Hans und Sophie Scholl mit Christoph Probst (v.l.n.r.). Abschied vor der Abfahrt zur Ostfront, München Juli 1942.

20.4.2005 | Von:

Glossar

Reichsarbeitsdienst

Der "Reichsarbeitsdienst" (RAD) wurde von den Nationalsozialisten als "Ehrendienst am deutschen Volke" verstanden. Seit 1935 wurden alle Männer zwischen dem 18. und 25. Lebensjahr zu einem Arbeitsdienst eingezogen. Drei Jahre später wurde die Dienstpflicht auch auf junge Frauen ausgedehnt.

Der RAD sollte die Arbeitsmoral fördern und zudem die Aufhebung der Klassenunterschiede durch gemeinsames körperliches Arbeiten fördern. In der Regel hatte der RAD den Auftrag, gemeinnützige Projekte zu unterstützen. Die Männer wurden etwa bei Bauarbeiten (Reichsautobahn, Deichbau), in der Forstwirtschaft und bei Kultivierungs- und Entwässerungsarbeiten eingesetzt. Frauen arbeiteten dagegen vorwiegend in der Landwirtschaft.

Während des Krieges wurde die Dauer des Einsatzes verlängert und der RAD immer mehr zu kriegswichtigen Bauaufgaben herangezogen. Frauen mussten unter anderem in Krankenhäusern oder Rüstungsbetrieben, später auch im Flugmeldedienst oder bei der Flak ihren Dienst ableisten. Die Männer waren direkt der Wehrmacht unterstellt.


Dossier

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Mit dem deutschen Überfall auf Polen begann am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg. Als er 1945 endete, lag Europa in Trümmern. Über 60 Millionen Menschen waren tot. Wie konnte es soweit kommen? Und wie sollte es weitergehen mit einem Land, das den größten Zivilisationsbruch der Geschichte begangen hatte?

Mehr lesen

Dossier

Geschichte und Erinnerung

Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

Mehr lesen

Online-Angebot

Kinofenster.de: Sophie Scholl – Die letzten Tage

Bis heute steht der Widerstand der Münchner Studentin im Dritten Reich sinnbildlich für die Notwendigkeit, sich gegen Unrecht und Unmenschlichkeit aufzulehnen und persönliches Gewissen über willkürliches Recht zu stellen. Zivilcourage und Kompromisslosigkeit kennzeichnen Sophies Geisteshaltung bis zuletzt, historisch verbürgt sind ihre Worte. Kinofenster.de bietet passende filmpädagogische Begleitmaterialien für den Schulunterricht.

Mehr lesen auf kinofenster.de

Die 4. Internationale Konferenz zur Holocaustforschung widmete sich vom 27. bis 29. Januar dem Fokus "Volksgemeinschaft – Ausgrenzungsgemeinschaft. Die Radikalisierung Deutschlands ab 1933". Hier finden Sie die Veranstaltungsdokumentation.

Mehr lesen