Zwei Hände halten den offiziellen Stimmzettel zur Bundestagswahl. Im Hintergrund ist der Reichstag zu sehen.

Wahl ABC

Zweitstimme



”Wem gebe ich meine Stimme?”, lautet eine umgangssprachliche Frage im Vorfeld der Bundestagswahl. Genaugenommen muss sie aber heißen: ”Welchem Direktkandidaten und welcher Partei gebe ich meine Stimmen?” Denn jeder Wähler hat bei der personalisierten Verhältniswahl eine Erst- und eine Zweitstimme.

Wichtiger ist die Zweitstimme, weil die Wähler damit die relative Stärke der Parteien im Bundestag bestimmen. Alle Parteien, die einen Zweitstimmen-Anteil von mindestens fünf Prozent erreicht haben, erhalten entsprechend ihres Anteils Sitze im Bundestag. Berücksichtigt wird eine Partei auch dann, wenn sie zwar nicht über die Fünf-Prozent-Hürde kommt, aber über die Erststimmen mindestens drei Direktmandate gewonnen hat.

Die Verteilung der Sitze erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren. Dabei wird nach den einzelnen Bundesländern unterschieden. In jedem Bundesland wird ein Kontingent an Mandaten vergeben, das sich nach der jeweiligen Bevölkerungsgröße richtet. Die Parteien bekommen ihre Sitze entsprechend ihres im jeweiligen Bundesland erreichten Anteils an Zweitstimmen. Dann werden in jedem Bundesland die Mandate, die eine Partei direkt gewonnen hat, auf die Sitze angerechnet, die ihr nach dem Zweitstimmenergebnis zustehen. Hat eine Partei mehr Direktmandate errungen, als ihr aufgrund des erzielten Anteils an Zweitstimmen zustehen, darf sie diese dennoch behalten – es entstehen Überhangmandate. Alle diese Überhangmandate werden durch Ausgleichsmandate kompensiert.

30.08.2013

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