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Images of Surveillance

Logo Goethe InstitutGoethe Institut New York (© Goethe Institut)
Mit dem Symposium "Images of Surveillance: The Politics, Economics, and Aesthetics of Surveillance" startete im Dezember 2015 in New York eine Veranstaltungsreihe des Goethe-Instituts, der Münchner Kammerspiele und der Bundeszentrale für politische Bildung. Die Reihe widmet sich aus unterschiedlichen Perspektiven dem Thema "Sensible Daten" und lässt Expertinnen und Experten, Künstlerinnen und Künstler, aber auch Vertreter von Institutionen und Unternehmen zu Wort kommen.

Hier finden Sie die Dokumentation der Veranstaltung vom 4. bis 6. Dezember 2015. Die Beiträge der Konferenz "Sensible Daten - Die Kunst der Überwachung" vom 20. bis 22. Januar 2017 finden Sie hier.

Eröffnungsvortrag von David Lyon

Surveillance after Snowden

In seinem Eröffnungsvortrag greift David Lyon, Direktor des Surveillance Studies Centre der kanadischen Queen's University, einen entscheidenden Wendepunkt der Diskussion um das Thema Überwachung auf: Die Enthüllung geheimer Informationen durch den ehemaligen CIA-Mitarbeiter Edward Snowden im Jahre 2013. Lyon rekapituliert die Inhalte und Folgen der Veröffentlichungen sowie die damit verknüpften Probleme und Perspektiven der Forschung.

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Evgeny Morozov

Surveillance and the Emergence of the Neoliberal Welfare State

In seinem Vortrag beleuchtet Evgeny Morozov die Prinzipien, Funktionen, und Trends privatwirtschaftlich basierter Datensammlungen kritisch. Morozov beschreibt dabei den Prozess der "Smartification" und die damit einhergehenden Gefahren – auch für die Demokratie. Zudem thematisiert er auch den wachsenden staatlichen Zugriff auf die vorhandenen Datenberge und dessen Begleiterscheinungen.

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Bernard Harcourt

Exposed: Desire and Disobedience in the Digital Age

Permanent beobachtet zu werden, sei auch eine Form von Gefangenschaft, sagt Bernard Harcourt. In seinem Vortrag schildert er Art und Umfang der "digitalen In-Transparenz". Demnach produziere unser eigenes Verhalten, unsere "Expositionsgesellschaft", die Bedingungen für die ausufernde Kontrolle. Harcourt fordert digitalen Ungehorsam u.a. gegen Data-Mining, Sammlung und Profiling.

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Armen Avanessian

Surveillance in the Post-Capitalist Society

Armen Avanessian sieht es als unumgänglich an, sich mit Überwachung und den damit verbundenen Technologien – etwa Roboterisierung und Automatisierung – auseinanderzusetzen. Mit Blick auf die akzelerationistische Philosophie gehe es vor allem um den Versuch, die gesellschaftliche und wirtschaftliche Beschleunigung positiv steuern zu können. Eine wirtschaftliche und technologische Beschleunigung sollte demnach mit einer gesellschaftlichen Beschleunigung einhergehen.

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Jimena Canales

Beyond Good or Evil: Or, a few thoughts on how to think about surveillance

Jimena Canales gibt in ihrer Präsentation einen Überblick über die Geschichte der Überwachung - vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Sie zitiert unter anderem die "Casa de Contratación" als grundlegendes Projekt der modernen Überwachung, die akribisch jeden einzelnen Auswanderer nach Amerika registrierte. Sie plädiert letztlich dafür, weder für oder gegen Überwachung zu sein. Stattdessen sollte ein erkenntnistheoretischer Ansatz zum Verständnis ihrer Wirkungen präferiert werden.

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Marcus Steinweg

Marcus Steinweg intervenes: Das private Leben als Illusion

Neben anderen Aspekten betont Marcus Steinweg in seinem Beitrag, dass die herrschende Angst vor dem Verlust des Privaten sinnentleert sei. Schließlich sei das private Leben ohnehin eine Illusion. Um dies zu untermauern, führt er philosophische Klassiker wie Ludwig Wittgenstein, Theodor W. Adorno, oder G.W.F. Hegel an.

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Roger Berkowitz und Uday Mehta

Surveillance and the Private Life: Hannah Arendt & Gandhi

Im Gespräch werden anhand der Biographien Hannah Arendt & Gandhi eine Reihe von Fragestellungen, Aufgaben und Thesen skizziert, die einen Zusammenhang zwischen totalitären Tendenzen und Sicherheitsdiskursen herstellen sollen und in Zeiten überwachungstechnologische Maßnahmen hochgradig aktuell sind.

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Dietmar Kammerer, Moderation: Scott Skinner-Thompson

Images of Video Surveillance

Videoüberwachung produziert Bildmaterial. Ein von den Medienwissenschaften oftmals vergessenes Kernelement ist jedoch das öffentliche Bild der Überwachung selbst. Unter der Moderation von Scott Skinner-Thompson referiert Dietmar Kammerer über Bilder der Videoüberwachung im öffentlichen Raum und deren Chancen und Risiken. Kammerer vertritt derzeit die Professur am Institut für Medienwissenschaft der Universität Marburg und betrachtet die Thematik aus einer film- & bildtheoretischen Perspektive heraus.

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Chris Kondek und Christiane Kühl, mit Miriam Felton-Dansky

Anonymous P.

„Anonymous P.“ ist eine Mischung aus künstlerischer Videoinstallation und Performance der Aktions-Künstler Chris Kondek und Christiane Kühl. In Anlehnung an Prometheus, der den Göttern das Feuer stahl, verschafft sich der Hacker „Anonymous P.“ Zugang zu sensiblen Daten der Mächtigsten und offenbart die Risiken zunehmender digitaler Transparenz. Nach Vorstellung ihres Projektes stellen sich Kondek und Kühl einer Frage-Antwort-Runde mit Miriam Felton-Dansky.

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Nils Zurawski

Between Data Protection and Repression: Discussing Surveillance Discourses

Überwachung als spannendes Forschungsfeld kriminologischer Sozialforschung: Nils Zurawski, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Hamburg, fasst aktuelle Diskursansätze zur Thematik zusammen. Schwerpunkte seines Vortrags sind die Risiken des Missbrauchs und der Repression im Zusammenhang mit Datenschutz und –speicherung.

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Ulf Buermeyer

Glances into the Dark: The Bundestag's Intelligence Investigatory Committee and its Repercussions on the German Public Debate about Mass Surveillance

Snowden-Skandal und NSA-Affäre in Deutschland: Ulf Buermeyer – Jurist und Experte für verfassungsrechtliche Fragen zur Netzpolitik – gibt Einblicke in die öffentliche Debatte, die nach den Enthüllungen Edward Snowdens in Deutschland 2014 entbrannte. Prägnant skizziert er die Gefahren massiver Datenspeicherung im Zeitalter moderner Informationstechnologie.

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Marcus Steinweg

Marcus Steinweg intervenes: Freiheit und Datenspeicherung

Überwachung aus dem Blickfeld des Philosophen: Marcus Steinweg referiert über das "allwissende Auge" des Staates und setzt sich vor dem Hintergrund moderner philosophischer Strömungen kritisch mit dem Spannungsfeld zwischen individueller Freiheit und zunehmender struktureller Transparenz auseinander.

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Caden Manson und Jemma Nelson im Gespräch mit Gideon Lester

Big Art Group’s SOS

Caden Manson und Jemma Nelson, die Begründer des New Yorker Bühnenensembles „Big Art Group“, sprechen mit Gideon Lester über ihre bisherige Arbeit und ihr aktuelles Projekt „Opacity“. Die Künstler greifen in ihren Stücken unter anderem auf die technischen Möglichkeiten moderner Medien zurück, um die Zuschauer mit zeitgenössischen Fragestellungen zu konfrontieren und neue Kommunikationsformen auszuprobieren.

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Simon Denny im Gespräch mit Peter Eleey

Simon Denny in conversation with Peter Eleey

Was sagen die Bilder und Symbole, die die NSA benutzt, über die Arbeitsweise und das Selbstverständnis des Geheimdienstes aus? Und von wem wurden sie entworfen und gezeichnet? Diesen Fragen ging der Künstler Simon Denny nach. Seine Recherchen, für die er von Edward Snowden veröffentlichtes Material verwendete, mündeten schließlich in eine Ausstellung, deren Entstehungsgeschichte und Konzeption er in seinem Vortrag vorstellt.

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Diedrich Diederichsen

The World a Third Time: Or, how to win the war against positivism

Diedrich Diederichsen, Kulturwissenschaftler und Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien, blickt in seiner Abschlussrede auf die Vorträge des Symposiums "Images of Surveillance" zurück. Diederichsen beleuchtet noch einmal die unterschiedlichen Blickwinkel, die in diesem Kontext eingenommen wurden, und verdeutlicht mit seinen eigenen kritischen Kommentaren, wie vielseitig das Themenfeld um der Begriff Überwachung betrachtet werden kann.

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DDR-Demonstration, Ministerium für Staatssicherheit Stasi, Überwachungsmonitore
Dossier

Stasi

Alles wissen, alles kontrollieren, Menschen manipulieren. Aus der Arbeitsweise der DDR-Geheimpolizei "Stasi" ist viel zu lernen über die Mechanismen von Diktaturen der Gegenwart: Wirklichkeit wird geschönt, Kritik unterdrückt, Oppositionelle werden überwacht und gebrochen.

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Debatte

Bedingungsloses Grundeinkommen

Was wäre, wenn jede_r von uns jeden Monat vom Staat einen festen Betrag aufs Konto überwiesen bekäme - ohne etwas dafür tun zu müssen? Das ist, vereinfacht gesagt, die Idee eines Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE). Die Idee ist kontrovers, denn sie kratz an einigen elementaren Fragen: Ist der Mensch von Natur aus faul oder fleißig? Wie sehr vertrauen wir unseren Mitmenschen wirklich? Was ist der eigentliche Sinn von Arbeit? Woran misst sich eigentlich der Wert von Arbeit?

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Debatte

Robotersteuer

Machen uns Roboter in Zukunft überflüssig? Oder schaffen sie neue Freiräume? Gewiss ist, dass die Automatisierung der Arbeit, aktuell unter dem Schlagwort Industrie 4.0, unsere Arbeitswelt verändern wird. Wie Politik, Gesellschaft und Wirtschaft darauf reagieren, ist allerdings noch offen. Diskutiert wird im Zuge dessen auch über die Einführung einer sogenannten Robotersteuer, die die befürchteten negativen sozialen Effekte abmildern soll. Wir haben zwei Experten zum Thema, um ihre Einschätzung gebeten.

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