Hans und Sophie Scholl mit Christoph Probst (v.l.n.r.). Abschied vor der Abfahrt zur Ostfront, München Juli 1942.

20.4.2005 | Von:

Glossar

Die Schlacht um Stalingrad

Die knapp sechs Monate tobende Schlacht um Stalingrad (heute: Wolgograd) gilt als eine der kriegsentscheidenden Schlachten während des Zweiten Weltkrieges: Am 28. Juni 1942 begann die deutsche Sommeroffensive an der Ostfront. Ziel war es, die Ölfelder im Kaukasus einzunehmen.

Im Verlauf dieser Offensive erreichte die 6. Armee unter Generalleutnant Friedrich Paulus im August das Industriezentrum Stalingrad. Nach schweren Kämpfen eroberte sie bis Mitte November 90 Prozent des Stadtgebietes. Am 19. November 1942 startete die Rote Armee eine Großoffensive, mit der sie die deutschen Truppen vom Nachschub abschneiden wollte. Bereits drei Tage später waren die etwa 300.000 deutschen und verbündeten Soldaten in einem Kessel von den sowjetischen Verbänden eingeschlossen.

Hitler verbot jeden Ausbruchsversuch, stattdessen sollten die Soldaten aus der Luft versorgt werden. Im Winter 1942/43 fehlten der Wehrmacht jedoch die dazu erforderlichen Kapazitäten, der tägliche Bedarf für die Truppen in Stalingrad konnte nicht gedeckt werden. Tausende verhungerten oder erfroren, da sie nicht für Temperaturen bis zu 40 Grad minus ausgerüstet waren.

Am 21. Dezember 1943 begann ein Entlastungsversuch der 4. Panzerarmee, der jedoch nach wenigen Tagen scheiterte. Am 23. Dezember erneuterte Adolf Hitler seinen Durchhaltebefehl. Im Januar 1943 begann die sowjetische Offensive zur Zerschlagung des Kessels von Stalingrad. Am 30. Januar 1943 ernannte Hitler Paulus zum Generalfeldmarschall, um ihn und seine Armee zum Weiterkämpfen zu motivieren. Einen Tag später kapitulierte der im Süden der Stadt eingekesselte Paulus, zwei Tage später ergaben sich auch die Truppen im Norden.

Auf sowjetischer Seite kostete die Schlacht schätzungsweise eine Million Zivilisten und Soldaten das Leben. Mehr als 150.000 deutsche Soldaten starben, etwa 91.000 Mann wurden gefangen genommen. Nur 6.000 kehrten Jahre später aus der Kriegsgefangenschaft nach Deutschland zurück.

Die Niederlage in Stalingrad erschütterte einen großen Teil der deutschen Bevölkerung in ihrer Moral und in ihrem Glauben an den Endsieg. Am 18. Februar 1943 rief Propagandaminister Joseph Goebbels den "totalen Krieg" aus.


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