen Übersichtskarten, auf denen eine Stadt zu einem Punkt zusammenschrumpft, genauso unentbehrlich sind wie die großmaßstäblichen Detailwerke, die jedes einzelne Haus dieser Stadt verzeichnen, so hat auch in der Geschichtsschreibung die generalisierende Übersicht ihre Berechtigung. In diesem Sinne sei sie für die Zeit vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert gewagt.[1] Es ist evident, dass die genannten Beispiele beliebig vervielfacht und ergänzt werden könnten.

Fußnoten

1.
Für eingehendere Informationen vgl. Peter Dinzelbacher (Hrsg.), Mensch und Tier in der Geschichte Europas, Stuttgart 2000 (mit ausführlichen Literaturhinweisen). Im Folgenden werden nur dort nicht nachgewiesene Einzelheiten und Quellenzitate belegt.