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"Stolpersteine" des Künstlers Gunter Demnig.

Geschichte und Erinnerung

Kann man von Bombenkrieg und Vertreibung reden, ohne in falsches Aufrechnen zu verfallen? Wie sollen wir uns erinnern? Die Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus bildet den Kern nachkriegsdeutscher Identität. Sie definiert unser Verhältnis zu uns selbst und unseren Nachbarn, trennt und vereint Generationen.

Aleida Assmann

Aleida Assmann

Video-Interview: Der 8. Mai als europäisches Datum

Was wird erinnert? Und wie kann der Einzelne teilhaben am kulturellen Gedächtnis ? Aleida Assmann meint: Vor allem Gedenktage bieten dazu die Möglichkeit. Im 8. Mai sieht sie ein europäisches Datum: einen Tag, an dem man sich trifft und die individuellen, partikularen Erfahrungsgedächtnisse kombinieren kann mit einer gemeinsamen Vision für die Zukunft. Weiter...

Raul Hilberg

Raul Hilberg

Video-Inteview: Rückblick auf die Holocaustforschung

Er war ein Pionier auf seinem Gebiet: Mit dem Werk "Die Vernichtung der europäischen Juden" legte Raul Hilberg den Grundstein für eine intensive Erforschung des Holocaust. Seinen letzen Vortrag hielt er am 11. Dezember 2006 auf der bpb-Konferenz "Der Holocaust im transnationalen Gedächtnis". Weiter...

Schwarz-Weiß-Foto: Adolf Eichmann, der ehemalige deutsche SS-Offizier, stehend in einer kugelsicheren Glas-Box vor Gericht in Jerusalem. Der während des Nationalsozialismus für die Ermordung von schätzungsweise sechs Millionen Juden zentral mitverantwortliche Eichmann konnte nach Ende des Zweiten Weltkrieges untertauchen und nach Südamerika flüchten, wurde dort jedoch vom israelischen Geheimdienst gekidnappt und nach Israel gebracht. Dort wurde er vor Gericht gestellt und anschließend am 31. Mai 1962 zum Tode verurteilt.

Hans Mommsen

Forschungskontroversen zum Nationalsozialismus

In den Forschungen zum NS hat eine Schwerpunktverschiebung zur Analyse des Holocaust und zur Täterforschung stattgefunden. Dabei rückt das Verhältnis von weltanschaulichen und strukturellen Faktoren in den Vordergrund. Weiter...

Briefmarkenblock zum Jahrestag des 20. Juli.

Peter Steinbach

Der 20. Juli 1944 - mehr als ein Tag der Besinnung und Verpflichtung

Sie waren "das andere Deutschland", das gute: Die Attentäter des 20. Juli gehören fest zu unserem Selbstbild. Sie gelten als Vorkämpfer der freiheitlichen Demokratie. Die wirklichen Menschen in ihren Konflikten gehen unter diesem Bild verloren. Dafür zeigt es beispielhaft die Instrumentalisierung der Erinnerung an den Widerstand. Weiter...

Ein/-e Wissenschaftler/-in bereitet das am häufigsten veröffentlichte Foto von Anne Frank für eine Ausstellung im Holocaust Museum Houston vor. Es wird mit einer Bildunterschrift auf einem Hintergrund angeordnet. Das Foto ist eines von Dutzenden Aufnahmen aus dem Album der Familie Frank, die auf der Ausstellung des Museums von 05. August bis zum 31. Dezember 2004 zu sehen waren. Das nach Ende des Zweiten Weltkriegs veröffentlichte Tagebuch der Anne Frank machte sie zu dem wohl bekanntesten der fast 6 Millionen Opfer des nationalsozialistischen Völkermords.

Harald Welzer

Die Deutschen und ihr "Drittes Reich"

Das Wissen über die verbrecherische Behandlung der Juden war im Vorfeld des Massenmordes weit verbreitet. Und manches deutet darauf hin, dass die Judenverfolgung die Zustimmungsbereitschaft zum Nationalsozialismus förderte. Weiter...

Opfer der Zwangsumsiedlung: Die Habe der deutschen Einwohner eines Dorfes bei Oppeln in Schlesien ist auf zwei Anhänger verladen, um zum Bahnhof gebracht zu werden; auf dem Wagen kontrolliert ein polnischer Offizier die Gepäckstücke, ca. 1945.

Helga Hirsch

Kollektive Erinnerung im Wandel

Die Rede von "deutschen Opfern" war in Deutschland lange Zeit Tabu. Bis Mitte der 1990er: Mit einem Mal handelten zahllose Romane, Filme und Feuilletons von Bombenkrieg und Verteibung. Helga Hirsch fragt nach den Ursachen und Folgen und erzählt die Geschichte der Vertriebenen in Deutschland. Weiter...

Eine june Frau betrachtet bei einer Vorbesichtigung für die Presse in der umstrittenen Ausstellung "Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944" am 11. April 1997 in der Paulskirche in Frankfurt am Main Fotos von Hinrichtungsopfern. Die Ausstellung ist vom 14. April bis zum 20. Mai 1997 hier zu sehen.

Ute Frevert

Der jüngste Erinnerungsboom in der Kritik

Die deutsche Erinnerung an den Nationalsozialismus hat selbst eine Geschichte. Sie beginnt mit der kollektiven "Entschuldung" in BRD und DDR. Auf die allmähliche Anerkennung der kollektiven Verantwortung folgt heute ein kommerzieller Gedächtnisboom. Aber wie könnte ein angemessenes Erinnern aussehen? Weiter...

Fotografien von ehemaligen jüdischen Häftlingen im Konzentrationslager Auschwitz in Häftlingskleidung, an einer Wand der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem zusammengestellt.

Dan Bar-On

Die Erinnerung an den Holocaust in Israel und Deutschland

Nach 1945 mieden Israelis und Deutsche zunächst die Erinnerung an den Holocaust. Heute wird sie hier wie dort öffentlich betrieben – und instrumentalisiert. Am Beispiel des Palästinenser-Konfliktes erläutert Dan Bar-On die politischen und privaten Strategien des Erinnerns und Vergessens. Weiter...

Schwarz-Weiß-Foto: Eine Gruppe von Juden, darunter ein kleiner Junge, wird  von bewaffneten deutschen Soldaten am 19. April 1943 mit erhobenen Händen aus dem Warschauer Ghetto geführt. Das Bild gehörte zu einem Bericht von SS-General Stroop an seinen Kommandeur und wurde als Beweis in den Kriegsverbrecherprozessen in Nürnberg im Jahr 1945 eingeführt. Die französische Zeitung "Le Figaro" berichtete am 23. Mai 1998, dass Tsvi Nussbaum, ein in Palästina geborener und heute in New York lebender Mann, vermutlich der Junge mit den erhobenen Händen sei.

Adam Krzeminski

Die schwierige deutsch-polnische Vergangenheitspolitik

Polen war das erste Opfer der deutschen Agression, das sich zur Wehr setzte. Bis heute beobachtet man dort den deutschen Umgang mit dem Zweiten Weltkrieg besonders sensibel. So löste das in Deutschland geplante "Zentrum gegen Vertreibungen" großen Protest aus. Der Publizist Adam Krzeminski erläutert die Hintergründe. Weiter...

Adolf Hitler posiert am 23. Juni 1940, einen Tag nach der formellen Kapitulation Frankreichs, in Paris vor dem Eiffelturm. Neben ihm: Albert Speer, Reichsminister für Bewaffnung und Munition und Hitlers Chefarchitekt, links, und Arno Breker, Professor für Bildende Kunst in Berlin und Hitlers Lieblings-Bildhauer.

Ulrich Pfeil

"Nicht alle Deutschen haben ein Herz aus Stein"

Gab es überhaupt deutsche Widerstandskämpfer? Jahrzehnte taten sich die Menschen in Frankreich mit dieser Vorstellung schwer. Zu sehr definierten sie sich selbst über die eigene Résistance. Erst heute finden beide Länder zu einer Geschichte eines gemeinsamen Widerstands. Weiter...

66 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald legen ehemalige Häftlinge Blumen in Gedenken an die Opfer nieder.

Saul Friedländer

Eine integrierte Geschichte des Holocaust

Eine integrierte Geschichte des Holocaust ist notwendig, weil sie sich nicht auf deutsche Maßnahmen beschränken darf, meint Saul Friedländer. Und weil jüdische Wahrnehmungen ein untrennbarer Bestandteil dieser komplexen Geschichte waren. Weiter...

Schienen im ehemaligen Nazi-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau am 17 Januar 2005 im heutigen südlichen Polen. Schätzungsweise 600.000 Menschen besuchen das Lager jedes Jahr um zu lernen oder zu trauern; die große Mehrheit bewegt sich ruhig und in einem Geist der Ehrfurcht auf dem Komplex. Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau war das größte deutsche Vernichtungslager während der Zeit des Nationalsozialismus.

Jochen Fischer / Hans Karl Rupp

Deutsche Vereinigung und NS-Vergangenheit

Wie ist die Beziehung von Auschwitz zur deutschen Vereinigung? Wie hat sich das Syndrom des Antisemitismus im vereinigten Deutschland entwickelt? Auch im 21. Jahrhundert sind ethnische Minderheiten in Deutschland immer wieder gefährdet. Repräsentativumfragen beweisen aber: Es gibt in Ost und West eine breite und dauerhafte Ablehnung antisemitischer Vorurteile. Weiter...

Die Berliner Mauer verläuft einen Hügel am abgelegenen West-Berliner Bezirk Spandau entlang.

Richard J. Evans

Zwei deutsche Diktaturen im 20. Jahrhundert?*

Seit der Wiedervereinigung wird das SED-Regime mit dem Nationalsozialismus verglichen, meist in moralischem Ton und aus politischen Interessen. Der Historiker Richard J. Evans wägt selber ab: Sicher waren beide Regimes Diktaturen; aber sie waren nicht beide deutsch. Weiter...

Im Konzentrationslager Buchenwald in der Nähe von Weimar verhöhnte er als Propagandaspruch die Opfer des NS-Regimes: "Jedem das Seine" war dort in das Tor des Haupteingangs eingeschmiedet.

Annette Leo

Keine gemeinsame Erinnerung

Die "Mauer in den Köpfen" trennt auch die Erinnerungen an den Nationalsozialismus. Der ostdeutsche Staat sah sich als Erbe des kommunistischen Widerstands. Im Westen erschienen Stasi und Gestapo austauschbar. Seit der Wiedervereinigung stoßen beide Bilder aufeinander – und zwingen zum schmerzhaften Umdenken. Weiter...

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht in der Knesset, dem israelischen Parlament, im Rahmen einer Sondersitzung. Deutschlands Kanzlerin hat gesagt, die Deutschen seien abeschämt über die Nazi-Vergangenheit und sie verbeuge sich vor den Opfern des Holocaust. Angela Merkel hielt die Rede in deutscher Sprache am letzten Tag ihres Israelbesuchs, der durch außergewöhnliche Wärme geprägt war.

Gunter Hofmann

Regieren nach Auschwitz

Von Konrad Adenauer bis Angela Merkel: Jeder Kanzler musste sich dem deutschen Verbrechen stellen. Am 18. März sprach die Bundeskanzlerin vor der Knesset. Dort hob sie hervor, dass für sie als deutsche Kanzlerin Israels Sicherheit "niemals verhandelbar" sei. Weiter...