Beleuchteter Reichstag

Die Stasi nutzte neben den "inoffiziellen Mitarbeitern" auch "Auskunftspersonen" – Der Fall Saalfeld


24.6.2015
Als Auskunftspersonen des Ministeriums für Staatssicherheit sind Bürger anzusehen, die auf Nachfrage bereit waren, Informationen über Personen aus ihrem Wohnumfeld zu geben. Am Beispiel der Stadt und des Kreises Saalfeld untersucht Helmut Müller-Enbergs, wie viele und welche Akteure in den Akten verzeichnet sind und inwiefern sich die Erkenntnisse auf das Gebiet der DDR übertragen lassen.

Luftbildaufnahme eines Stadtteils von SaalfeldLuftbildaufnahme eines Stadtteils von Saalfeld (© John Steer)

Nachdem das Stasi-Unterlagen-Gesetz im Dezember 1991 in Kraft getreten war, haben die Wissenschaftler der Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU) mit guten Gründen dafür geworben, den Stellenwert der inoffiziellen Mitarbeiter (IM) nicht allzu hoch anzusetzen. Vielmehr sollte das Geflecht und Bedingungsgefüge von Partei, Staatssicherheit und Gesellschaft aufgezeigt werden, um deutlich zu machen, dass IM zwar heimlich Informationen für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) beschafften, aber nicht alle gleich waren. Es kam auf den Einzelfall an. Ebenfalls nicht zufällig erschien einer der ersten Aufsätze aus der Feder von Andreas Schmidt unter dem zutreffenden und erhellenden Titel "Auskunftspersonen" (AKP).[1] Denn darum geht es: Um Auskunftspersonen der SED-Diktatur – unerheblich, welche Schulterstücke sie trugen, für welches Parteibuch sie eingeschrieben waren, ob sie es heimlich oder offiziell getan, oder ob sie den Dienst bei Polizei, Zoll oder Staatssicherheit verrichtet haben. Das System wurde durch eine Vielzahl von Informationen stabilisiert. Auch nach dem Untergang des Ministeriums für Staatssicherheit ist noch kein "Ende der Geschichte" abzusehen.

Der Ansatz mit den Auskunftspersonen, welcher ein Forschungsprojekt zwingend verlangt hätte, versandete jedoch.[2] Solche Einwürfe fanden aber keinen Eingang in die wissenschaftliche Hauptströmung. Zu Unrecht – wie in der nachstehenden Untersuchung aufgezeigt werden soll. Gleichwohl erhielten die Auskunftspersonen zuletzt medial überraschend einige Aufmerksamkeit: Die zentrale Ausstellung zum Ministerium für Staatssicherheit, die im Stasi-Museum in Berlin seit Januar 2015 gezeigt wird, widmet den AKP eigens einen Ausstellungsteil.[3]

Worum geht es?



Die DDR-Staatssicherheit stützte sich nicht allein auf ihr inoffizielles Netz und auf ihre offiziellen Gesprächspartner – etwa bei der Volkspolizei oder beim Rat des Kreises – sondern darüber hinaus auch auf Auskunftspersonen. Diese verzeichnete sie in einer eigens für sie angelegten Kartei – der AKP-Kartei. Eine solche liegt auch von der Kreisdienststelle Saalfeld vor. Sie ist nach Ortschaften, Straßennamen und nach Hausnummern geordnet. Für jeden dort verzeichneten Bürger gibt es eine eigene Karteikarte. Manchmal wurden für ein Haus mehrere Bürger aufgeschrieben. In der Wilhelm-Pieck-Straße 4 beispielsweise waren das vier Bürger. Mithin gab es also über die "offiziellen" inoffiziellen Mitarbeiter hinaus noch andere Bürger, die Angaben gegenüber dem Ministerium machten. Diese Beobachtung wirft eine Reihe von Fragen auf: Könnte es sein, dass es sich bei den AKP tatsächlich um eine Art von IM des MfS handelte, aber diese – vielleicht aus konspirativen Gründen – dort nicht als solche verzeichnet wurden? Lässt sich anhand der Karteikarten feststellen, wie viele von diesen AKP von der Kreisdienststelle in Saalfeld in Anspruch genommen wurden? In welchem quantitativen Verhältnis standen sie zu den Inoffiziellen? Diesen Fragen wird in diesem Beitrag nachgegangen.

Was ist bislang bekannt?



Für das MfS waren Auskunftspersonen spätestens seit 1985 Personen, "die entsprechend dem erforderlichen Informationsbedarf konkrete Kenntnisse über die zu ermittelnden Personen besitzen und die durch ein legendiertes Ansprechen veranlasst werden, diese Kenntnisse dem Ermittler anzuvertrauen." Die Befragten sollten nicht wissen, dass sie der Staatssicherheit Informationen gaben, sondern unter einem glaubwürdigen Vorwand einer vertrauenswürdigeren Institution wie beispielsweise dem Rat des Kreises Indiskretes preisgaben.[4] Für unsere Zwecke ist von Belang, dass den befragten Bürgern unbekannt war, dass sie gegenüber dem Ministerium für Staatssicherheit Auskünfte gegeben haben, und ferner, dass mit Beschaffung der Informationen vor allem hauptamtliche Mitarbeiter befasst waren, die sich auf Ermittlungen spezialisiert hatten.[5] Aber darunter waren nicht nur diese: Ein Führungsoffizier vom Auslandsnachrichtendienst des MfS, Hauptverwaltung A, erinnerte sich im Jahre 1990, "dass in jeder Kreisdienststelle des MfS Auskunftspersonen erfasst waren, die regelmäßig angelaufen wurden. Wenn du Glück hattest, gab es eine IM-Verbindung. Dann bist du zum zuständigen Mitarbeiter gegangen." Falls keiner zur Hand war, "hast du legendiert ermittelt. Unter der Legende der Kripo oder einer anderen staatlichen Institution. Die DDR-Bürger sind ja so gutgläubig […] Du hast oftmals gar kein Dokument in der Tasche gehabt, um dich ausweisen zu können, und trotzdem haben sie erzählt wie ein Buch."[6]

Bemerkenswerterweise hat dieses Themenfeld in der wissenschaftlichen Diskussion kaum Aufmerksamkeit gefunden. Obgleich Andreas Schmidt bereits 1992 den Begriff der Auskunftsperson in die Diskussion einführte, "weil er viele Menschen meint, die in ständiger Bereitschaft lebten, über den Nachbarn zu informieren".[7] Er gelangte zu der analytischen Feststellung: "Der Ruf des MfS, eine flächendeckende Überwachung installiert zu haben, gründet sich zu einem nicht geringen Teil auf der Bereitwilligkeit von ‚Auskunftspersonen’, Ermittlungen durch gezielte Aussagen zu unterstützen".[8] Darauf nahm kaum jemand Bezug.[9] In der entsprechenden Richtlinie 1/68 "für die Zusammenarbeit mit Gesellschaftlichen Mitarbeitern für Sicherheit und Inoffiziellen Mitarbeitern im Gesamtsystem der Sicherung der Deutschen Demokratischen Republik" hieß es: "Bürger, die nur unter Abdeckung [Legende] als Auskunftspersonen genutzt werden, gelten nicht als Gesellschaftliche Mitarbeiter für Sicherheit [GWS] im Sinne dieser Richtlinie. Sie bilden aber ein Reservoir zur Gewinnung von Gesellschaftlichen Mitarbeitern für Sicherheit. Auskunftspersonen, die ständig genutzt werden und deren Angaben sich als zuverlässig erwiesen haben, wie sie z. B. die Linie VIII [Ermittler] besitzt, können als GMS gewonnen werden."[10]

Die Nutzer



Nutznießer der zu den Auskunftspersonen angelegten Karteikarten waren offenkundig die hauptamtlichen Mitarbeiter der Bezirksverwaltung Gera des MfS, die – wenn es ihnen operativ erforderlich schien – mit deren Hilfe zügig wussten, von wem sie eine Auskunft erhalten konnten. Allerdings deuten nicht wenige Merkmale darauf hin, dass die Karteikarten einstmals von den Abschnittsbevollmächtigten (ABV) der Deutschen Volkspolizei (DVP) angelegt worden waren, möglicherweise bereits in den 1960er Jahren. Dafür sprechen die unterschiedlich genutzten Formblätter, die nur teilweise die Herkunft aus dem MfS verraten, aber auch die Aufträge selbst. So tauchen wiederholt Kürzel von ABV auf, die vermerkten, wen sie wann unter welcher Legende aufgesucht haben – regelmäßig mit unverfänglicher staatlicher Autorität, beispielsweise vom Rat des Kreises oder vom technischen Zoll – und nach wem sie gefragt haben und wie die Leidenschaft, über den Nachbarn zu berichten, ausgefallen war. Ganz überwiegend gab es diese Neigung; nur recht selten bissen die staatlichen Nachbarschaftsbefrager auf Granit, darunter sogar bei SED-Mitgliedern.

Unbeschadet der Entwicklungsgeschichte der Kartei selbst, ist wesentlich, dass diese zuletzt vom MfS genutzt und auch durch Eintragungen, Ergänzungen und Korrekturen gepflegt wurde. Interessant ist – und das wurde in bisherigen Erwägungen über diese Kartei nicht thematisiert – die Zusammensetzung der dort verzeichneten Akteure und deren Leistungen. Dies soll anhand des Beispiels Saalfeld näher betrachtet werden.

Saalfeld – Stadt und Kreis



Für den Kreis Saalfeld, der 1989 58.505 Einwohner zählte, sind 3.335 Karteikarten zu mindestens ebenso vielen Bürgern ausgefüllt worden. Wenn man diese Zahl um die auf manch einer Karte eingetragenen Ehepaare oder doppelt vermerkten Bürger bereinigt, sind es immer noch 3.335 Bürger, die als AKP verzeichnet sind und nach dem Gesamteindruck auch 1989 noch aktiv waren. Es sind also 5,7 Prozent aller Einwohner im Kreis Saalfeld des Jahres 1989 als Auskunftspersonen bewertet worden. Oder anders gesagt: Jeder 18. Einwohner (17,5) des Kreises Saalfeld wurden als AKP verzeichnet. Deren räumlicher Schwerpunkt war zweifellos die Stadt Saalfeld selbst. Es konnten 2.228 Bürger ermittelt werden, was einem Anteil von zwei Dritteln (66,8 Prozent) entspricht.

Es stellt sich die Frage, ob das Verhältnis von Einwohnern zu Auskunftspersonen im Kreis Saalfeld auch auf die DDR übertragen werden könnte oder ob die Stichprobe Saalfeld zu klein ist. Die Antwort muss vorläufig offen bleiben. Falls das Verhältnis aber zutreffen sollte, würde es im Ergebnis bedeuten, dass knapp eine Million Bürger der DDR als AKP auskunftsbereit waren.

Zurück zum Kreis Saalfeld: Hier haben wir nun zumindest eine empirische Sicherung der Größenordnung. Und die liegt deutlich oberhalb dessen, was die Kreisdienststelle des MfS in Saalfeld mit ihren zuletzt 479 inoffiziellen und mit bald fünf Dutzend hauptamtlichen Mitarbeitern aufzubieten hat. Das zeigt, wie sehr die Debatte um die Inoffiziellen als alleinige Akteure des MfS den Blick verengt.

Aber was sagen diese Zahlen im Einzelnen aus, wie stellten sie sich in der praktischen Arbeit des MfS dar? Dazu ist es sinnvoll, sich den kleineren Einheiten der Kartei selbst zu widmen, den Straßen.

Die kleine Thomas-Müntzer-Straße



Wie bildete sich das Bild in einer kleinen Straße wie der Thomas-Müntzer-Straße in Saalfeld ab? Dort befinden sich elf Mietshäuser. In drei Häusern gab es keine Auskunftspersonen, in drei weiteren mindestens eine, in zwei Häusern waren jeweils zwei oder sogar drei AKP vermerkt; in der Summe 14 Bürger. Im Schnitt waren somit mehr als eine Auskunftsperson pro Haus in der Thomas-Müntzer-Straße registriert. Lediglich bei der Hälfte der Auskunftspersonen in der Thomas-Müntzer-Straße findet sich ein Eintrag, aus dem hervorgeht, wann diese aufgesucht worden waren, nach wem diese befragt wurden, und als was sich der Offizier des MfS ausgegeben hat. Vier Bürger sind nur einmal befragt worden, zwei Bürger zweimal und ein Bürger achtmal. Die Angaben selbst umfassen den Zeitraum von Juni 1968 bis zum April 1986. Zum Befragungszeitpunkt waren die Auskunftspersonen zwischen 50 und 69 Jahre alt, drei von ihnen waren von Beruf Lehrer – einer davon ein Schuldirektor –, zwei waren schon Rentner, drei andere hatten eine andere Arbeit, unter ihnen ein Handwerksmeister.

Die bevorzugte Legende, mit der die Auskunftspersonen angesprochen wurden, lautete in vier Fällen „Zoll“ sowie jeweils in drei Fällen "Rat des Bezirkes" oder "Rat des Kreises" und "Nationale Volksarmee". In nahezu allen Fällen sind spezifizierende Angaben zur Bereitschaft und Qualität eingetragen. "Gibt gut Auskunft, war bei Abt. K" des Volkspolizeikreisamtes, "Ehefrau gibt bereitwillig Auskunft", "gibt gute sachliche Auskunft". In weiteren Fällen genügte die Angabe zur Parteimitgliedschaft SED, darunter ein Parteisekretär, oder der Zugehörigkeit zur Kampfgruppe der Arbeiterklasse. Lediglich in einem einzigen Fall findet sich der Hinweis auf einen inoffiziellen Mitarbeiter im Haus 11, einen IM "Thomas". Bei diesem waren offenkundig keine Ermittlungen vorzunehmen, denn auf der Karteikarte wird zwar sein Führungsoffizier Lerch namentlich genannt, nicht aber der Mieter, von dem nur der Deckname genannt wird. Schließlich ist festzuhalten, dass sich zu keiner der Auskunftspersonen eine Einschränkung findet, etwa die Warnung, diese eben nicht anzusprechen. Über diese AKP hinaus waren für diese Straße drei inoffizielle Mitarbeiter verzeichnet.

Die hieran anschließende Frage muss lauten: Ist diese Konstellation typisch für Saalfeld oder nicht? Die diesbezügliche Vergleichsstichprobe soll die ungleich längere Straße des Friedens sein.

Straße des Friedens



Die Straße des Friedens in Saalfeld verfügt über 92 Hausnummern, wobei die Nummer 27 auf die Gaststätte Bürgerhaus und das Gemeindeamt, die 29 auf die staatliche Grundschule und die 31 auf die heutige Kindertagesstätte Sonnenblume entfällt. Wie verteilten sich die AKP in dieser Straße? In 66 Häusern, also in zwei Dritteln der Häuser, gab es keine AKP; vergleichsweise also in deutlich mehr Häusern als in der Thomas-Müntzer-Straße. Werden diese AKP genauer betrachtet, zeigt sich, dass einer von ihnen zweimal, ein weiterer dreimal, und bei einer weiteren zeigt sich, dass sie über zehn Jahre lang jährlich einmal abgefragt wurde. Tendenziell deckt sich das mit dem Befund in der Thomas-Müntzer-Straße.

Bei den Berufen sind sowohl Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten zur Thomas-Müntzer-Straße festzustellen. Es überwiegt offenbar der Angestelltenanteil: Ingenieur, Postzustellerin, Sachbearbeiter, Industriemeister, Angestellter und die Leiterin des Kindergartens, aber nur drei Rentner. Bei den verwendeten Legenden deckt sich das Bild hingegen wieder: In jeweils drei Fällen gab sich das MfS als Nationale Volksarmee und als Abteilung Inneres und in einem Fall als Vertreter des Rates des Bezirkes (33) aus. Vermerkt wurde in zehn Fällen die Mitgliedschaft in der SED und in drei Fällen hieß es: "Gab bereitwillig Auskunft. Ist fortschrittlich eingestellt und arbeitet aktiv in der Nat. Front" oder "gute Quelle" oder "gibt gute Auskunft". In der Kartei mit den Auskunftspersonen in der Straße des Friedens wird kein inoffizieller Mitarbeiter ausgewiesen. Dabei verfügte die Kreisdienststelle in Haus 28 über die konspirative Wohnung Saale,[11] in der zwar niemand wohnte und vielmehr am Türschild eine Arbeitsstelle der Vereinigten Thüringer Schiefergruben (VTS) Unterloquitz ausgewiesen war. Mithin arbeitete dort ein Offizier des MfS, der dort auch IM empfing, was eine gute Kenntnis des Wohnumfeldes voraussetzt, ein Wissen, das eben nicht in der AKP-Kartei eingegangen ist. Das Haus 28 ist dort nicht verzeichnet.

Es wird deutlich: Die Analyse einzelner, wohlmöglich kleinerer Straßen, bringt allein keinen Erkenntnisgewinn. Die Auskunftspersonen in der Thomas-Müntzer-Straße und der Straße des Friedens zeigen zwar beachtliche Gemeinsamkeiten, aber auch gravierende Unterschiede, insbesondere, was die Präsenz in einer Straße und ihre berufliche Zusammensetzung betrifft. Um aber eine sicherere Tendenz anzeigen zu können, wird mit der Wilhelm-Pieck-Straße in Saalfeld eine weitere Stichprobe herangezogen, die repräsentative Züge aufweist.

Unterschiedliche Akteure – die Wilhelm-Pieck-Straße



Luftbildaufnahme eines Stadtteils von Saalfeld, hell hervorgehoben ist die damalige Wilhelm-Pieck-StraßeLuftbildaufnahme eines Stadtteils von Saalfeld, hell hervorgehoben ist die damalige Wilhelm-Pieck-Straße (© John Steer)
Für die Wilhelm-Pieck-Straße sind mit 225 Auskunftspersonen mehr als in jeder anderen Straße des Kreises registriert. Anhand der Angaben dieser Straße soll nun die Hierarchie aller AKP des Kreises Saalfeld belegt werden. Die erste Stufe in der Hierarchie der Auskunftspersonen stellen die Nachbarn dar.

Nachbarn

Auffällig ist mit 13 Rentnern der geringe Anteil unter den 225 Auskunftspersonen in der Wilhelm-Pieck-Straße, die – soweit das auf den Karteikarten vermerkt ist – überwiegend nur einmal unter Legende nach einer konkreten Person angesprochen worden sind. Die berenteten Nachbarn waren mitunter einstmals in verantwortlicher Stellung – etwa beim Volkspolizeikreisamt – und gaben nicht selten "bereitwillig" Auskunft.

Leitende Mitarbeiter

Für die Wilhelm-Pieck-Straße fällt die nennenswerte Anzahl von dort wohnenden Leitungskräften auf, was durchaus mit dem Neubaucharakter der Miethäuser korrespondieren könnte. Das beginnt mit dem Leiter der HO-Verkaufsstellen in Saalfeld, über Kaderleiter, Laborleiter und gleich sechs leitende Mitarbeiter bei Carl-Zeiss in Saalfeld, darunter ein Leiter, jeweils zwei Werkleiter und Abteilungsleiter sowie dem Leiter Kultur im Lehrlingswohnheim. Wobei einschränkend anzuführen ist, dass ein Werkleiter bei Befragungen "in seiner Auskunft sehr zurückhaltend" ist, was nur bei sehr wenigen eingetragen ist. Ferner sind zwei Leiterinnen von Kindergärten, ein Schichtleiter, der Leiter der Ausbildung für die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) sowie schließlich der Leiter des Forschungszentrums in Saalfeld anzuführen. Mithin sind 14 (fünf Prozent) der 225 Auskunftspersonen in leitender Funktion tätig gewesen.

Hausvertrauensfrauen- und -männer

In nahezu jedem Haus gab es eine Hausvertrauensfrau beziehungsweise einen Hausvertrauensmann. Diese Funktion war in der gesetzlichen Meldeordnung vorgeschrieben. Demnach führte diese Person ein Hausbuch, das Auskunft über Mieter und Untermieter der jeweiligen Wohnung gab, aber auch über Besucher, die länger als drei Tage blieben. Besucher aus dem Ausland waren ebenfalls darin zu vermerken. Es liegt nahe, in ihnen „geborene“ Auskunftspersonen zu vermuten. Tatsächlich sind für die Wilhelm-Pieck-Straße mit ihren 137 Häusern lediglich sechs Hausbuchbeauftragte vermerkt.

Volkspolizei

Einen erheblichen Stellenwert unter den Auskunftspersonen nahmen Volkspolizisten und deren Helfer sowie inoffizielle kriminalpolizeiliche Mitarbeiter, wie die IM bei der Abteilung I der Kriminalpolizei genannt wurden, ein. Insgesamt können 15 für den Kreis Saalfeld nachgewiesen werden, wobei es sich überwiegend um Bürger handelt, die als Treffquartier (TQ) der Polizei ihre Wohnung zur Verfügung gestellt hatten. Allerdings ist einschränkend zu bemerken, dass nahezu alle TQ-Inhaber in den 1960er Jahren geworben worden waren. Allgemein bekannt hingegen waren die Helfer der Volkspolizei, die angehalten waren, bei Bedarf oder unaufgefordert Informationen zu geben. Immerhin bei 211 Bürgern (also sechs Prozent der verzeichneten Auskunftspersonen) ist diese Funktion angeführt. Dabei handelt es sich um jeden 16. registrierten Bürger in der Kartei. Die Hinweise auf IKM, TQ und Helfer der Volkspolizei dürfen als ein Indiz dafür angesehen werden, dass der Kreis der als Auskunftspersonen beanspruchten Akteure über das enge Bezugsfeld MfS hinausgeht. Das gilt es genauer zu betrachten. Unter den Auskunftspersonen in der Wilhelm-Pieck-Straße befinden sich sieben Angehörige der Volkspolizei, darunter zwei Abschnittsbevollmächtigte, auf die selbst ausweislich ihrer Paraphen auf den Karteikarten nicht wenige Befragungen an den Wohnungstüren zurückgehen. Am Rande sei vermerkt, dass der Versuch, sich als ABV bei den Befragungen auszugeben, in der Wilhelm-Pieck-Straße in 57 Fällen angewandt wurde; diese Legendierung galt offenkundig als recht nützlich.

Lageplan der damaligen Wilhelm-Pieck-Straße mit Verteilung der AuskunftspersonenLageplan der damaligen Wilhelm-Pieck-Straße mit Verteilung der Auskunftspersonen (© John Steer)
Zollverwaltung

In einem Grenzkreis wie Saalfeld war selbstverständlich die Zollverwaltung aktiv. Sie war für die Kontrolle sämtlicher Waren-, Devisen- und Geldverkehre zuständig und war dem Ministerium für Außenhandel der DDR unterstellt. Ihren Mitarbeitern war im Kreis und in der Stadt Saalfeld Wohnraum zugewiesen, so auch in den Häusern 50, 54, 60 und 68 in der Wilhelm-Pieck-Straße. Insgesamt können allein in dieser Straße zwölf Auskunftspersonen nachgewiesen werden, die ihren Dienst für die Zollverwaltung versahen. Lediglich bei zwei der zwölf Mitarbeiter der Zollverwaltung ist ein legendiertes Auftreten bei der Befragung vermerkt, sodass vorerst anzunehmen ist, dass dieses entbehrlich erschienen ist.

Inoffizielle Mitarbeiter der Staatssicherheit

In der Kartei sind bei jedem Bürger bestimmte Merkmale berücksichtigt worden. Wiederholt finden sich Hinweise auf inoffizielle Mitarbeiter des MfS, sowohl von der Kreisdienststelle in Saalfeld, aber auch von Abteilungen der Bezirksverwaltungen. Insgesamt sind 167 IM auf den Karten ausgewiesen. Bei diesen ist lediglich die Straße mit Hausnummer, der Deckname wie auch der zuständige hauptamtliche Mitarbeiter (teils mit dessen dienstlicher Telefonnummer) angegeben. Mithin konnte der Hauptamtliche bei dem zuständigen Führungsoffizier fernmündlich das Anliegen vortragen, und dieser – so darf angenommen werden – zog dann Erkundungen bei seinem IM ein. Die Camouflage, lediglich den Decknamen anzugeben, wird sicherlich den Usancen der Konspiration zuzuweisen sein. Ein Blick auf die zuletzt aktiven IM der Kreisdienststelle des MfS in Saalfeld verdeutlicht, dass nur ein recht geringer Teil der IM in der AKP-Kartei aufgeführt ist.

Tatsächlich wohnten eben nicht nur 167 IM im Kreis Saalfeld, wie es die Kartei zu den Auskunftspersonen ausweist, sondern zuletzt genau 745. Diese Beobachtung erlaubt zwei Schlussfolgerungen. Zum einen sind nicht alle IM der Kreisdienststelle Saalfeld des MfS in der Kartei der AKP verzeichnet, denn die Kreisdienststelle verfügte im September 1989 über 497 IM. Folglich fanden nur ein Drittel (33,6 Prozent) in der AKP-Kartei Berücksichtigung. Andererseits konnten Inoffizielle, die für andere Kreisdienststellen oder Abteilungen der Bezirksverwaltung Gera des MfS erfasst waren, in der Kartei nicht nachgewiesen werden. Relevant ist jedoch die Feststellung, dass nicht alle im Kreis Saalfeld wohnhaften IM als Auskunftspersonen verzeichnet sind; zusammengenommen weniger als ein Viertel (22,4 Prozent). Unbeschadet der Gründe – vielleicht Konspiration oder fehlender Bedarf – wird damit belegt, dass über die Auskunftspersonen selbst hinaus weitere Bürger bereit waren – eben die nicht verzeichneten IM der Kreisdienststelle – das Ministerium für Staatssicherheit mit Informationen zu versorgen. In keinem Fall ist bei den in der Kartei eingetragenen IM einer darunter, der für den Auslandsnachrichtendienst des MfS, die Hauptverwaltung A (HV A) aktiv war. Diese wären dann noch zusätzlich zu addieren.

Hauptamtliche Mitarbeiter der Staatssicherheit

Wie schon bei Angehörigen der Zollverwaltung gab es auch bei hauptamtlichen Mitarbeitern des Ministeriums für Staatssicherheit einen vorbehaltenen Wohnraum. Das betraf für den Kreis Saalfeld nicht allein Mitarbeiter der Kreisdienststelle, sondern auch der Passkontrolleinheit (PKE), die an der Grenzübergangsstelle (GÜSt) in Probstzella ihren Dienst versahen. Auch diese sind als Auskunftspersonen verzeichnet. Es überrascht kaum, dass bei diesen keine legendierten Befragungen belegt sind. Offenbar galt es als Angehöriger eines solchen "Organs" für selbstverständlich, den Genossen des eigenen Ministeriums beratend zur Seite zur stehen. Für die Wilhelm-Pieck-Straße findet sich ein Angehöriger der Abteilung M (Postkontrolle), fünf Angehörige der Kreisdienststelle (Nr. 48 und 62) sowie 21 Angehörige der Passkontrolleinheit (Nr. 46, 48, 60, 62 und 118). Immerhin können 27 MfS-Angehörige unter den 225 Auskunftspersonen in der Wilhelm-Pieck-Straße ermittelt werden, was einen Anteil von zwölf Prozent ausmacht. Demnach war jede achte Auskunftsperson hauptamtlicher Angehöriger des MfS. Somit darf es als sicher gelten, dass Hauptamtliche der Staatssicherheit einen relevanten Anteil unter den "Auskunftspersonen" bilden – zumindest in Saalfeld.

Rat der Stadt, des Kreises und des Bezirkes

In der Kartei ist in neun Fällen für in der Wilhelm-Pieck-Straße wohnende Bürger die Legende "Mitarbeiter des Rates des Bezirkes" (in einem Fall des Rates des Kreises) verzeichnet, um auf diese Weise Informationen an der Wohnungstür zu erlangen. Das erscheint plausibel, denn nur drei Beschäftigte – ein Kraftfahrer, ein Mitarbeiter und eine Sekretärin – sind für diese Straße verzeichnet, die tatsächlich beim Rat des Kreises arbeiteten. Durchaus waren auch Lehrer formal beim Rat des Kreises angestellt, wurden aber in der Kartei so nicht ausgewiesen. Immerhin sind dort allein für die Wilhelm-Pieck-Straße acht Lehrer und ein Schuldirektor registriert, womit diese Klientel eine auffällige Gruppe unter den Auskunftspersonen darstellt.

Blockparteien und Massenorganisationen

Auch Mitglieder von Blockparteien und Massenorganisationen sind in der Kartei vermerkt. Für die Wilhelm-Pieck-Straße betrifft das einen CDU-Abgeordneten des Kreistages. Explizit mit dem Merkmal einer Massenorganisation ist das Mitglied des Kreisvorstandes des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) sowie eine Lehrausbilderin ausgewiesen, die als Sekretär der Freien Deutschen Jugend (FDJ) fungierte. Anzuführen ist schließlich eine Sekretärin beim Kreisvorstand des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB). Tatsächlich dürften wesentlich mehr Mitglieder des DTSB, FDGB und der FDJ und wohl auch der CDU in der Wilhelm-Pieck-Straße gewohnt haben; mithin ist auch davon nur ein Anteil als Auskunftspersonen vermerkt worden. Es liegt also nahe, dass die bloße Mitgliedschaft in einer der Massenorganisationen nicht ausreichte, sich beim MfS als Auskunftsperson zu qualifizieren.

Parteimitglieder der SED

Mitunter ist bei den Auskunftspersonen die Parteimitgliedschaft in der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands verzeichnet. In der Wilhelm-Pieck-Straße betrifft das 76 SED-Genossen – also immerhin ein Drittel der 225 AKP. Während das – soweit angegeben – überwiegend auf funktionslose Mitglieder zutrifft, sind auch solche mit hervorgehobenen Stellungen darunter. Genannt ist für die Wilhelm-Pieck-Straße ein Gruppenorganisator, ein Mitglied der Ortsparteileitung, ein Sekretär der Betriebsparteiorganisation oder einer nicht näher spezifizierten Parteileitung sowie ein Parteiveteran. Genannt werden überdies auch vier Mitglieder der SED-Kreisleitung Saalfeld sowie ein Pförtner, der bei der SED-Kreisleitung tätig war. Die funktionslosen SED-Mitglieder wurden wohl zumeist unter Legendierung befragt, während eine Legende bei herausgehobenen Funktionen nicht vermerkt ist. Das gilt für den Kreissekretär der Nationalen Front wie auch für zwei der vier Mitglieder der SED-Kreisleitung. Es ist anzunehmen, dass nur ein Bruchteil der im Kreis Saalfeld wohnenden SED-Mitglieder in der Kartei für Auskunftspersonen verzeichnet ist.

Fazit



Als Auskunftspersonen des Ministeriums für Staatssicherheit sind jene Bürger anzusehen, die auf Nachfrage bereit waren, Informationen über Bürger aus ihrem Wohnumfeld zu geben. Sie dürfen als Ausweis einer indiskreten Gesellschaft angesehen werden. Am Beispiel der Kreisstadt Saalfeld ist offenkundig, dass unter den AKP zwar der Nachbar zu finden ist, im Besonderen aber auch inoffizielle und hauptamtliche Mitarbeiter des MfS, Angehörige anderer bewaffneter Organe wie auch leitende Mitarbeiter von Betrieben und Institutionen, die nicht dem MfS verpflichtet waren. Ferner zählten dazu Abschnittsbevollmächtigte und andere Volkspolizisten sowie deren freiwillige Helfer und inoffizielle kriminalpolizeiliche Mitarbeiter, außerdem Mitglieder und Funktionäre der SED - im minderen auch von Blockparteien und Massenorganisationen. 1989 waren 5,7 Prozent der Einwohner des Kreises Saalfeld als Auskunftsperson des MfS verzeichnet, während beispielsweise der Anteil der inoffiziellen Mitarbeiter der Kreisdienststelle nicht einmal ein Prozent unter den Einwohnern erreichte. Mit Blick auf diesen empirischen Befund erscheint es geboten, die Summe all jener, die bereit waren, dem MfS bewusst oder unwissentlich Informationen zu geben, als Auskunftspersonen zu bezeichnen. Deren Anteil ist möglicherweise in der DDR zuletzt auf eine Million Einwohner zu veranschlagen.[12]

Zitierweise: Helmut Müller-Enbergs, Die Stasi nutzte neben den "inoffiziellen Mitarbeitern" auch "Auskunftspersonen" – Der Fall Saalfeld, in: Deutschland Archiv, 24.6.2015, Link: http://www.bpb.de/208361


Fußnoten

1.
Andreas Schmidt, Auskunftspersonen, in: Hans-Joachim Schädlich (Hg.): Aktenkundig. Berlin 1992, S. 173–194, hier 188. Darin wird bereits die Definition des MfS über Auskunftspersonen referiert, ohne eine Quelle anzugeben.
2.
Nur gelegentlich wurde daran erinnert, vgl. u.a. Christian Booß, Vom FDGB-Ferienplatz zum Hausbuch. Gesellschaftliche Kontrolle und Überwachung, in: Andreas H. Apelt, Robert Grünbaum und Martin Gutzeit (Hg.), Schöner Schein und Wirklichkeit. Die SED-Diktatur zwischen Repression, Anpassung und Widerstand, Berlin 2013, S. 103–120; ders., Kollege Judas? – Oder: trau keinem über 40?, in: Horch und Guck 69 (2010), S. 52–55.
3.
Vgl. hierzu Christian Voigt, Mielkes Büro und Saalfelder Spitzel. Neue Stasi-Ausstellung in Berlin, in: Thüringer Landeszeitung vom 27.1.2015; Tomas Kittan, In der DDR gab es viel mehr Spitzel als gedacht, in: B.Z. vom 14.1.2015. Hingegen kommt in der Untersuchung der Historikerin Anita Krätzner die Thematik gar nicht vor; Anita Krätzner, Hinter vorgehaltener Hand. Studien zur historischen Denunziationsforschung, Göttingen 2015. Diese Publikation darf als Radikalkritik der Forschungsleistungen der Abteilung Bildung und Forschung unter den wissenschaftlichen Leitern Klaus-Dietmar Henke, Siegfried Suckut und Thomas Großbölting zum Themenfeld inoffizielle Mitarbeiter angesehen werden.
4.
Selbststudienmaterial C I/1: Einige Grundfragen der Durchführung von Ermittlungen, insbesondere der Gesprächsführung mit Auskunftspersonen; BStU, MfS, JHS Nr. 65/85, S. 15; ferner Auskunftsperson, in: Siegfried Suckut (Hg.), Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen zur „politisch-operativen Arbeit“, Berlin 1996, S. 65. Das bildet sich auch ab in der Definition von Andreas Schmidt, Auskunftsperson, in: Roger Engelmann, Bernd Florath, Helge Heidemeyer, Daniela Münkel, Arno Polzin und Walter Süß (Hg.), Das MfS-Lexikon. Begriffe, Personen und Strukturen der Staatssicherheit der DDR. Berlin 2011, S. 45.
5.
Vgl. Selbststudienmaterial C I/1 (Anm. 4), ebd.
6.
Aufklärer/Kompaniechef Wachregiment, in: Ariane Riecker, Annett Schwarz und Dirk Schneider (Hg.), Stasi intim. Gespräche mit ehemaligen MfS-Angehörigen, Leipzig 1990, S. 67–108, hier 75 f.
7.
Andreas Schmidt: Auskunftspersonen (Anm. 1).
8.
Ebd., S. 189.
9.
Rainer Eckert, Die Rolle des Ministeriums für Staatssicherheit an den Hochschulen der DDR an den Beispielen der Humboldt-Universität zu Berlin und der Universität Rostock, in: Deutscher Bundestag (Hg.), Materialien der Enquete-Kommission "Überwindung der Folgen der SED-Diktatur im Prozess der deutschen Einheit" (13. Wahlperiode des Deutschen Bundestages), Bd. IV/2: Bildung, Wissenschaft, Kultur, Baden-Baden 1999, S. 1013–1070, hier 1036. Allerdings erwähnt er lediglich die Arbeit von Andreas Schmidt in einer Fußnote, ohne inhaltlich darauf Bezug zu nehmen. In einer Fußnote erwähnt, aber im Text nicht reflektiert von Ilko-Sascha Kowalczuk, Stasi konkret. Überwachung und Repression in der DDR, München 2013; Matthias Wanitschke, "Anwerben" oder "Zersetzen". Über das kollektivistische Menschenbild des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, Erfurt 2004, S. 33. Dort konkrete Beispiele; vgl. ebd, S. 34.
10.
Vgl. Helmut Müller-Enbergs (Hg.), Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit. Teil 1: Richtlinien und Durchführungsbestimmungen, Berlin 1996, S. 242–282, hier 252
11.
Vgl. BStU, MfS, BV Gera, KD Saalfeld, X 735/86.
12.
Vgl. hierzu Helmut Müller-Enbergs, Garanten äußerer und innerer Sicherheit, in: Matthias Judt (Hg.), DDR-Geschichte in Dokumenten. Beschlüsse, Berichte, interne Materialien und Alltagszeugnisse, Berlin 1997, S. 431–492, hier 449: "Fasst man alle Personen zusammen, die mit Fragen äußerer und innerer Sicherheit hauptamtlich oder ehrenamtlich beschäftigt waren, so war weit mehr als eine Million Einwohner der DDR damit betraut."
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Der Name des Autors/Rechteinhabers soll wie folgt genannt werden: by-nc-nd/3.0/ Autor: Helmut Müller-Enbergs für bpb.de