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29.11.2012 | Von:
Harald Engler
Ute Hasenöhrl
Andreas Butter

Architektur als Medium der Vergesellschaftung

Der Beitrag der Bau- und Planungsgeschichte zu einer Gesellschaftsgeschichte der DDR

Architektur formt das materielle Rückgrat der Gesellschaft und bildet einen essenziellen Identifikationsfaktor. Die Bau- und Planungsgeschichte leistet einen wichtigen Beitrag zu einer Gesellschaftsgeschichte der DDR, indem sie Einblicke in kollektive Identitäten, planerische und architektonische Gestaltungsmöglichkeiten sowie bürgerschaftliche Aneignungsprozesse eröffnet.
Die Geschichte eines Landes setzt sich aus dem Zusammenspiel vieler kleiner Geschichten zusammen; sie wird von Personen, Orten, Ereignissen, aber auch von der materiellen Umwelt geprägt. Und sie wird in ihren unterschiedlichen Zeitabschnitten von verschiedenen Forschungseinrichtungen untersucht. Bei der historiografischen Analyse der DDR bringen dabei neben den großen Forschungsstellen auch Institute ihre disziplinäre Sicht in den Diskurs ein, die sich mit einem zunächst eher sektoral zugeschnittenen Zugriff mit Teilsegmenten von Geschichte und Gesellschaft Ostdeutschlands beschäftigen. Dabei arbeiten sie aber durchaus mit dem Anspruch, einen eigenen Beitrag zu einer differenzierten Gesellschaftsgeschichte der DDR zu liefern.

Mit diesem Themenschwerpunkt, der von einer solchen Forschungseinrichtung, der Historischen Forschungsstelle des Leibniz-Instituts für Regionalgeschichte und Strukturplanung (IRS) in Erkner,[1] gestaltet wurde, wird in der vorliegenden Ausgabe des "Deutschland Archivs" ein Teilsegment der Historie – nämlich die Bau- und Planungsgeschichte – akzentuiert und auf ihre Aussagekraft für eine differenzierte Gesellschaftsgeschichte der DDR befragt. Den Ausgangspunkt bildete die jüngste Veranstaltung der Konferenzreihe "Werkstattgespräche zur Planungsgeschichte der DDR"[2], die seit inzwischen mehr als 15 Jahren ein offenes Forschungsforum zur Bau-, Architektur- und Planungsgeschichte Ostdeutschlands bietet – ein Themenfeld, dessen Potenziale für die Untersuchung der DDR-Geschichte längst nicht erschöpfend ausgelotet sind.

Die aktuelle Forschungslage oder: Warum es (immer noch) spannend und wichtig ist, die Geschichte der DDR zu erforschen und zu vermitteln

Stallknecht, FerdinandshofUrbanisierung ländlicher Gebiete: Die Planungen des Architekten Wilfried Stallknecht für das "sozialistische Musterdorf" Ferdinandshof bei Ueckermünde von 1966/67 unterstreichen die ambitionierten stadtähnlichen Strukturen des pommerschen Dorfes als sozialistische Utopie. Gebaut wurde die Vision allerdings mit Ausnahme halbautomatisierter riesiger Rinderställe nicht – typisch für viele hochfliegende Pläne in der DDR der 60er Jahre (© IRS Erkner, Wissenschaftliche Sammlungen)
Die DDR bietet den Historikern als Staat und Gesellschaftssystem einer abgeschlossenen historischen Epoche ein vielversprechendes Untersuchungsfeld, das dank reichlich vorhandener (und inzwischen auch gut erschlossener) Archivquellen und noch lebender Zeitzeugen wie im geschichtswissenschaftlichen Labor unter die Lupe genommen werden kann. Dabei lassen sich im Umgang mit der DDR durchaus widersprüchliche Tendenzen feststellen. Einerseits gibt es große Lücken im Geschichtsbewusstsein und im Kenntnisstand selbst hinsichtlich der Grundzüge und -fakten der DDR-Geschichte – gerade von Schülern und nicht nur von den westdeutschen Bewohnern der Bundesrepublik.[3] Andererseits besteht in der Öffentlichkeit durchaus ein großes Interesse an DDR-Geschichte, wobei die Debatten in den seriösen Medien die bekannten Schwarz-Weiß-Malereien vom "Stasi-Staat" mittlerweile hinter sich gelassen haben. Zunehmend wird versucht, die DDR und vor allem das Leben ihrer Bewohner als Teil der deutschen Geschichts-Identität und als "andere Hälfte der Erinnerung" (Carola S. Rudnick)[4] ernstzunehmen, ohne den repressiven Charakter der ostdeutschen Diktatur schönzureden.

Ähnlich wie in der Öffentlichkeit besteht auch in der geschichtswissenschaftlichen Forschung nach wie vor ein starkes Interesse an der DDR-Geschichte.[5] Mittlerweile wird diese zumindest quantitativ in ähnlichem Umfang erforscht wie die Bundesrepublik.[6] Allerdings wird die DDR-Geschichte gerade in den wichtigen Überblicksdarstellungen zur deutschen Nachkriegsgeschichte immer noch eher als "Mythos im Zeichensystem der Bundesrepublik"[7], also als Ergänzung bzw. Anhängsel, als "falsches Modell", als Negativfolie und letztlich als historische "Fußnote" zur zweifelsohne "geglückten" (Demokratie-)Geschichte der Bundesrepublik[8] präsentiert. Zudem wird die Geschichte des "anderen" deutschen Staates oft nur für sich und aus sich selbst heraus betrachtet – und gerade nicht als integraler Bestandteil der deutschen Nachkriegsgeschichte.[9]

Marienkirche Frankfurt (Oder)Schwarzbauten: In der DDR konnten neben Schwimmhallen auch zahlreiche alte und kriegszerstörte Sakralbauten nur durch das eigensinnige Zusammenziehen übriggebliebener Investitionsmittel im Baubereich am Ende des Planjahres und außerhalb des Planes realisiert werden. Hier das Beispiel der auf diese Weise seit 1979 wiederaufgebauten Marienkirche in Frankfurt (Oder) durch den Stadtarchitekten Manfred Vogler (© Wikimedia)
Wenn aber nicht das Ziel verfolgt wird, allein den defizitären demokratischen und legitimatorischen Charakter des DDR-Systems quasi als Vergleichsfolie zur Entwicklung der Bundesrepublik aufzubauen, dann besitzt die Geschichte der DDR als die Historie eines eigenständigen, gleichzeitig aber mit vielfältigen politischen, wirtschaftlichen und ideologischen Abhängigkeiten in den Ostblock eingebundenen und damit gegenüber dem Westen abgegrenzten Sozial- und Politiksystems besondere Relevanz. Dabei können hier spezifische gesellschaftliche Aushandlungsprozesse und (geduldete bzw. erkämpfte) Handlungsspielräume beobachtet werden, die die Bewohner der DDR als betroffene Akteure der Geschichte besaßen.[10] In der Forschung ist deshalb verstärkt nach dem Wechsel- und Spannungsverhältnis von totalitär-diktatorischen Normativen der Staatsverfassung (Einparteienherrschaft und Suprematie der SED) auf der einen und dem Anpassungs- und Aneignungsverhalten sowie den Eigensinn-Tendenzen der Bevölkerung auf der anderen Seite zu fragen.[11] Hierfür kann etwa auf dem Feld der Bau- und Planungsgeschichte der Gegensatz zwischen den intendierten staatlichen und fachlichen Planungen sowie den – häufig von diesen abweichenden – Nutzungsformen durch die Bewohner in den Blick genommen werden.[12] Solche Ansätze sind bisher zu wenig angewandt worden, sie können aber zu einer deutlich differenzierteren Sicht der DDR-Wirklichkeit beitragen.[13] Hier sind im Besonderen wertvolle Erkenntnisse zu den "Mikrostrukturen der Macht" in der "partizipatorischen Diktatur"[14] zu erwarten, die häufig nicht den eingeführten Schemata der Lehrbücher entsprechen.

Gasometer Thälmannpark BerlinAneignung und Widerstand durch die Bevölkerung: Der Neugestaltung des Areals eines alten Gaswerks aus dem 19. Jahrhundert im Ost-Berliner Bezirk Prenzlauer Berg als Wohngebiet "Ernst-Thälmann-Park" gingen heftige Proteste der Bevölkerung voraus, die mit Parolen wie "Gasometer sprengt man nicht" und einer riesigen Menschenmenge im Juli 1984 vergeblich die Sprengung der alten Gasometer verhindern wollte (© IRS Erkner, Wissenschaftliche Sammlungen)
Eine moderne Geschichte, die beide Seiten der Erinnerung und Identität ernst- und wahrnimmt, erfordert zudem eine dichte Beschreibung der DDR – als eigenständiges Phänomen und als Teil einer (gesamt-)deutschen Kultur-, Sozial- und Politikgeschichte zugleich.[15] Um zu einem differenzierten Geschichtsbild zu gelangen, das weder verteufelt noch verharmlost, ist es notwendig, die ostdeutsche Geschichte auch über quotenwirksame Themen wie die Stasi hinaus historisch genau zu rekonstruieren. Auf die Alltags- und Lebensrealität der Menschen bezogene Bereiche wie Architektur, Wohnungsbau und Planung sind hierfür besonders gut geeignet und sollen in diesem Themenschwerpunkt sowohl mit Blick auf die Entwicklungen in der DDR als auch im deutsch-deutschen Vergleich gebündelt vorgestellt werden. Für die Forschung zur DDR stellt sich also nach wie vor die Herausforderung einer methodisch abgesicherten Historisierung und Kontextualisierung ihrer Spezifika wie auch ihrer system- und staatenübergreifenden Gemeinsamkeiten. Die Bundesrepublik bildet einen Referenzpunkt, der nicht vernachlässigt werden darf,[16] ebenso wie die Einbettung des ostdeutschen Teilstaates in die sozialistische Staaten- und Gesellschaftswelt des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) im Rahmen der Untersuchung transnationaler Beziehungen und Perspektiven.[17] Hinzu kommen allgemeine Tendenzen der Modernisierung und Internationalisierung[18], die natürlich auch an der DDR nicht vorbeigingen (zum Beispiel Jugendkulturen, Musik, Freizeit und Konsum) und das ihre zum Kollaps des letztlich reformunfähigen Systems beitrugen.

Lingner, LandschaftsdiagnoseVom Politbüro abgebrochenes Pionierprojekt: Unter der Leitung des führenden Landschaftsarchitekten der frühen DDR, Reinhold Lingner (1902–1968), wurde 1950–1952 eine Bestandsaufnahme der gesamten DDR vorgenommen, in der die Zerstörung von Landschaften durch Bergbau und andere Eingriffe des Menschen dokumentiert wurden. Die brisanten Ergebnisse (hier das Beispiel um Klettwitz/Bezirk Cottbus) veranlassten die SED, das Projekt abzubrechen und unter Verschluss zu halten (© IRS Erkner, Wissenschaftliche Sammlungen)
Bei aller Notwendigkeit einer solchen integrativen Herangehensweise geht die Geschichte der beiden Teilstaaten in einer derartigen Vergleichsperspektive freilich nicht ganz auf. Dafür tragen die jeweiligen Entwicklungen gerade nach der Grenzschließung vom August 1961 zu viele eigenständige und hermetische Züge, die im Rahmen einer differenzierten Nachkriegsgeschichte ebenso herausgearbeitet werden müssen wie die deutsch-deutschen und internationalen Bezüge. Und schließlich darf in Zeiten der Turbo-Internationalisierung auch das Bedürfnis nach (nationaler) Selbstvergewisserung nicht vergessen werden: Hier sind die Historiker durchaus gefragt, wissenschaftlich fundierte Deutungsangebote zu liefern, welche gängige Mythen und Narrative kritisch in Frage stellen – die Geschichte der beiden deutschen Staaten bietet hierfür reichlich Stoff und Betätigungsmöglichkeiten.[19] Nicht zuletzt muss die historiografische Erforschung der DDR unter Gesichtspunkten der medial-diskursiven "Ökonomie der Aufmerksamkeit" (Georg Franck)[20] und der umkämpften Deutungshoheit auch auf dem geschichtswissenschaftlich-publizistischen Diskursmarkt immer wieder ins Gespräch gebracht werden, damit sie zu einem integralen Teil der "anderen Hälfte der Erinnerung" und der deutschen Kulturgeschichte werden kann.[21]

Weshalb ist die Planungs-, Bau- und Architekturgeschichte der DDR spannend?

Das Bedürfnis des Menschen, in der bebauten Welt Zuflucht und Schutz vor der ihn umgebenden Umwelt zu suchen, bildet eine anthropologische Grundkonstante des Lebens und der Sozialisation. Architekturen formen aber nicht nur das materielle Rückgrat der Gesellschaft, sie stellen auch wichtige Identitätsfaktoren dar. Angesichts der profunden Auswirkungen, die Veränderungen der materiellen Umwelt für den Lebensalltag der Menschen besitzen, bieten die Planung und Gestaltung der gebauten Welt – beispielsweise als Kaufhäuser oder Autobahnen, wie in den Beiträgen von Tobias Michael Wolf und Sylvia Necker dargestellt – in mehrfacher Hinsicht einen wichtigen Zugang zur Mikro- und Makrogeschichte der kollektiven Identitäten und individuellen Erfahrungsräume in der DDR. Erstens mit Blick auf die politische (Planungs-)Ebene, auf der versucht wurde, gesellschaftliche Visionen in physische Realitäten zu übertragen. Zweitens auf der Alltags- und Identitätsebene hinsichtlich des Umgangs der Bürger mit den gestalteten Umwelten im Sinne von Aneignung oder Widerstand. Drittens, als mittlere Ebene und Mediatoren zwischen den beiden Sphären, mit Blick auf die Planer und Architekten mit ihren individuellen Zielen und Vorstellungen. Und viertens gewährt die gebaute Umwelt in ihrer gesellschaftlichen Verhaftetheit auch über Transformationsvorgänge hinweg ein identitätsstiftendes Projektionsfeld, das ausreichend Stoff für gesellschaftliche Debatten bietet.

Leipzig-GrünauErinnerungs- und Sozialisationsort "Platte": Heute weitgehend negativ konnotiert, bedeuteten Großsiedlungen wie hier in Leipzig-Grünau für viele DDR-Bürger das ersehnte und hart erkämpfte Ziel einer modernen Wohnung – ein subjektiv-identitätsstiftender Ort der Sozialisation und Erinnerung der besonderen Art (© IRS Erkner, Wissenschaftliche Sammlungen)
In dieser Gemengelage der Interessen und Wahrnehmungen dient Architektur also nicht nur als ebenso wirkmächtiges wie umstrittenes Kommunikationsmedium der Gesellschaft,[22] sie bildet selbst ein konstitutives und transitives Medium der Vergesellschaftung.[23] Architektur und die gebaute Umwelt verbildlichen quasi die Materialisation der gesellschaftlichen Verhältnisse ihrer Entstehungszeit. Sie können auf diese Weise sowohl staatstragende als auch eigensinnig-selbstbestimmte Aneignungsformen ihrer Nutzer dokumentieren.[24] Hiervon legen die Diskurse und Konflikte um die Gestaltung des städtischen Raums Zeugnis ab – man denke nur an die jüngsten Debatten um den Umgang mit dem baulichen Erbe der DDR. Dabei ist zu beobachten, dass die Architektur angesichts ihres vermeintlich hohen Legitimationscharakters für das ostdeutsche Herrschaftssystem nach dem Ende der SED-Diktatur ebenfalls oft als entwertet und unerwünscht betrachtet wird – und damit akut vom Abriss bedroht ist, wie aktuelle Vorgänge in Potsdam oder Dresden beweisen.[25] Es darf zumindest bezweifelt werden, ob solche historischen Eliminierungs- und Entsorgungsvorgänge, die häufig wenig reflektiert und wenig differenziert vorgenommen werden, angemessen zu einer gesamtdeutschen Identitätsbildung beitragen.[26]

Dresden, KulturpalastUngeliebtes DDR-Erbe: Auch wenn sie interessante Beispiele einer Architektur der Ostmoderne darstellen, bilden Bauten wie der Kulturpalast in Dresden von 1969 (Architekt: Werner Hänsch) in den Augen bestimmter nostalgieorientierter Kritiker ein architektonisches und städtebauliches Ärgernis dar, das schnellstmöglich verschwinden soll (© IRS Erkner, Wissenschaftliche Sammlungen)
Teepott WarnemündeIkone der DDR-Moderne: der "Teepott" in Warnemünde von Ulrich Müther, 1968 – einer der wenigen DDR-Bauten, die es in die neue deutsche Architekturwirklichkeit geschafft haben (© IRS Erkner, Wissenschaftliche Sammlungen)
Als Folie und Spiegel gesellschaftlicher Zustände und Entwicklungen kann die Bau- und Planungsgeschichte als Sektionsfeld einer tiefensondierten Gesellschaftsgeschichte dienen, und zwar sowohl historisch als auch aktuell-rezeptionsgeschichtlich.[27] Dabei gilt es gerade auf dem Gebiet der Planungs- und Architekturgeschichte der DDR eklatante Forschungs- und Erinnerungslücken zu schließen, indem in West und Ost vergessene Planer und Architekten überhaupt bekannt gemacht werden. So gab es auch in der DDR wichtige Vertreter einer architektonischen Moderne, die allerdings in großer Zahl an den wachsenden Schwierigkeiten, qualitätvolle Architektur hervorzubringen, verzweifelten. Sie wurden im Lauf der Zeit gleich mehrfach entwertet – zu DDR-Zeiten, als sie als Komplexprojektanten bei großen Baueröffnungen gar nicht mehr erwähnt wurden,[28] und erneut in der aktuellen Rezeption. Schon deshalb haben sie es verdient, dass wir uns heute mit ihrem Wirken beschäftigen und sie einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen.[29]

Die Beiträge in diesem Themenschwerpunkt

Berlin, Fernsehturm und MarienkircheArchitektur ohne Architekten?: Bei der Eröffnung des Ost-Berliner Fernsehturms am 3. Oktober 1969 durch SED-Chef Walter Ulbricht wurden nicht etwa die Planer, sondern die am Bau beteiligten Poliere namentlich genannt (© IRS Erkner, Wissenschaftliche Sammlungen)
Stallknecht, BernauInnovation oder Ärgernis?: Obgleich schon zeitgenössisch umstritten, bemühten sich die Planer im Kollektiv von Wilfried Stallknecht beim Umbau von Bernau (nördlich von Berlin) seit Ende der 70er Jahre um eine farblich differenzierte und die alten Höhendominanten der Stadt respektierende Transformation der Mittelstadt in adaptierter Plattenbauweise (© IRS Erkner, Wissenschaftliche Sammlungen)
Im vorliegenden Themenschwerpunkt zur Bau- und Planungsgeschichte werden ausgewählte Beiträge des letzten IRS-Werkstattgesprächs vom Januar 2012 vorgestellt. Ziel war es dabei zum einen, die Forschungen zur DDR in einen vergleichenden Kontext zu stellen, um gerade mit Blick auf die Entwicklungen in der Bundesrepublik und im inter- wie transnationalen Kontext Spezifika und systemübergreifende Gemeinsamkeiten zwischen den beiden deutschen Staaten zu akzentuieren. Zum anderen sollten einige markante Forschungslücken auf dem Gebiet der Planungs- und Architekturgeschichte der DDR geschlossen werden. Insgesamt liefern die hier zusammengestellten Beiträge einen mehrfachen Einblick in die Mikroebene der Bau- und Architekturgeschichte, wobei sie auch den makrostrukturellen Kontext der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen reflektieren und mit einem deutsch-deutschen Vergleich einen Beitrag zur Einordnung der DDR in die Verlaufsgeschichte der gesellschaftlichen Moderne – gespiegelt an der Folie Bundesrepublik – bieten.

Dass in der DDR Architekten trotz begrenzter individueller Handlungsspielräume durchaus interessante Wirkungsmöglichkeiten entfalten konnten, präsentiert Tanja Seeböck mit ihrem biografischen Zugriff auf den bekannten Bauingenieur Ulrich Müther. Bei ihm handelte es sich um eine Persönlichkeit, die aufgrund ihrer internationalen Verbindungen und Aufträge sowie des architekturtechnologischen Innovationsgehaltes der Gebäude als exzeptionell einzustufen ist. Müther konnte mit dem von ihm geleiteten Betrieb, ohne in ein Baukombinat eingebunden zu sein, Planungen und Ausführungen eigenverantwortlich vornehmen – eine singuläre institutionelle Konstellation, die zeigt, zu welchen Leistungen die Architektur in der DDR mit einem größerem Maß an individuell-unternehmerischer Freiheit hätte fähig sein können. Wie schwierig sich in der DDR die Realisierung architektonischer Spezialgebäude im Spannungsfeld zwischen der Zentrale in Berlin und den regionalen Fachverantwortlichen durchsetzen ließen, unterstreicht Wiebke Janssen in ihrem Aufsatz über den Bau des Klinikums Halle-Kröllwitz. Ihre Analyse verdeutlicht die entscheidende Funktion, die Netzwerke von Akteuren und Institutionen sowie regionale Parteigrößen der SED in der DDR bei der Hervorbringung von Architektur einnahmen.

Ebenfalls am Beispiel Halle dokumentiert Peer Pasternack in seinem Aufsatz über Kunst am Bau für Halle-Neustadt einen Moment der Utopie in den frühen "sozialistischen Städten" der DDR. Dabei zeigt er, dass die Kunstobjekte und -werke in der Chemiearbeiterstadt trotz des großen Aufwands bei ihrer Gestaltung von überraschend wenigen direkt politischen Botschaften geprägt waren. Tanja Scheffler thematisiert mit der Prager Straße in Dresden Transformationen eines zentralen öffentlichen Raums (nicht nur) in der DDR. Dabei problematisiert sie die aktuellen Umbaumaßnahmen in der Elbestadt, welche durch die Orientierung am touristisch und stadtidentitätsrelevanten "Mythos Dresden" des 18. Jahrhunderts[30] zur systematischen Eliminierung der DDR-Architektur führen könnte. Axel Zutz zeigt in seinem Beitrag zum Berliner Gendarmenmarkt, dass auch die Freiraum- und Grünplanungen der postmodernen Phase der DDR in ihrer Existenz gefährdet sind. Hier gelang es jedoch in jüngster Zeit einer Anwohner-Bürgerinitiative, den auf DDR-Planungen beruhenden Status quo gegen die restaurativen Absichten der Senatsbaudirektorin von Berlin zu verteidigen – ein beredtes Beispiel dafür, wie stark die gebaute Umwelt aus der DDR-Zeit auf aktuelle Diskurse und Debatten über die Identität von stadträumlichen Nachbarschaften weiterwirkt.

Schließlich analysieren Tobias Wolf und Sylvia Necker in ihren deutsch-deutsch vergleichenden Beiträgen Parallelen und Abweichungen bei Bauprojekten in der Bundesrepublik und der DDR. Wolf untersucht die Architekturwirklichkeit in beiden deutschen Staaten am Beispiel der Bautypologie von Kaufhäusern, einer Gebäudegattung, die im Gegensatz zu den häufig beschriebenen Staats- und Repräsentationsbauten der DDR besonders nahe am Alltag der Menschen lag. Sylvia Necker nimmt in ihrem Beitrag die kultur-, sozial- und politikgeschichtlich höchst interessante Geschichte der Autobahn Berlin-Hamburg als einem Begegnungsraum zwischen Ost und West in den Fokus und skizziert mit ihrem Forschungsprojekt auch die Methodik deutsch-deutscher Vergleiche auf dem Feld der Planungsgeschichte, die mit der Einbeziehung des gesellschaftlichen und kulturgeschichtlichen Kontextes beider Gesellschaftssysteme und Staaten eine tragfähige Perspektive für künftige Forschungen bietet.
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Fußnoten

1.
Die Anfang 2012 neu gegründete, von dem Stadt- und Umwelthistoriker Christoph Bernhardt geleitete Forschungseinrichtung untersucht die Urbanisierungs- und Stadtgeschichte des 20. Jahrhunderts mit einem Schwerpunkt auf der Bau- und Planungsgeschichte der DDR (http://www.irs-net.de/forschung/forschungsabteilung-5/forschungsprofil.php [5.11.2012]). Zudem verfügt das IRS mit den Wissenschaftlichen Sammlungen über eines der profiliertesten Spezialarchive zur Baugeschichte der DDR, dessen Bestände auf das Institut für Städtebau und Architektur (ISA) der Bauakademie der DDR zurückgehen (http://www.irs-net.de/profil/wissenschaftliche-sammlungen/index.php [5.11.2012]). Beständeübersicht in: Christoph Bernhardt (Hg.), Die Wissenschaftlichen Sammlungen des Leibniz-Instituts für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS) zur Bau- und Planungsgeschichte der DDR, Frankfurt a. M. 2012; Harald Engler, Planungs- und Architekturgeschichte der DDR im Fokus – Die Wissenschaftlichen Sammlungen des Instituts für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS) in Erkner, in: Brandenburgische Archive 26 (2009), S. 35–40.
2.
Hier werden Wissenschaftler und Zeitzeugen zusammengebracht, um Aspekte der Bau- und Planungsgeschichte der DDR im kritischen Diskurs zwischen Forschung und Praxis auf Augenhöhe zu erörtern. Vgl. die Dokumentation der Werkstattgespräche des IRS: http://www.irs-net.de/aktuelles/veranstaltungen/index.php?datum=alt&typ=Werkstattgespr%C3%A4che [5.11.2012], und den ersten Themenschwerpunkt auf der Grundlage eines Werkstattgesprächs in DA 42 (2009) 2, S. 256–300.
3.
Vgl. Jonas Leppin, Hitler oder Honecker? Mir doch egal!, in: Spiegel-Online, 27.6.2012, www.spiegel.de/schulspiegel/schueler-wissen-wenig-ueber-ddr-und-nationalsozialismus-a-841157.html [5.11.2012], u. zusammenfassend Bodo von Borries, Zwischen 'Katastrophenmeldungen' und 'Alltagsernüchterungen'? Empirische Studien und pragmatische Überlegungen zur Verarbeitung der DDR-(BRD-)Geschichte, in: DA 42 (2009) 4, S. 665–677.
4.
Carola S. Rudnick, Die andere Hälfte der Erinnerung. Die DDR in der deutschen Geschichtspolitik nach 1989, Bielefeld 2011.
5.
Stellvertretend für die jüngsten Forschungsbeiträge: Axel Schildt, Zeitgeschichte der "Berliner Republik", in: APuZ, 1–3/2012, S. 3–8; Thomas Großbölting, Geteilter Himmel. Wahrnehmungsgeschichte der Zweistaatlichkeit, in: ebd., S. 15–21; Martin Sabrow, Die DDR in der Geschichte des 20. Jahrhunderts, in: DA 41 (2008) 1, S. 121–130.
6.
Ralph Jessen, Alles schon erforscht? Beobachtungen zur zeithistorischen DDR-Forschung der letzten 20 Jahre, in: DA 43 (2010) 6, S. 1052–1064.
7.
Ulf Erdmann Ziegler, Die Mängel der DDR waren wirklich lustig, in: FAZ, 3.9.2008.
8.
Edgar Wolfrum, Die geglückte Demokratie. Geschichte der Bundesrepublik Deutschland von ihren Anfängen bis zur Gegenwart, Stuttgart 2006. Zu diesem Zusammenhang s. Jessen (Anm. 6) u. Schildt (Anm. 5), S. 3f. – Als Beispiel für die Ignoranz gegenüber der DDR und deren Relevanz für eine gesamtdeutsche Kultur- und Gesellschaftsgeschichte vgl. Hans-Ulrich Wehler, Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 5, München 2008, u. dazu zusammengefassend Patrick Bahners/Alexander Cammann (Hg.), Bundesrepublik und DDR. Die Debatte um Hans-Ulrich Wehlers "Deutsche Gesellschaftsgeschichte", München 2009. Übergreifend zu diesem Komplex: Martin Sabrow, "Fußnote der Geschichte", "Kuscheldiktatur" oder "Unrechtsstaat"? Die Geschichte der DDR zwischen Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit, in: Katrin Hammerstein (Hg.), Die Musealisierung der DDR. Wege, Möglichkeiten und Grenzen der Darstellung von Zeitgeschichte in stadt- und regionalgeschichtlichen Museen, Berlin 2012, S. 13–24.
9.
Großbölting (Anm. 5), S. 17; Konrad H. Jarausch, "Die Teile als Ganzes erkennen." Zur Integration der beiden deutschen Nachkriegsgeschichten, in: Zeithistorische Forschungen 1 (2004) 1, S. 2f, http://www.zeithistorische-forschungen.de/site/40208146/default.aspx [5.11.2012].
10.
Andrew I. Port, Die rätselhafte Stabilität der DDR. Arbeit und Alltag im sozialistischen Deutschland, Berlin 2010, insb. S. 352–357; Harald Engler, Das institutionelle System des DDR-Bauwesens und die Reformdebatte um den Städtebau in den 1980er Jahren. Ein Problemaufriss, in: Christoph Bernhardt u.a. (Hg.), Städtebau-Debatten in der DDR. Verborgene Reformdiskurse, Berlin 2012, S. 71–104, insb. 87–91 u. 95–98.
11.
Thomas Lindenberger, Die Diktatur der Grenzen. Zur Einleitung, in: ders. (Hg.), Herrschaft und Eigen-Sinn in der Diktatur. Studien zur Gesellschaftsgeschichte der DDR, Köln 1999, S. 13–44.
12.
Dazu gehört vornehmlich die insb. in den 1980er-Jahren in der DDR zunehmende "Counter-Öffentlichkeit" durch "eigensinnige" und Zustimmung verweigernde Subkulturen und andere Oppositionelle. Vgl. u.a. Dieter Rucht, Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Oppositionsgruppen in der DDR und neuen sozialen Bewegungen in der Bundesrepublik, in: Matthias Buchholz (Hg.), Samisdat in Mitteleuropa. Prozeß, Archiv, Erinnerung, Dresden 2007, S. 69–82.
13.
Michael Meyen, Öffentlichkeit in der DDR. Public Sphere in the German Democratic Republic, in: Studies in Communication.Media (2011) 1, S. 3–69, insb. 12–17.
14.
Mary Fulbrook, The People's State. East German Society from Hitler to Honecker, New Haven 2005 (dt.: Ein ganz normales Leben. Alltag und Gesellschaft in der DDR, Darmstadt 2008).
15.
Moderne Konzepte für eine sozialwissenschaftliche Akzentuierung der Zeitgeschichte liefern Rüdiger Graf/Christian Priemel, Zeitgeschichte in der Welt der Sozialwissenschaften. Legitimität und Originalität einer Disziplin, in: VfZ 59 (2011) 4, S. 479–508; Bernhard Dietz/Christopher Neumaier, Vom Nutzen der Sozialwissenschaften für die Zeitgeschichte. Werte und Wertewandel als Gegenstand historischer Forschung, in: VfZ 60 (2012) 2, S. 293–304. Ansätze für einen gelungenen deutsch-deutschen Vergleich bei Hans-Günter Hockerts, Der deutsche Sozialstaat. Entfaltung und Gefährdung seit 1945, Göttingen 2011; ders. (Hg.), Drei Wege deutscher Sozialstaatlichkeit. NS-Diktatur, Bundesrepublik und DDR im Vergleich, München 1998, u. darin Axel Schildt, Wohnungspolitik, S. 151–190.
16.
Tobias Hochscherf et al. (eds.), Divided, But Not Disconnected. German Experiences of the Cold War, New York 2010.
17.
Forschungsansätze bei Bernd Stöver, Der Kalte Krieg. Geschichte eines radikalen Zeitalters 1947–1991, München 2011; Vojtech Mastny/Malcolm Byrne (eds.), A Cardboard Castle. An Inside History of the Warsaw Pact 1955–1991, Budapest 2005.
18.
Sabrow, DDR-Geschichte (Anm. 5), S. 127–130.
19.
Martin Sabrow, Meistererzählungen der Zeitgeschichte, in: ders. (Hg.), Leitbilder der Zeitgeschichte. Wie Nationen ihre Vergangenheit denken, Leipzig 2011, S. 9–22.
20.
Georg Franck, Ökonomie der Aufmerksamkeit, München 1998.
21.
Schildt, Zeitgeschichte (Anm. 5), S. 8.
22.
Joachim Fischer, Architektur: "Schweres" Kommunikationsmedium der Gesellschaft, in: APuZ, 25/2009, S. 6–10.
23.
Simmel, Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung, Berlin 1968 [Orig. 1908], S. 460–526; Fischer (Anm. 22), S. 7f; Heike Delitz, Gebaute Gesellschaft. Architektur als Medium des Sozialen, Frankfurt a. M./New York 2010.
24.
So gelang es dem Stadtarchitekten von Frankfurt (Oder), Manfred Vogler, einige wichtige Gebäude der Stadt wie die Marien- oder die Klosterkirche (als Konzerthaus) auf eigensinnige Weise als "Schwarzbauten" (u.a. durch am Ende des Planjahres übriggebliebene Mittel) wieder aufzubauen, die in keinem Staatshaushaltsplan standen, von den SED-Verantwortlichen dann aber feierlich eingeweiht wurden: Interview v. Harald Engler m. Manfred Vogler, 30.6.2010.
25.
Christian Klusemann, Platte, Plan und Preußen. Ein differenzierter Blick auf "DDR-Architektur" in Potsdam und den Umgang mit dem historischen Erbe, in: Potsdamer Neueste Nachrichten, 3.7.2012; Juliane Schiemenz, Kulturpalastkampf. Dresdens Lustspielhaus soll zum Hort der Klassik umgebaut werden, in: Die Zeit, 7.4.2011.
26.
Ross Campbell, Values, Trust and Democracy in Germany. Still in Search of 'Inner Unity'?, in: European Journal of Political Research 51 (2012) 5, S. 646–670.
27.
Die Historische Forschungsstelle des IRS verfolgt dezidiert einen disziplinär verschränkten methodischen Ansatz, in dem die grundlegenden kunst- und architekturgeschichtlichen Disziplinen in den Gesamtkontext einer europäischen Urbanisierungsgeschichte der Moderne des 20. Jahrhunderts gesetzt und mit politik- und sozialwissenschaftlichen Methoden erforscht werden. Auf diese Weise sollen sektorale Forschungsverengungen vermieden werden und die Bau- und Planungsgeschichte hinsichtlich ihrer Aussagekraft für die Gesamt- und Gesellschaftsgeschichte der DDR befragt werden: http://www.irs-net.de/forschung/forschungsabteilung-5/forschungsprofil.php [5.11.2012].
28.
So wurden z.B. in Veröffentlichungen anlässlich der Eröffnung des Fernsehturms am Berliner Alexanderplatz 1969 nicht die Planer und Architekten erwähnt, sondern neben SED-Chef Walter Ulbricht lediglich einige verdiente Bauarbeiter: Ingrid Brandenburg u.a., Fernsehturm Berlin, Berlin (O.) 1970; Bruno Flierl, Stadtplaner und Architekten im Staatssozialismus der DDR, in: ders., Gebaute DDR. Über Stadtplaner, Architekten und die Macht, Berlin 1998, S. 52–75, hier 67.
29.
Die Historische Forschungsstelle des IRS widmet sich durch biografische Studien und Interviews intensiv der Geschichte des Architektenberufs in der DDR: Holger Barth/Thomas Topfstedt (Bearb.), Vom Baukünstler zum Komplexprojektanten. Architekten in der DDR, Erkner 2000; Harald Engler/Anke Kuhrmann (Hg.), Entwerfen im System. Der Architekt Wilfried Stallknecht, Cottbus/Erkner 2009.
30.
Katja Marek, Rekonstruktion und Kulturgesellschaft. Stadtbildreparatur in Dresden, Frankfurt am Main und Berlin als Ausdruck der zeitgenössischen Suche nach Identität, Diss. Kassel 2009, https://kobra.bibliothek.uni-kassel.de/bitstream/urn:nbn:de:hebis:34-2009101330569/7/DissertationKatjaMarek.pdf [20.10.2012], insb. S. 9–52.

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Wie wurde die Einheit Deutschlands vertraglich vorbereitet? 170 Dokumente aus dem Auswärtigen Amt d...

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Geschichte der DDR

Von der Staatsgründung über den Mauerbau bis zur Wiedervereinigung: Die Zeitleiste macht die Gesch...

Herbst ´89 in der DDR

Herbst ´89 in der DDR

Kaum ein Ereignis in der deutschen Nachkriegsgeschichte hat so viele Emotionen ausgelöst wie der "M...

Coverbild Geteilte Ansichten

Geteilte Ansichten

Jungen Menschen ist oft nicht (mehr) bewusst, dass Deutschland von 1961 bis 1989 geteilt war. Zuglei...

Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes an der innerdeutschen Grenze 1949-1989

Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes an der innerdeutschen Grenze 1949-1989

327 Männer, Frauen und Kinder aus Ost und West fielen während der deutschen Teilung dem DDR-Grenzr...

Coverbild 3. Oktober: Tag der Deutschen Einheit

3. Oktober: Tag der Deutschen Einheit

Im Herbst 1990 wurde die DDR Teil der Bundesrepublik Deutschland. Doch was wuchs da zusammen? Warum ...

Stasi auf dem Schulhof

Stasi auf dem Schulhof

Die Bespitzelung der DDR-Gesellschaft durch das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) machte auch ...

Deutschland Archiv 2018

Deutschland Archiv 2018

Der Band enthält eine Auswahl der wichtigsten Artikel, die im Jahr 2018 erschienen sind.

Deutschland Archiv 2017

Deutschland Archiv 2017

Der Band enthält eine Auswahl der wichtigsten Artikel, die im Jahr 2017 erschienen sind.

Deutschland Archiv 2016

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Der Band enthält eine Auswahl der wichtigsten Artikel, die im Jahr 2016 erschienen sind.

Schriftenreihe Bd. 1664 "Deutschland Archiv 2015": Cover

Deutschland Archiv 2015

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Schriftenreihe Bd. 1544 "Deutschland Archiv 2014": Cover

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Deutschland Archiv 2013

Der Band enthält eine Auswahl der wichtigsten Artikel, die im Jahr 2013 erschienen sind.

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Chronik der Mauer

Es erwartet Sie eine Fülle von multimedial aufbereiteten Informationen über Mauerbau und Mauerfall - und über die Opfer der Grenze.

Mehr lesen auf chronik-der-mauer.de

Dossier

Stasi

Alles wissen, alles kontrollieren, Menschen manipulieren. Aus der Arbeitsweise der DDR-Geheimpolizei "Stasi" ist auch viel zu lernen über die Mechanismen von Diktaturen der Gegenwart. In der DDR überwanden couragierte Bürgerinnen und Bürger allerdings 1989 ihre Angst vor der "Staatssicherheit".

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Online-Angebot der bpb und der Robert-Havemann-Gesellschaft

jugendopposition.de

Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Texten, Videos, Audios, Fotos und Dokumenten.

Mehr lesen auf jugendopposition.de

Online-Archiv

www.wir-waren-so-frei.de

Fast 7.000 private Filme und Fotos aus der Umbruchzeit 1989/90 sowie über 100 begleitende Erinnerungstexte. Dazu ost- und westdeutsche Medienberichte. Die persönlichen Erfahrungen der Fotografen und Filmemacher bieten zusammen mit der öffentlichen Berichterstattung vielfältige Blicke auf die historischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf den Alltag in Ost und West.

Mehr lesen auf wir-waren-so-frei.de

Der Tag in der Geschichte

  • 20./21. November 1997
    Der EU-Arbeitsmarktgipfel in Luxemburg beschließt Leitlinien für die einzelstaatliche Beschäftigungspolitik. Danach müssen die Mitgliedstaaten jährlich »nationale Aktionspläne« vorlegen und über Fortschritte bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit berichten,... Weiter

Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

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13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer, die Deutsche Teilung wird zementiert. Am Abend des 9. November 1989 kommt es zum Mauerfall. Bald 30 Jahre danach ist Deutschland in vielem noch immer ein Land mit zwei Gesellschaften.

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Zu dem Thema "Children of Transition, Children of War, the Generation of Transformation from a European Perspective" diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Deutschlandforschertagung 2016 vom 3. bis 5. November 2016 in der Universität Wien. Die Tagungsdokumentation gibt Einblick in die Themen und Ergebnisse.

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Messenger-Projekt

Der Mauerfall und ich

Es ist Leipzig im Spätsommer des Jahres 1989. Die Studentin Kathrin und ihre Freundinnen und Freunde erleben eine Zeit des Umbruchs in der DDR. Im November fällt die Mauer und damit die Grenze, die Deutschland und die Deutschen viele Jahrzehnte trennte. Was Kathrin erlebt, erzählt sie im bpb-Messengerprojekt "Der Mauerfall und ich".

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