Der Berliner Reichstag

38.1. Innenpolitik und Rechtssicherheit

23. Mai 1994

Die Bundesversammlung wählt im Berliner Reichstagsgebäude den neuen Bundespräsidenten. Der Unionskandidat und bisherige Präsident des Bundesverfassungsgerichts Roman Herzog erhält im 3. Wahlgang die absolute Mehrheit der Stimmen (mindestens 663) vor dem SPD-Kandidaten Johannes Rau, Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens. Die SPD zeigt sich enttäuscht darüber, dass Rau weniger Stimmen als erhofft aus den Reihen der Regierungskoalition erhält, nachdem die FDP Hildegard Hamm-Brücher nach zwei Wahlgängen als Kandidatin zurückgezogen hatte. - Herzog tritt sein Amt am 1. 7. 1994 als erster gesamtdeutsch gewählter Bundespräsident an. Ursprünglich war der sächsische Innenminister Steffen Heitmann (CDU) von Bundeskanzler Kohl für das Amt des Bundespräsidenten als Wunschkandidat, der die Integration der neuen und alten Bundesländer symbolisieren sollte, vorgeschlagen worden. Heitmann, am 3. 10. 1993 einstimmig vom CDU-Bundesvorstand nominiert, hatte jedoch auf seine Kandidatur am 25. 11. 1993 wegen zunehmender Kritik an seinen politischen überzeugungen verzichtet.

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