Beleuchteter Reichstag

Alter Wein in neuen Schläuchen. Wie Franz Josef Strauß zum Agent (gemacht) wurde


26.11.2015
War Franz Josef Strauß ein Agent? Muss die Geschichte umgeschrieben werden? Der vorliegende Beitrag kommt zu einem gänzlich anderen Ergebnis: Auswertungen von Geheimdienstarchiven legen den Schluss nahe, dass es sich um eine Desinformationskampagne ("aktive Maßnahme") des sowjetischen Geheimdienstes KGB handelte.

Franz Josef Strauss mit einer privaten Propellermaschine im Jahr 1969Franz Josef Strauss mit einer privaten Propellermaschine im Jahr 1969 (© picture alliance/AP Images )

Manche Väter bekommen zu runden Geburtstagen ausgefallene Geschenke. Der bayerische Landesvater Franz Josef Strauß (FJS) bekam zu seinem 100. Ehrentag Präsente der besonderen Art. Nicht nur wurden Tagebucheinträge seiner Frau über unerträgliche private Zustände publik, sondern FJS wurde sogar zum Geheimagenten befördert.[1] Neu aufgefundene Akten aus den Archiven des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) und des Bundesnachrichtendienstes (BND) verzeichnen Informationen, nach denen der junge Soldat Strauß 1944 dem Vorläufer der amerikanischen Central Intelligence Agency (CIA), dem Office for Strategic Services (OSS), militärische Informationen hatte zukommen lassen. FJS ein Agent? Als Politiker vielleicht erpressbar? Muss die Geschichte umgeschrieben werden? Die vorliegende Studie kommt zu einem gänzlich anderen Ergebnis. Auswertungen von Geheimdienstarchiven legen den Schluss nahe, dass es sich bei diesen Gerüchten und Informationsversatzstücken um eine geschickte Desinformationskampagne ("aktive Maßnahme") des sowjetischen Geheimdienstes KGB handelte. Für selbige war FJS über 20 Jahre hinweg eine herausragende Zielscheibe. Die sozialistischen Geheimdienste zeigten sich hierbei überaus einfallsreich, benutzten wahre, falsche und halbwahre Informationen und fälschten diese in "Originaldokumente" ein, welche dann auf abenteuerlichen Wegen der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Wahrheiten von Lügen, Originale von Fälschungen, unwissende Multiplikatoren (auch "nützliche Idioten" genannt) von Einflussagenten zu unterscheiden und den genauen Hergang dieser Maßnahmen zu rekonstruieren, stellt dabei eine Herkulesaufgabe dar.[2]

Zielscheibe von Desinformationsmaßnahmen



Der langjährige CSU-Parteivorsitzende, bayerische Ministerpräsident und mehrfache Bundesminister Strauß war im Ostblock als "Sozialistenfresser" oder "Faschist" verhasst.[3]Wie auch Verfassungsschutz und Generalbundesanwalt ermittelten, kam dem MfS bei der Organisation von Propagandakampagnen gegen FJS eine Schlüsselstellung bei der Beschaffung von Ausgangsinformationen, deren Aufbereitung, Fälschung sowie Verbreitung zu.[4] Doch obgleich dessen für die Auslandsspionage zuständige Hauptverwaltung A (HV A) bei diesen aktiven Maßnahmen zweifelsohne die Federführung innehatte, führten auch die anderen sozialistischen Geheimdienste solche Maßnahmen durch.[5] Anfang der 1960er Jahre drang die sowjetische Auslandsaufklärung beispielsweise bei ihren bulgarischen Verbündeten darauf, die Informationssammlung und anschließende Kompromittierung der "gegen die sozialistischen Länder feindlichsten Vertreter des Bonner Regimes /ADENAUER/GLOBKE/STRAUSS u.a./"[6] zu intensivieren. Ebenso forderte das Mitglied des ZK der KPdSU Ponomarev mehr Aufmerksamkeit für Propagandamaßnahmen gegen Strauß, da er diesen als einen der gefährlichsten Gegner und Hindernis für eine Annäherung zwischen der UdSSR und der Bundesrepublik ansah.[7]

Geheimdienstliche Aktionen gegen einen bedeutenden Politiker wie FJS forderten stets die Ab- und Zustimmung aus Moskau. Inhaltlich jedoch war der auf die Bundesrepublik spezialisierte DDR-Geheimdienst nahezu unabdingbar für Aktionen gegen westdeutsche Politiker. Ehemalige Offiziere der HV A berichteten, dass die Auslandsspionage einen Spezialisten hatte, dessen Aufgabe es war, sich in Strauß "hineinzudenken", sein Denken und Reden zu kopieren, um gefälschten Dokumenten einen scheinbar echten Stil zu verleihen.[8] Wenig verwunderte es daher, dass die anderen sozialistischen Geheimdienste bei aktiven Maßnahmen gegen Strauß die enge Anbindung an die HV A suchten. Die bulgarische Aufklärung Pyrvo glavno upravlenie Dyrzhavna sigunrost (Erste Hauptverwaltung Staatssicherheit, PGU-DS) beispielsweise legte 1972 als interne Richtlinie fest, dass alle aktiven Maßnahmen mit Bezug zur Bundesrepublik mit der HV A koordiniert werden sollten.[9] Aktionen gegen FJS waren hierbei ein immer wiederkehrendes Thema, was eine 1977 durchgeführte Aktion der ungarischen, bulgarischen und DDR-Aufklärung mit dem Decknamen "NESSIE" verdeutlichte. Selbige wurde von der ungarischen Aufklärung Államvédelmi Hatóság (AVH) wie folgt beschrieben:
    "Wir machen es vor, als ob in Griechenland eine gut organisierte und ausgerüstete westdeutsche Geheimresidentur operiert, mit der Aufgabe, die rechtsextremen Kräfte mit allen Mitteln zu unterstützen. Ihre Hauptbasis ist die Hellenische Christliche Partei /CHRIKE/ und ihr Führer, Dipl. Ing. Fotios Gouras, ein Komplize von Strauß. Diese fiktive ‚Residentur’ ist einer ‚Zentralstelle’ in der BRD untergeordnet, welche die CSU selbst darstellen soll."[10]
Im Sommer 1977 setzte die ungarische Aufklärung aus Griechenland mehrere gefälschte Funkmeldungen ab, verteilte Flugblätter, die zum Putsch aufriefen, und legte gar ein eigenes Waffendepot an. Ziel dabei war es, Strauß, die CSU und die Bundesrepublik als Anstifter eines Putschversuchs zu diskreditieren.

Die MfS-Hauptabteilung IX/11. NS-Dokumente und Propaganda



Nicht nur die Häufigkeit elaborierter Desinformationsoperationen gegen FJS sollte ein gesundes Maß an Misstrauen gegenüber MfS-Informationen über eine mögliche Agententätigkeit nahelegen. Auch der Fundort der Dokumente in der Abteilung 11 der HA IX des MfS spricht keinesfalls für die Authentizität der verzeichneten Informationen. Selbige Abteilung war für die Arbeit mit NS-Archiven innerhalb des MfS verantwortlich und beteiligte sich an der Fälschung ebensolcher Dokumente zum Einsatz bei Propaganda- und Desinformationsoperationen.[11] 1975 beispielsweise erbat die bulgarische Aufklärung die Hilfe der HV A bei der Durchführung einer aktiven Maßnahme, im Zuge derer der nach Israel geflüchtete Dissident Petyr Semerdzhiev als Agent eines NS-Geheimdienstes diskreditiert werden sollte.[12] Hierzu übersandte die bulgarische Seite inhaltliche "Thesen" und Einzelheiten, die im MfS in ein gefälschtes internes Schreiben an das Amt VI E4 des Reichssicherheitshauptamtes vom 12.5.1943 eingearbeitet und im Folgenden an verschiedene Stellen verschickt wurden.[13]

Dieses Muster – bislang unbemerkt – galt auch für den Strauß betreffenden "Forschungsvorgang Michel" (FV 70/70) des MfS, bei dem eine direkte Verbindung zur Desinformationsabteilung der DDR-Aufklärung bestand. Zum einen verwunderte, dass Minister Mielke persönlich der HA IX/11 am 1.1.1970 die Anweisung (VMA 267/70) erteilte, nach Materialien über Strauß zu suchen.[14] Mielke nannte hierbei ausdrücklich, dass die Materialien zu Strauß von der Desinformationsabteilung HV A/X für "operative Zwecke" benötigt würden. Dabei sollte auch die Möglichkeit geprüft werden, "ob das gewünschte Material durch die HA IX/11 allein oder gemeinsam mit der Abt. X der HV A herausgesucht und zusammengestellt werden kann."[15] Auch die Zielstellung der "Forschungen" wurde mit der zielgerichteten Diskreditierung von FJS durch belastendes NS-Material genannt.[16]

Deutlich trat also erstens zutage, dass das Anliegen von höchster Stelle kam und von außen (wie unten ausgeführt höchstwahrscheinlich von den sowjetischen "Freunden") an die HA IX/11 herangetragen wurde. "Amtshilfeersuchen" der HV A an andere Dienstabteilungen erforderten nicht zwangsläufig ein Einschalten des Ministers, der zudem persönlich über den Wert und die Inhalte des Materials informiert werden wollte. Zweitens hätte die Verwendung der "Forschungen" im Rahmen einer Desinformationsmaßnahme nicht deutlicher formuliert werden können. Nicht nur wurde eine direkte Beteiligung der HV A/X bei der "Suche" und "Zusammenstellung" der Materialien erwogen, sondern es hieß in einem Übergabeprotokoll auch wörtlich, dass die Materialien als geeignet erachtet wurden, um unmittelbar in Maßnahmen der HV A/X verwendet zu werden.[17] Mindestens ebenso verwunderlich wie diese bei der Auswertung der Materialien gänzlich unbeachteten Tatsachen mutet der Umstand an, dass der tatsächliche Inhalt des "Forschungsvorgangs Michel" bislang keine Erwähnung erfuhr. Die vier Bände des "Forschungsvorgangs" enthielten nämlich kein durch geheimdienstliche Arbeit gewonnenes Material, keine Originaldokumente des OSS oder von NS-Behörden und nur wenige offizielle NS-Publikationen. Reichlich gefüllt hingegen waren die Ordner mit Pressematerialien von Spiegel, AdN & Co, offizielle Drucksachen (beispielsweise des Bundestages) oder Auszüge aus Bibliographien und Handbüchern, bei denen es sich oftmals – ein klassischer Zirkelschluss – wiederum um DDR-Propagandamaterialien aus der Feder von Albert Norden ("Um die Nation") oder Julius Mader ("Who’s who in CIA?") handelte.[18] Verlässliche, stichhaltige Quellen suchte man hier vergebens.

Strauß als amerikanischer Agent – eine Desinformation des KGB



In den 1960er Jahren waren die aktiven Maßnahmen des Dienstes A der Ersten Hauptverwaltung des KGB (Sluzhba A Pervoe glavnoe upravlenie, KGB) ein häufig eingesetztes Mittel, um die sowjetische Deutschlandpolitik zu flankieren. Einerseits wurden das wirtschaftliche, militärische und politische Potenzial des westdeutschen Staates und seine Rolle in Europa erkannt. Andererseits glaubte man, aufgrund der Teilungssituation die Bundesrepublik aus dem westlichen Bündnis herauslösen und selbiges zu Fall bringen zu können. Somit kam dem geteilten Deutschland in der sowjetischen außenpolitischen Strategie eine Schlüsselstellung zu.[19] FJS wiederum galt in den 1950er und 1960er Jahren als einer der mächtigsten Politiker, schärfsten Gegner einer westdeutschen Sonderbeziehung zum Ostblock und als fanatischer Antikommunist. So drang die Spitze der KPdSU darauf, die geheimdienstliche Arbeit des KGB (und der "Bruderorgane") gegen FJS zu intensivieren. Der "Forschungsvorgang Michel" der HA IX/11 über FJS nannte ebenfalls als politische Rahmenbedingungen, dass selbiger als "Faschist reinsten Wassers" anzusehen sei, der von den "maßgeblichen Kräften des Finanzkapitals als "starker Mann" aufgebaut wird".[20]

Strauß selbst beschuldigte bereits Ende der 1950er Jahren verschiedene Medien (allen voran den Spiegel), gegen ihn gerichtetes Propagandamaterial aus den Händen des KGB gedruckt zu haben.[21] Angaben von sowjetischen Überläufern bestätigten die Existenz von vom KGB lancierter Desinformation in bundesdeutschen Medien. Dies galt auch für die Behauptung, Strauß sei Agent der CIA-Vorläuferorganisation OSS gewesen, die von einem Überläufer als Kernaussage einer Desinformationsmaßnahme des KGB identifiziert wurde. Nach Angaben von Ilija Dzhirkvelov planten der KGB und die Internationale Abteilung des ZK der KPdSU im Mai 1961, die Information, Strauß sei Agent der amerikanischen Geheimdienste, an eine Delegation der SPD-nahen Zeitschrift Vorwärts unter Leitung von Jesco von Puttkammer zu lancieren.[22] KGB-Mitarbeiter sollten andeuten, dass sie Informationen hätten, wonach Strauß als Kriegsgefangener vom amerikanischen Geheimdienst angeworben wurde und immer noch große Summen für seine anhaltenden Dienste bekomme. Dafür hätte die sowjetische Seite Beweise in Form von Dokumenten. Nach Dzhirkvelovs Darstellung wurde die Information an von Puttkammer herangespielt, selbiger zeigte jedoch kein Interesse an den angeblichen "Beweisen", wofür er nach Informationen der KGB-Residentur in der Bundesrepublik anschließend von der SPD-Führung kritisiert wurde. Die Intention des KGB und der KPdSU bei dieser Maßnahme war es, die bevorzugten Sozialdemokraten im Wahljahr 1961 zu stärken und die Westbindungspolitik von Adenauer und Strauß zu diskreditieren.[23]

Dzhirkvelovs Darstellung weicht von der späteren "Agententhese" im Detail dahingehend ab, dass sie die Agententätigkeit von FJS erst in die Zeit seiner Kriegsgefangenschaft verlegten, wohingegen die MfS-Dokumente davon sprachen, dass Strauß noch vor Kriegsende Informationen an das OSS übergab.[24] Da Dzhirkvelov keine weiteren Angaben machte, kann hier nur vermutet werden, dass eine spätere, leichte Redaktion der Inhalte erfolgte. Das wahrscheinlichste Szenario war jedoch, dass die "operative Quelle" für die Verbindung von FJS zum OSS eine Information des KGB war. Dies würde erklären, warum Dzhirkvelov eine Maßnahme gleichen Inhaltes bereits für 1961 nennen konnte und auch, warum der BND-Agent "LEDER" noch vor der Anweisung Mielkes zu Recherchen über Strauß‘ Vergangenheit Informationen mit diesem Inhalt erhielt.

Methodisches Vorgehen bei aktiven Maßnahmen und BND-Agent "LEDER"



Weitere vermeintliche Hinweise über eine Agententätigkeit von FJS entstammen dem Archiv des Bundesnachrichtendienstes und beziehen sich auf den BND-Agent "LEDER", der als Ernest Hauser, ehemaliger Offizier des Counter Intelligence Corps (CIC – Militäraufklärung der US-Army), Bekannter von Strauß und Vertreter des US-Rüstungskonzerns Lockheed, identifiziert wurde.[25] Selbigem wurden offenbar bei einem seiner Besuche in der sowjetischen Botschaft Dokumente gezeigt, die dieselben Informationen wie die MfS-Dokumente enthielten. Nicht nur, dass die inhaltliche Kernaussage der hier verbreiteten Information mit der von Dzhirkvelov genannten übereinstimmte. Auch die Methode, um selbige zu lancieren, glich haargenau jener, die Dzhirkvelov beschrieb. Das Zeigen angeblicher "Originaldokumente" durch sowjetische Diplomaten (die in Wahrheit stets verdeckte KGB-Mitarbeiter waren), war eine grundlegenden Methode der sozialistischen Geheimdienste bei aktiven Maßnahmen.[26] Als die Desinformationsoperationen der sozialistischen Geheimdienste in den 1980ern immer stärker bekämpft wurden, forderte der Leiter des Dienstes A Vladimir Ivanov gar, diese Methode des Vorzeigens gefälschter Dokumente noch öfter einzusetzen.[27] Ihr Einsatz sollte verhindern, dass Informationen auf ihre sowjetische Herkunft zurückverfolgt werden konnten und stattdessen ein wissender oder unwissender Multiplikator ("nützlicher Idiot") als vermeintlicher Ursprung galt. Im Fall des Agenten "LEDER" klappte dies offenbar wie geplant. Letztlich handelte es sich sowohl bei den im MfS-, als auch im BND-Archiv gefundenen Hinweisen um Spuren derselben Operation: eine Desinformationskampagne gegen Franz Josef Strauß.

Fazit



Die Archivfunde bezüglich einer vermeintlichen Agententätigkeit von Franz Josef Strauß für das OSS verdienen zweifellos große Aufmerksamkeit. Obgleich der Wahrheitsgehalt dieser Informationen nicht abschließend verifiziert werden konnte, muss davon ausgegangen werden, dass es sich hierbei um eine Desinformationskampagne des KGB und des MfS handelte. Als gesichert kann gelten, dass das KGB die These vom "Agenten" Strauß im Rahmen einer Desinformationskampagne verbreitete. Die MfS-Abteilung, in der die entsprechenden Dokumente gefunden wurden, arbeitete bei dieser "Forschung" zur Unterstützung operativer Maßnahmen der Desinformationsabteilung HV A/X. Darüber hinaus erinnerte auch die Art und Weise, durch die die Information an den BND gelangte, nur allzu deutlich an das methodische Handwerk aktiver Maßnahmen. Ebenso förderten bisherige Untersuchungen über Strauß oder das OSS keinerlei Hinweise zutage, die für eine tatsächliche Agententätigkeit von FJS sprechen würden.[28] Dass sich ferner weder BND noch das Bundesamt für Verfassungsschutz zu ernsthaften Konsequenzen genötigt sahen und die Tatsachen, dass – trotz ausgeprägter Propagandakampagnen gegen Strauß – diese Information nie wieder eingesetzt und sogar in der Akte des Forschungsvorgangs selbst komplett ignoriert und nie als "Agententätigkeit" bezeichnet wurde, sprechen eindeutig gegen den Wahrheitsgehalt der Agententhese.

Tatsächlich also gibt es sehr gute Gründe dafür, dass es sich bei den aufgefundenen Dokumenten um Teile einer Desinformationsoperation handelte. Dieser Umstand hätte bereits bei der ersten Erörterung der Dokumente berücksichtigt werden müssen. Nicht nur ist bereits seit den 1980er Jahren bekannt, dass das KGB gezielt mit einer angeblichen Agententätigkeit von Strauß desinformieren wollte. Auch sollte grundsätzlich bei vermeintlich sensationellen Funden in Geheimdienstarchiven (und allen voran im Stasi-Archiv) die Möglichkeit einer Fälschung und Desinformation zwar weder über-, noch unterschätzt, stets jedoch mitgedacht werden. Im Falle der aufgefundenen Dokumente sind die Belege für eine gezielte Desinformation und Diskreditierung mehr als offensichtlich. Dass dies im vorliegenden Fall unberücksichtigt blieb und grundlegende Informationen der Originaldokumente gänzlich übergangen wurden, ist in wissenschaftlicher Hinsicht kaum nachzuvollziehen (und mindestens repräsentativ für eklatante Defizite der Geheimdienstforschung). Das KGB war übrigens gezwungen, seine Meinung über den "Sozialistenfresser" Strauß postum zu revidieren. Bei einem Gespräch 1988 gab der Leiter des Dienstes "A" Ivanov offen zu, dass man sich in der Einschätzung von FJS jahrelang geirrt hatte:
    "In der Sowjetunion zum Beispiel hatten sie eine falsche Vorstellung von Franz Josef Strauß. [...] Die Schlussfolgerung ist, dass bisher falsch mit solchen Persönlichkeiten gearbeitet wurde. Sie wurden für Reaktionäre gehalten."[29]
Zitierweise: Christopher Nehring, Alter Wein in neuen Schläuchen. Wie Franz Josef Strauß zum Agent (gemacht) wurde, in: Deutschland Archiv, 26.11.2015, Link: www.bpb.de/215765


Fußnoten

1.
Siehe zur Publikation über Tagebücher von Marianne Strauß: Christoph Gunkel, "Der übl. Wochenendsuff", in: Spiegel Online, 26.8.2015,http://www.spiegel.de/einestages/franz-josef-strauss -unbekannte-tagebuchnotizen-der-marianne-strauss-a-1049676.html, letzter Zugriff am 4.11.2015; ausschlaggebend für die hier aufgegriffene Debatte über eine Tätigkeit von Strauß für das OSS war der Beitrag: Enrico Brissa, Dokumentation: Zu einer möglichen Spionagetätigkeit von Franz Josef Strauß für das Office of Strategic Services (OSS), in: Deutschland Archiv, 5.9.2015, Link: www.bpb.de/211519.
2.
Vgl. Dennis Kux, Soviet active measures. Overview and Assessment, in: Parameters. Journal of the US Army War College Vol. XV Nr. 4, S. 19-28; Herbert Romerstein, Soviet Active Measures and Propaganda. New Thinking & Influence Activities in the Gorbachev Era, Toronto 1989; Ders., Soviet Agents of Influence, Alexandria/VA 1991, S. 1-38; Richard Shultz/ Roy Godson, Dezinformatsia: Active Measures in Soviet Strategy, Washington D.C. 1984; United States Department of State, Bureau of Public Affairs: Special Report No. 101: Soviet Active Measures. An Update, Washington D.C. 1982; United States Department of State: Soviet Influence Activities: A Report on Active Measures and Propaganda, 1986-87, Washington 1987.
3.
Vgl. z.B.: Markus Wolf: Spionagechef im geheimen Krieg, München, 1997, S. 93 und 189-194.
4.
Siehe: Günther Bohnsack und Herbert Brehmer, Auftrag Irreführung. Wie die Stasi Politik im Westen machte, Hamburg 1992, S. 142-157; Anklage des Generalbundesanwalts vom 3.11.1933, Az. 3 StE 12/93-4, in: Strafjustiz und DDR-Unrecht. Dokumentation, Klaus Marxen und Gerhard Werle (Hg.), Band 4/1. Teilband: Spionage (unter Mitarb. v. Petra Schäfter und Ivo Thiemrodt), Berlin 2004, S. 460-550, hier: S. 501f.; Innere Sicherheit. Informationen des Bundesministeriums des Inneren Nr. 1, 20.3.1985, S. 10; Verfassungsschutzbericht 1983, Bundesministerium des Inneren (Hg.), Bonn 1984, S. 201f.
5.
Vgl. z.B.: Jan Shejna, We will burry You, London 1984, S. 117-135; nach Angaben des KGB-Archivars Mitrochin, brüstete sich das KGB gar – völlig unrealistisch – damit, dass gemeinsame Maßnahmen mit der HV A, wie etwa die Verteilung einer Broschüre, in der angebliche Verschwörungsabsichten von Strauß mit einigen BND-Mitarbeitern ausgebreitet wurden, und die Bundeskanzler Schmidt zu gerichtlichen Untersuchungen veranlasst haben soll, zur Wahlniederlage des Kanzlerkandidaten Strauß 1980 beigetragen hätten (siehe: Christopher Andrew und Wassili Mitrochin: Schwarzbuch des KGB Bd. 1: Moskaus Kampf gegen den Westen, Berlin, 1999, S. 563).
6.
Siehe die Aufzeichnung des Gesprächs über die Koordinierung der Aufklärungs- und Abwehrmaßnahmen und über die gemeinsame Durchführung einiger von ihnen zwischen dem Komitee für Staatssicherheit beim Ministerrat der UdSSR und dem MdI der Volksrepublik Bulgarien 1960, in: Tatjana Kirjakova et al. (Hg.): KGB i DS. DS-KGB. Vryski i Zavisimost. Dokumentalen sbornik na Komisijata za razkrivane na dokumenti i objavjavane na prinadlezhnost na Bylgarski grazhdani kym Dyrzhavna sigurnost i razuznavatelni sluzhbi na Bylgarskata narodna armija, Sofia 2009, Dok. 24, S. 204-213, hier: S. 211 (pdf), http://comdos.bg/Нашите%20издания/ds-i-kgb, letzter Zugriff am 5.11.2015.
7.
Vgl.: Ilya Dzhirkvelov, Ilja: Secret Servant My life with the KGB, London 1987, S. 289f.; Ähnlich berichtete auch der ehemalige Politoffizier Jan Shejna über aus Moskau initiierte Schmierenkampagnen gegen Strauß, die es bis in namhafte westdeutsche Nachrichtenmagazine brachten, siehe: Jan Shejna: We will bury you (Anm. 5), S. 117.
8.
Die ehemaligen HV A-Mitarbeiter: Günther Bohnsack und Herbert Brehmer, Auftrag Irreführung (Anm. 4), S. 143f., wiesen hier auf Major Frank R. der HV A/X/2 hin, der "sich in Strauß hineingefühlt hatte, denken und reden konnte wie der CSU-Chef" und für die ihm zugeschriebene fiktiven Dokumente zuständig war.
9.
Siehe die handschriftliche Notiz des Leiters der Abt. VIII der Ersten Hauptverwaltung DS Dimo Stankov an den Leiter der Aufklärung Dimityr Kjossev vom 26.4.1972, in: AKRDOPBGDSRSBNA (Arhiv na komisijata za razkrivane na dokumentite i za objavjavane na prinadlezhnost na bylgarski grazhdani kym Dyrzhavna sigurnost i razuznavatelnite sluzhbi na Bylgarskata narodna armija – Archiv der Kommission zur Erschließung der Dokumente und zur Erklärung der Zugehörigkeit bulgarischer Bürger zur Staatssicherheit und den Aufklärungsdiensten der Bulgarischen Volksarmee-R(razuznavane – Aufklärung), F(Fond). 9 op (opis – Findbuch). 2 a.e. (arhivna edinica – Archiveinheit) 539, Bl. 93a.
10.
Siehe die Übersicht der ungarischen Aufklärung über die Aktivmaßnahme Nessie, in: AKRDOPBGDSRSBNA-R, F. 9 op. 3 a.e. 210, Bl. 45-47, hier: Bl. 45; Siehe weiterhin das Protokoll über die Arbeitskonsultationen auf der Linie aktive Maßnahmen mit der Aufklärung des MdI der VRB vom 31.5.-2.6.1977 in Berlin, in: Ebd., Bl. 40-44; auch: Günther Bohnsack und Herbert Brehmer: Auftrag Irreführung (Anm. 4), S. 227f.; Siehe zu einer ausführlichen Darstellung sowohl dieser als auch weiterer Maßnahmen gegen Strauß und die Bundesrepublik: Christopher Nehring, Die Kooperation der HV A mit der Aufklärung des sozialistischen Bulgariens, unveröff. Diss, Heidelberg 2015, S. 177-187 und S. 216-218.
11.
Zur HA IX/11 des MfS allgemein siehe: Roland Wiedmann, Die Diensteinheiten des MfS 1950-1989. Eine organisatorische Übersicht, Berlin 2012, S. 301f., und: Henry Leide, NS-Verbrecher und Staatssicherheit. Die geheime Vergangenheitspolitik der DDR, Göttingen 2005, insb. S. 73-88; weiterhin: Hubertus Knabe (Hg.), West-Arbeit des MfS. Das Zusammenspiel von "Aufklärung" und "Abwehr", Berlin 1999, S. 67-79; Ders., Der diskrete Charme der DDR. Stasi und Westmedien, Berlin 2001; siehe exemplarisch auch die Kampagnen gegen und für Willy Brandt: Daniela Münkel, Kampagnen, Spione, geheime Kanäle. Die Stasi und Willy Brandt, Berlin 2013.
12.
Siehe zu dieser Maßnahme ausführlich: Christopher Nehring, Die Kooperation (Anm. 10) S. 286-293.
13.
Siehe eine Kopie des Schreibens, welches als Fotokopie und Xerox persönlich durch den späteren Leiter der PGU-DS Vl. Todorov aufbewahrt wurde: AKRDOPBGDSRSBNA-R, F. 9 op. 2 a.e. 542, Bl. 225-228; Besonders geschmacklos war hierbei der Umstand, dass das gefälschte Dokument Semerdzhiev die Verantwortung am Tod jüdischer KZ-Insassen gab und auch die Bekanntschaft mit seiner späteren Frau als geheimdienstlichen Auftrag erscheinen ließ. Siehe wiederum ausführlich: Christopher Nehring, Die Kooperation (Anm. 10), S. 287-294.
14.
Siehe die Anweisung in: BStU, MfS HA IX/11 FV 70/70, Bl. 4.
15.
Ebd.
16.
Siehe hierzu noch eindrücklicher den Maßnahmenplan der HA IX/11 vom 11.1.1971 (Ebd., Bl. 32-38, hier: Bl. 34): "Im Ergebnis der Bearbeitung soll sowohl die faschistische Vergangenheit der Hintermänner und Verbindungen von Strauß, als auch die Tatsache, dass er selbst ein Faschist reinsten Wasser ist, an Hand (sic!) von Dokumenten nachgewiesen werden."
17.
Ebd., Bl. 163f; am 4.8.1978 bestätigte auch der Leiter der HV A/X Wagenbreth, dass die von der HA IX/11 übergebenen Materialien "operativ eingesetzt" wurden, mit dem handschriftlichen Zusatz: "Fall Strauß ist erledigt. Die HV A hat die Materialien erhalten." (Ebd., Bl. 238); wie eine handschriftliche Notiz im dazugehörigen Ordner BStU, MfS HA IX/11 PA 2, Bd. 1, Bl. 19 nahelegte, handelte sich hierbei wohl um Aktionen der aktiven Maßnahme "Schwarz" (OVO "Schwarz" XV 1775/72), dessen Ziel die Diskreditierung der CDU war. Siehe hierzu: Helmut Müller-Enbergs: Hauptverwaltung A (HV A). Aufgaben - Strukturen - Quellen, Berlin, 2011, S. 173ff; vgl. weiter: Günther Bohnsack und Herbert Brehmer: Auftrag Irreführung (Anm. 4), S. 174f. und 189.
18.
Siehe so z.B. auch den Quellennachweis zu einer Person, die im Kontext der Recherchen um Strauß überprüft wurde: BStU, MfS HA IX/11 PA 2, Bd. 1, Bl. 22; vgl. die Originale: Albert Norden, Um die Nation. Beiträge zu Deutschlands Lebensfrage, Berlin, 1953 und Julius Mader: Who's who in CIA: Ein biographisches Nachschlagewerk über 3000 Mitarbeiter der zivilen und militärischen Geheimdienstzweige der USA in 120 Staaten, Berlin 1968.
19.
Siehe grundlegend zusammengefasst bei: Jan Shejna: We will burry you (Anm. 5), S. 100-137.
20.
Siehe den handschriftlichen Maßnahmenplan der HA IX/11 vom 11.1.1971: BStU, MfS HA IX/11 FV 70/70, Bl. 32-38, hier: Bl. 33.
21.
In den 1980er Jahren kam es z.B. zu einem Prozess des Spiegel gegen den britischen Abgeordneten Sir James Goldsmith (Conservative Party), der behauptet hatte, die Spiegel-Kampagnen gegen Strauß seien vom KGB inszeniert worden. Strauß soll die Übernahme solch gefälschter Informationen als Ursprung der heftigen Auseinandersetzungen und persönlichen Animositäten zwischen Augstein, dem Spiegel und ihm selbst verantwortlich gemacht haben. Der "Goldsmith-Prozess" endete mit einem Vergleich, in dem klargestellt wurde, dass Goldsmiths Aussagen maßgeblich auf den Erkenntnissen von Überläufern beruhten und er zu keiner Zeit ausdrücken wollte, der Spiegel habe wissentlich (!) Kampagnen im Auftrag des Ostblocks betrieben. De facto musste der Spiegel also zumindest die Möglichkeit anerkennen, dass seine Anti-Strauß-Kampagnen durch Informationen sozialistischer Geheimdienste unterstützt bzw. beeinflusst wurden. Siehe dazu: Helmut Bärwald, Spiegel-Fechtereien. Ein Blick in (Des-) Informationspraktiken eines Nachrichtenmagazins, Herford 1987, S. 73-79; weiterhin: Anneke Jankus, Franz-Josef Strauß und sein Verhältnis zu dem Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", in: Publizistik 3/2002/47, S. 295-308, hier: S. 298f.
22.
Siehe: Dzhirkvelov, Ilya, Secret servant (Anm. 7), S. 297-301; obgleich die Berichte von Überläufern und ehemaligen Geheimdienstmitarbeitern eine besondere Quellengattung sind, die sich nicht selten durch subjektive Interpretationen auszeichnen, zeigt diese Untersuchung eindrücklich, dass ein Generalverdacht gegen diese Quellen im Allgemeinen (und im Falle der angeblichen "Agententätigkeit" von Strauß im Speziellen) unhaltbar ist. Dzhirkvelovs Darstellungen lassen sich so durch andere Quellen stützen und ergänzen. Weiterhin ergab z.B. auch eine Überprüfung der Schilderungen der ehemaligen Mitarbeiter der HV A/X (Günther Bohnsack/Herbert Brehmer: Auftrag Irreführung (Anm. 4) mit im bulgarischen Stasiarchiv verbliebenen Dokumenten, wo möglich, dass sich die Erinnerungen hier mit den Quellenmaterialien in beeindruckender Weise deckten (siehe ausführlich: Christopher Nehring: Die Kooperation (Anm. 10).
23.
Angebliche Verbindung zwischen der CDU/CSU (und allen voran Strauß) zu Geheimdiensten, war dabei eine "These", die immer wieder in den aktiven Maßnahmen der sozialistischen Geheimdienste auftrat. 1972 berichtete die Desinformationsabteilung der bulgarischen Aufklärung, dass sie zusammen mit der HV A Dokumente, die eine Verbindung der CDU/CSU zur CIA belegen sollten, über ihren Einflussagenten "Der Soziologe" (Sociologa) bis an Willy Brandt lanciert hätten. Auch hier wurde das explizite Ziel einer Wahlkampfhilfe für die SPD genannt (siehe die Auskunft über die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen für AM der Aufklärungen der DDR und VRB vom 13.5.1972: AKRDOPBGDSRSBNA-R, F. 9 op. 2 a.e. 539, Bl. 87f., und die Liste gemeinsamer AM mit den deutschen Genossen vom April 1972: Ebd., Bl. 93.; ebenso: Auskunft bezüglich der Gespräche mit der Leitung der Abteilung für AM bei der Aufklärungsverwaltung des MfS der DDR vom 20.6.1972, in: Ebd., Bl. 95-110, hier: Bl. 109f.). Ob es sich ebenfalls um die "Beweise" für eine Agententätigkeit von Strauß handelte, lag aufgrund der inhaltlichen und chronologischen Überschneidungen mit den im MfS-Archiv aufgetauchten Dokumenten nahe. Im bulgarischen Archiv jedoch waren die von "Soziologe" lancierten Dokumente nicht aufzufinden.
24.
Tatsächlich wird dieser Umstand im FV 70/70 nur ein einziges Mal in einer Kurzzusammenfassung genannt (BStU, MfS HA IX/11 FV 70/70 Bl. 5-11), in der Folge sich ausschließlich auf andere Informationen konzentriert.
25.
Hauser war ebenfalls – just im Jahre 1961 – in die "Starfighter-Affäre" verwickelt, im Rahmen derer er als Lobbyist des US-Rüstungskonzern Lockheed Martin angab, bei der Beschaffung von Starfighter-Flugzeugen für die Bundeswehr seien Gelder an Strauß geflossen. Die angebliche Verbindung zwischen Hauser und Strauß während des Zweiten Weltkrieges wurde vom KGB also keineswegs zufällig konstruiert. Einzelheiten zu Hauser, seiner Beziehung zu Strauß oder dem BND konnten im Rahmen dieser Untersuchung nicht geprüft werden.
26.
1975 z.B. zeigte die KGB-Residentur in Guinea dem Sicherheitsminister und Präsident Sékou Touré gefälschte Dokumente über angebliche Umsturzpläne der CIA; siehe Einzelheiten zu dieser Operation "KULBIT" in: Christopher Andrew und Wassili Mitrochin, Schwarzbuch, Bd. 1 (Anm. 8), S. 341f.
27.
Zum geringeren Erfolg aktiver Maßnahmen in den 1980er Jahren siehe: Günther Bohnsack und Herbert Brehmer: Auftrag Irreführung (siehe Anm. 4), S. 213f; ebenso im Kontext der Zusammenarbeit von HV A und bulgarischer Aufklärung: Christopher Nehring: Kooperation (siehe Anm. 17), S. 163-167; zur methodischen Vorgehensweise des KGB; vgl. die Beratungen zwischen dem Leiter des Dienstes „A“ Ivanov und der PGU-DS zur Benutzung von Einflussagentur: Formen und Methoden der Arbeit. Benutzung von Einflussagentur (Gespräch mit V.P. Ivanov am 25.4.1979), in: Kirjakova, Tatjana et al.: KGB i DS (siehe Anm. 5), Dok. 133, S. 801-807 (pdf); ebenso den Vortrag von Ivanov auf der multilateralen Versammlung der Leiter der Abteilungen für aktive Maßnahmen der sozialistischen Aufklärungen 1986 in Budapest mit dem Titel "grundlegende Aufgaben auf dem Gebiet der aktiven Maßnahmen auf der gegenwärtigen Etappe und Wege zur Erhöhung ihrer Effektivität", in: AKRDOPBGDSRSBNA-R, F. 9 op. 4 a.e. 671, Bl. 64-81.
28.
Vgl.: Jürgen Heideking und Christof Mauch: Geheimdienstkrieg gegen Deutschland. Subversion, Propaganda und politische Planungen des amerikanischen Geheimdienstes im Zweiten Weltkrieg, Göttingen 1993; Allen Welsh Dulles und Neal Petersen (Hg.): From Hitler's doorstep. The wartime intelligence reports of Allen Dulles, 1942-1945, University Park, 1996.
29.
Siehe die Auskunft bezüglich der Gespräche, geführt im Dienst AM bei der PGU-KGB in Moskau vom 25. bis 28. Oktober 1988 über Fragen der Zusammenarbeit mit der Abteilung 08 PGU/DS, in: Kirjakova, Tatjana et al.: KGB i DS (siehe Anm. 5), Dok. 283, S. 1870-1903, hier: S. 1885.
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Autor: Christopher Nehring für bpb.de
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