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Tagebuch Harry Kranner Fiss S.15
...Nachricht kam, daß alle Gefangenen zur Westbahn fuhren. Das heißt in der jetzigen Zeit, daß sie ins Konzentrationslager nach Dachau, oder nach Mauthausen, wo man ziemlich leicht zu Grunde gehen kann, kommen. Man kann sich die Aufregung Tante Hellas vorstellen. Sie fuhr rasch mit Papa mit einem Taxi zum Westbahnhof. Dort war es Gott sei dank ruhig. Dann fuhren sie rasch zum Franz-Joseph-Bahnhof, wo es auch ruhig war. Da sie sich bei der Pramagasse gerade befanden, wo die Gefängnisse waren, beschlossen sie, dorthin zu schauen. Da bemerkten sie nun allerdings grüne Heinriche, welche zum Westbahnhof fuhren. Da der Chauffeur sehr nett war, ging er auf die Forderung Papas, die Autos zu verfolgen, ein. Nach der Erzählung Papas, kann man sich denken, wie aufregend das war. Vor ihnen fuhr auch ein Auto, welches die Gefangenenautos zu verfolgen schien. Zuletzt stellte sich heraus, dass der Insasse Tante Irma, eine Schwägerin Tante Hellas, war. Aber die Gefangenen steigen nicht auf der Westbahn aus sondern in der Kenyongasse, in der Nähe von uns, wo sie in der Klosterschule einquartiert wurden. Wenn ein alter Mann nicht geschwind genug ausstieg...

Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (Leo Baeck Institute New York | Berlin - Harry Kranner Fiss Collection AR 25595)