Fotoalbum vom jüdischen Kinderheim Beit Ahawah. Die Kinder feiern Seder. Sie lesen am ersten Abend von Pessach aus der Haggadah, einer Erzählung vom Auszug aus Ägypten. Auf dem Tisch steht der Sederteller.

30.5.2018

Leo Baeck Institute New York I Berlin

Über 500 Jahre deutsch-jüdische Geschichte

Porträt Rabbi Leo Baeck. Foto von Laelia Goehr (1950), Roland Merton Collection AR 11776Porträt Rabbi Leo Baeck. Foto von Laelia Goehr (1950), Roland Merton Collection AR 11776 (© Leo Baeck Institute New York | Berlin)
Im Sommer 1955 entschied sich eine Gruppe deutschsprachiger, jüdischer Intellektueller, denen es gelungen war, dem nationalsozialistischen Terror zu entkommen, das Leo Baeck Institute als lebendes Monument für die Geschichte und Kultur des deutschen Judentums zu gründen. Zu diesen Koryphäen gehörten Martin Buber, Ernst Simon, Robert Weltsch und Gershom Scholem. Sie beschlossen, dass dieses Institut zeitgleich in den Zentren der deutsch-jüdischen Emigration entstehen sollte: in Jerusalem, London und New York. Das Institut wurde benannt nach dem Rabbiner Leo Baeck, dem letzten Repräsentanten des deutschen Judentums im nationalsozialistischen Deutschland. Leo Baeck wurde der erste Präsident des Instituts.

Fassade vom Center for Jewish History, New YorkFassade vom Center for Jewish History, New York (© Leo Baeck Institute New York | Berlin)
Seit über 60 Jahren hat das Leo Baeck Institut New York I Berlin Dokumente, Bücher, Kunstwerke und Objekte gesammelt. Dessen archivalische Bestände in New York werden heute als eines der führenden Archive zu deutsch-jüdischen Themen und das kulturelle Herz der deutschsprachigen Diaspora anerkannt, wo das Erbe frühere Generationen für die Nachwelt bewahrt wird.
Max Liebermann: Porträt Max Boehm (rechts), Eduard Magnus: Porträt Felix Mendelssohn-Bartholdy (Mitte), Max Liebermann: Porträt Leonhard Tietz (links), fotografiert von Jon Pack.Max Liebermann: Porträt Max Boehm (rechts), Eduard Magnus: Porträt Felix Mendelssohn-Bartholdy (Mitte), Max Liebermann: Porträt Leonhard Tietz (links), fotografiert von Jon Pack. (© Leo Baeck Institute New York | Berlin)
Die Bibliothek des Leo Baeck Institute New York | Berlin beherbergt mehr als 80.000 Bände, seine Kunstsammlung enthält tausende an Kunstwerken und sein Archiv bewahrt mehr als 25.000 Fotografien, über 2.000 Memoiren und mehrere laufende Kilometer an Dokumenten. Die Mehrheit davon, d.h. über 3,5 Millionen Seiten, wurde digitalisiert und ist nun über DigiBaeck online abrufbar.
Fotografie aus der Joseph Roth Collection: Friedl Roth mit einem Unbekannten, um 1920. Die Ehefrau Joseph Roths wurde am 12. Mai 1900 als Friederike Reichler in Wien geboren. Sie wurde 1940 im Zuge des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms ermordet. Joseph Roth Collection AR 1764.Fotografie aus der Joseph Roth Collection: Friedl Roth mit einem Unbekannten, um 1920. Die Ehefrau Joseph Roths wurde am 12. Mai 1900 als Friederike Reichler in Wien geboren. Sie wurde 1940 im Zuge des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms ermordet. Joseph Roth Collection AR 1764. (© Leo Baeck Institute New York | Berlin)



Boykottaktion gegen jüdische Geschäfte am 1. April 1933. Die Herrschaft der Nationalsozialisten bedeutet für die deutschen Juden von Anfang an eine antisemitische  Politik der Diskriminierung und Verdrängung.
Jüdisches Leben in Deutschland

1933-1945:­

Verdrängung und Vernichtung

Am 30. Januar 1933 beginnt die Herrschaft der Nationalsozialisten. Die jüdischen Bürger werden zunehmend ausgegrenzt und ihrer Existenzgrundlagen beraubt. Die antisemitische Politik bedroht diejenigen, die nicht auswandern oder im Untergrund abtauchen können, mit Deportation und Tod in den Vernichtungslagern.

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Nachdem er bei der Polizei eine Anzeige wegen Sachbeschädigung aufgeben wollte, wird der jüdische Anwalt Dr. Michael Siegel von SA-Truppen durch die Münchener Innenstadt getrieben. Auf dem ihm umgehängten Schild steht: "Ich werde mich nie mehr bei der Polizei beschweren".
Nationalsozialismus: Aufstieg und Herrschaft

Verfolgung

Unmittelbar nach der Machteroberung 1933 beginnt die Verfolgung von politischen Gegnern, Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen, "Asozialen" und "Erbkranken". Insbesondere das Vorgehen gegen die Juden radikalisiert sich und findet einen vorläufigen Gipfelpunkt im Pogrom des 9. November 1938.

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Die "Reichspogromnacht" stellt einen vorläufigen Höhepunkt der Judenverfolgung im nationalsozialistischen Deutschland dar, die schlussendlich in den Vernichtungslagern ihren Zielpunkt fand. Die vorliegenden Materialien sollen dazu dienen, einen Projekttag zum 9. November 1938 zu ermöglichen.

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Elf Familiengeschichten zeigen, was Verfolgung, Kriege und Ost-West-Konflikt für Juden in Europa konkret bedeuten konnten. Jede der elf Biographien wird in einem Film erzählt. Mit interaktiven Karten zur Größenordnung des Völkermordes und den Flucht- und Auswanderungsbewegungen.

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