Beleuchteter Reichstag

Regionales Hörfunkprogramm der DDR: Erziehung zum DDR-Staatsbewusstsein

Identifikation durch Abgrenzung und Einbindung


13.9.2013
Christian Könne analysiert Inhalte, Konzepte und Techniken der regionalen Hörfunkprogramme der DDR und beschreibt deren Rolle für die regionale Identifikation und die dahinter stehenden medienpolitischen Motive des DDR-Staates.

Produktion einer Sendung für die Leipziger "Messewelle" 1971 mit Teilnahme eines VolkspolizistenProduktion einer Sendung für die Leipziger "Messewelle" 1971 mit Teilnahme eines Volkspolizisten (© Bundesarchiv, Bild 183-K0313-0001-007, Foto: Wolfgang Kluge)

Einführung



Der Hörfunk der DDR hatte neben den Zentral- auch Regionalprogramme, deren Überlieferung "stark lückenhaft" ist.[1] Strukturell war in den 1960er Jahren geplant, für jeden Bezirk einen Sender zu errichten.[2] Ihre inhaltlichen Konzepte sowie deren Erforschung bei den Hörern soll hier aufgezeigt werden.

Programmkonzepte zur Ausprägung einer Bezirks- und DDR-Identität



Die 1960er Jahre waren in der DDR die Zeit der Neuerungen, auch im Hörfunk. Auf Basis der "Analyse von 20 [sic!] Bezirksprogrammen" legte die Intendanz von Radio DDR für diese staatstragende Aussagen fest: "Sie [die Bezirkssender, Anm. d. V.] haben große spezifische Möglichkeiten, ideenreich und lebendig über die DDR zu berichten und können viel tun, um das sozialistische Heimatgefühl zu wecken, das für das Staatsbewußtsein wichtig ist".[3] Konkret sollte "das lokale Geschehnis […] im Bezirksprogramm Beleg für eine sich objektiv vollziehende Gesamtentwicklung der Republik" hin zum Sozialismus sein. Damit wurde "das Werden unserer sozialistischen Menschengemeinschaft in Stadt und Land […] der große Gegenstand des sozialistischen Bezirkssenders".[4] Welche Konzepte waren Programm dieser Ziele? Serviceangebote und Grußsendungen waren solche Techniken.[5] Auch die "Würdigung der […] Initiativen im sozialistischen Wettbewerb, insbesondere bei der Lösung der […] Planaufgaben" durch Extraprogramme anlässlich von Sonderschichten, um "diese Initiativen als Ausdruck sozialistischen Eigentümerbewußtseins und Handelns öffentlich anzuerkennen", ist bekannt.[6] Die übrigen Programmkonzepte sollen hier vorgestellt werden.

Regionale Sprachtraditionen: Sprache als Element zur Identifikation



Plakat aus Anlass einer Rundfunkveranstaltung für Sorben zum NationalfeiertagPlakat aus Anlass einer Rundfunkveranstaltung für Sorben zum Nationalfeiertag (© Bundesarchiv, Bild 285 Plak-047-055)
Wer Typisches für einen Bezirk suchte, fand in der jeweiligen Sprache ein Merkmal, das gerade vom Funk herausgestellt werden konnte. Sendungen in niederdeutscher Sprache und diejenigen auf Sorbisch waren daher als Angebote für sprachliche Minderheiten ebenso wie als Beleg für lokales Brauchtum bei den Regionalsendern Cottbus, Rostock und Schwerin zu finden. Zu Beginn der 1960er Jahre hatte Cottbus einen wöchentlichen Programmanteil von 27,7 % in sorbischer Sprache. Am Wochenende wurde sogar ausschließlich sorbisches Programm übertragen. Schwerin übertrug in der Woche 10,8 % und Rostock 5,4 % niederdeutsches Programm.[7]

Doch obwohl die internen Dokumente und die öffentlichen Äußerungen der Rundfunkverantwortlichen die Bedeutung der Sprachpflege bis in die 1980er Jahre ausweisen, nahm der Anteil dieser Sprachsendungen ab. Neben Cottbus, das täglich die "Sorbische Sendung" übertrug (10,1 % Sendezeit/Woche), hatte Rostock nur noch sonntags mit "Dit und dat up hoch un platt" eine Sendereihe im Programm (1,4 % Sendezeit/Woche).[8] Warum die niederdeutschen Beiträge aus den Programmen entfernt wurden, muss offen bleiben. Warum die sorbischen Sendungen blieben, ist nachweisbar: Sie wurden für die nationale Minderheit der Sorben übertragen. Es waren Programme "in einer Sprache, die in der Zeit des Hitlerfaschismus im Interesse der nazistischen, imperialistischen Rassenpolitik brutal unterdrückt wurde".[9] Das geforderte Heimatgefühl entlang einer nationalen und sprachlichen Minderheit auszubilden, war durch die Einbeziehung dieser Sendepolitik in den antifaschistischen Mythos der SED von Nutzen.

Grenzsicherung: Wehrerziehung der Bevölkerung zur Abgrenzung durch den Funk



Da "im Einzugsbereich des Senders Weimar […] mehr als die Hälfte der Staatsgrenze West" lag, wurden "besondere wehrpolitische Aufgaben bei der Programmgestaltung" gesehen.[10] Seit 1962 kooperierte der Sender mit der Nationalen Volksarmee (NVA).[11] Dabei übertrug der Sender Weimar z.B. mehrere sog. "Quartett"-Reihen, die ähnlich aufgebaut waren: "Quartett des Wissens" (1964), "Quartett 66" (1965/1966), "Quartett der Freundschaft – ein Grenzersalut zum VII. Parteitag" (1966/67), "Quartett des Waffenbrüderschaft" (1968/1969). Grundlegende Elemente dieser Reihen waren "Quiz- und Spielrunden, verbunden mit öffentlichen Ehrungen."[12] Die öffentlichen Veranstaltungen sollten "die Miterlebbarkeit von gesellschaftlichen Ereignissen und Prozessen" ermöglichen und so angeblich die "Teilnahmebereitschaft" der Menschen erhöhen und "sozialistisches Heimatbewußtsein […] vertiefen".[13] Die Technik der "Mach Mit" - Öffentlichkeit war zentrales Konzept.[14]

Während der sog. "Spielrunden" untersuchten gemischte Mannschaften, nicht zufällig bestehend aus "Grenztruppen und Grenzbevölkerung gemeinsam, die Traditionen des antiimperialistischen Kampfes […] in unseren Grenzorten und Grenzkreisen".[15] Armee und Zivilbevölkerung standen Seit an Seit. Ergänzend hierzu führte der Sender Umfragen mit Soldaten nach deren Vorbildern durch, die "das moralische Gesicht unserer Soldaten" aufzeigen sollten. Als solches Vorbild galt z.B. Hans Beimler, der KPD-Reichstagsabgeordneter gewesen und im Spanischen Bürgerkrieg gefallen war. Um die Abgrenzung zur Bundesrepublik zu markieren, wurden parallel dazu Dokumentationen übertragen, die "die Vergangenheit einiger Führer des Bundesgrenzschutzes" vorstellten.[16] Zur Abbildung des sozialistischen Internationalismus und des antifaschistischen Geschichtsbildes wurde über "Naziverbrechen im Böhmerwald" im Rahmen einer Gemeinschaftssendung mit ČS Rozhlas-Studio Pilsen und der tschechoslowakischen Zeitschrift Zapisnik berichtet.[17]

Einen weiteren internationalen Akzent setzten einige "Quartett"-Reihen dadurch, dass sie "die Einheiten, die Grenzbevölkerung und die Patenbetriebe in einer großen Solidaritätsaktion für das heldenhaft kämpfende vietnamesische Volk" gemeinsam Geld sammeln ließen. So sollte die Übereinstimmung der Ziele und Arbeit von Grenztruppen und Grenzbevölkerung auch im Rahmen der internationalen Solidarität für das sozialistische Lager abgebildet werden.[18]

Daneben übertrug der Sender 14-tägig von den Grenztruppen gesprochene Soldatenkommentare, die "nach Problemvorgabe der politischen Verwaltung der Grenztruppen konzipiert, in Zusammenarbeit mit den Journalisten […] geschrieben und von Grenzsoldaten gesprochen" wurden. Diese befassten sich mit "dem Verhältnis Grenztruppen-Grenzbevölkerung oder Armee-Patenbetriebe, mit der Erhöhung der Gefechtsbereitschaft oder der Freund-Feind-Problematik".[19]

Die "Quartett"-Reihen wirkten sich scheinbar selbst auf die Musikproduktion aus. So produzierte der Sender zusammen mit dem Nohra-Ensemble der in der DDR stationierten sowjetischen Streitkräfte Musikaufnahmen, die anschließend übertragen wurden. Hinzu kamen spezielle Musiksendereihen wie "Die kleine Musikparade", um im Programm "progressive militärische Traditionen zu pflegen".[20]

Zur Demonstration der sozialistischen Gemeinschaftsarbeit wurden weitere Organisationen mit einbezogen. So "bewies" beispielsweise das "Quartett der Waffenbrüderschaft" den nach eigener Auffassung "gewachsenen Gemeinschaftssinn" der DDR-Gesellschaft, weil hier Beteiligte der Gesellschaft für Sport und Technik (GST), des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB), der Deutsch Sowjetischen Freundschaft (DSF), der Freien Deutschen Jugend (FDJ), des Demokratischen Frauenbundes (DFD) und von Schulen und Betrieben teilnahmen. Durch die Einbeziehung der tschechoslowakischen Soldaten sollten darüber hinaus "die freundschaftlichen Bindungen zu den Bruderländern" aufgezeigt werden.[21] Höhepunkte waren die öffentlichen Veranstaltungen. Der Abschluss des "Quartett der Waffenbrüderschaft" hatte angeblich den Charakter "eines wahren Volksfestes", bei dem in ganz Erfurt und via Radio darüber hinaus gezeigt werden sollte, was die sog. "sozialistische Menschengemeinschaft" in Bezug auf die Verteidigung leistete und wie sie zusammenstand: "Es begann am Morgen mit der feierlichen Vereidigung junger Soldaten […] auf dem Erfurter Domplatz. Es schlossen sich militärpolitische Foren, militärsportliche Vergleichskämpfe und Vorführungen der GST an. Verschiedene Volkskunstveranstaltungen erfreuten die Erfurter und ihre Gäste. Die Soldaten besuchten Betriebe, trafen sich mit Jugendbrigaden und Komsomolzen, die einzelnen Truppenteile zogen in Erfurter Wohngebiete und biwakierten dort. […] Am Abend fanden sich 2500 Soldaten und zahlreiche Ehrengäste in der Thüringenhalle ein, um die Veranstaltung zu erleben. Höhepunkte waren die Originalschaltungen nach Zielna Gora und Moskau. Während über Polski Radio die 26 besten Ausbilder der in Thüringen stationierten NVA und der GST zu einem Freundschaftstreffen mit polnischen Soldaten eingeladen und noch während der Veranstaltung […] verabschiedet wurden, konnte durch die Konferenzschaltung mit Radio Moskau Valentina Dikowskaja, die Dolmetscherin Wilhelm Piecks, persönlich einem [sic!] vorbildlichen Grenzsoldaten und dessen Ehefrau zum Besuch in der sowjetischen Hauptstadt einladen."[22]

In sog. "Bällen der Besten" wurden "15 bis 20 der besten Grenzer" zusammen mit Patenbrigaden, Arbeiterveteranen, Reservisten als Saalpublikum eingeladen: "Von diesen Bällen aus vollzog sich die Rechenschaftslegung der Verbandskommandeure über Originalleitung. Aber auch bei entscheidenden Phasen von Spielrunden bewährte sich die Konferenzschaltung".[23] Durch die Konferenzschaltung wurden "der Sendesaal mit dem Saalpublikum und die Hörenden zuhause […] zu einer Gemeinschaft vereint, die sich an einem imaginären Ort traf".[24] Die sog. "sozialistische Menschengemeinschaft" wurde so medial abgebildet und miterlebbar, wie man dies auch in der Unterhaltung praktizierte.[25] Es war eine bewährte Programmtechnik.

Die "Quartett"-Reihen sollten nachweisen, dass "der "zuverlässige Schutz der DDR […] ein wesentliches Element des […] Sozialismus" war. Daneben war zu zeigen, dass es ein Bündnis zwischen den Grenzsoldaten der NVA und der Bevölkerung gab. Dieses galt als "Triebkraft der sozialistischen Entwicklung", da es "die Übereinstimmung der Ziele des einzelnen mit denen der Gesellschaft" vorführte, nämlich "Ruhe und Ordnung für jeden Bürger sowie den Schutz des im sozialistischen Aufbau Geschaffenen". Um das Ansehen der Soldaten in der Bevölkerung zu verbessern, sollte "die hohe sozialistische Moral" der NVA durch "die Gegenüberstellung des moralischen Antlitzes unserer Soldaten als den Sachverwaltern des Interesses des Volkes und des genauen Bildes des Feindes, des Verfechters aggressiver imperialistischer Monopolinteressen" gezeigt werden. Schließlich sollte nachgewiesen werden, dass die NVA im Gedanken des sozialistischen Internationalismus "mit den Bruderländern fest verbündet" war.[26]

Mit seinen "Quartett"-Reihen arbeitete das Radio analog zur Armee und Presse, denn über die "Quartett-Übungen" auf militärischer Ebene sagte das Neue Deutschland: "Quartett bewies die politisch-moralische und militärische Kraft unserer Armeen, die den Grundlagen der sozialistischen Gesellschaftsordnung, der unlösbaren Verbindung von Volk und Armee […] entspringt".[27] Als Fazit der "Quartett"-Reihen hielt man fest, dass sie angeblich "zur Formung sozialistischen Bewußtseins und zur Weiterentwicklung unserer Gesellschaftsordnung" beigetragen hätten. Die Beteiligung der Menschen und die Kooperation der verschiedenen gesellschaftlichen Organisationen wertete man als "Ausdruck gefestigten Staatsbewußtseins".[28] Eine wohl ähnliche Kooperation mit der NVA hatte auch der Sender Rostock.[29]

Kommunalpolitik im Rundfunk: Systemerziehung und Einbindung ins System



Ab 1965 kam die Lokalpolitik ins regionale Rundfunkprogramm. Ihre erzieherische Bedeutung läge darin, dass sie "für jeden Bürger in seiner unmittelbaren Umgebung die Politik unseres Staates reflektiert und so ständig Einfluß auf die sozialistische Bewußseinsbildung" nehme.[30] Aufgabe war z.B. in Leipzig "planmäßig Sendebeiträge zu gestalten, in denen nicht nur gezeigt wird, welche Aufgaben die örtlichen Organe und Volksvertretungen zu lösen haben, sondern auch wie das unter Einbeziehung vieler Bürger geschieht".[31] Die Sendereihen sollten belegen, wie "die Sorgen der Bevölkerung aufgegriffen, wie […] die Bürger selbst mit [...] in die Regelung aller Angelegenheiten, die sie berühren", einbezogen wurden. Damit sollte gezeigt werden, "wie […] unsere sozialistische Demokratie" arbeitete. Die Sendereihe "Der Abgeordnete hat das Wort" aus Leipzig stellte beispielsweise den "Abgeordneten als Vertrauensmann der Wähler" vor und ließ ihn und aus seinem Arbeitsalltag berichten. So wollte man "den Hörer 'hinter die Kulissen' schauen […] lassen, [um] ihm zu zeigen, wie unsere sozialistische Demokratie funktioniert." Schließlich sollten die Abgeordneten auch auf Fragen der Bevölkerung antworten.[32]

"Das Forum der Volksvertreter", beim Sender Cottbus seit 1968/69 ausgestrahlt, bot den Abgeordneten die Möglichkeit, "Erfahrungen zu vermitteln und den Gedankenaustausch der Abgeordneten in aller Öffentlichkeit zu fördern". Das tat man z.B. mit Berichten von Sprechstunden der Abgeordneten in Arbeitskollektiven.[33] Zentrales Gestaltungsmittel war auch im "UKW-Funkforum – Abgeordnete am Mikrofon" des Senders Leipzig die "Form des Rundtisch-Gesprächs" unter Einbezug von "Anfragen, Umfragen, kritische[n] Analysen und Feststellungen […], um an Hand praktischer Beispiele […] die Sendung […] hörerwirksamer zu gestalten". Zur Ausweitung des Publikumsbezugs wurde die Reihe "einmal wöchentlich […] als öffentliches Forum gestaltet".[34] Zu diesen Gesprächsrunden traten Kurzkommentare, die nach Auffassung der Programmmacher "das Systemdenken als wichtige Voraussetzung zu höherer Effektivität in der Kommunalpolitik" förderten. Der Sender Weimar gestaltete spezielle Sendewochen in den Kreisen, um so "bewährte Erfahrungen und Methoden der sozialistischen Kommunalpolitik zu popularisieren und die Bürger für die noch bewußtere Mitarbeit zu gewinnen." Um dabei die sozialistische Gemeinschaftsarbeit abzubilden, arbeitete man "mit den Kreisleitungen der Partei, den Räten der Kreise und Städte, Ausschüssen der Nationalen Front und anderen Trägern des gesellschaftlichen Lebens" zusammen.[35] Eine 1975 in Bad Sulza durchgeführte Gemeinschaftsaktion sollte u.a. dazu dienen, "die Wirksamkeit der Abgeordneten [...] durchzusetzen".[36]

Daneben ließ der Rundfunk "in der Hörerpost zugehende Fragen […] von Abgeordneten beantworten".[37] Aber auch Eingaben wurden öffentlich gemacht.[38] Hierzu wurde "in speziellen Hörersendungen […] die Möglichkeit [gegeben], den Werdegang der wichtigsten Briefe im allgemeinen Interesse öffentlich verfolgen zu können." Durch diese Veröffentlichung sollten "Chancen demokratischer Mitarbeit" aufgetan werden, indem man zeigte, wie nützlich und im Sinne der sozialistischen Demokratie "demokratisch" es war, durch die Eingaben "mit der Möglichkeit allgemeinen Nutzens [zu] reden".[39] So war es dem Hörfunk angeblich durch "die enge Zusammenarbeit mit den Volksvertretern […] möglich, eine Reihe von Eingaben zu klären". Beispielsweise konnte "im Arbeiter- und Urlauberzentrum Tambach-Dietharz […] durch unmittelbare Einflußnahme der Abgeordneten auf die Verantwortlichen […] die seit Jahren kritisierte Brotversorgung in Ordnung gebracht werden".[40]

Daneben wurde das "Staatsorgan Rundfunk" offenbar auch zur Disziplinierung eingesetzt. So wies der Hörfunk den Rat einer Gemeinde "auf seine Verantwortung für eine langfristige und sorgfältige Vorbereitung" seiner Aufgaben hin, weil dieser "den Volksvertretern umfangreiche Beschlußvorlagen […] [nur] 24 Stunden vor der Beratung und Beschlußfassung zukommen ließ." Ähnlich agierte der Hörfunk nach eigener Darstellung auch in den Betrieben, da in einer "Reihe von Werken die unmittelbar in der Produktion tätigen Abgeordneten nur geringe Aufmerksamkeit, geschweige denn Unterstützung durch die staatlichen Leiter" erfuhren. Schlimmer noch: In einigen Fällen wurden die Abgeordneten in den Betrieben angeblich "als 'unabkömmlich' [daran] gehindert […], an den […] Plenartagungen teilzunehmen". Solche Zustände wurden zur Sprache gebracht. Sie zeigten zwar die faktische Bedeutungslosigkeit von Abgeordneten in DDR-Parlamenten. Doch konnte durch solche Beiträge die Arbeitsfähigkeit des "Staatsorgans Rundfunk" im Sinne der sozialistischen Kommunalpolitik nach eigener Auffassung "bewiesen" werden.[41]

Die direkteste Form, "sozialistische" Kommunalpolitik durch den Rundfunk zu befördern, war die persönliche Beteiligung der Mitarbeiter des "Staatsorgans Rundfunk" in den Kommunalparlamenten. So waren beispielsweise in Leipzig "Redakteure selbst Mitglied von ständigen Kommissionen der Volksvertretungen". Hier wurde die sozialistische Demokratie doppelt durch die Propagandisten des Systems getragen. Denn diese schrieben "nicht nur über die demokratische Praxis […], sie verantworten sie mit, entscheiden direkt mit und legen mit ihren Beiträgen im Grunde auch Rechenschaft über die eigene Arbeit ab."

Die Redaktionen sollten ganz allgemein die "Fragen und Erfahrungen der Hörer bei der Gestaltung des Sozialismus" erkennen und "mit allen journalistischen Genres […] diese Entwicklung der sozialistischen Demokratie […] unterstützen. Informationen, Diskussionsvorschläge zu Beratungen der Abgeordneten, [und] öffentliche Rechenschaftslegungen" galten dabei als diejenigen Gestaltungsmittel, "die sich in allen Regionalsendern bewährten".[42] Die Sendereihen zur sozialistischen Demokratie waren tragende Säulen des Regionalsenderkonzepts. Seit 1973 wurden sie ausgebaut.[43] 1981 hörte man mittwochs aus Karl-Marx-Stadt zwischen 6.50 und 7.20 Uhr den "Treffpunkt Kommunalpolitik" (2,4 % Sendezeit/Woche), donnerstags aus Frankfurt/Oder von 5.05 bis 8.00 Uhr die "Oderwelle am Morgen mit Berichten zur Kommunalpolitik und Glückwünschen", samstags im Sender Cottbus von 8.00 bis 8.30 Uhr das "Forum der Volksvertreter" (1,4 % Sendezeit/Woche) und am Sonntag im Sender Leipzig zwischen 7.45 und 8.00 Uhr "Der Rat rät" (0,7 % Sendezeit/Woche).[44] Ihre Verwendbarkeit wurde wissenschaftlich erforscht.[45] Nicht von ungefähr. Schon bei ihrer Einführung galt, dass ihr Fokus auf "Probleme des Nahverkehrs, des Handels, [sowie] der Dienstleistungen" zu legen war, da "von deren Lösung weitgehend das Stimmungsbarometer der Bevölkerung beeinflußt" wurde.[46] Die als Dialog inszenierte, aber hierarchisch auf die SED ausgerichtete Kommunikationssituation, spielte den Menschen eine Illusion von Teilhabe vor, während die durch solche Sendereihen verschleierte Macht und die Deutungshoheit des Geschehens bei der Partei und ihrem Funk lag.[47]

Auslandskontakte. Sozialistischer Internationalismus als Identifikationselement



Bei seinen Auslandskontakten schenkte der Sender Weimar "den Partnerschaftsbeziehungen, die über 40 Städte und Gemeinden des Bezirks […] mit französischen Kommunen unterhalten, große Aufmerksamkeit".[48] Gerade Westkontakte waren geeignet, um sich in der Konkurrenz zur Bundesrepublik vor der internationalen Anerkennung der DDR international zu positionieren. Zur Abgrenzung trat die Einbindung ins sozialistische Lager.[49] Hier wollte man "am unmittelbaren Erleben im Territorium deutlich […] machen, wie in der […] DDR die Haltungen der Verbundenheit, Achtung und Wertschätzung der Menschen gegenüber anderen Völkern wuchsen, gestützt auf dem sozialistischen Internationalismus und die Freundschaft zu allen Völkern." Solche Sendungen stellten beispielsweise "den Dresdnern ihre Partnerstadt Leningrad" vor. Es kamen aber auch ",Reportagen aus Kiew für das eng verbundene Leipzig". Darüber hinaus wurden "Gemeinschaftskonzerte von Poznan und Cottbus" übertragen wie über "die Hilfe aus Zielna Gora für das Studio Frankfurt/Oder" berichtet.[50] Der Sender Rostock kooperierte mit Szczecin und Riga.[51]

Einschätzung der eigenen Arbeit



Zu Beginn der 1970er Jahre lagen für "die Vermittlung folgender Bewußtseinsinhalte" erprobte Konzepte und feste Pläne vor: "Entwicklung des DDR-Staatsbewußtseins, [...] Förderung der sozialistischen Denk- und Verhaltensweisen" sowie für die "Vertiefung der Kampf- und Lebensgemeinschaft mit der Sowjetunion".[52] Als hierfür erfolgreich galten 1986 intern "aktuelle Information, bürgernaher Erfahrungsaustausch über die breite Mitarbeit der Werktätigen am sozialistischen Aufbau, ein für die Lebensbedürfnisse nützlicher Service und ein die Heimatverbundenheit förderndes kulturelles Angebot".[53] Dies wurde 1987 nahezu gleichlautend publiziert.[54] Doch kamen die Konzepte bei den Hörern an?

Die Untersuchung des Angebots bei den Hörern



Ein zentrales Kriterium war und blieb die Information durch das Radio.[55] Das galt auch für die Regionalprogramme. 1973 ermittelte man als wichtigsten Grund für das Hören der Regionalsender "die Zeitansage" am Morgen. An zweiter Stelle kam die Frühmusik in der musikalischen Rangfolge Tanzmusik, Schlager, Beat bzw. Volksmusik.[56]

1974 wurde erstmals die Relevanz der für die Regionalprogramme als konstitutiv eingestuften Inhalte nachgewiesen. Die Hörer brachten das meiste Interesse für "Nachrichten und Serviceleistungen, Zeitansage, Wetterbericht, Hinweise zur gesunden Lebensweise [...], Tips für Haushalt und Familie, Berichte […] aus den Heimatbezirken sowie über Unfälle und Gefahrenstellen, Scherzhafte Plaudereien und […] lustige Begebenheiten aller Art" auf. Am wenigsten interessierten "Beat, Jazz, Musical, Chanson, Lieder der Singebewegung und die Genres der klassischen Musik". Auch die Frühgymnastik, die politischen Berichte aus Berlin sowie Berichte über Kunst, Kultur oder Landwirtschaft stießen auf wenig Interesse.[57] 1982 waren 76 % der Hörer sog. "Stammhörer", womit die Regionalprogramme die größte Stammhörerquote aller DDR-Frühprogramme besaßen. Grund hierfür waren sowohl die musikalische Gestaltung (61 % gut bzw. sehr gut) als auch die Sprecherleistung (55 % gut bzw. sehr gut).[58]

Erstmals erfolgte 1989 eine umfassende Untersuchung der Nutzungsgewohnheiten des regionalen Programmangebots.[59] Zwei programmatisch wichtige Bereiche, die Pflege des lokalen Brauchtums sowie die regionaltypische Musik, die zur Identifikation verstärkt gesendet werden sollte, ließen sich "nicht als eigenständiges Interessenprofil ausweisen".[60] Das musikalische Profil der Regionalsender wurde stattdessen "durch schlagerhafte, volksliedhafte […] Musik charakterisiert".[61] Die veröffentlichte Auswertung war den Plänen angepasst. Dementsprechend nahm die "regionaltypische Musik […] einen mittleren Stellenwert" ein.[62]

Nachrichten und Informationssendungen fanden dann am meisten Interesse, wenn sie "auf den alltäglichen Handlungsraum […] Bezug" nahmen. Gewünscht wurde ein Lokalrundfunk, der auf "auf Alltagsnützlichkeit angelegt und vor allem breit gefächert" war.[63] Publiziert wurde, dass die Sender bemüht waren, "Nahwelt und Fernwelt in ihrem Zusammenhang" darzustellen.[64] Auch hier erfolgte die Angleichung der Umfrageergebnisse an die 1960 formulierten Erziehungsziele.

Wie schon 1982 (14 %) wurden wochentags 16 % der Bevölkerung ab 15 Jahren erreicht. Damit gehörten die Regionalprogramme zu den Sendern mit den höchsten Hörerquoten. Umgekehrt waren für die die zentralen DDR-Programme seit der Mitte der 1970er Jahre Hörerverluste festzustellen.

Als Anregung wurde der Ausbau der Programme für jeden Bezirk gegeben. Gleichzeitig sollten die Programme auf noch kleinere Einheiten eingehen, beispielsweise durch "lokale Fenster".[65] Damit tauchten 1989 jene Ideen auf, die bereits seit Beginn der 1960er Jahre erreicht werden sollten. Hörfunk aus jedem Bezirk und Lokalinformation aus kleineren Einheiten – das waren und blieben die Ziele. Ob die Identifikation mit der DDR und die Ausprägung eines sozialistischen Lokal- und in der Folge Staatsbewusstseins umgesetzt werden konnte, wurde bei den Hörern nicht untersucht.[66]

Schlussbetrachtung



Die Regionalprogramme dienten dem Ziel, die Menschen auf ihre Bezirke und das sozialistische Leben vor Ort "zu orientieren" und von diesem ausgehend ein DDR-Staatsbewusstsein auszuprägen. Zentrale Elemente waren dabei die Abgrenzung vom Westen ebenso wie – auf andere Art – von den jeweils übrigen Bezirken sowie die Einbindung ins sozialistische Bezirkslebens der DDR und in den internationalen Kontext des Sozialismus. Bis in die 1970er Jahre waren die Konzepte für regionales Hörfunkprogramm etabliert. Gruß- und Wunschsendungen, Service, Wehrerziehung, Sprachpflege, kommunalpolitische Gesprächsrunden, regionaltypische Musik und Operativ-Aktionen galten als zentrale Elemente. Für das Hörfunkprogramm der DDR gängige Merkmale wie Massenveranstaltungen, sozialistischer Internationalismus und Gemeinschaftsaktionen finden sich damit auch in den Regionalprogrammen. In dieser Form arbeiteten die Programme nach Vorstellung der Verantwortlichen seit den 1970er Jahren wie geplant.

Die "Ferienwelle" des Senders Rostock, die "Messewelle" aus Leipzig und die "Sorbische Sendung" des Senders Cottbus waren in den Augen der Programmverantwortlichen die am besten gestalteten Regionalprogramme. Ob die Programme bei den Hörern ankamen, wurde erst spät untersucht. Ob die speziellen Konzepte zu einer Ausprägung des DDR-Staatsbewusstseins führten, wurde nie überprüft. War dies eine Frage, deren Antwort die SED in Hörerumfragen scheute? Allein in internen Dokumenten und den Diplomarbeiten "bewies" sich der Staatsrundfunk durch die Teilnahme von Menschen an Unterhaltungssendungen oder Massenveranstaltungen seine Wirksamkeit und seine angebliche Fähigkeit, die Menschen gemäß den Parteivorgaben zu erziehen. Immerhin erfuhr man durch die Hörerforschung, dass die lokale Information und die Serviceangebote den Hörerwünschen entsprachen. Doch konnte der Besuch einer geöffneten Gaststätte, oder ein Wochenendausflug zu einem beworbenen Ziel als Identifikation mit dem SED-Staat gewertet werden? Diese Interpretation nahm auch die Hörerforschung der DDR nicht vor. Folkloristische und heimatkundliche Beiträge, von der SED für die jeweilige Identitätsbildung für wichtig erachtet, fielen beim Publikum durch. Das galt auch für die entsprechende Musik. Programminhalte, die nicht interessierten, verblieben als Forderung der Partei in den Programmplänen und offiziellen Verlautbarungen. Die Widersprüche von Parteizielen und Hörerwünschen waren bekannt, sie wurden in den offiziellen Darstellungen jedoch der Parteilinie angeglichen. Inwieweit welche Programminhalte reduziert wurden, wäre en Detail zu überprüfen. Von den in den 1960er Jahren gesteckten Erziehungszielen wurde, wie die Programmanteile zeigen, nicht abgerückt.[67]

Die Regionalsender hatten es jedoch geschafft, ein besonderes Profil innerhalb des DDR-Hörfunks herauszubilden und sich in Bezug auf die Hörerzahlen vom Abwärtstrend der überregionalen Programme abzukoppeln. Nicht umgesetzt wurde das ursprünglich formulierte Ziel, ein Programm für jeden Bezirk einzuführen.

Zitierweise: Christian Könne, Regionales Hörfunkprogramm der DDR: Erziehung zum DDR-Staatsbewusstsein, Identifikation durch Abgrenzung und Einbindung in: Deutschland Archiv Online, 13.09.2013, http://www.bpb.de/169085


Fußnoten

1.
Ingrid Pietrzynski, Das Schriftgut des DDR-Hörfunks. Eine Bestandsübersicht, Potsdam 2002, S. 81.
2.
Konzeption für eine Besprechung in der Agitationskommission über Fragen der Perspektive des Rundfunks, 20.10.1964, Bundesarchiv Berlin Lichterfelde (im Folgenden: BArch), (Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR (im Folgenden: SAPMO)), DY 30/IV A 2/9.02/202, o.p.
3.
Bericht des Staatlichen Rundfunkkomitees beim Ministerrat der DDR (im Folgenden: SRK) vor dem Sekretariat des ZK, 25.01.1967, BArch, SAPMO, DY 30 / IV A 2/9.02/66, o.p.
4.
Willi Lange, Blickpunkt Heimatsender. Über den kulturellen und ethischen Auftrag der Bezirkssender von Radio DDR, in: SRK (Hg.): Rundfunkjournalistik in Theorie und Praxis (im Folgenden: RTP) 2 (1966) Sonderheft Blickpunkt Heimatsender, Berlin (Ost), S. 11f.
5.
Christian Könne, Die Radio-DDR-Ferienwelle. Programm für Urlaub im Sozialismus, in: Rundfunk und Geschichte 35 (2009), H. 3/4, S. 15-29, hier S. 20-21. Vgl. Ders.: Vom Radioprogramm für die Leipziger Messe zur „Radio-DDR-Messewelle“. Informationen, Service, Unterhaltung und Werbung in unterschiedlicher Ausrichtung, in: Neues Archiv für Sächsische Geschichte 83 (2012), S. 123-149.
6.
Sender Weimar, Verbale Berichterstattung erstes Halbjahr 1970, 21.07.1970, Mitteldeutscher Rundfunk Leipzig, Verwaltungsarchiv (im Folgenden: MDR), Mappe 98, o.p. Vgl. Christian Könne: Wirtschaftssendungen für die DDR. Hörfunk zur Finanzierung des Sozialismus, in: Deutschlandarchiv. Zeitschrift für das vereinigte Deutschland 44 (2011) Nr. 2, S. 222-229.
7.
Ausgewertet wurden zwei Sendewochen im Oktober. FF Funk und Fernsehen der DDR 3 (1961) Nr. 42/43.
8.
FF dabei 13 (1981) Nr. 42.
9.
Hubert Raffelt, Regionalsender als tägliche Gesprächspartner der Bürger im Territorium (im Folgenden: Regionalsender als tägliche Gesprächspartner), in: Rundfunk und Fernsehen OIRT, Zeitschrift der Internationalen Rundfunk- und Fernsehorganisation (OIRT), Jg. [?] (1976) H. 2, S. 10-14, hier S. 12.
10.
Ingrid Schlichting, Erfahrungen bei der rundfunkjournalistischen Umsetzung von Partei- und Regierungsbeschlüssen – erarbeitet anhand der wehrerzieherischen Arbeit eines Regionalsenders im Bereich dreier Grenzbezirke, Leipzig 1970, S.1, Deutsches Rundfunkarchiv Potsdam-Babelsberg (im Folgenden: DRA), Bestand Diplomarbeiten.
11.
Vgl. zum Themenkomplex „Militarisierung und Unterhaltung“ Uwe Breitenborn, Wie lachte der Bär? Systematik, Funktionalität und thematische Segmentierung von unterhaltenden nonfiktionalen Programmen in Deutschen Fernsehfunk bis 1969, Berlin 2003, S. 183-189. Vgl. zur Grenzsicherung: Peter Joachim Lapp, Grenzregime der DDR, Aachen 2013, S. 298f., 309f., 414f., 426-432, 447. Die hier skizzierte „Grenzsicherung“ und die Zusammenführung von Bevölkerung und Truppen durch den Rundfunk findet sich bei Lapp nicht.
12.
Ingrid Schlichting, Erfahrungen bei der rundfunkjournalistischen Umsetzung, S. 9.
13.
HA Planung, Arbeitsmaterial zur Entwicklung des Rundfunks 1976/80 und bis 1990, 10.06.1974, DRA, I 017-01-02/0021, Bl. 0010.
14.
Adelheid von Saldern, Öffentlichkeiten in Diktaturen. Zu den Herrschaftspraktiken im Deutschland des 20. Jahrhunderts in: Günter Heydemann / Heinrich Oberreuter (Hg.), Diktaturen in Deutschland. Vergleichsaspekte, Strukturen, Institutionen und Verhaltensweisen, Bonn 2003, S. 442-475, hier: S. 461-465.
15.
Ingrid Schlichting, Erfahrungen bei der rundfunkjournalistischen Umsetzung, S. 5.
16.
Ebd., S. 8
17.
Ebd., S. 9.
18.
Ebd., S. 5.
19.
Ebd., S. 8.
20.
Ebd., S. 9.
21.
Ebd., S. 6
22.
Ebd., S. 6-7.
23.
Ebd., S. 10.
24.
Zitiert Monika Pater, Rundfunkangebote, in: Inge Marßolek / Adelheid von Saldern (Hg.), Zuhören und Gehörtwerden Bd. I. Radio im Nationalsozialismus. Zwischen Lenkung und Ablenkung, Tübingen 1998, S. 225.
25.
Hier „Mit dem Herzen dabei“ oder „Von 7 bis 10: Sonntagmorgen in Spreeathen“. Vgl. Christian Könne, Der Hörfunk der DDR in den 1960er Jahren. Pläne Innovationen, Wirklichkeiten, Berlin 2010, S. 253-255. Ders., Hörfunk im Kalten Krieg, Berliner Radioprogramme in der Systemkonkurrenz, in: Michael Lemke (Hg.), Schaufenster der Systemkonkurrenz. Die Region Berlin-Brandenburg im Kalten Krieg, Köln 2006, S. 371-376. Vgl. auch: Rüdiger Steinmetz / Reinold Viehoff (Hg.), Deutsches Fernsehen Ost. Eine Programmgeschichte des DDR-Fernsehens, Berlin 2008, S. 177-276.
26.
Ingrid Schlichting, Erfahrungen bei der rundfunkjournalistischen Umsetzung, S. 3.
27.
Dem Kriege zu wehren, den Frieden zu wahren, Eine Nachbetrachtung zur Herbstübung [„Quartett“] der sozialistischen Bruderarmeen, 19.09.1963, Neues Deutschland, S. 2.
28.
Ingrid Schlichting, Erfahrungen bei der rundfunkjournalistischen Umsetzung, S. 12.
29.
Christian Könne, Die Radio-DDR-Ferienwelle, S. 22.
30.
Sender Weimar, Verbale Berichterstattung erstes Halbjahr 1970, 21.07.1970, MDR, Mappe 98, o.p.
31.
Funkecho. Zeitung für die ehrenamtlichen Korrespondenten des Sendebereiches Leipzig, Halle, Magdeburg 7 (1966) H. 5, 25.9.1966, o.p. [S. 2].
32.
Funkecho 7 (1966) H. 5, 25.9.1966, o.p. [S. 2].
33.
Karl-Heinz Tabor, Ein „Wundermittel“ – auf UKW 98,6 MHz in Aktion. Erfahrungen mit der Sendereihe „Forum der Volksvertreter“ im Sender Cottbus, in: Neue Deutsche Presse, Zeitschrift für Presse, Funk und Fernsehen der DDR, Organ des Verbandes der Journalisten der DDR (im Folgenden: NDP) 26 (1972) H. 1, S. 10-11, hier: S. 10.
34.
SRK, Volkswirtschaftsplan 1971, Stand: 1.1.1971, o.D., DRA, Bestand RBI, 136, Pläne 1970 bis 1972, o.p.
35.
Sender Weimar, Verbale Berichterstattung erstes Halbjahr 1970, 21.07.1970, MDR, Mappe 98, o.p.
36.
Nationale Front der Deutschen Demokratischen Republik, Bezirkssekretariat Erfurt, Thüringisches Hauptstaatsarchiv Weimar, Bestand Nationale Front der DDR: 6-95-7201, Sign. 735, Bl. 10.
37.
Karl-Heinz Tabor, Ein „Wundermittel“ – auf UKW 98,6 MHz in Aktion, S. 10.
38.
Teilweise ähnlich arbeiteten auch „Prof. Dr. Eisler antwortet auf Hörerfragen“, „Aus meiner Postmappe“ und „Das Professorenkollegium tagt“. Vgl. Christian Könne, Der Hörfunk der DDR in den 1960er Jahren, S. 214-216. Ders., Hörfunk im Kalten Krieg, S. 367-371.
39.
Hubert Raffelt, Regionalsender als tägliche Gesprächspartner, S. 12.
40.
Wilfried Schilling, Diskussionen, Untersuchungen, Vergleiche. Volksvertreter und „Das Volk“ waren „in wichtiger Staatsangelegenheit“ unterwegs, in: NDP 26 (1972) H. 1, S. 6-7.
41.
Karl-Heinz Tabor, Ein „Wundermittel“ – auf UKW 98,6 MHz in Aktion, S. 10.
42.
Hubert Raffelt, Regionalsender als tägliche Gesprächspartner, S. 13, S. 10.
43.
Konzeption der programmpolitischen Entwicklung des Rundfunks 1976 bis 1980/90, 10.05.1973, DRA, Komiteevorlage des Staatlichen Rundfunkkomitees beim Ministerrat der DDR (im Folgenden: KV) 24/73, o.p.
44.
FF dabei 13 (1981) Nr. 43.
45.
Vgl. Hans-Günther Dutschke, Der UKW-Expreß des Senders Dresden als Mittel und Möglichkeit der Durchsetzung der sozialistischen Kommunalpolitik durch schöpferische Gemeinschaftsarbeit mit staatlichen Organen, Diss. [Leipzig] 1971.
46.
Funkecho 7 (1966) H. 5, 25.9.1966, o.p. [S. 2].
47.
Adelheid von Saldern, Öffentlichkeiten in Diktaturen, hier: S. 461-465.
48.
Sender Weimar, Verbale Berichterstattung erstes Halbjahr 1970, 21.07.1970, MDR, Mappe 98, o.p.
49.
Uwe Breitenborn, Wie lachte der Bär?, S. 190-196.
50.
Hubert Raffelt, Regionalsender als tägliche Gesprächspartner, S. 13.
51.
Christian Könne, Die Radio DDR Ferienwelle, S. 18.
52.
Sender Weimar, Verbale Berichterstattung erstes Halbjahr 1970, 21.07.1970, MDR, Mappe 98, o.p.
53.
Der Anteil der Regionalsender am Programmangebot des Rundfunks, 18.02.1986, DRA, KV 10/86, o.p.
54.
Rainer Gummelt / Hubert Raffelt, Weitere Profilierung der Regionalprogramme des Rundfunks der DDR, in: RTP: 23 (1987) Nr. 1, S. 5-14, hier S. 6f.
55.
Hans Urbitsch, Zur Regionalinformation des Deutschen Demokratischen Rundfunks, in: RTP 1 (1965) Nr. 5, S. 25-28. Willy Frei, Noch einmal zur Regionalinformation im Rundfunk, in: RTP 1 (1965) Nr. 11, S. 20-25.
56.
Abteilung Soziologische Forschung, Analyse Frühprogramm für Bezirkssender, 15.01.1973, DRA, Ablage I, 1.2 Forschungsgebiete, 1.2.4 Sendegebiets- und Programmanalysen, 1.2.4.2 Frühprogramm 1970/74, o.p.
57.
Gewohnheiten und Erwartungen von Hörern der Regionalsender im Frühprogramm des Rundfunks, 21.11.1974, DRA, Ablage I, 1.2 Forschungsgebiete, 1.2.4 Sendegebiets- und Programmanalysen, 1.2.4.2 Frühprogramm 1970/74, o.p.
58.
Aktuelle Tendenzen im Hörverhalten am Werktagmorgen, 10.03.1982, DRA, KV 9/82, S. 3, 4, 8.
59.
Soz. Forschung, Rundfunk in der Region, Juni 1989, DRA, Abteilung Soziologische Forschung, 017-01-02, o.p.
60.
Ernst Heinze, Musik im Regionalprogramm, in: RTP 24 (1988) Nr. 2, S. 26-33. Uwe Meergans, Rundfunk in der Region – Erkenntnisse soziologischer Hörerforschung, in: RTP 24 (1988) Nr. 2, S. 45-51.
61.
Soz. Forschung, Rundfunk in der Region, Juni 1989, DRA, Abteilung Soziologische Forschung, 017-01-02, o.p.
62.
Uwe Meergans, Rundfunk in der Region (RTP 1988), S. 47.
63.
Soz. Forschung, Rundfunk in der Region, Juni 1989, DRA, Abteilung Soziologische Forschung, 017-01-02, o.p.
64.
Uwe Meergans, Rundfunk in der Region (RTP 1988), S. 47.
65.
Soz. Forschung, Rundfunk in der Region, Juni 1989, DRA, Abteilung Soziologische Forschung, 017-01-02, o.p.
66.
Vgl. Lieselotte Mühlberg, Hörerforschung des DDR-Rundfunks, in: Heide Riedel (Hg.): Mit uns zieht die neue Zeit, 40 Jahre DDR-Medien, Berlin 1993, S. 173-181, hier: 177-178. Vgl. auch Michael Meyen, Denver Clan und Neues Deutschland, Mediennutzung in der DDR, Berlin 2003, S. 129-130.
67.
FF dabei 13 (1981) Nr. 43. Die Sendezeit von Sendungen mit „Heimatbezug“ erreichte folgenden Anteil am Wochenprogramm: Tägliche Heimatsendungen kamen aus Cottbus (10,6 %), Dresden (19,6 %), Rostock (8,7 %), Weimar (35,3 %). Nur am Wochenende übertrugen Neubrandenburg (3,2 %), Karl-Marx-Stadt (8,9 %) und Schwerin (3,2 %) „Heimatprogramm“. Das inhaltlich differenzierteste Heimatprogramm kam aus Dresden. Täglich wurde „Zwischen Fichtelberg und Landeskrone“ und am Samstag mit „UKW-Freizeitkalender mit Wettergespräch“ auf den Bezirk hin orientiert. Wie zur Identitätsbildung geplant, hörte man auch „Dresdner Künstler musizieren“.
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Autor: Christian Könne für bpb.de
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Demonstration am 4. November 1989 in Berlin.Deutschland Archiv 1/2011

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