DDR-Demonstration, Ministerium für Staatssicherheit Stasi, Überwachungsmonitore
1 | 2 Pfeil rechts

Lehren und Lernen unter MfS-Kontrolle: Lähmung der Universitäten


7.2.2017
Während der Friedlichen Revolution 1989 spielten Hochschulen in der DDR nur eine geringe Rolle. Das hatte seinen Grund. SED und Stasi hatten die Universitäten "entschärft" und ein Klima der Angst erzeugt.

DDR-Demonstration, Ministerium für Staatssicherheit Stasi, Zwangsexmatrikulation, DDR-BildungssystemProtestpostkarte des Jenaer Studenten Roland Jahn nach dessen Zwangs-Exmatrikulation 1983 (© BStU, ASt. Gera, MfS, BV Gera, AU 724/83, GA Bd. 2 , S. 18)
Als allgegenwärtiges "Schwert und Schild" der Staatspartei SED spielte dieStasimit der Bespitzelung von Hochschulen und Universitäten eine Schlüsselrolle bei deren Unterordnung in das diktatorische Herrschaftssystem. Dabei ist grundsätzlich zwischen der Überwachung der Universitäten einerseits und andererseits der Zusammenarbeit einzelner Lehrender und Studierender mit diesem Geheimdienst zu unterscheiden.

PDF-Icon Durchführungsbestimmung: Stasi an Universitäten pdf

Wichtig war der Geheimpolizei der SED, die Universitäten als potenzielle Unruheherde wachen Geistes zu entschärfen. So hieß es in der Durchführungsanweisung Nr. 1 zur Dienstanweisung Nr. 4/66 des Ministeriums für Staatssicherheit vom 10. Januar 1968: "Die politisch-ideologische Einflussnahme des Gegners auf die studentische Jugend, die Schüler der Hoch-, Fach- und Erweiterten Oberschulen und den Lehrkörper ist systematisch zurückzudrängen. Die politisch schädlichen und andere nicht im staatlichen Interesse bestehenden Kontakte sind unter Kontrolle zu bringen und zu unterbinden."

An den Universitäten gab es sowohl eine Aufgabenteilung als auch eine Kooperation zwischen einzelnen Struktureinheiten der Staatssicherheit. Grundsätzlich war die Hauptverwaltung Aufklärung für die Auslandsspionage zuständig, während sich die "Abwehr", hier vor allem für die Universitäten die Hauptabteilung XX/3, mit den entsprechenden Abteilungen in den Bezirken der DDR, in Ost-Berlin sowie in den Kreisdienststellen vorrangig mit der Unterdrückung der inneren Opposition und der allgemeinen geheimpolizeilichen Lageeinschätzung beschäftigte. Nach einer Umstrukturierung wurde aus der für die Universitäten zuständigen Abteilung XX/3 die XX/8.

Die Werbung Inoffizieller Mitarbeiter, also von Spitzeln, für die Geheimpolizei zielte auf Professoren, Angestellte und Studenten der Bildungseinrichtungen. Dabei sollte wenn möglich nicht mit Erpressung gearbeitet werden, sondern es war beabsichtigt, dass sich die Inoffiziellen Mitarbeiter der Staatssicherheit aus "innerer Überzeugung" zur Verfügung stellen. Dazu zählte die Stasi ausgeprägte marxistisch-leninistische Überzeugungen, ein "wissenschaftlich fundiertes Feindbild" und "patriotische und demokratische Überzeugungen" im Sinne der SED. Dabei ist zu beachten, dass zu den Spitzeln nur wenige Frauen gehörten, dass "Nomenklaturkader" und hauptamtliche Mitarbeiter der SED nicht zu ihnen zählten und dass nicht jeder "Reisekader" automatisch ein Denunziant war.
Stasi, UniversitätenWichtig war es dem MfS, Studierende nicht nur im Rahmen des Lehrbetriebs, sondern auch in ihrer Freizeit unter Kontrolle zu halten. Ausschnitt aus einem Maßnahmeplan der Stasi-Abteilung XX für Universitäten im Norden der DDR vom 10. Juli 1989. (© BStU)

"Politisch-operatives Zusammenwirken" zwischen Unileitung und MfS



Neben der inoffiziellen Mitarbeit gab es auch eine strukturell bedingte und offizielle Zusammenarbeit bzw. Abstimmung der Schwerpunktaufgaben zwischen der Geheimpolizei und den SED- bzw. FDJ-Kreisleitungen, den Rektoren, Prorektoren, mit den Rektoraten für internationale Beziehungen, Forschung und Weiterbildung, den "Beauftragten für Sicherheit und Geheimnisschutz" der Universitäten und Hochschulen, die in der Regel offizielle Kontakte zum MfS unterhielten sowie den Leitern verschiedener universitärer Verwaltungseinrichtungen und der Universitätsarchive. So wurden die Kader- und Studentenakten der Personalabteilungen und aus den Archiven regelmäßig und komplikationslos dem MfS übergeben und die Direktorate für Bildung und Erziehung gaben Auskunft über Studierende.

Diese Zusammenarbeit betrachteten alle beteiligten Seiten als "Politisch-operatives Zusammenwirken" und als Normalität im politischen System der DDR. Die Kontakte waren nicht an die Zugehörigkeit zur Staatspartei gebunden und bei ihrer konkreten Organisation kam den "Sicherheitsbeauftragten" eine Schlüsselfunktion zwischen offiziellen bzw. inoffiziellen Strukturen der Geheimpolizei und den universitären Einrichtungen zu. Hier erfolgte die Abstimmung der offiziellen und inoffiziellen Systeme und sie legitimierten in ihren Räumlichkeiten die öffentliche Zusammenarbeit mit dem MfS.

Überwachung der Wissenschaft und Unterdrückung von Dissidenz



Die einzelnen Aufgabenfelder des MfS an Universitäten und Hochschulen unterteilen sich in die Arbeit für die Auslandsspionage, hier besonders die Industriespionage, die Überwachung von Gastwissenschaftlern und ausländischen Studenten an den DDR-Universitäten (in Leipzig etwa der Studenten des Herder-Institutes), den Einsatz und die Kontrolle von "Reisekadern", die Abschirmung der Forschung in der DDR gegenüber ausländischen Geheimdiensten, die Überwachung wissenschaftlicher Auslandsbeziehungen der DDR sowie in die Bespitzelung von Wissenschaftlern im Ausland.

Ein zweiter Arbeitsschwerpunkt war die Unterdrückung von Dissidenz und Opposition vor allem in der Studentenschaft und die Verhinderung von "Republikflucht" bzw. das Zurückdrängen von Ausreiseanträgen. Dazu kam die Kontrolle der Freizeitbereiche der Studenten und der christlichen Studentengemeinden.

Als drittes ermittelte das MfS unter anderem durch die "Sicherheitsüberprüfungen" Angaben über die Universitätsangehörigen, Informationen über die Situation an den Bildungseinrichtungen, über den Lehr- und Forschungsbetrieb für die SED-Führung, es nahm indirekt Einfluss auf die Personalentwicklung, besonders die Besetzung von Führungs- und Schlüsselpositionen, beeinflusste das wissenschaftliche und gesellschaftliche Leben der Universitäten, den Unterricht sowie Leitungsentscheidungen.

Ein viertes Arbeitsfeld war die Vergabe von Forschungsaufträgen, das Anfordern wissenschaftlich, politisch, kulturell oder rechtlich bedeutsamer Gutachten für die Staatssicherheit und für die Generalstaatsanwaltschaft sowie die Nutzung von Hochschulen als Reservoire für den offiziellen und inoffiziellen Nachwuchs der Geheimpolizei. In den Universitäten und Hochschulen standen den offiziellen Mitarbeitern der Staatssicherheit für die Erfüllung dieser Aufgaben jeweils mehrere Diensträume zur Verfügung. Beim Auslandseinsatz ging es um die Ausforschung ausländischer Kongressteilnehmer und Gastwissenschaftlern in der DDR, die Überwachung und Auswertung von im Ausland stattfindenden Kongressen, die Aufrechterhaltung der Verbindungen zu Agenten und deren Führungszentren im Ausland, das "Anschleusen" von Doppelagenten an westliche Geheimdienste sowie um die Agentenwerbung für die Hauptverwaltung Aufklärung in westlichen Staaten.

Dazu kamen die Beschaffung von wissenschaftlichen und technischen Informationen für die DDR-Wirtschaft und die Nationale Volksarmee, also Spionage, sowie der Einkauf von Gütern, die in der DDR nicht zu erhalten waren. Dem diente auch der Einsatz von "Reisekadern", also von Wissenschaftlern, die ins Ausland reisen durften, aus Universitäten und Hochschulen. Um dies zu ermöglichen, überprüfte und genehmigte das MfS die sogenannten "Reisekader", überwachte sie im Ausland und deckte sie gegen westliche Geheimdienste ab. Nach ihrer Rückkehr in die DDR wurden dann die Berichte der "Reisekader" für geheimpolizeiliche Zwecke vor allem der Hauptverwaltung Aufklärung ausgewertet und auch an die sowjetische Geheimpolizei KGB weitergegeben.

Unterdrückung von Opposition als "politisch-ideologischer Diversion"



Da die Führung der SED darauf bestand, jeglichen oppositionellen Ansatz in Forschung und Lehre als "politisch-ideologische Diversion" von Anfang an zu erkennen und zu unterdrücken, spitzelte die Staatssicherheit im Universitätsbetrieb mit vergleichsweise hohem Aufwand. Kritische oder oppositionelle Bestrebungen wurden konsequent unterdrückt, FDJ, SED und Stasi zogen hier an einem Strang. Strafmaßnahmen gegen Universitätsangehörige reichten von Ermahnungen, Disziplinarverfahren, Relegation von den Universitäten, "Bewährung in der Produktion" bis hin zu Verhaftungen und Verurteilungen durch DDR-Gerichte.

Die Grundlage für diese Verfolgungen waren "operative Vorgänge", die das MfS gegen "Verdächtige" oder Oppositionelle anlegte. Als Gründe für widerständiges Verhalten machte das MfS "mangelnde Wachsamkeit" bei der Immatrikulation, ungenügende Kontrolle und unzureichende Wirksamkeit der politisch-ideologischen Erziehungsarbeit aus. Zum Vorgehen gegen oppositionelle Studenten konnte der Einsatz sogenannter gesellschaftlicher Kräfte, in der Regel deren eigene Professoren und Lehrer, zählen. Auch die Bestrafung dieser Studenten wurde detailliert vorgeschrieben. Dabei war ein besonderer Schwerpunkt die Bekämpfung der Flucht aus der DDR nach dem Bau der Berliner Mauer und nach dem Abkommen von Helsinki das Zurückdrängen der Flut von Ausreiseanträgen aus der DDR.

Übertriebene Angst



Gleichzeitig zeichnete sich die SED durch eine übertriebene Angst vor dem Abfluss wissenschaftlichen Potentials und neuer Forschungsergebnisse aus. Inoffizielle Mitarbeiter überwachten so ihre eigenen Kollegen, erarbeiteten Einschätzungen der Bedeutung von Forschungsprojekten oder schätzten ein, ob bestimmte Wissenschaftler als "Sicherheitsrisiko" aus Forschungsvorhaben ausscheiden mussten oder gar entlassen wurden. Das wurde als Absicherung besonders von Forschungsschwerpunkten betrachtet und konsequent durchgesetzt.

Im Detail überwachte die Geheimpolizei unter anderem durch planmäßig durchgeführte "Sicherheitsüberprüfungen" die Studienbewerbungen und ermittelte die Zusammensetzung der studentischen Seminargruppen, analysierten die politischen Haltungen der Studenten, untersuchte deren Personalangaben und ihre wissenschaftlichen Arbeiten, ihre Verbindungen zu anderen Studenten, ihr Engagement in den Studentengemeinden und suchte immer wieder nach Hinweisen für oppositionelles Verhalten. Darüber hinaus gab es Vorschläge des MfS über die Ausgestaltung von Schwerpunkten der Forschung, der Ausbildung und medizinischen Betreuung. Diese wurden zur Umsetzung an die Universitätsleitungen weitergegeben. Gleichzeitig wurden aus den Informationen der Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes Berichte für die SED-Führung zusammengestellt.

Gezielte Vorauswahl von Studierenden



Die Überwachung der Personalentwicklung an den ostdeutschen Universitäten und Hochschulen erfolgte über offizielle Kontakte bzw. hauptamtliche Mitarbeiter, über getarnt arbeitende "Offiziere im besonderen Einsatz" und durch Inoffizielle Mitarbeiter. Die Zahl der hauptamtlichen Mitarbeiter der Staatssicherheit, die für die Universitäten eingesetzt waren, schwankte. In der Bezirksverwaltung Berlin, die für die Ost-Berliner Humboldt-Universität "zuständig" war, waren es 1986 15 operative Mitarbeiter, drei Offiziere im besonderen Einsatz und zwei hauptamtliche Führung-IM, die wiederum über mehr als 200 Inoffizielle Mitarbeiter verfügten. Die Vergleichszahlen sind für die Universität Jena acht hauptamtliche Mitarbeiter, in Halle waren es sieben, in Leipzig 13 und in Rostock 14 hauptamtliche Bedienstete der Staatssicherheit als Ansprechpartner für ca. 145 Inoffizielle Mitarbeiter im universitären Bereich der Hansestadt, deren Anzahl wuchs bis 1989 sogar auf 229.

IM, Stasi, Studenten, RostockZahl von IM an den Hochschulen im Norden der DDR in einer Aufstellung der Rostocker MfS-Abteilung XII vom 19. Juli 1989. Die meisten, 229 stellt die Abteilung XX zur Bekämpfung des politischen Untergrunds, zur Sicherung des Staatsapparates, der Kirchen und des Kulturbereichs, 8 stellt die Abteilung II (Spionageabwehr), 6 die Kreisdienststelle Rostock. Von den insgesamt 253 IM an der Uni Rostock betreuten 21 konspirative Wohnungen (KW) für Treffs von IM mit ihren Führungsoffizieren. (© Bürgerkomitee 15. Januar e.V.)
Mit besonderem Argwohn erfolgte die Kontrolle der personellen Entwicklung des akademischen Nachwuchses. Hier sollten in Fachgebieten wie Medizin, Kunst und Kultur, Gesellschaftswissenschaften und Massenmedien vorrangig Studenten immatrikuliert werden, die die SED-Diktatur unterstützten. Bei Rechtswissenschaften war die Zustimmung des MfS zu einem Studium eine Voraussetzung. Nach der Immatrikulation folgte die Einflussnahme auf Dissertationsthemen, Berufungen, Ehrenpromotionen, Auszeichnungen und auf andere Personalfragen.

Ziel aller dieser Maßnahmen war es, Studenten und Lehrende zu entmündigen und zur SED-Hörigkeit zu erziehen. Das blieb nicht ohne Erfolg – im entgegengesetzten Fall drohten Berufsverbot und sogar auch Haft. Dies konnte dann der Fall sein, wenn es der Geheimpolizei gelang, auf Grund der Informationen ihrer Spitzel Tatbestände wie "staatsfeindliche Hetze", "staatsfeindliche Gruppenbildung" oder "landesverräterische Nachrichtenübermittlung" zu konstruieren.

Parteiliche Gutachten für MfS und Justiz



Auf dem vierten Aufgabenfeld ist auszumachen, dass Mitarbeiter von Universitäten und Hochschulen – aber auch von anderen wissenschaftlichen bzw. kulturellen Einrichtungen – die Geheimpolizei durch die Erstellung von Gutachten unterstützten. Darin hieß es etwa, dass kritische Schriftsteller Texte mit "Verleumdung und Diffamierung" der DDR schrieben oder zum Widerstand gegen die Diktatur "aufwiegelten". Dazu kamen Gutachten für die Justiz zur Kriminalisierung oppositioneller Gruppierungen, die Analyse von Unterlagen, die die Spionage im Ausland besorgt hatte und die rechtliche Einschätzung kirchlichen Handelns. Eine besondere Rolle spielten hier die Sektionen Rechtswissenschaften und Kriminalistik an der Ost-Berliner Humboldt-Universität, die sowohl dem MfS als auch dem Ministerium des Innern als "Kaderschmieden" dienten.

Nach Rekrutierung Erziehung zum Hass auf den Feind



Die Gewinnung hauptamtlicher und inoffizieller Mitarbeiter für das Ministerium für Staatssicherheit begann schon an den Oberschulen und setzte sich an den höheren Bildungseinrichtungen massiv fort. Dabei war es nicht möglich, sich um eine Mitarbeit bei der Geheimpolizei selbst zu bewerben, sondern diese wählten ihre potentiellen Mitarbeiter selbst aus und warben diese nach mehreren Überprüfungen auf ihre "Zuverlässigkeit" an. Grundsätzlich sollten diese Mitarbeiter auf der Grundlage einer "positiven Entscheidung" bzw. "politischer Überzeugung" gewonnen werden und nach einer erfolgreichen Werbung trat die Erziehung zum Hass auf den "Feind" in den Mittelpunkt. Werbung von Inoffiziellen Mitarbeitern durch Erpressung war selten und genauso selten versuchten Spitzel, ihre Denunziationstätigkeit selbstständig zu beenden. So ging die Beendigung der Spitzeltätigkeit in der Regel vom MfS aus, wobei "Dekonspiration", Aufstieg eines Denunzianten in der SED-Hierarchie oder "Perspektivlosigkeit" seines Einsatzes die Gründe sein konnten.

Die Tätigkeit der Inoffiziellen Mitarbeiter an Universitäten und Hochschulen wurde materiell kaum entlohnt, es gab allerdings verschiedentlich kleine Geschenke oder konspirative Auszeichnungen, etwa mit Verdienstmedaillen. Das schließt jedoch nicht aus, dass sich viele Inoffizielle Mitarbeiter durch ihre Tätigkeit persönliche Vorteile bei der Erklimmung der Karriereleiter, dem Erwerb des begehrten "Reisekaderstatus" oder bei der Ausschaltung unliebsamer Kollegen versprachen. Andere spitzelten in der Überzeugung, einer guten Sache zu dienen, wurden von dem Wunsch nach Anerkennung angetrieben oder sahen die Spitzeltätigkeit einfach nur als eine Facette ihrer "gesellschaftlichen Arbeit".

Vergiftete Atmosphäre



Gleichzeitig verbreitete die Spitzel-Tätigkeit an den Universitäten und Hochschulen eine Atmosphäre von Angst und Misstrauen, viele Wahrheiten wurden verschwiegen und Halbwahrheiten bzw. Lügen traten an ihre Stelle. Diese vergiftete Atmosphäre wirkte an ostdeutschen höheren Bildungseinrichtungen auch noch geraume Zeit nach Friedlicher Revolution und Wiedervereinigung weiter. Dabei darf auch nicht übersehen werden, dass es auch immer wieder unaufgeforderte Denunziationen zur Erlangung persönlicher Vorteile oder aus politischer Überzeugung gegeben hatte.

An den Lehranstalten waren die inoffiziellen Spitzel breit über alle Bereiche gestreut: das ging von den Leitungen der Einrichtungen, über die Hochschullehrer, Ärzte, wissenschaftliche Mitarbeiter, die Verwaltung, die technischen Angestellten bis zu in- und ausländische Studenten. Dabei konzentrierte sich die Staatssicherheit auf Schlüsselpositionen. Die Inoffiziellen Mitarbeiter sollten dabei nicht nur ein bestimmtes Sachgebiet "bearbeiten", sondern sie wurden äußerst flexibel eingesetzt. Dazu gehörten Berichte über die politische Stimmung unter den Studenten, über kritische Äußerungen, Westkontakte, christliche Bindungen, über die Meinung universitärer Kollegen und über deren Persönlichkeit bzw. ihr Privatleben.

Zum Nachlesen: PDF-Icon PDF IMs unter Studierenden im Bezirk Rostock. Ein MfS-Überblick aus dem Jahr 1989

Unter den Verwaltungsangestellten waren für das MfS besonders solche in aktenführenden Stellungen in den Verwaltungen, den Archiven, Wohnheimen und in den Vervielfältigungsstellen interessant. Die Inoffiziellen Mitarbeiter sind in die Gruppen Gesellschaftliche Mitarbeiter für Sicherheit (GMS), Inoffizielle Mitarbeiter für Sicherheit (IMS), Inoffizielle Mitarbeiter mit Feindberührung (IMB) und Inoffizielle Mitarbeiter, die ihre Wohnung, ihre Adresse oder ihrer Telefonnummer zur Verfügung stellten, einzuteilen. Dazu kamen Hauptamtliche Inoffizielle Mitarbeiter (HIM), Inoffizielle Mitarbeiter für besonderen Einsatz (IME) und Inoffizielle Mitarbeiter mit besonderem Vertrauensverhältnis (IMV).

Bei der Werbung von studentischen Inoffiziellen Mitarbeitern war die Staatssicherheit besonders an Studenten der Fachrichtungen Germanistik, Gesellschaftswissenschaften, Pädagogik, Medizin, Kunst/Kultur und Theologie interessiert. Ihre Aufgaben bestanden in der Überwachung ihres akademischen Umfeldes und der Kontrolle der Lehrenden und ihrer Kommilitonen. Besonders Liebesbeziehungen zwischen ostdeutschen und ausländischen Studenten wurden zum einen bekämpft, zum anderen sollten sie geheimpolizeilich genutzt werden. Im Zentrum geheimpolizeilicher Bespitzelung standen neben den Studentenheimen auch Studentenklubs, studentische Freizeitaktivitäten und universitäre Festakte.

"Absicherung" von Hochtechnologie, Mikroelektronik und Biotechnologie



Bei den Wissenschaftlern waren die Schwerpunkte anders gesetzt. Hier ging es bei der "Absicherung" von Forschungsschwerpunkten in der DDR um hochkarätige Forscher und solche in Schlüsselpositionen. Von zentraler Bedeutung waren dabei nicht die Gesellschafts- und Geisteswissenschaften, sondern Bereiche der Hochtechnologie wie Mikroelektronik, Biotechnologie, physikalische Forschung, Chemie, Kernforschung und Strahlenschutz sowie medizinische Bereiche wie AIDS-Forschung und Organtransplantation. Dazu kamen Friedensforschung, Theologie, Literatur- und Kunstwissenschaft sowie die jeweiligen Rechenzentren.

Weiterhin gab es universitätsspezifische Schwerpunkte der Geheimpolizei wie etwa die Journalistenausbildung oder das Herder-Institut mit seinen ausländischen Studenten in Leipzig oder in Jena die Hochtechnologie im Zusammenhang mit dem Kombinat Carl Zeiss Jena. In Jena waren auch das Zentralinstitut für Mikrobiologie und das Teilinstitut für Magnetische Werkstoffe im Focus der Geheimpolizei. Für die Leipziger Universität gilt das auch für die Sektionen Kulturwissenschaft/Germanistik und Philosophie/Wissenschaftlicher Kommunismus sowie Diät-Wirkstoffe, Wasseraufbereitung und Eiweißforschung.

In den 70er Jahren flächendeckende Überwachung erreicht



Um die Aufgaben besonders der Spionage zu erfüllen, waren Studenten ungeeignet, so dass deren Werbung in den 1980er Jahren zurückging, während die Aufmerksamkeit der Geheimpolizei immer mehr international bekannten Wissenschaftlern galt. Nach der Phase der brutalen Unterdrückung mit zahlreichen Verhaftungen und Verurteilungen Oppositioneller in den 1950er und 1960er Jahren war in den 1970er Jahren eine "flächendeckende Überwachung" der Universitäten und Hochschulen erreicht. Die Geheimpolizei hatte die Arbeit ihrer Mitarbeiter professionalisiert und das Bildungsniveau ihrer hauptamtlichen Offiziere erhöht. Als geheimpolizeiliche Unterwanderungsmethode setzte das MfS zunehmend auf "Zersetzung", das heißt auf die systematische Diskreditierung des öffentlichen Rufes sowie die systematische Organisation von beruflichen oder gesellschaftlichen Misserfolgen wirklicher oder vermeintlicher Gegner der Diktatur.

Wenn auch die Zahl besonders studentischer Inoffiziellen Mitarbeiter in der Endphase der Diktatur zurückging, waren die Beziehungen zwischen der Geheimpolizei und den Universitäten bzw. Hochschulen so eng wie sonst wohl nur bei Volkspolizei und Nationaler Volksarmee. Problematisch war für den Staatssicherheitsdienst vielmehr, dass er die Masse der Informationen kaum noch bewältigen konnte. Insgesamt erhöhte sich im Laufe der vierzig Jahre Geschichte der zweiten deutschen Diktatur die Zahl der Mitarbeiter der Geheimpolizei an den ostdeutschen Universitäten und Hochschulen und gleichzeitig verringerte sich das Oppositionspotential dort auf ein kaum mehr wahrnehmbares Maß.

In den 80er Jahren auf Linie gebracht



Durch die hohe Systemhörigkeit von Lehrenden und Studierenden waren für die Staatssicherheit in den 1980er Jahren nicht mehr solche brutalen Maßnahmen nötig wie bei der Unterdrückung politischer Opposition in den 1950er und 1960er Jahren. So dominierten in den letzten Jahren der staatlichen Existenz der DDR die Gewährung von Privilegien für die Etablierten und damit die Schaffung einer akademischen Zweiklassengesellschaft. Die intensive Kontrolle der Stasi über die Universitäten in der DDR wurde 1989/90 auch nach Außen deutlich. Die weitgehend angepassten Universitäten und Hochschulen spielten in der Friedlichen Revolution bezeichnender Weise nur eine marginale Rolle, auch wenn die Unruhe dort zunehmend wuchs, aber oft noch "von gesellschaftlichen Kräften" unter Kontrolle gehalten und "neutralisiert" werden konnte, wie eingehende Berichte beim MfS im Herbst 1989 beschreiben.

Zum Nachlesen: PDF-Icon MfS-Informationen vor allem aus universitären Einrichtungen der DDR im Herbst 1989, dokumentiert vom Zentralen Operativstab (ZOS) im Lagezentrum des Ministeriums für Staatssicherheit pdf

Zwar bezeichnete die Stasi die Situation 1989 an den Hochschulen als "stabil", musste aber auch registrieren, dass, wer aneckte, schneller von sich aus resignierte, also gar nicht mehr rebellierte. In Folge stieg die Zahl der Ausreiseantragsteller aus dem universitären Lehrbetrieb stetig an.

Zum Nachlesen: PDF-Icon "Stabile Lage". Protokoll einer Dienstberatung in der Hauptabteilung XX/8 des MfS im Bezirk Rostock vom 15. Juni 1989. Die politisch-operative Lage an den Universitäten der DDR wird stabil eingeschätzt, allerdings haben 927 Hochschullehrer einen Antrag auf Ausreise gestellt, davon 60 Prozent jünger als 40. pdf
Humboldt-Uni, Stasi, 11.10.2017Spätes Engagement. Am 12.10.1089 hält ein MfS-Tagesprotokoll fest, dass am Vortag Studierende der Ostberliner Humboldt-Universität von 12 bis 13.30 zu stummen Protest vor der Universität aufgerufen hatten. Laut Protokoll wurde es "durch aktives Handeln gesellschaftlicher Kräfte weitgehend neutralisiert". (© BStU, MfS, SED-KL, 1868, S.11)

Mehr zum Tema: Stasi - was war das? Und: "Einmal Stasi - immer Stasi?" Der Berliner Fall Holm.


Creative Commons License Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht. by-nc-nd/3.0/
Der Name des Autors/Rechteinhabers soll wie folgt genannt werden: by-nc-nd/3.0/
Autor: Prof. Rainer Eckert für bpb.de
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.

 
Logo, Spiegel-TV

Eine Zeitreise zurück in den Überwachungsstaat

Reportagen von SPIEGEL-TV über das MfS und dessen Aufarbeitung. Die Auswahl wird im Lauf des Jahres 2017 kontinuierlich erweitert. Weiter... 

"Feindbilder" - Videos für den Unterricht

Die bpb-Dokumentation „FEINDBILDER“ zeigt in 12 Kapiteln umfangreiches Originalmaterial aus den Bild- und Videoarchiven der DDR-Staatssicherheit, eingeordnet von Zeitzeugen. Weiter... 

Die Luftaufnahme des US-Verteidungsministeriums zeigt das Entladen sowjetischer Raketen im Hafen von Mariel auf Kuba, 5. November 1962.Hintergrund-Dossier

Der Kalte Krieg

Auch die Stasi gilt als ein Kind des "Kalten Kriegs". Der Begriff bezeichnet die spannungsreiche Konfrontation der Siegermächte des Zweiten Weltkriegs nach 1945. Ihr "kalter" Konflikt und Systemwettstreit wurde mit Propaganda, Spionage, lokalen "Stellvertreterkriegen" sowie gegenseitiger Hochrüstung ausgetragen. Weiter... 

Stasi kinderleicht erklärt

Was es mit der Staatssicherheit auf sich hatte, erklären die ZDF-Kindernachrichten logo! Deutschland war von 1949 bis 1990 geteilt in zwei Staaten: die BRD und die DDR. In der DDR wurden Menschen überwacht und eingeschüchtert von einer Geheimpolizei - der "Stasi". Ihr halfen viele Menschen, die bereitwillig über andere "petzten". Mehr im logo-Trickfilm Weiter... 

jugendopposition.deOnline-Angebot von bpb & Havemann-Gesellschaft

jugendopposition.de

Wie wehrten sich junge Menschen in der DDR mit Mut & Musik gegen Stasi und SED-Diktatur? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Videos, Fotos und Dokumenten. Weiter... 

Stasi-Dokumente online

Neugierig auf originale Stasi-Akten? Die Stasi-Unterlagen-Behörde (BStU) bietet in ihrer Mediathek ausgewählte Dokumente zum Stöbern an. Weiter... 

Die Auflösung der Stasi in ARD-Berichten

30 Beiträge aus dem ARD-Fernsehmagazin KONTRASTE über die Arbeit der Stasi, die Stimmung in der DDR im Vorfeld der Friedlichen Revolution 1989 und die Versuche des MfS im Jahr 1990, Spitzel-Spuren zu verwischen. Weiter... 

Menschen im Visier

Vier DDR-Bürger, die Opfer der Stasi wurden, beispielhaft portraitiert von der Wochenzeitung "Die Zeit" Weiter... 

Cover, DVD, Hauswald, StasiMediathek

Radfahrer - Ein Interview mit Harald Hauswald

Ein dokumentarischer Fotofilm von Marc Thümmler über den systemkritischen Berliner Fotografen Harald Hauswald, unterlegt mit Texten aus Stasi-Akten über ihn. Sie belegen, wie das "Subjekt Hauswald" der Stasi aus der Kontrolle gerät. Weiter... 

Überwachung in der Gegenwart

01

JAN
18. November 2016 - New York, USA. Video-Monitore zeigen die Live-Aufnahmen von Kameras in der Nähe des Trump Towers.

Sensible Daten - Die Kunst der Überwachung

Audio-Dokumentation einer Konferenz über aktuelle Fragen digitaler Überwachung. Veranstalter im Januar 2017 waren Münchener Kammerspiele, Goethe-Institut New York und bpb. Zugeschaltet war u.a. Edward Snowden. Eine Fortsetzung ist in Berlin geplant. Weiter...

Leiterbahnen auf einer Computerplatine.Dossier

Datenschutz

Was bedeutet Datenschutz? Wie ist er gesetzlich geregelt? Was steckt hinter den Begriffen informationelle Selbstbestimmung und Privatsphäre? Wie können persönliche Daten im Internet geschützt werden? Das Online-Dossier Datenschutz klärt über Hintergründe auf und gibt praktische Handlungsanleitungen zum Thema. Weiter... 

Aktuelle Debatte: Brauchen wir mehr Vorratsdatenspeicherung?

Ist die digitale Vorratsdatenspeicherung (VDS) ein Schritt hin zur Massenüberwachung a la Stasi? Oder nur ein notwendiges Ermittlungswerkzeug zur effektiveren Terrorismusbekämpfung? Diskutieren Sie mit auf netzdebatte.bpb.de Weiter... 

blaue PlatineAus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 11–12/2015)

Big Data

Jeder Klick, jeder Schritt, jeder Pulsschlag lässt sich heute dokumentieren. Die schiere Menge der Daten und der damit verbundenen Optionen, diese für verschiedenste Zwecke zu nutzen, beschreibt das Schlagwort "Big Data". Mit ihm verbinden sich gleichermaßen Hoffnungen und Befürchtungen. Weiter... 

Der Tag in der Geschichte

  • 12. Dezember 1973
    Nach dem Arbeitssicherheitsgesetz sind Arbeitgeber verpflichtet, Betriebsärzte und Sicherheitsfachkräfte einzustellen. Sie sind für den Arbeits-und Gesundheitsschutz und die Unfallverhütung zuständig. - Mit Erlass vom 15. 12. 1971 war in Dortmund die... Weiter
  • 12. Dezember 1974
    Die Swing-Regelung vom 6. 12. 1968 wird verlängert, der Überziehungskredit jedoch begrenzt auf maximal 850 Millionen Rechnungseinheiten. - Als Gegenleistung sagt die DDR Verbesserungen im Besucher-und Reiseverkehr zu. Weiter
  • 12. Dezember 1979
    NATO-Doppelbeschluss: Der NATO-Rat beschließt in Brüssel, moderne atomare Mittelstreckenraketen in Europa zu stationieren. Dieser Nachrüstungsbeschluss, der auf heftige Kritik der Staaten des Warschauer Pakts stößt, wird auf Initiative der BRD mit konkreten... Weiter
  • 12./13. Dezember 1997
    EU-Osterweiterung: Auf ihrem Gipfeltreffen in Luxemburg beschließt die EU, mit Estland, Polen, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern bilaterale Beitrittsverhandlungen aufzunehmen. Bulgarien, Lettland, Litauen, die Slowakei und Rumänien gehören zur zweiten... Weiter
  • 11./12. Dezember 1992
    Der EG-Gipfel in Edinburgh regelt die Sitzverteilung im Europäischen Parlament (EP) neu: Die Gesamtzahl der Abgeordneten steigt nach demographischen Quoten von 518 auf 567. Das vereinte Deutschland erhält 18 Mandate mehr: 99 statt 81. Bis zur nächsten... Weiter
Stacheldrahtsperre in der Bernauer Straße: Volkspolizisten halten Ost-Berliner in Schach, 13. August 1961Online-Angebot

Chronik der Mauer

28 Jahre war die Berliner Mauer Symbol der deutschen Teilung und des Kalten Krieges. In zeitlicher Abfolge werden Ursachen, Verlauf und Folgen von Mauerbau und Mauerfall durch Texte, Film- und Tonmaterial, Fotos und Zeitzeugeninterviews dargestellt. Weiter... 

Eine Videoprojektion ist am Sonntag (03.Oktober 2010) am Reichstag in Berlin zur Feier anlässlich des 20. Jahrestages der Deutschen Einheit zu sehen.

Deutschland Archiv

"Deutschland Archiv Online" bietet wissenschaftlich fundierte, allgemein verständliche Beiträge zur gemeinsamen deutschen Nachkriegsgeschichte und ihrer Aufarbeitung, zum deutschen Einigungsprozess im europäischen Kontext sowie zur Erinnerungs- und Gedenkkultur. Weiter... 

Denkmal für die Berliner MauerWeitere Dossiers der bpb

Deutsche Einheit

Infopakete zu den Themen: Der Hauptstadtbeschluss 1991, Deutsche Teilung - Deutsche Einheit und der lange Weg dorthin, 17. Juni 1953 u.a.m. Weiter... 

Coverbild Momentaufnahmen 1989/1990. Amateurfilme aus der Sammlung „Wir waren so frei...“DVD-Video/DVD-ROM (Hybrid)

Momentaufnahmen 1989/1990. Amateurfilme und Fotos aus der Sammlung "Wir waren so frei..."

Im kollektiven Gedächtnis vieler Deutscher sind die Fotos und Fernsehbilder von der Friedlichen Revolution 1989/90. Abseits der offiziellen Bilder präsentiert diese DVD neun Amateurfilme mit einer persönlichen Sicht auf die Umbruchszeit. Diese DVD kann hier bestellt werden. Ergänzend stehen online zahlreiche Amateurfotos aus dem Herbst 1989 in der DDR kostenlos für die Nutzung im Unterricht zur Verfügung. Unter https://www.wir-waren-so-frei.de/ . Weiter... 

Coverbild fluter Propagandafluter (Nr. 63/2017)

Propaganda

Fake News und postfaktisch: Das sind zwei Schlagwörter, die für eine bedenkliche Entwicklung stehen. Einerseits wird klassischen Medien vorgeworfen, zu lügen - andererseits werden im Internet Gerüchte verbreitet, die Menschen beschädigen oder sogar Wahlen beeinflussen. Ein Heft zum Thema Propaganda. Weiter... 

Veranstaltungskalender

Dezember 2017 / Januar 2018

11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31
01 02 03 04 05 06 07
08 09 10 11 12 13 14

Die bpb in Social Media