An der Klagemauer wird am 29.11.2010 in Jerusalem (Israel) gebetet. Seit 1967 befindet sich die Klagemauer in Jerusalem unter israelischer Kontrolle. Die einst von König Herodes vor mehr als zweitausend Jahren errichtete westliche Stützmauer am Tempelberg ist heute für viele Israeli ein Symbol nationaler Erfüllung oder religiöser Erlösung. Foto: Rainer Jensen

3.6.2013 | Von:
Nicola Caló

Alte Fragen - Neue Antworten

Mit Israel und dem Nahen Osten verbindet man viele Personen, Ereignisse und Fragen. Zu Themen des Nahost-Konflikts und der israelischen Gesellschaft gibt es unzählige Analysen und Berichte, die unser Bild prägen. Dagegen können die Antworten die man vor Ort bekommt, unerwartet und überraschend sein, wodurch neue Blickwinkel eröffnet werden.

Nicola Caló in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem während der Israel-Studienreise 2012Nicola Caló in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem während der Israel-Studienreise 2012 (© Nicola Caló)
Israel im September 2012. Begonnen hat alles mit einer Absage. Also wird es nichts mit Israel 2012. Und dann? Doch die Zusage, also doch Koffer packen und ab nach Israel mit der bpb. Klamotten einpacken, soll ja ziemlich Heiß sein, also keine dicken Sachen. Eine Jacke aber doch, um den Schockzustand der Klimaanlage gewachsen zu sein. Jetzt geht es um die Reisevorbereitungen, welche Gedanken packe ich ein? Also Israel und Palästina, viel gelesen und viel gehört, Namen, Parteien und Begriffe gehen mir durch den Kopf. Packe ich auch alles ein ohne Festlegung nach richtig oder falsch. Vielleicht bekomme ich ja vor Ort Antworten auf meine Fragen. Auch von mir eingepackt werden die Befürchtungen von Familie, Freunden und Bekannten. Meine Mutter stellt mir die Frage, ob ich nicht in anderen Ländern reisen kann, wo es nicht so gefährlich ist. Ich versichere ihr, dass ich aufpassen werde. Außerdem reise ich ja mit der bpb und die passen auch auf. Dennoch hält meine Mutter mich auf dem Laufenden, was die Nachrichtenlage in Israel betrifft. Ich glaube, dass ich sie und meine Familie nicht richtig beruhigen konnte. Nun geht es erst einmal nach Königswinter zum bpb Vorbereitungstreffen. Dort wartet noch eine andere Herausforderung auf mich. Wer ist die Reisegruppe? Und noch spannender die Frage, da ich mich für ein Doppelzimmer entscheiden habe, mit wem werde ich das Zimmer teilen? Eine Auswahl hatte ich nicht. Die bpb hat es entscheiden. Wie auch immer sie es geschafft hat, sie hat die zwei Richtigen zusammengebracht. Ein erstes Aufatmen, der erste Baustein der Reise ist geschafft: Die Gruppe ist gut und die Zimmeraufteilung hat geklappt. Die bpb bekommt das erste Lob von mir!

Dann geht es ab nach Tel Aviv .Die Sicherheitskontrollen überstanden und das Studienprogramm in Israel kann nun beginnen. Jerusalem, See Genezareth, Golanhöhen, Ramallah und andere Orten, werden zu den Treffpunkten für Gespräche, Besichtigungen, Gedenken und zum Nachdenken. An jedem Ort packe ich meine Gedanken aus, um Fragen auf meine Antworten zu bekommen. Dazu komme ich aber oft nicht, weil ich feststellen muss, es ist anders, als ich dachte und eindrucksvoller als ich es mir vorstellen konnte. Eingepackt hatte ich auch eine Biografie von Alex Deutsch, der ein jüdischer Gefangener im KZ Auschwitz war und bis zu seinem Tode, am 09.02.2011, im Saarland gelebt hat. So wurde die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem für mich zu einer persönlichen Begegnung.

Zurück in Deutschland musste ich feststellen, dass nicht alle Fragen beantwortet sind. Aber eine zentrale Antwort nehme ich mit: Nach Israel muss ich wieder! Und das ich so denke, habe ich der bpb zu verdanken. Dafür Danke! Und auf der ganzen Reise habe ich mich sicher durch das bpb Team (ReferentInnen, Reiseleitung) und die Reisegruppe gefühlt.

Dem Geburtstagskind sei Danke gesagt und es hätte als Geburtstagsgeschenk mehr als nur einige Zeilen verdient, sondern einen mindestens fünfstöckigen Kuchen als Anerkennung für seine Leistung.


Blog zur Israel-Studienreise

Im Blog berichtet die Journalistin Katarzyna Weintraub von der Israel- Studienreise "Zachor - Jüdische Erinnerungskultur der Gegenwart". Die Studienreisen der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb ermöglichen den Teilnehmenden einen authentischen und persönlichen Einblick in die politische und gesellschaftliche Situation der Reiseländer.

Mehr lesen auf bpb-studienreisen.blogspot.de

Wer kann sich auf die Israel-Studienreisen der bpb bewerben? Welche Kriterien gibt es bei der Auswahl der Bewerberinnen und Bewerber? Wie erfolgt das Bewerbungs- und Einladungsverfahren? Die Antwort auf diese und weitere Fragen finden Sie hier. (PDF-Version: 66 KB)

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Seit 1963 veranstaltet die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb erfolgreich ihr Studienreisen-Programm nach Israel. Die Studienreisen sind ein Kernelement in der historisch-politischen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, der deutsch-jüdischen Geschichte und dem Antisemitismus in der Bundesrepublik Deutschland.

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