Der Berliner Reichstag

15. BRD und DDR: Bildungs- und Familienpolitik 1955 - 1961

14. Februar 1959

Der Deutsche Ausschuss für das Erziehungs- und Bildungswesen in der BRD legt den »Rahmenplan zur Umgestaltung und Vereinheitlichung des allgemein bildenden öffentlichen Schulwesens« vor. Er plädiert dafür, das tradierte dreigliedrige Schulsystem beizubehalten, schlägt jedoch vor, die Volksschuloberstufe zur Hauptschule als gleichwertige weiterführende Schule neben Real- und Oberschule fortzuentwickeln und eine schulformunabhängige, d. h. integrierte Förderstufe für alle 5. und 6. Klassen einzuführen. Die neue »Studienschule« soll geeignete Kinder nach der Grundschule in einem »griechischen« und »französischen« Zweig zur allgemeinen Hochschulreife führen. Der Deutsche Ausschuss war auf Anregung des Bundespräsidenten Theodor Heuss am 22. 9. 1953 vom Bundesinnenministerium und von der Kultusministerkonferenz als staatlich unabhängiges Expertengremium berufen worden. Es hatte am 22. 1. 1955 bereits ein Gutachten zur politischen Bildung und Erziehung erstattet. Die Empfehlungen des Deutschen Ausschusses bleiben zunächst weitgehend wirkungslos, doch gehen von ihnen schulreformerische Einflüsse aus. - Der Deutsche Ausschuss löst sich am 1. 7. 1965 auf, da der Deutsche Bildungsrat seine Nachfolge antritt. (13. 2. 1970)

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