Daniel Cohn Bendit gemeinsam mit anderen Aktivisten auf einer Demonstration in Saarbrücken im Jahr 1968.

16.7.2008

"Die Hoffnung stirbt zuletzt"

Interview mit der Schriftstellerin Christa Wolf

Drei Jahre vor ihrem Tod sprach die 2011 verstorbene Schriftstellerin Christa Wolf mit der bpb über die einschneidende Bedeutung des Prager Frühlings und seine Niederschlagung. Sie beschreibt die unterschiedlichen Ansätze der 68er in Ost und West.



Christa Wolf wurde 1929 in Landsberg/Warthe geboren. Sie starb 2011 in Berlin. Die Schriftstellerin nahm in der DDR eine Sonderstellung ein. Von manchen als "Staatsdichterin" betitelt, war sie gleichzeitig Objekt der Stasi-Überwachung. Mit Romanen wie "Der geteilte Himmel" (1963) oder "Kassandra" (1983) eroberte sie sich in Ost- wie Westdeutschland ein großes Publikum. 1967 schrieb sie "Nachdenken über Christa T.", das die (zum Scheitern verurteilte) Selbstbehauptung des Individuums gegenüber der Gesellschaft thematisiert. Dementsprechend schwer hatte es das Buch, dem offiziell eine zu große Melancholie vorgeworfen wurde. Im Interview spricht Christa Wolf über die einschneidende Bedeutung des Prager Frühlings bzw. seine Niederschlagung, die Probleme bei der Veröffentlichung von "Christa T." und die unterschiedlichen Ansätze der 68er in Ost und West.

Länge: 8:05 min.


Dossier

Prag 1968

Vor 50 Jahren beendeten Kampftruppen aus der Sowjetunion, Bulgarien, Ungarn und Polen gewaltsam die reformkommunistische Bewegung des "Prager Frühlings" in der damaligen CSSR (den heutigen Ländern Tschechien und Slowakei). Damit machte die kommunistische Führung der Sowjetunion unmissverständlich deutlich, dass sie in ihren osteuropäischen Satellitenstaaten kein Abweichen von ihrem ideologischen und diktatorischen Kurs duldete.

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