An der Klagemauer wird am 29.11.2010 in Jerusalem (Israel) gebetet. Seit 1967 befindet sich die Klagemauer in Jerusalem unter israelischer Kontrolle. Die einst von König Herodes vor mehr als zweitausend Jahren errichtete westliche Stützmauer am Tempelberg ist heute für viele Israeli ein Symbol nationaler Erfüllung oder religiöser Erlösung. Foto: Rainer Jensen

2.8.2013 | Von:
Clemens Wortmann

Reise, Beruf und neue Blickwinkel

Die Israel-Studienreisen eröffnen nicht nur neue Blickwinkel auf die alltäglichen Gegensätze des Nahen Ostens - ob Krieg und Frieden oder Religion und Moderne. Sie können auch der Grundstein neuer persönlicher und beruflicher Perspektiven sein. Einer unserer Teilnehmer hat unsere Studienreise so beeindruckt, dass er sich entschlossen hat, beruflich als Journalist in Israel Fuß zu fassen.

Besuch des Museums zur Geschichte des Holocaust während der Studienreise 2010.Besuch des Museums zur Geschichte des Holocaust während der Studienreise 2010. (© Clemens Wortmann)

In meinem Fall ist die Frage, welche persönlichen Schlüsse ich aus der bpb-Studiereise gezogen habe, sehr einfach zu beantworten: Ich wollte danach unbedingt als Nahostkorrespondent zurückkehren … und gar nicht so lange darauf ist mir das gelungen. Als ich im Mai 2010 am Studienprogramm "Schlüsselfragen israelischer Außen- und Sicherheitspolitik" teilnahm, hatte ich aus Politikstudium und 30 Jahren Berufserfahrung zwar eine sporadische Kenntnis der Grundkonflikte über einen längeren Zeitraum, aber die Reise öffnete mir die Augen für die besonderen Herausforderungen, die sich im Nahen Osten für Journalisten und gerade für solche aus Deutschland stellen.

Zurückgekehrt wurde schnell klar, dass mein Vorhaben aus privaten und beruflichen Gründen nicht ad hoc umzusetzen war. Aber die Idee wurde zu einer "fixen“. Und im März 2013 war es dann soweit. Auch meine Frau, ebenfalls Journalistin und auch schon Israelreisende mit der bpb, konnte den Wechsel nun gut mitmachen. Und seitdem bin ich für den deutschen Dienst der Nachrichtenagentur AFP hier tätig. Was sich nun jeden Tag neu bestätigt, sind die Einsichten, die sich schon im Verlauf der Reise vor drei Jahren einstellten und die die Aufgabe hier so interessant und einzigartig machen: Zu jeder Frage gibt es mindestens zwei, oft mehr berechtigte Antworten. Und jede Frage erzeugt sehr viele zusätzliche Fragezeichen. Unser beruflicher Leitsatz "Höre und zitiere immer auch die andere Seite“ wird hier zum unverzichtbaren Credo. Und jeder Ausblick in dieses wunderschöne Land muss für einen deutschen Journalisten zwangsläufig auf der Kenntnis unserer eigenen Geschichte basieren – folgerichtig zeigt mein Schnappschuss von der 2010-er Reise den Blick aus dem Ausgang des Museums zur Geschichte des Holocaust.


Blog zur Israel-Studienreise

Im Blog berichtet die Journalistin Katarzyna Weintraub von der Israel- Studienreise "Zachor - Jüdische Erinnerungskultur der Gegenwart". Die Studienreisen der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb ermöglichen den Teilnehmenden einen authentischen und persönlichen Einblick in die politische und gesellschaftliche Situation der Reiseländer.

Mehr lesen auf bpb-studienreisen.blogspot.de

Wer kann sich auf die Israel-Studienreisen der bpb bewerben? Welche Kriterien gibt es bei der Auswahl der Bewerberinnen und Bewerber? Wie erfolgt das Bewerbungs- und Einladungsverfahren? Die Antwort auf diese und weitere Fragen finden Sie hier. (PDF-Version: 66 KB)

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Seit 1963 veranstaltet die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb erfolgreich ihr Studienreisen-Programm nach Israel. Die Studienreisen sind ein Kernelement in der historisch-politischen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, der deutsch-jüdischen Geschichte und dem Antisemitismus in der Bundesrepublik Deutschland.

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