An der Klagemauer wird am 29.11.2010 in Jerusalem (Israel) gebetet. Seit 1967 befindet sich die Klagemauer in Jerusalem unter israelischer Kontrolle. Die einst von König Herodes vor mehr als zweitausend Jahren errichtete westliche Stützmauer am Tempelberg ist heute für viele Israeli ein Symbol nationaler Erfüllung oder religiöser Erlösung. Foto: Rainer Jensen

16.5.2013 | Von:
Anke Kuhn

"Da ist Krieg, da kann man nicht einfach hin!!"

Ich war 1991 zum ersten deutschsprachigen Holocaust-Kurs in Jerusalem. Alle Leute versuchten mir, diese Unternehmung auszureden. "Da ist Krieg, da kann man nicht einfach hin!!" Auch aus Israel erhielt ich die Nachricht, dass "die Ostdeutschen doch jetzt andere Probleme hätten". Nach Genehmigung durch das Kultusministerium fuhr ich dann trotzdem, da Israel seit Klasse 8 mein Traumland war und bis heute geblieben ist. Inspiriert durch einen politisch sehr interessierten Vater hatte ich mir im Geografie-Unterricht nämlich mal genau angesehen, wo Israel liegt. Meine damalige Lehrerin bemerkte es und wies mich darauf hin, dass dort "die besonders bösen Kapitalisten" zu finden seien.

Also, ich flog und stand Ostern am Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv und nichts ging, weil Feiertag. Schließlich entschloss ich mich für ein Sammeltaxi.

Da ich meinen Koffer nicht gleich übergeben wollte, wurde ich gefragt, wo ich herkäme. Auf meine Antwort "Ost-Deutschland" wurde mir die Bemerkung "Stasi" zu teil.

Auf der Fahrt nach Jerusalem erklärte der Taxi-Fahrer viel und mein Englisch verbesserte sich schnell. Als ich als einziger Fahrgast übrig blieb, bot er mir an, mir die nähere Umgebung Jerusalems zu zeigen - morgens um 6 natürlich ein Erlebnis.

Auf meinen zunächst vorsichtigen Erkundungen in der Altstadt von Jerusalem, fiel mir eine recht unglücklich aussehende Frau auf. Als ich sie fragte, ob ich ihr helfen könne, brach sie in Tränen aus, da sie auf ihren Mann, der streng gläubiger Jude war, warten sollte. Wir entschlossen uns zu einer Besichtigungstour, die die Zeit schnell vergehen ließ.

Inzwischen war ich noch 2x dort und habe mir eine weitere Reise für möglichst bald vorgenommen.

Mit freundlichen Geburtstags-Grüßen,
Anke Kuhn


Blog zur Israel-Studienreise

Im Blog berichtet die Journalistin Katarzyna Weintraub von der Israel- Studienreise "Zachor - Jüdische Erinnerungskultur der Gegenwart". Die Studienreisen der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb ermöglichen den Teilnehmenden einen authentischen und persönlichen Einblick in die politische und gesellschaftliche Situation der Reiseländer.

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Wer kann sich auf die Israel-Studienreisen der bpb bewerben? Welche Kriterien gibt es bei der Auswahl der Bewerberinnen und Bewerber? Wie erfolgt das Bewerbungs- und Einladungsverfahren? Die Antwort auf diese und weitere Fragen finden Sie hier. (PDF-Version: 66 KB)

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Seit 1963 veranstaltet die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb erfolgreich ihr Studienreisen-Programm nach Israel. Die Studienreisen sind ein Kernelement in der historisch-politischen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, der deutsch-jüdischen Geschichte und dem Antisemitismus in der Bundesrepublik Deutschland.

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