Daniel Cohn Bendit gemeinsam mit anderen Aktivisten auf einer Demonstration in Saarbrücken im Jahr 1968.

16.7.2008

"Die Gesellschaft wurde plötzlich befragt von einer Kraft des Nutzlosen"

Interview mit dem Künstler Jochen Gerz

Der Künstler Jochen Gerz spricht über das Verhältnis der 68er-Revolte zur Kunst und über die Rolle, die 68 für seine künstlerische Entwicklung hatte: die Auseinandersetzung Deutschlands mit der eigenen Vergangenheit.



Jochen Gerz wurde 1940 in Berlin geboren und lebt in Irland. Der Künstler Gerz wendet sich in seinen Arbeiten an das Bewusstsein der Menschen. "Ich suche Autoren, keine Betrachter." So hat er für eine Auftragsarbeit des Bundesfinanzministeriums den Mitarbeitern die Frage gestellt: "Das Geld, die Liebe, der Tod, die Freiheit – was zählt am Ende?" Für seine neueste Arbeit im Auftrag von "RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas" wählte er drei Straßen in sozial schwachen Gebieten aus: "Ich erkläre diese Straßen für ein Jahr lang zur Ausstellung. Vielleicht verändern sie sich." In unserem Ausschnitt spricht er über das Verhältnis der 68er-Revolte zur Kunst und über die Rolle, die 68 für seine künstlerische Entwicklung hatte: die Auseinandersetzung Deutschlands mit der eigenen Vergangenheit.

Länge: 4:21 min.


Dossier

Prag 1968

Vor 50 Jahren beendeten Kampftruppen aus der Sowjetunion, Bulgarien, Ungarn und Polen gewaltsam die reformkommunistische Bewegung des "Prager Frühlings" in der damaligen CSSR (den heutigen Ländern Tschechien und Slowakei). Damit machte die kommunistische Führung der Sowjetunion unmissverständlich deutlich, dass sie in ihren osteuropäischen Satellitenstaaten kein Abweichen von ihrem ideologischen und diktatorischen Kurs duldete.

Mehr lesen

Online-Angebot

Kinofenster.de: We Want Sex

Nigel Coles Sozialkomödie erinnert an den Streik in Dagenham 1968, als erstmals in der britischen Geschichte Frauen für ihre Rechte kämpften. Kinofenster.de bietet passende filmpädagogische Begleitmaterialien für den Schulunterricht.

Mehr lesen auf kinofenster.de