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28.12.2018

Dezember 2018

28.12.2018: Jahresvorschau

Guten Morgen,

gestern haben wir zurückgeblickt, heute nach vorn! Denn 2019 erwartet uns ein spannendes Jahr…
  • Der Brexit geht in die entscheidende Phase. Am 29. März 2019 um Mitternacht endet die EU-Mitgliedschaft Großbritanniens. Ob es einen geregelten oder "harten" Brexit gibt, entscheidet sich vermutlich im Januar. Dann soll das britische Unterhaus über den ausgehandelten Brexit-Vertrag mit der EU abstimmen – Ausgang ungewiss.
  • Im Mai findet die Europawahl statt. Wir in DE sind am 26. Mai dran und dürfen 96 der insgesamt 751 Europaabgeordneten wählen. Seit 1979 werden die Abgeordneten direkt von den Bürger/-innen der Mitgliedsländer für 5 Jahre gewählt.
  • Noch mehr Wahlen... z.B. werden in Sachsen, Thüringen, Brandenburg und Bremen neue Landtage bzw. die Bremer Bürgerschaft gewählt. In 9 Bundesländern finden auch Kommunalwahlen statt, z.T. mit Wahlbeteiligung ab 16 Jahren. Auch bei unserem europäischen Nachbarn wird gewählt, z.B. in der Ukraine, Finnland, Belgien, Dänemark und Polen.
  • In 2019 stehen uns wichtige Gedenktage bevor, u.a. der 70. Geburtstag unseres Grundgesetzes (GG) im Mai und im November der Fall der Mauer vor 30 Jahren.
Was uns noch so bevorsteht, erfährst du hier: kurz.bpb.de/dtdp356

Zum Abschluss möchten wir Danke sagen! Danke, dass Ihr/Du die "tägliche Dosis Politik" so intensiv verfolgt, immer wieder neugierig und kritisch nachfragt und Feedback gebt. Wir freuen uns auf das nächste Jahr!

Einen guten Rutsch
deine bpb Online-Redaktion

PS: Wir machen Pause und sind ab dem 8. Januar wieder da.

27.12.2018: Jahresrückblick

Guten Morgen,

ein ereignisreiches Jahr geht zu Ende: Dieselfahrverbote, das Ende des NSU-Prozesses, ein historisches Treffen der USA & Nordkorea, 100 Jahre Ende 1. Weltkrieg oder die Klimakonferenz in Kattowitz… es ist viel passiert!

Wenn du jetzt nicht alle DTDP-Nachrichten von 2018 erneut lesen willst, scroll einfach durch unseren kleinen Jahresrückblick: kurz.bpb.de/dtdp355

Und wer sich noch sehr gut erinnern kann, sendet einfach "2018" im Chat und testet sein Wissen! #Quiztime

21.12.2018: Facebook wegen Weitergabe von Nutzerdaten angeklagt

Guten Morgen,

traurige digitale Realität: Firmen können deine Chat-Nachrichten mitlesen und auf deine Kontaktlisten zugreifen – und sie tun es auch. Gerade ist Facebook in den USA wegen eines Datenskandals verklagt worden, kurz vorher war ein neuer Fall bekannt geworden.

Was ist passiert?
  • Im März 2018 kam ans Licht, dass die Politikberatungsfirma Cambridge Analytica von Facebook die Daten von bis zu 87 Mio. Nutzer/-innen gekauft und im US-Wahlkampf zugunsten von Donald Trump eingesetzt hatte.
  • Da Facebook seine Kunden/-innen über den Umgang mit Daten getäuscht habe, wurde es jetzt vom Generalstaatsanwalt von Washington D.C. verklagt.
Einzelfall? Leider nein.
  • Wie die Zeitung New York Times aufdeckte, gewährte Facebook mehr als 150 anderen Unternehmen trotz gegenteiliger Behauptungen bis in die jüngste Vergangenheit weitreichende Zugriffe auf sensible Daten seiner Nutzer/-innen.
  • So hatte die Microsoft-Suchmaschine Bing auch ohne Zustimmung Zugriff auf die Namen von Facebook-Freunden, Spotify und Netflix konnten private Nachrichten mitlesen, Amazon Kontaktlisten einsehen.
Und was ist mit dem Datenschutz?
  • Das Geschäftsmodell von Firmen der Digitalwirtschaft basiert häufig auf Erwerb, Verarbeitung und Verkauf von Daten. Strenger Datenschutz steht dem entgegen.
  • Und wir machen oft bereitwillig mit: Im sog. "digitalen Kapitalismus" bekommen wir alles Mögliche von der Stauwarnung bis zum Musikstreaming nahezu kostenlos – im Austausch für unsere Daten.
Risiken und Chancen der Datenwirtschaft bespricht fluter in einem ganzen Heft: www.fluter.de/heft68

Einen guten Start ins Wochenende!
deine bpb Online-Redaktion

20.12.2018: EU: Einigung auf Verbot von Plastikprodukten, für die es plastikfreie Alternativen gibt

Guten Morgen,

und Goodbye Plastikteller, -strohhalme und Produkte wie Wattestäbchen, für die es plastikfreie Alternativen gibt! Denn: Gestern hat sich die EU auf ein Verbot von sogenannter Einwegplastik geeinigt.

Wieso ein Verbot?
  • Plastik enthält giftige Stoffe, die für Menschen, Tiere und Pflanzen gesundheitsschädigend sind.
  • Plastik baut sich nie vollständig ab: Es kann mehr als 400 Jahre dauern, bis es zersetzt ist. Zum Vergleich: Ein Apfel braucht max. 2 Monate.
  • Beim Zersetzungsprozess zerfällt es zudem in immer kleinere Partikel (Mikroplastik), die sich in unseren Gewässern anreichern.
  • Jährlich gelangen zwischen 5-13 Mio. Tonnen (1t=1000 kg) Plastik in die Weltmeere. Bis zu 150 Mio. t sollen sich dort schon angesammelt haben.
Neben dem Verbot soll es für Hersteller auch Kennzeichnungs- und Mitwirkungspflichten geben z.B. beim Recyceln. Die Richtlinie muss noch von EU-Parlament und Mitgliedsstaaten offiziell bestätigt werden und soll dann 2021 in Kraft treten.

Warum eigentlich nicht schon vorher anfangen?

Du kannst z.B. ...
  • ... wiederverwertbare Dosen, Flaschen usw. benutzen, die aus Materialien wie Holz, Glas oder Metall bestehen.
  • ... unverpackte Produkte oder auf dem Markt einkaufen.
  • ... Kosmetika verwenden, die kein Mikroplastik enthalten.
  • ... Einweg-Kaffeebecher to go zu einem No-Go machen.
Was Plastikmüll anrichtet, zeigt dir fluter am Beispiel von Indonesien: kurz.bpb.de/dtdp354

Nachhaltige Grüße
deine bpb Online-Redaktion

19.12.2018: Jahresbilanz 2018 von Reporter ohne Grenzen

Guten Morgen,

ermordet, inhaftiert oder entführt: Das droht Journalist/-innen und anderen Medienschaffenden (z.B. Fotografen, Bloggern) weltweit – weil sie ihre Arbeit ausüben. Gestern veröffentlichte die Nichtregierungsorganisation "Reporter ohne Grenzen" die Jahresbilanz 2018:
  • Mindestens 80 Medienschaffende wurden getötet,
  • 348 sitzen in Haft,
  • 60 sind entführt und
  • 3 verschwunden.
Gefährdet sind Medienschaffende in (Bürger-)Kriegsgebieten wie …
  • Afghanistan (15 Getötete), gefolgt von Syrien (11) und Jemen (8)
  • Zum Schutz von Journalist/innen in bewaffneten Konflikten hat der UN-Sicherheitsrat 2015 die Resolution 2222 verabschiedet. UN-Mitgliedstaaten werden damit u.a. verpflichtet, die Täter zu bestrafen.
Auch außerhalb von Kriegsgebieten droht Medienschaffenden Gefahr …
  • vor allem in Mexiko (9 getötete Journalist/innen), Indien (6) und den USA (6).
  • Die Zahl der Inhaftierten ist in China (60), Ägypten (38) und der Türkei (33) am höchsten.
  • 61% der getöteten Journalist/innen wurden gezielt ermordet, wie …
    • der saudische Journalist Jamal Khashoggi oder
    • die russischen Journalisten Orchan Dschemal, Kirill Radschenko und Alexander Rastorgujew.
      Im Juli 2018 hatten sie zu Söldnern einer russischen Sicherheitsfirma in der Zentralafrikanischen Republik recherchiert. Die russischen und zentralafrikanischen Behörden lieferten bisher keine Hinweise zu den Tätern.
Die Jahresbilanz von Reporter ohne Grenzen findest du hier: kurz.bpb.de/dtdp352
Und hier ein APuZ-Longread zur Pressefreiheit: kurz.bpb.de/dtdp353

Viele Grüße
deine bpb-Online-Redaktion

18.12.2018: Minijobs

Guten Morgen,

ob als Nikolaus im Einkaufszentrum oder als Engel auf dem Weihnachtsmarkt: Vielleicht hast du schon Erfahrungen mit "Minijobs" (geringfügiger Beschäftigung) gemacht.

Die Zahl der Minijobs in DE ist laut Bundesregierung auf gut 7,6 Mio. gestiegen. 2,8 Mio. Minijobber/-innen haben eine andere Hauptbeschäftigung.

Minijobber/-innen …
  • dürfen monatlich nicht mehr als 450€ verdienen oder den Job aufs Jahr verteilt nicht länger als 3 Monate (kurzfristige Beschäftigung) ausüben (vor 2015 durften es 2 Monate sein).
  • zahlen keine Beiträge für Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Auch von den Rentenversicherungsbeiträgen, die seit 2013 fällig werden, können sie sich befreien lassen.
  • Das heißt aber auch, dass sie nicht über den Arbeitgeber krankenversichert sind und z.B. keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben.
Streit um den Minijob!?
    Der 2015 eingeführte Mindestlohn sollte zu mehr voll sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung führen. Dass es ähnlich viele Minijobs gibt wie vor dessen Einführung, wird ebenso kritisiert wie die einschränkte soziale Absicherung der Minijobber/-innen.

    Andere sehen im Minijob einen sehr flexiblen und unverzichtbaren Teil des Arbeitsmarktes oder sind der Meinung, dass er Langzeitarbeitslosen bei der Wiedereingliederung hilft.

    Mehr Fakten & Meinungen zum Minijob: kurz.bpb.de/dtdp351

    Viele Grüße
    deine bpb Online-Redaktion

17.12.2018: Klimakonferenz in Kattowitz

Guten Morgen,

Winter is coming! Doch "Heißzeit" ist seit Freitag das Wort des Jahres 2018. Es steht nicht nur für den vergangenen heißen Sommer, sondern auch für die langfristige und sich verstärkende Erderwärmung, die durch den Klimawandel droht.

Wie sich diese stoppen oder zumindest verlangsamen lässt, berieten die letzten zwei Wochen 196 Staaten auf der UN-Klimakonferenz in Kattowitz (Polen).
  • Kattowitz ist eine Fortführung der Klimakonferenz in Paris 2015. Damals hatte man sich erstmals auf ein weltweites Klimaschutzabkommen geeinigt.
  • Das Ziel: Der Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur soll auf 1,5 °C begrenzt und die weltweiten Emissionen gesenkt werden.
Was wurde nun beschlossen?
  • Die Staaten haben sich auf ein umfassendes Regelwerk zur praktischen Umsetzung des Pariser Klimaabkommens geeinigt.
  • In Zukunft müssen die Staaten z.B. darüber berichten, wie sich ihre Treibhausgasemissionen entwickeln und welche Maßnahmen sie ergreifen, um diese zu senken.
  • Zudem sollen ärmere und durch den Klimawandel besonders betroffene Länder stärker finanziell unterstützt werden.
  • Wenn Staaten nicht genug gegen den Klimawandel tun, müssen sie nicht mit Sanktionen rechnen, dürfen aber z.B. nicht mehr am internationalen Handel mit CO2-Zertifikaten teilnehmen. Zudem steigt durch die Berichtspflichten der öffentliche Druck.
Wie sich die Durchschnittstemperatur auf der Erde seit 1961 entwickelt hat, erfährst du in unserer Infografik: kurz.bpb.de/dtdp350

Besorgte Grüße
deine bpb Online-Redaktion

14.12.2018: Sharing Economy/Urteil des Verwaltungsgerichts zu Airbnb

Guten Morgen!

Urlaub in Malta, Marokko oder München – wer eine Ferienwohnung sucht, nutzt dafür mittlerweile oft die Internetplattform Airbnb. Hier vermieten Privatpersonen ihre gerade nicht genutzte Wohnung o. Zimmer – so die Theorie. Allerdings: Immer mehr Wohnungen werden als Ferienwohnungen "zweckentfremdet", was v.a. in Städten den ohnehin angespannten Wohnungsmarkt belastet. Um dem entgegen zu wirken, entschied das Verwaltungsgericht in München gestern: Airbnb muss der Stadt künftig mitteilen, wer seine Wohnung länger als erlaubt (8 Wochen pro Jahr) als Ferienwohnung vermietet.

Das Urteil zeigt auch, die sogenannte Sharing Economy ("Wirtschaft des Teilens") – deren bekanntester Vertreter Airbnb mittlerweile ist – hat auch Schattenseiten.

Was steckt eigentlich dahinter?
  • Der Grundgedanke: Auto, Wohnung, aber auch Musik oder Filme: Warum besitzen, was man auch teilen bzw. ausleihen kann.
  • Beispiel Auto: Werden mehr Autos "geteilt", stehen weniger Fahrzeuge unnütz herum. Die Sharing Economy könnte also zu einer nachhaltigeren, gemeinschaftlichen und effizienteren Nutzung von Ressourcen führen.
  • Die Wirtschaft wird demokratischer: Praktisch jede/r kann Anbieter/-in sein.
Gibt es auch Nachteile?

Kritiker/-innen sagen...
  • Mit gut gemeintem Teilen hat das nichts mehr zu tun. Stattdessen wird Solidarität zur Ware, das Teilen zum Geschäft.
  • Den Plattformen gehe es nur um Gewinnmaximierung der Datenschutz der Nutzer/-innen oder die Arbeitsbedingungen (z.B. der Auto-Fahrer des "Mitfahrdienstes" Uber) würden eher eine nachgeordnete Rolle spielen.
  • Und: Was auf den Plattformen passiert, entscheiden die Unternehmen, nicht die Nutzer/-innen, die ihre Dienstleistungen/Waren dort anbieten.
Sharing Economy – eine gute Idee schlecht umgesetzt? Mehr Pro- und Contra-Argumente gibt’s auf fluter.de: kurz.bpb.de/dtdp349

Ein geteiltes Tschüss ist doppelt so Tschüss.
Deine bpb Online-Redaktion

13.12.2018: Misstrauensvotum gegen die britische Premierministerin Theresa May

Guten Morgen,

gestern Abend musste sich die britische Premierministerin Theresa May einem parteiinternen Misstrauensvotum stellen. Mit 200:117 haben sich die konservativen Abgeordneten des Unterhauses für sie ausgesprochen.

Welche Rolle hat die Premierministerin eigentlich in Großbritannien?

  • Das Vereinigte Königreich gilt als parlamentarische Monarchie: Die Queen ist das Staatsoberhaupt, Kern des politischen Systems ist allerdings das Parlament. Es besteht aus zwei Kammern, dem Unter- und dem Oberhaus.
  • Das vom Volk gewählte Unterhaus (650 Abgeordnete) beschließt Gesetze und kontrolliert die Regierung. Das Oberhaus (810 Mitglieder) – hier sitzen z.B. adlige Lords, Richter, Wirtschaftsvertreter etc., die von der Regierung vorgeschlagen und der Queen ernannt werden – kann Gesetze kontrollieren und aufschieben, nicht aber verhindern.
  • Premierminster/-in wird meist der/die Vorsitzende der stärksten Partei des Unterhauses. Diese/r bestimmt u.a. die Minister/-innen ihres/seines Kabinetts (Regierung) und viele weitere Posten, die dann z.T. von der Queen ernannt werden.
  • Ähnlich unserer Bundeskanzlerin hat er/sie u.a. eine sogenannte "Richtlinienkompetenz" und bestimmt wesentlich die Regierungspolitik.
  • Und was ist mit dem Misstrauensvotum?
    • Weil 48 Mitglieder aus Theresa Mays konservativer Partei ("Tories", insgesamt 317 Abgeordnete) mit ihrem Vorgehen bei den Brexit-Verhandlungen nicht einverstanden waren, hatten sie ein parteiinternes Misstrauensvotum beantragt.
    • Nach der gestrigen Abstimmung kann Theresa May nun für 12 Monate – zumindest von ihrer eigenen Partei – nicht erneut herausgefordert werden.
    Ob die Premierministerin aus der Abstimmung gestärkt hervorgeht und welchen Einfluss diese auf die Zustimmung zum Brexit-Vertrag hat, ist ungewiss.

    Einen schönen Tag
    wünscht die bpb-Online Redaktion

    12.12.2018: Studie der EU-Grundrechteagentur FRA zu Antisemitismus in Europa

    Guten Morgen,

    Menschen in Europa werden beleidigt, belästigt und angegriffen – und das nur, weil sie Juden sind. Die EU-Grundrechteagentur FRA hat mehr als 16.000 Jüdinnen und Juden in 12 EU-Ländern dazu befragt.

    Die wichtigsten Ergebnisse:
    • Mehr als 80% aller Befragten sehen im Antisemitismus ein (sehr) großes Problem, am deutlichsten in Frankreich (95%), Belgien (86%), Deutschland (85%), Polen (85%) und Schweden (82%).
    • Jede/r zweite Befragte (51%) in DE wurde in den vergangenen 5 Jahren antisemitisch belästigt oder beleidigt – der höchste Wert aller Länder (im Durchschnitt 39%).
    • Rund 3% aller Befragten wurden in den vergangenen 5 Jahren aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit auch körperlich angegriffen.
    Was sind die Folgen?
    • Viele verzichten immer oder regelmäßig darauf, ihre Religionszugehörigkeit öffentlich zu zeigen (Kippa, Davidstern): am häufigsten in Dänemark (41%), gefolgt von FR und DE (je 36%).
    • Mehr als ein Drittel aller Befragten (38%) denkt ans Auswandern; sie fühlen sich in ihrer Heimat nicht mehr sicher. Vor allem in DE befassen sich immer mehr Jüdinnen und Juden damit (44%, +19% gegenüber 2012).
    • Viele melden auch schwerwiegende antisemitische Vorfälle nicht. Im Ländervergleich hat das nur jede/r fünfte Befragte getan (19%). Jede/r Zweite glaubt, dadurch würde sich sowieso nichts ändern (48%), einigen fehlt das Vertrauen in die Polizei (9%).
    Du möchtest mehr zur Situation in den einzelnen Ländern wissen? Hier findest du die Studie im Original (engl.): kurz.bpb.de/dtdp347
    Antisemistismus - was war das nochmal genau? kurz.bpb.de/dtdp346

    Viele Grüße
    deine bpb Online-Redaktion

    11.12.2018: Friedensnobelpreis 2018

    Guten Morgen,

    "die Körper von Frauen sind zu Schlachtfeldern geworden", sagte der Arzt Denis Mukwege gestern in Oslo. Zusammen mit der Jesidin Nadia Murad wurde er für den Kampf gegen sexualisierte Kriegsgewalt an Frauen mit dem Friedensnobelpreis 2018 ausgezeichnet.

    Nadia Murad …
    • … ist 25 Jahre jung, stammt aus dem Irak und gehört der Religionsgemeinschaft der Jesiden an, die v.a. im Nahen Osten beheimatet ist.
    • Die Terrororganisation "Islamischer Staat" eroberte im Sommer 2014 den Norden des Iraks und verübte einen Völkermord an den aus ihrer Sicht "ungläubigen" Jesiden:
      • ca. 3.000 wurden ermordet;
      • etwa 6.000, darunter v.a. Frauen und Kinder, wurden entführt, versklavt und missbraucht.
    • Das widerfuhr auch Nadia Murad. Nach 3 Monaten Gefangenschaft konnte sie fliehen und macht inzwischen von Deutschland aus auf die Verbrechen des IS, insbesondere an Frauen, aufmerksam.
    Seit 2016 ist sie UN-Sonderbotschafterin für die Würde der Opfer von Menschenhandel.

    Denis Mukwege ...
    • … ist Gynäkologe und gründete 1999 das Panzi-Krankenhaus im Osten der Demokratischen Republik Kongo, einer von Krieg und Gewalt geprägten Region.
    • Zusammen mit seinem Team behandelt er im Jahr über 3.500 Frauen, die Opfer sexualisierter Gewalt wurden – und deswegen von ihren Familien verstoßen wurden.
    • Mukwege behandelt nicht nur Frauen, sondern macht darauf aufmerksam, dass Vergewaltigungen weltweit als Waffe in Kriegen eingesetzt werden und meist straflos bleiben.
    Wie sexualisierte Gewalt als Mittel der Kriegsführung eingesetzt wird, liest du hier: www.bpb.de/dtdp346

    Viele Grüße
    deine bpb Online-Redaktion

    10.12.2018: Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

    Als Vorsitzende der UN-Menschenrechtskommission war Eleanor Roosevelt maßgeblich an der Ausarbeitung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte beteiligt. Hier ist sie mit einem Poster der Deklaration in spanischer Sprache zu sehen.Als Vorsitzende der UN-Menschenrechtskommission war Eleanor Roosevelt maßgeblich an der Ausarbeitung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte beteiligt. Hier ist sie mit einem Poster der Deklaration in spanischer Sprache zu sehen. (© UN Photo)
    Heute vor 70 Jahren wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet; ausgearbeitet von der UN-Menschenrechtskommission unter Eleanor Roosevelt (Bild). In 30 Artikeln sind die grundlegenden Rechte festgehalten, die jedem Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht oder Religion zustehen. Noch immer werden weltweit Menschenrechte verletzt.

    Alle Artikel zum Nachlesen: kurz.bpb.de/dtdp345

    Wie gut kennst du die Menschenrechte? Sende "Quiz" im Chat und teste dein Wissen!

    07.12.2018: Mafia/Organisierte Kriminalität

    Aufmachen, Polizei!

    So wurden bei einer Großrazzia kürzlich wohl einige mutmaßliche Mitglieder der Mafia-Organisation 'Ndrangheta "begrüßt".

    Was ist geschehen?
    • Eine int. Ermittlergruppe, die von der europäischen Justizbehörde Eurojust koordiniert wurde, hatte am Mittwoch eine Zelle der 'Ndrangheta "aufgedeckt", die Drogen aus Süd- und Mittelamerika nach IT, GB oder DE weiterleitete.
    • Allein in DE untersuchten rund 400 Polizisten/-innen 65 Wohnungen und Einrichtungen und nahmen zunächst 14 Personen fest.
    • Beschlagnahmt wurden: Bargeld, Fahrzeuge sowie über 4.000 kg Drogen.
    Wer ist die 'Ndrangheta?
    • Gilt als einflussreichste Mafia-Organisation Europas und kommt aus dem süditalienischen Kalabrien.
    • Sie setzt ungefähr 50 Mrd. Euro im Jahr mit Drogenhandel um.
    • Den Kern der streng strukturierten 'Ndrangheta bilden etwa 150 mafiöse Familien, die sogenannten 'Ndrine. Weltweit hat sie 60.000 Mitglieder.
    • Auch gilt sie als größte Mafia-Organisation in Deutschland mit ca. 344 bekannten Mitgliedern, laut BKA.
    • Die Gewinne werden in Immobilien z.B. in Restaurants investiert und somit in den legalen Wirtschaftskreislauf überführt (Geldwäsche).
    • Sie wird zur Organisierten Kriminalität (OK) gezählt.
    Was heißt OK?
    • Dazu zählen Gruppen, die Straftaten planmäßig begehen.
    • Sie wollen z.B. Vermögen ansammeln, aber auch politische Entscheidungen beeinflussen und am legalen Wirtschaftsleben teilnehmen.
    • Neben der ital. Mafia gibt es in DE z.B. auch russische und osteuropäische Organisationen.
    Mehr über die OK kannst du hier lesen: kurz.bpb.de/dtdp344

    Viele Grüße
    deine bpb Online-Redaktion

    06.12.2018: Bewegung der sog. Gelbwesten in Frankreich

    Guten Morgen,

    brennende Autos, Rauchschwaden und Tränengas – Was ist da los in Frankreich? Wir fassen kurz zusammen:

    Was ist bisher passiert?
    • Angefangen hat alles im Sommer mit Benzinpreisen auf Rekordhöhe und einer geplanten Steuererhöhung auf Benzin und Diesel ("Ökosteuer").
    • Die Bewegung der sog. Gelbwesten (Symbol der Warnweste) begann in Sozialen Netzwerken: Protestvideos wurden millionenfach geklickt. Eine Online-Petition für die Senkung der Benzinpreise unterschrieben über 1 Mio. Menschen.
    • Am Wochenende gingen mehr als 100.000 Menschen auf die Straße. Es kam zu Ausschreitungen. In der Bewegung versammeln sich unzufriedene frz. Bürger/-innen, aber auch Randalierer/-innen aus dem links- und rechtsextremen Spektrum.
    Geht es nur um die Ökosteuer?
    • Mittlerweile gehen die Forderungen der Gelbwesten viel weiter. Im Kern wird eine stärkere Beteiligung des Volkes am politischen Prozess verlangt.
    • Weitere Forderungen: mehr Studienplätze, kostenloser Nahverkehr sowie höhere Renten und Mindestlöhne.
    Wie geht es weiter?
    • Die frz. Regierung hat die Steuererhöhung auf Benzin und Diesel erstmal ausgesetzt, jetzt sollen Gespräche mit den Gelbwesten folgen.
    • Die Lage bleibt jedoch angespannt und kompliziert, denn die Bewegung will weiter demonstrieren. Rund ¾ der Franzosen befürworten laut Umfragen die Proteste.
    Warum bei unseren französischen Nachbarn häufiger und heftiger protestiert und gestreikt wird, erfährst du hier: kurz.bpb.de/dtdp343

    Viele Grüße deine bpb Online-Redaktion

    05.12.2018: Tag des Ehrenamtes

    Guten Morgen,

    heute ist der Internationale Tag des Ehrenamtes. Wir sagen Danke an all die freiwilligen Helfer/-innen! Warum ehrenamtliches Engagement so wichtig ist:

    Ehrenamtliche Arbeit…
    • … ist eine freiwillige Tätigkeit zum Zweck des Gemeinwohls, z.B. in der Nachbarschaft, einem Verein oder einer Partei, aber auch in Religionsgemeinschaften, Sozialstationen oder in der Flüchtlingshilfe.
    • … wird oft unentgeltlich geleistet, kann aber auch mit einer Aufwandsentschädigung verbunden sein.
    Wer engagiert sich?
    • Fast die Hälfte aller über 14-Jährigen ist ehrenamtlich aktiv (Freiwilligensurvey 2016).
    • Männer engagieren sich häufiger als Frauen (Tendenz abnehmend), Jüngere genauso häufig wie Ältere.
    Wo?
    • Besonders viele übernehmen ehrenamtliche Aufgaben in Sportvereinen (8 Mio. Menschen) vom Platzwart bis zum Vereinsvorstand, gefolgt von:
    • der Freiwilligen Feuerwehr, dem Roten Kreuz und dem Technischen Hilfswerk, z.B. in der Katastrophenhilfe oder Brandbekämpfung (ca. 1,8 Mio.).
    • Seit 2015 zugenommen hat die Zahl derer, die sich für Geflüchtete engagieren (u.a. Sprachunterricht).
    Also alles in bester Ordnung?
    • Kritik gibt es daran, dass Ehrenamtliche oft Arbeiten ausführen, für die sie nicht oder kaum qualifiziert sind und die eigentlich Aufgabe von Bund, Ländern und Kommunen wären.
    • Auch fehlt der Nachwuchs beim Ehrenamt, insbesondere in Kommunen und Landkreisen – der Grund: Zeitmangel.
    • In der Diskussion sind deshalb Konzepte, freiwillige Arbeit u.a. für junge Menschen attraktiver zu machen, z.B. durch eine stärkere finanzielle Förderung der Jugendfreiwilligendienste (FSJ, FÖJ, BFD).
    Vor 3 Jahren sind viele Initiativen und Vereine für Geflüchtete entstanden. Wie steht es heute um sie?
    kurz.bpb.de/dtdp342

    Viele Grüße deine bpb Online-Redaktion

    04.12.2018: Diesel-Fahrverbote, Dieselgipfel

    Guten Morgen,

    Stau? Ein gewohnter Anblick in der Stadt – und mitverantwortlich dafür, dass die Luft dort oft schlecht ist. Daher werden in DE immer mehr Fahrverbote verhängt.

    Warum sind davon v.a. Dieselfahrzeuge betroffen?
    • Vor allem Dieselmotoren stoßen beim Verbrennen gesundheitsschädliche Gase, sog. Stickoxide, aus. Diese schädigen u.a. die Umwelt und verursachen Herz-Kreislauf-Probleme beim Menschen.
    • Nach EU-Vorgabe darf das Gas Stickstoffdioxid (NO2) im Jahresschnitt mit max. 40 Mikrogramm (µg) pro Kubikmeter (m3) in der Luft nachweisbar sein.
    • Mehr als 60 Städte in DE hielten diesen Wert 2017 nicht ein.
    • An verkehrsnahen Messpunkten in Stuttgart lag der Wert bei 73 µg/m3, in München bei 78.
    • Vor allem ältere Diesel mit EU-Abgasnormen bis zur Norm "Euro 5" treffen die Fahrverbote.
    Um welche Städte geht es?
    • Um 10 Großstädte wie München, Stuttgart, Köln, Berlin und Hamburg – die Fahrverbote gelten für einzelne Straßen wie in Berlin (ab Mitte 2019) oder ganze Zonen wie in Köln (1.4.19).
    • Gegen über 20 weitere Städte, die die Werte nicht einhielten, laufen Klagen auf Grundlage der EU-Luftreinhaltegesetze.
    • Mit Fahrverboten für Teile der Autobahn 40 in Essen wird erstmals auch der Fernverkehr betroffen sein.
    Was tun?
    • Hardware-Nachrüstungen (z.B. Katalysatoren) könnten die Abgaswerte verbessern – aber wer bezahlt das? Die Autokonzerne wollen sich daran nur beteiligen.
    • Mit einer sichtbaren "blauen Plakette" an Fahrzeugen, die die Norm erfüllen, könnten die Fahrverbote besser kontrolliert werden; ihre Einführung ist aber umstritten.
    • Nach dem gestrigen Dieseltreffen will der Bund die Kommunen finanziell dabei unterstützen, mit Nachrüstungen und neuen Elektrobussen die Luft rein zu halten.
    Saubere Grüße
    deine bpb Online-Redaktion

    03.12.2018: Erste SMS versendet (1992)

    "Merry Christmas",

    nein, noch ist es nicht soweit... Diese etwas verfrühten Weihnachtsgrüße sendete der britische Ingenieur Neil Papworth am 3.12.1992 vom PC aus an das Handy eines Kollegen – es war die allererste SMS.

    Wie kam die SMS in die Welt?
    • Das Konzept für den späteren "Short Message Service" (SMS) entwickelten u.a. der dt. Ingenieur F. Hillebrand und der Franzose B. Ghillebaert in den 1980ern.
    • Ihr Ziel: Kundinnen und Kunden über Netzstörungen zu informieren.
    • Da sich die Mobilfunkbetreiber zunächst auf technische Standards einigen mussten, dauerte es noch bis 1992 bis zum Versand der ersten SMS.
    Wie kam es zu den berühmten 160 Zeichen?
    • Die Entwickler werteten u.a. Postkarten aus – und fanden heraus, dass Menschen viel mit wenig Text ausdrücken können.
    • Dazu kamen technische Beschränkungen des GSM-Mobilfunkstandard.
    Und wie ging es weiter für die SMS?
    • 1999 gilt als das Jahr des SMS-Durchbruchs: v.a. Jugendliche nutzten die unkomplizierte und schnelle Form der Kommunikation.
    • Seit 2012, dem Jahr mit den meisten versandten SMSen überhaupt, geht es bergab. Messaging-Apps für Smartphones haben die SMS mittlerweile verdrängt: wurden 2012 in DE noch 59,8 Mrd. SMS versendet, waren es 2017 nur noch 10,4 Mrd. – Tendenz weiter fallend.
    Die SMS hat, ähnlich wie unsere Nutzung von WhatsApp & Co., die Kommunikation stark verändert, z.B. durch viele und neue Abkürzungen oder Smileys ;-).

    Übrigens: Diese Nachricht wären knapp 10 SMS, omg!

    Einen guten Wochenstart und GLG
    deine bpb Onl.-Red.