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Daniel Cohn Bendit gemeinsam mit anderen Aktivisten auf einer Demonstration in Saarbrücken im Jahr 1968.

2.4.2008

Kurzer Sommer - lange Wirkung

Acht Protagonisten der 68er treffen sich im Jahr 2008 zu einem virtuellen Gespräch: Silvia Bovenschen, Daniel Cohn-Bendit, Martin Dannecker, Gretchen Dutschke-Klotz, Beate Klarsfeld, Barbara Köster, Bahman Nirumand und KD Wolff.

Silivia Bovenschen

Silvia Bovenschen wurde 1946 geboren. Sie studierte Literatur, Soziologie und Philosophie in Frankfurt/Main. 1968 trat sie in den SDS ein und war eine Mitbegründerin des ersten Weiberrates. 1977 promovierte sie mit einer Arbeit über die imaginierte Weiblichkeit in der Literatur. Silivia Bovenschen arbeitet als Essayistin und freie Schriftstellerin.

Daniel Cohn-Bendit

Daniel Cohn-Bendit wurde 1945 in Frankreich geboren und wuchs dort auf. Studium der Sozilogie in Nanterre. 1968 war er einer der prominentesten Sprecher der Pariser Mai-Revolution. Nach seiner Ausweisung aus Frankreich engagierte es sich in Deutschland in der APO. Im Jahr 1984 trat er in die Partei "Die Grünen" ein. 1994 wurde er ins Europäische Parlament gewählt und ist seit 2002 dort Co-Präsident der Grünen-Fraktion.

Martin Dannecker

Martin Dannecker wurde 1942 geboren. Er studierte Philisophie, Soziologie und Psychologie. 1974 wurde seine Studie "Der gewöhnliche Homosexuelle" publiziert. 1977 war er einer der Mitbegründer des Instituts für Sexualwissenschaften der Universität Frankfurt/Main. Er ist Redakteur und Herausgeber der Zeitschrift für Sexualforschung.

Gretchen Dutschke-Klotz

Gretchen Dutschke-Klotz wurde 1942 in den USA geboren. 1965 wurde sie die Lebensgefährtin von Rudi Dutschke und siedelte nach Deutschland um. 1966 heiratete sie Rudi Dutschke. Sie war eine Aktivistin im SDS und zeigte Engagement in der Frauenbewegung. Nach Rudi Dutschkes Tod kehrte sie 1979 in die USA zurück.

Beate Klarsfeld

Beate Klarsfeld wurde 1939 geboren. Sie unternahm öffentliche Aktionen zur Aufdeckung nationalsozialistischer Verbrechen und unbehelligt lebender Täter, darunter auch Politiker der BRD. Aus Protest gegen dessen frühere NSDAP-Mitgliedschaft gab sie 1968 dem damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger öffentlich eine Ohrfeige.

Barbara Köster

Barbara Köster wurde 1946 geboren. 1968 trat sie als Soziologie-Studentin in den SDS ein und beteiligte sich an der Besetzung des Instituts für Soziologie. Zudem war sie Mitglied des ersten Weiberrates. 1973 gründete sie eine Frauen-WG und war Mitglied des Frauenzentrums Frankfurt. Seit 1982 ist sie Mitarbeiterin in einer Frankfurter Frauenschule.

Bahman Nirumand

Bahman Nirumand wurde 1936 im Iran geboren. Er studierte in Deutschland Germanistik, Philosophie und Iranistik. Danach war er Dozent an der Universität in Teheran und als Journalist und Schriftsteller tätig. Aufgrund seiner Verfolgung durch das Schah-Regime floh er 1965 nach Deutschland. Durch zahlreiche seiner Publikationen nahm er großen Einfluss auf den Internationalismus der Studentenbewegung. 1979 kehrte er in den Iran zurück.

KD Wolff

KD Wolff wurde 1943 geboren. Er studierte Jura in Marburg, Freiburg und Frankfurt/Main. 1967/ 68 war er erster Vorsitzender des SDS und 1968/ 69 studentischer Senator der Universität Frankfurt. 1970 gründete er seinen Verlag Roter Stern. Neun Jahre später folgte die Gründung des Verlags Stroemfeld.

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