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Tagebuch Harry Kranner Fiss S.11
..nicht auf die Straße gehen soll. Stattdessen habe ich diesen Samstag Stunde.

Donnerstag, den 10.
Heute begann der Tag ja fein! In aller Früh wurde ich um ½ 8h durch großes Sturmgeläut geweckt. 3 große Männer traten ein. Sie bestanden darauf, meinen Vater zu sprechen, der ja schließlich bald kam. Dann kramten sie in unserem Kasten herum, unter dem Einwand, daß sie nach Waffen suchten: Also kurz mit einem Worte, eine Hausdurchsuchung. Da wir immer eine friedliche Partei waren, regten wir uns, speziell Mutti, darüber sehr auf. Wir hätten uns aber in ruhigeren Zeiten noch mehr aufgeregt. Jetzt sind wir schon leidlich daran gewöhnt. Natürlich konnten sie nichts finden, da wir nichts hatten, und gingen bald. Aber ich muß sagen, daß sie sich sehr korrekt benommen haben, nunmal in diesen Tagen der deutsche Gesandte in Paris von einem Juden ermordet wurde. Aber wenn man glaubt, daß damit Schluß ist, so ist man am Holzweg, Eine Stunde oder 2 wurde Onkel Arthur verhaftet! Wie das enden wird, weiß ich nicht. Nur eines weiß ich, daß wir ungeheures Glück gehabt hab-...

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