Hans und Sophie Scholl mit Christoph Probst (v.l.n.r.). Abschied vor der Abfahrt zur Ostfront, München Juli 1942.

20.4.2005 | Von:

Glossar

Hitler-Jugend (HJ)

Die Hitler-Jugend (HJ) wurde bereits 1926 als nationalsozialistische Jugendbewegung gegründet. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurden alle neben der HJ existierenden Jugendverbände verboten. Die Hitler-Jugend wandelte sich damit von einer Partei- in eine Staatsjugend. Die Mitgliedschaft wurde 1936 mit dem "Gesetz über die Hitler-Jugend" und im März 1939 durch die Einführung der "Jugenddienstpflicht" verbindlich. Damit sollte eine totale Erfassung der Jugendlichen erreicht werden.

Die HJ war nach Geschlecht und Alter gegliedert. Das Deutsche Jungvolk (DJ) erfasste die 10- bis 14-jährigen Jungen, die eigentliche HJ die 14- bis 18-jährigen Jungen. In gleicher Weise waren die Mädchenverbände in Jungmädelbund (JM) und Bund Deutscher Mädel (BDM) untergliedert. Die Mitglieder trugen Uniform und traten militärisch auf, das Führungsprinzip beruhte auf der Prämisse "Jugend wird von Jugend geführt". Die HJ war zunächst der SA unterstellt, nach deren Verbot wurde sie später der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (NSDAP) angegliedert.

In der HJ sollten die Jugendlichen – abseits von Elternhaus und Schule – im Sinne der NS-Ideologie indoktriniert werden. Disziplin, Gehorsam, Pflichterfüllung, Kameradschaftsgeist wurden gefordert und geschult und waren – ebenso wie vormilitärische Übungen – Vorbereitung auf den Dienst in der Wehrmacht. Neben Parademärschen, Geländespielen oder Fahrten waren so genannte Heimabende zentrale Bestandteile im HJ-Leben, bei denen sich einmal pro Woche kleinere HJ-Ortsgruppen trafen, um Aktivitäten vorzubereiten oder speziell für Jugendliche produzierte Propagandasendungen im Radio zu hören. Während des Zweiten Weltkriegs gehörten zunehmend auch Aufräumarbeiten oder Luftschutzdienst zum HJ-Dienst


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