Beleuchteter Reichstag

Grenzgebiete

Nicht nur in Berlin teilten Mauer und Stacheldraht Nachbarn und Gemeinden. Auch an anderen Orten zerstörte die deutsch-deutsche Grenze gewachsene Strukturen, Kulturlandschaften und durchschnitt sie Familien. Im Fokus der Berichterstattung aber blieb zumeist nur die geteilte Hauptstadt und versanken diese Grenzgebiete in der Vergessenheit.

Als am 9. November 1989 eben diese Grenze fiel, öffneten sich aber an allerlei Orten die Schlagbäume und wurden Mauerelemente niedergerissen. Eine Zeit des (Wieder)Kennenlernens begann, die oft genug mit denselben Vorurteilen und Problemen zu kämpfen hatte und dieselben Chancen bot, wie in der Mitte Berlins. Der Themenschwerpunkt will den Blick auf die "Provinz", den "Rand" des öffentlichen Interesses, richten und das alltägliche am Einigungsprozess darstellen.

Auch sollen die erinnerungskulturellen und gedenkpolitischen Institutionen die an diesen Begegnungspunkten entstanden, untersucht werden. Wie gehen Länder, Kommunen und Bürgerinnen und Bürger mit dem Erbe der Monate von November 1989 bis Oktober 1990 um?

Luftaufnahme des ehemaligen Grenzverlaufs der DDR bei Geisa

Maximilian Kutzner

Alltagsleben im Grenzgebiet. Ein Oral History Projekt

Maximilian Kutzner untersucht das Alltagsleben von Menschen im DDR-Grenzgebiet der thüringischen Gemeinde Geisa im Rahmen seines Oral History Projektes. Chronologisch verfolgt der Beitrag die sich wandelnde Wahrnehmung der Grenze durch die Bewohner. Weiter...

Grünes Band

Georg Baumert

Das "Grüne Band" – ein lebendes Denkmal in Deutschland und Europa

Der "Eiserne Vorhang" trennte nicht nur Deutschland in zwei Staaten, sondern zerschnitt in ganz Europa historisch gewachsene Kulturlandschaften. In den unberührten Grenzgebieten entstanden neue Lebensräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Nach dem Fall des "Eisernen Vorhangs" wurden große Teile dieses "Grünen Bandes", das sich von der Barentssee bis zum Schwarzen Meer erstreckt, unter Naturschutz gestellt. Weiter...

Auf der Autobahn hat sich eine lange Schlange von Trabanten gebildet. An den Straßenrändern steht eine Menschenmenge und jubelt.

Astrid M. Eckert

Der andere Mauerfall - Die Öffnung der innerdeutschen Grenze 1989

Nach Günther Schabowskis berühmter Pressekonferenz am 9. November 1989 drängten DDR-Bürger nicht nur in Berlin gegen die Mauer. Astrid M. Eckert erinnert in diesem Artikel an den "anderen Mauerfall" - die Öffnung der innerdeutschen Grenze, das Ende des Grenzregimes und die vielfältigen Begegnungen im Grenzland. Weiter...

Hunderte Demonstranten stehen am 03. Dezember1989 an einem mit Stacheldraht bewehrten Tor auf dem Brocken.

Yannick Lowin

Die Wende im Zonenrandgebiet: Betrachtungen des Mauerfalls in der Stadt Osterode am Harz

Aus einem zeitlichen Abstand von über 20 Jahren beschreibt Yannick Lowin die Wahrnehmungen und Erinnerungen an die Grenzöffnung im November 1989 in einer Gemeinde am Harzrand. Beruhend auf zeitgenössischen Quellen werden die Begegnungen der Menschen in einer geteilten Region abseits der großen Scheinwerfer deutlich. Weiter...