An der Klagemauer wird am 29.11.2010 in Jerusalem (Israel) gebetet. Seit 1967 befindet sich die Klagemauer in Jerusalem unter israelischer Kontrolle. Die einst von König Herodes vor mehr als zweitausend Jahren errichtete westliche Stützmauer am Tempelberg ist heute für viele Israeli ein Symbol nationaler Erfüllung oder religiöser Erlösung. Foto: Rainer Jensen

3.6.2013 | Von:
Jens Tanzmann

Neue Perspektiven

Um das moderne Israel zu verstehen, ist es sehr hilfreich persönliche Erfahrungen in einem Land voller Gegensätze zu erleben. Dadurch können die unterschiedlichen Interessen, Landschaften, Gesellschaften und auch Konflikte aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und somit verständlicher werden.

Eindrücke während der Israel-StudienreiseEindrücke während der Israel-Studienreise (© Jens Tanzmann)
Die Teilnahme an der Israel-Studienreise der Bundeszentrale für politische Bildung de- und rekonstruierte meine Vorstellungen von diesem Land. Mehrfach. Für kaum einen anderen historisch-politischen Ort scheint mir seit meinem Aufenthalt dort die persönliche Inaugenscheinnahme unverzichtbarer als für das moderne Israel: Die abwechslungsreiche Topographie, die religiöse Polyphonie, die ethnisch-soziale Zerfaserung der Gesellschaft, die spannungsgeladenen Konfliktherde und das Knäuel unterschiedlicher Interessenlagen – sie hinterließen Spuren, und entwirrten sich während der Fahrt in dem Maß, wie sich neue kognitive Dissonanzen auftaten.

Die Eindrücke, Erkenntnisse und Erfahrungen fügten sich in den zwei Wochen zu einem anderen, differenzierteren Israel Bild. Die fulminanten Vorträge, die aufwühlenden Geschichten und die bewegenden Begegnungen mit den Menschen in Israel trugen wesentlich dazu bei. Das so neukonstruierte Bild eines faszinierenden Landes wird meine schulische Arbeit als Multiplikator in der historisch-politischen Bildung nachhaltig beeinflussen.

Ich wünsche dem Staat Israel zu seinem 65. Geburtstag "mazal tov!“ und der bpb weitere fünfzig Jahre Studienreisen nach Israel! Mindestens.


Blog zur Israel-Studienreise

Im Blog berichtet die Journalistin Katarzyna Weintraub von der Israel- Studienreise "Zachor - Jüdische Erinnerungskultur der Gegenwart". Die Studienreisen der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb ermöglichen den Teilnehmenden einen authentischen und persönlichen Einblick in die politische und gesellschaftliche Situation der Reiseländer.

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Wer kann sich auf die Israel-Studienreisen der bpb bewerben? Welche Kriterien gibt es bei der Auswahl der Bewerberinnen und Bewerber? Wie erfolgt das Bewerbungs- und Einladungsverfahren? Die Antwort auf diese und weitere Fragen finden Sie hier. (PDF-Version: 66 KB)

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Seit 1963 veranstaltet die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb erfolgreich ihr Studienreisen-Programm nach Israel. Die Studienreisen sind ein Kernelement in der historisch-politischen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, der deutsch-jüdischen Geschichte und dem Antisemitismus in der Bundesrepublik Deutschland.

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