Hans und Sophie Scholl mit Christoph Probst (v.l.n.r.). Abschied vor der Abfahrt zur Ostfront, München Juli 1942.

20.4.2005 | Von:

Glossar

Wannsee-Konferenz

Am 20. Januar 1942 trafen sich 15 hohe Partei- und SS-Funktionäre sowie Vertreter verschiedener Ministerien in der Berliner Villa "Am Großen Wannsee 56-58". Thema der geheimen Konferenz war die organisatorische Durchführung des Beschlusses, die europäischen Juden in den Osten zu deportieren und zu ermorden. Die Sitzung fand unter Vorsitz des Chefs des Reichssicherheitshauptamts Reinhard Heydrich statt, der am 31. Juli 1941 von Reichsmarschall Hermann Göring mit der "Endlösung der Judenfrage" beauftragt worden war und zu dieser Konferenz eingeladen hatte. Neben Heydrich nahmen unter anderen auch Adolf Eichmann, zuständig für die zentrale Organisation der Deportationen, sowie der Staatssekretär im Reichsjustizministerium Roland Freisler, der spätere Präsident des Volksgerichtshofs, teil.

Das Protokoll der "Wannsee-Konferenz" ist erhalten geblieben und dokumentiert wesentliche Ziele und Ergebnisse der Besprechung. Die Teilnehmer wurden über den geplanten Genozid an den Juden informiert, wobei die gesamte Abwicklung der Schutzstaffel (SS) übertragen wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren jedoch in Polen und in der Sowjetunion von deutschen Einsatzgruppen bereits über 500.000 Juden getötet worden. Mit den Beschlüssen der "Wannsee-Konferenz" wurde die Ermordung der europäischen Juden jedoch systematisch koordiniert und durchgeführt. Insgesamt fielen etwa sechs Millionen Menschen dem organisierten Völkermord der Nationalsozialisten zum Opfer.

http://www.ghwk.de/deut/proto.htm
Das Protokoll der Wannsee-Konferenz auf der Website der Gedenkstätte "Haus der Wannsee-Konferenz".


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