Adolph Schönfelder (SPD)
Prof. Dr. Erhard H.M. Lange
1.9.2008
Foto: Haus der Geschichte / Bestand Erna Wagner-Hehmke (© Foto: Haus der Geschichte / Bestand Erna Wagner-Hehmke
)Sein Verhältnis zu Adenauer ist nicht frei von Spannungen. So tritt Schönfelder dafür ein, die Arbeiten am Grundgesetz zunächst ohne Rücksicht auf abweichende Meinungen der Westalliierten durchzuführen. Adenauer hingegen will die Alliierten einbinden. Verfassungspolitisch plädiert er für eine Stärkung des Parlaments gegenüber der Exekutive. So tritt er mit Erfolg dafür ein, dass das Kabinett vom Bundestagspräsidenten und nicht etwa vom Bundespräsidenten vereidigt wird.
Nicht selten greift er überdies auf verfassungspolitische Vorbilder aus Hamburg zurück, so wenn er sich gegen den Typus des Berufsparlamentariers ausspricht oder innerhalb der Regierung ein kollegiales Entscheidungsverfahren favorisiert. Sein besonderes Augenmerk gilt auch den Regelungen zur Polizei und zum Öffentlichen Dienst.
Biografie
Geboren am 5. April 1875 in Hamburg, gestorben am 3. Mai 1966 in Hamburg, evangelisch, in jungen Jahren Kirchenaustritt.
Adolph Schönfelder wächst in Hamburg auf und macht eine Zimmermannslehre, danach bis 1905 tätig als Zimmerer. Seit 1898 Mitglied des Zentralverbands der Zimmerer Deutschlands, 1903 Mitglied des Zentralvorstands, 1905 hauptamtlicher Verbandssekretär, 1921-1926 Vorsitzender des Verbands. 1902 Eintritt in die SPD. Die ihm vor dem Ersten Weltkrieg nahe gelegte Reichstagskandidatur lehnt er ab, da er seinen Lebensmittelpunkt nicht von Hamburg weg verlagern möchte.
1915-1918 als Soldat Teilnahme am Ersten Weltkrieg. 1919-1933 Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft. 1925-1933 Mitglied des Senats, anfangs Bausenator, ab 1926 Polizeisenator. Sein politisches Interesse gilt auch der Bildungs- und Kulturpolitik.
März 1933 erzwungener Rücktritt von seinen politischen Ämtern, teilweise in "Schutzhaft".
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Hamburg maßgeblich am Wiederaufbau der Gewerkschaften und der SPD beteiligt. Sommer 1945 bis Herbst 1946 Senator und Stellvertretender Bürgermeister. 1946-1961 Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft, 1946-1960 deren Präsident. 1961 Rückzug aus der aktiven Politik.
Nachlass: Grossteil der älteren persönlichen Unterlagen Schönfelders während der Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg vernichtet; im Staatsarchiv der Freien und Hansestadt Hamburg lediglich ein kleiner Bestand zur Familie Schönfelder.
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