2Bildergalerie

Zurück zur Bildergalerie
4 von 7
Tagebuch Harry Kranner Fiss S.13
...ins Bureau. Sie erzählte, daß ihr Vater eingesperrt wurde. Sie wurden aus ihrer Wohnung einfach hinausgeschmissen und konnten nur mit Müh und Not ein wenig Geld mitnehmen. Es ist mir unmöglich alles zu berichten. Papa entging durch einen Zufall noch ein 2. Mal der Gefangenschaft. Er kam nämlich nur 3 Min später, als die Gestapo kam, um alle Kursmitglieder, die sich im Bureau befanden auch den Hans gefangenzunehmen. Da F.[rau] Singer obdachlos ist, schläft sie heute bei uns, auch vielleicht Onkel Arthur, da Tante Hella inzwischen sich erkundigt hat, und man ihr gesagt hatte, er werde in 3h frei sein. Aber man weiß ja heute überhaupt nichts mehr. Das Telephon rasselt ununterbrochen. Ich fiel heute für kurzen in Ohnmacht, und als man die Wohnung von F.[rau] Singer versiegelt hatte, bekam Herta einen Schreikrampf! Während ich nun dieses Schauermärchen schreib‘ kommt plötzlich im Radio die Verlautbarung, daß alle Gefangenen losgelassen werden und die Wohnungen zurückgeben werden. Wir werden ja morgen sehen, was sein wird. Ich bin ganz fertig, aber noch mehr Tante Hella. Deswegen überlasse ich...

Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (Leo Baeck Institute New York | Berlin - Harry Kranner Fiss Collection AR 25595)