68er Dossier

"Wir hofften auf Freiräume"

2.4.2008
Gerd Poppe erlebt das Jahr 1968 in der DDR. Eingeschlossen in einem autoritären Staat bringt er der antiautoritären Studentenbewegung im Westen große Sympathie entgegen. Und der Prager Frühling weckt die Hoffnung auf Veränderungen auch in der DDR.

Gerd Poppe erlebt das Jahr 1968 in der DDR. Eingeschlossen in einem autoritären Staat bringt er der antiautoritären Studentenbewegung im Westen große Sympathie entgegen. Und der Prager Frühling weckt die Hoffnung auf Veränderungen auch in der DDR. (© 2008 Bundeszentrale für politische Bildung)

Gerd Poppe wurde 1941 in Rostock geboren. Er ist Vorstandsmitglied der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. In den 1960er Jahren studierte Gerd Poppe in der DDR Physik und arbeitete bis 1976 als Physiker. Schon damals engagiert er sich in oppositionellen Kreisen. Gerd Poppe beschreibt die Stimmung in der DDR im Frühjahr 1968: Auch wenn die Mao-Rufe der westdeutschen Studenten viele DDR-Bürger befremden, verfolgen sie - eingeschlossen in einem autoritären Staat - die antiautoritäre Rebellion im Westen mit großer Sympathie. Noch gespannter aber blicken die Menschen in Richtung Tschechoslowakei. Sie hoffen, dass die Reformen des "Prager Frühlings" sich auch auf ihr Land auswirken werden. Doch dann zerstört die gewaltsame Niederschlagung am 21. August 1968 diese Hoffnung. Gerd Poppe schreibt einen Protestbrief und gibt diesen in der tschechischen Botschaft in Ost-Berlin ab. Trotz Berufs- und Reiseverbot: Gerd Poppe bleibt der Bürgerrechtsbewegung treu. Er zählt zu den geistigen Vätern der friedlichen Revolution von 1989.

Das Interview führte Stephan Trinius; Länge: 7:50 min.



 

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