Hans und Sophie Scholl mit Christoph Probst (v.l.n.r.). Abschied vor der Abfahrt zur Ostfront, München Juli 1942.

20.4.2005 | Von:

Glossar

Theodor Haecker

Theodor Haecker (1879-1945) arbeitete als Übersetzer, Schriftsteller und Kulturkritiker. Seit 1905 lebte er in München. Bekannt wurde er mit seinen Übersetzungen; so übertrug er etwa die Tagebücher Sören Kierkegaards sowie die des englischen Kardinals John Henry Newman ins Deutsche.

Unter Einfluss des Letzteren trat er 1921 zum katholischen Glauben über. Haecker veröffentlichte in der Folge viele von seinem Glauben geprägte kulturkritische Essays, u.a. in der Zeitschrift "Hochland", und schrieb kulturphilosophische Bücher.

Als überzeugter Christ lehnte er den Nationalsozialismus strikt und auch öffentlich ab. 1935 erhielt er deshalb ein Redeverbot, drei Jahre später kam ein Publikationsverbot hinzu. Ab 1939 schrieb Haecker die "Tag- und Nachtbücher", die 1947 posthum veröffentlicht wurden und als ein bedeutendes Zeugnis der inneren Emigration deutscher Intellektueller während der nationalsozialistischen Diktatur gelten.

Haecker beeinflusste den christlichen Widerstand gegen die Nazis und hatte enge Beziehungen zum studentischen Widerstandskreis "Die Weiße Rose", deren Mitgliedern er aus seinen "Tag- und Nachtbüchern" mehrmals vortrug.


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