An der Klagemauer wird am 29.11.2010 in Jerusalem (Israel) gebetet. Seit 1967 befindet sich die Klagemauer in Jerusalem unter israelischer Kontrolle. Die einst von König Herodes vor mehr als zweitausend Jahren errichtete westliche Stützmauer am Tempelberg ist heute für viele Israeli ein Symbol nationaler Erfüllung oder religiöser Erlösung. Foto: Rainer Jensen

30.10.2013 | Von:
Angelika Delker

Verbundenheit

Die Israel-Studienreisen können tiefe Einblicke in das Denken und Fühlen der israelischen Gesellschaft geben. Und diese Verbundenheit kann prägen. Dies zeigen die detaillierten Reiseerinnerungen einer Teilnehmerin von 1999, die bis heute diesem Land verbunden ist.

Yad Vashem: Tal der GemeindenImpressionen von Angelika Delker
DANKE für die vielfältigen Erfahrungen, die ich auf meinen Studienreisen nach Israel mit der Bundeszentrale für politische Bildung sammeln konnte. 1999 war ich zum ersten Mal mit dabei. Überwältigend war das facettenreiche Programm. Die vielen persönlichen Begegnungen mit Israelis und Palästinensern unterschiedlichster politischer Richtungen, Berufe, unterschiedlichem Alter und sozialem Stand haben mein Verständnis für die Probleme der Region vertieft und nicht mehr losgelassen. Nie werde ich vergessen,
  • wie der orthodoxe Bürgermeister von Maale Adumin Westjordanland uns stolz von dem rapiden Wachstum seiner Gemeinde und seiner Familie mit inzwischen über 60 Enkelkindern berichtete
  • wie junge Israelis uns bei einem Bummel an der Hafenpromenade in Tel Aviv an ihrem Leben und Denken haben teilhaben lassen
  • wie engagiert jüdische und palästinensische Mitarbeiter von Givat Haviva sich für ein friedliches Zusammenleben von Juden und Palästinensern einsetzen
  • wie der Ehemann von Sumaya Farhat, Naser, Munir, uns durch sein Heimatdorf im Westjordanland führte und dabei die Geschichte seiner christlichen Familie erzählte
  • wie gastfreundlich uns die armen Schafhirten in Sachnin Westjordanland empfingen
  • wie Anita Haviv als jüdische Auswanderin aus Wien uns ihr Leben – Freuden und Leiden – in Israel schilderte
  • wie junge Soldatinnen und Soldaten mit dem Maschinengewehr auf dem Rücken in einer Diskothek in Jerusalem tanzten
  • wie betroffenen wir vor den Mauern der "grünen Grenze“ standen
  • wie die Holocaustüberlebende Susi Weiß uns einfühlsam ihr Leben schilderte.

Diese Liste ließe sich noch beliebig ergänzen. Auch Natur und Kultur hatten ihren Platz im Programm. Hochkarätige Vorträge von Wissenschaftlern aus Israel und dem Westjordanland regten zu Gesprächen an. Jeder Tag wurde intensiv genutzt, manche Nächte waren viel zu kurz, weil wir Teilnehmer oft bis in die frühen Morgen unsere Eindrücke austauschten und versuchten, das Erlebte zu verarbeiten. Israel hat mich seit 1999 nicht mehr losgelassen. SchülerInnen, KollegInnen, Nachbarn und Freunden habe ich von meinen Erlebnissen berichtet. In 14 Tagen werde ich wieder, diesmal privat, nach Israel reisen und einige Freunde mitnehmen, die bisher Israel mit großer Skepsis betrachteten. Hoffentlich kann die Bundeszentrale noch vielen Menschen, diese Erfahrungen in Israel ermöglichen.

D A N K E


Blog zur Israel-Studienreise

Im Blog berichtet die Journalistin Katarzyna Weintraub von der Israel- Studienreise "Zachor - Jüdische Erinnerungskultur der Gegenwart". Die Studienreisen der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb ermöglichen den Teilnehmenden einen authentischen und persönlichen Einblick in die politische und gesellschaftliche Situation der Reiseländer.

Mehr lesen auf bpb-studienreisen.blogspot.de

Wer kann sich auf die Israel-Studienreisen der bpb bewerben? Welche Kriterien gibt es bei der Auswahl der Bewerberinnen und Bewerber? Wie erfolgt das Bewerbungs- und Einladungsverfahren? Die Antwort auf diese und weitere Fragen finden Sie hier. (PDF-Version: 66 KB)

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Seit 1963 veranstaltet die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb erfolgreich ihr Studienreisen-Programm nach Israel. Die Studienreisen sind ein Kernelement in der historisch-politischen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, der deutsch-jüdischen Geschichte und dem Antisemitismus in der Bundesrepublik Deutschland.

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