68er Dossier

Joachim Lautensack

Das Lebensgefühl junger Polizisten Anfang der 70er Jahre

2.4.2008
Joachim Lautensack begann seine Ausbildung zum Polizisten 1971. In Absperrlinien stand er Demonstranten gegenüber, die genauso jung waren wie er, auf die gleiche Musik abfuhren und sich gegen autoritäre Erzieher und verstaubte Werte auflehnten.

Der Zeitzeuge spricht über seine Erfahrungen bei der Polizei in der aufgeheizten Stimmung der 1970er Jahre. (© 2008 Bundeszentrale für politische Bildung)

Joachim Lautensack, Jahrgang 1955, begann seine Ausbildung zum Polizisten 1971 bei der Bereitschaftspolizei in Bruchsal. Polizeiausbildung Anfang der 70er Jahre hieß: Rödeln auf dem Kasernenhof, Strammstehen, Grüßen, Parieren - nach den ersten Tagen dachte Lautensack, er sei im falschen Film gelandet. Auch innerhalb der Polizei war die Kluft zwischen der alten Garde und der jungen Generation nicht zu übersehen.

Schon während der Ausbildung waren die Polizeianwärter häufig bei Demonstrationen eingesetzt. Lautensack verbindet mit dieser Zeit komische Eindrücke und gemischte Gefühle. In Absperrlinien stand er Demonstranten gegenüber, die genauso jung waren wie er, auf die gleiche Musik abfuhren und sich gegen autoritäre Erzieher und verstaubte Werte auflehnten. "Eigentlich", so sagt Lautensack rückblickend, "unterschieden wir uns gar nicht so sehr von unserem Gegenüber."



 

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