Beleuchteter Reichstag

Migration

Entgegen landläufiger Annahmen ist Ein- und Auswanderung nach und aus Deutschland kein Phänomen der letzten zwei Jahre. Insbesondere seit dem Zweiten Weltkrieg ist das Land immer wieder mit den Herausforderungen umfangreicher Migrationsbewegungen konfrontiert worden, angefangen mit den "Displaced Persons", den Überlebenden von Zwangsarbeit und der nationalsozialistischen Konzentrationslager, den Vertriebenen, aber auch den flüchtenden DDR-Bürgern bis hin zu den politisch gewollten und gesteuerten Anwerbungen von "Gastarbeitern". Dieser Schwerpunkt schildert diese in ihren Ursachen und Auswirkungen auf das Land sehr unterschiedlichen Bewegungen von Menschen und nimmt auch das Besondere der deutsch-deutschen Migration in den Blick.

„Gastarbeiter" aus Jugoslawien auf dem Frankfurter Hauptbahnhof, 1972

Sylvia Hahn

Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa: Kontinuitäten und Brüche

Südosteuropa ist vor allem mit Mittel- und Westeuropa durch eine lange Tradition der Migrationen von Menschen in beide Richtungen eng verbunden. Sylvia Hahn macht in ihrem Beitrag die langwährende Verflechtung der beiden Gegenden unseres Kontinents durch vielfältige Migrationsströme deutlich. Weiter...

Agnes Thevis, eine der ehemaligen "Kinder der 'Operation Shamrock'", zeigt eine Zeitung von 1946 mit einem Foto der Ankunft der Kinder in Glencree (Irland)

Monica Brandis

Die "Kinder der 'Operation Shamrock'"

Mehr als 400 Kinder aus Nordrhein-Westfalen konnten mit der "Operation Shamrock" der Not der unmittelbaren Nachkriegszeit nach Irland entfliehen. Monica Brandis widmet sich einer unbekannten Episode deutscher Migrationsgeschichte. Weiter...

Übersiedler und Rückkehrer aus Westdeutschland und West-Berlin verlassen das Aufnahmeheim Blankenfelde, Juli 1961

Eva Fuchslocher, Michael Schäbitz

Spinner, Schuldner und Spione? Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989

Für die Übersiedlung in die DDR gab es viele Motive und auch die Erfahrungen, die die Übersiedler schließlich in der DDR sammelten, waren sehr unterschiedlich. Der folgende Beitrag beleuchtet Ursachen und Phasen der West-Ost-Migration und illustriert diese anhand von drei beispielhaften Biografien. Weiter...

Sektorengrenze mit Warnschild “Achtung Sie verlassen jetzt West-Berlin” in Staaken, Bezirk Berlin-Spandau, 1953. Dahinter die Dorfkirche Alt-Staaken

Claudia Lepp

Gegen den Strom. West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche

Entgegen dem Hauptmigrationsstrom wanderten bis zum Mauerbau 1961 eine halbe Million Menschen aus der Bundesrepublik in die DDR ab.[1] Unter ihnen befanden sich 1000 bis 2000 evangelische Theologiestudierende, Vikare, Pfarrer sowie Diakone und Diakonissen. Warum und wie es zu dieser besonderen Migration kam, zeigt der nachfolgende Beitrag.[2] Weiter...

Straßenszene in Berlin Neukölln

Haci-Halil Uslucan

Migration aus der Türkei: psychologische Prozesse der Beheimatung in Deutschland

Heute leben rund drei Millionen Türkeistämmige in Deutschland, von denen etwa die Hälfte die deutsche Staatsbürgerschaft hat. Doch wie gut sind sie hier nicht nur physisch, sondern auch psychisch angekommen? Wie sehr sind sie ihrer Heimat noch verbunden und was bedeutet eigentlich Integration? Weiter...

Griechische Gastarbeiter verfolgen 1967 im Haus der griechischen Gemeinde in Hannover am Radio die neuesten Nachrichten aus ihrem Heimatland

Ioannis Zelepos

Griechische Migration nach Deutschland

Die Präsenz von Griechen in Deutschland hat eine lange Vorgeschichte. Dabei waren die Gründe für eine Migration nach Deutschland vielfältig – einen großen Anteil stellten Arbeitsmigranten zu Beginn der 1960er Jahre. Ioannis Zelepos skizziert die Entwicklung der Zuwanderung ebenso wie die gesellschaftlichen Integrationsmöglichkeiten einer sich stets wandelnden Diaspora. Weiter...

Eine Klasse beim Sprachunterricht in einer Förderschule im Jugenddorf in Celle, 1976. Dort wurden 300 Aussiedlerkinder auf das Berufsleben vorbereitet

Jannis Panagiotidis

Experimentierfeld der Migrationspolitik: Die Herausforderung der Aussiedlerintegration im Wandel der Zeit

Zwischen 1950 und 1989 kamen fast zwei Millionen Menschen aus Osteuropa nach Westdeutschland, gut zwei Drittel davon aus Polen in seinen Nachkriegsgrenzen. Seitdem folgten viele Spätaussiedler, vorwiegend aus der ehemaligen Sowjetunion. Jannis Panagiotidis über die Herausforderungen der Integration in der Wahrnehmung von Politik und Öffentlichkeit. Weiter...

Ankunft am Bahnhof Helmstedt im Januar 1971, dpa – Bildarchiv / Foto: Wolfgang Weihs

Laura Wehr

Vergessene Migrationsgeschichte/n? Die Ausreise aus der DDR in der Erinnerung von Übersiedler-Eltern und -Kindern

Übersiedler, die per Ausreiseantrag die DDR verließen, haben auf "leise" Art und Weise Integrationsgeschichte geschrieben. Obwohl sie das Gros der DDR-Emigranten darstellten, bekamen sie bislang wenig Aufmerksamkeit. Weiter...

DDR-Bürgerinnen und -Bürger zwischen Verkaufsständen in einem West-Berliner Warenhaus im November 1989

Bettina Effner

Das Spezifische deutsch-deutscher Migration

DDR-Bürger, die in die Bundesrepublik flüchteten, waren zwar ihrem Status nach gleichberechtigt, kamen aber aus einer nach ganz anderen Grundsätzen organisierten Gesellschaft. Wie erging es ihnen in Hinblick auf Teilhabe und Zugehörigkeit, inwiefern machten sie auch Fremdheitserfahrungen? Sind DDR-Bürger mit anderen Migranten trotz aller Spezifik eventuell vergleichbar? Weiter...

Menschen auf der Flucht um 1945

Andreas Kossert

Wann ist man angekommen? Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland

Flüchtlinge, die heute vor Unmenschlichkeit, Terror und Kriegen fliehen, rufen bei vielen Deutschen historische Bilder wach. Millionen Biografien in Deutschland sind in ihrem Kern von einem Flüchtlingsschicksal geprägt. Andreas Kossert über Schwierigkeiten, Herausforderungen und verdrängte Erinnerungen. Weiter...

Illustration aus der Graphic Novel "Madgermanes", S. 70

Interview

"Sie kamen quasi mit leeren Händen zurück"

Wenig wissen die meisten Deutschen über die mehr als 20.000 Menschen aus Mosambik, die zwischen 1979 und 1989 aufgrund binationaler Verträge als "Vertragsarbeiter" in die DDR kamen. 1989 waren immerhin etwa 16.000 von ihnen noch im Land. Birgit Weyhe hat den Geschichten dieser Menschen in ihrer Graphic Novel "Madgermanes" nachgespürt. Das Deutschland Archiv hat sie dazu befragt. Weiter...

Die Synagoge in der Pestalozzistraße in Berlin Charlottenburg

Karen Körber

Jüdische Gegenwart in Deutschland. Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989

In den vergangenen zwei Jahrzehnten kam eine Viertelmillion russischsprachiger Juden nach Deutschland. Die neue Generation brachte ein anderes Selbstverständnis mit – aber nicht nur die jüdische Gemeinschaft ist eine andere geworden, sondern auch das Aufnahmeland Deutschland. Karen Körber über die Widersprüche und den schwierigen Wandel einer "Erinnerungsgemeinschaft" hin zu einer modernen Einwanderungsgesellschaft. Weiter...

Ein 24-jähriger Arbeiter aus der Volksrepublik China im VEB Waggonbau Dessau, 1987

Moritz Gärtner, Kim Kamenik

Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau – 388 : 100.000

Die Autoren dieses Beitrags sind Schüler der achten Klasse eines Dessauer Gymnasiums. In ihrem Beitrag zum Geschichtswettbewerb um den Preis des Bundespräsidenten "Anders sein. Außenseiter in der Geschichte" schildern sie eindrücklich das Leben von Vertragsarbeitern aus China im Dessau der 1980er Jahre. Das Deutschland Archiv veröffentlicht eine leicht angepasste Fassung des Wettbewerbsbeitrags. Weiter...

Ausbildung von zwei Mosambikanern im Schweriner Lederwarenwerk, 1988

Ann-Judith Rabenschlag

Arbeiten im Bruderland. Arbeitsmigranten in der DDR und ihr Zusammenleben mit der deutschen Bevölkerung

Offiziell waren die "ausländischen Werktätigen", die ab den 1960er Jahren in die DDR kamen, "Freunde", die eine Ausbildung erhielten, um anschließend beim Aufbau ihrer Heimat, den sozialistischen Bruderländern, zu helfen. Die Wirklichkeit sah jedoch oft anders aus. Ann-Judith Rabenschlag über Anspruch und Wirklichkeit im Leben der "Gastarbeiter" in der DDR. Weiter...

Wilder Streik von spanischen Gastarbeitern bei den "Hella-Werken" in Lippstadt im Juli 1973

Oliver Trede

Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik – zwischen Misstrauen und Integration

Migration und Integration, Ausgrenzung und Rassismus beschäftigen moderne Gesellschaften zeitlebens. Auch die Auseinandersetzung von Gewerkschaften mit Arbeitsmigration spielt seit den Anfängen der Arbeiterbewegungen beständig eine Rolle. Oliver Trede beleuchtet die Positionen der bundesdeutschen Gewerkschaften zur Anwerbepolitik und Integration von "Gastarbeitern" in den 1960er und 1970er Jahren. Weiter...

 

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Publikationen zum Thema

Deutschland Archiv 2016

Deutschland Archiv 2016

Der Band enthält eine Auswahl der wichtigsten Artikel, die im Jahr 2016 erschienen sind.

Schriftenreihe Bd. 1664 "Deutschland Archiv 2015": Cover

Deutschland Archiv 2015

Der Band enthält eine Auswahl der wichtigsten Artikel, die im Jahr 2015 erschienen sind.

Schriftenreihe Bd. 1544 "Deutschland Archiv 2014": Cover

Deutschland Archiv 2014

Der Band enthält eine Auswahl der wichtigsten Artikel, die im Jahr 2014 erschienen sind.

Coverbild Deutschland Archiv 2013

Deutschland Archiv 2013

Der Band enthält eine Auswahl der wichtigsten Artikel, die im Jahr 2013 erschienen sind.

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Junge Pioniere mit ihren typischen Halstüchern vor dem Gebäude einer GrundschuleSchwerpunkt

Tagungsdokumentation

Zu dem Thema "Children of Transition, Children of War, the Generation of Transformation from a European Perspective" diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Deutschlandforschertagung 2016 vom 3. bis 5. November 2016 in der Universität Wien. Weiter... 

Bei der Aufarbeitung der DDR - Vergangenheit sind die Archive der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) von grundlegender Bedeutung.Dossier

Geschichte und Erinnerung

Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum. Weiter... 

Brandenburger TorDossier

Deutsche Teilung - Deutsche Einheit

13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer. Die Teilung bekommt eine konkrete Gestalt. Mehr als 20 Jahre nach dem Mauerfall ist Deutschland in vielem noch immer ein Land mit zwei Gesellschaften. Weiter... 

DDR-Demonstration, Ministerium für Staatssicherheit Stasi, ÜberwachungsmonitoreDossier

Stasi

Alles wissen, alles kontrollieren, Menschen manipulieren. Aus der Arbeitsweise der DDR-Geheimpolizei "Stasi" ist auch viel zu lernen über die Mechanismen von Diktaturen der Gegenwart. In der DDR überwanden couragierte Bürgerinnen und Bürger allerdings 1989 ihre Angst vor der "Staatssicherheit". Weiter... 

www.chronik-der-mauer.de

Chronik der Mauer

Es erwarten Sie ein Fülle von herausragenden und multimedial aufbereiteten Informationen zum Thema. Weiter... 

jugendopposition.deOnline-Angebot der bpb und der Robert-Havemann-Gesellschaft

jugendopposition.de

Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Texten, Videos, Audios, Fotos und Dokumenten. Weiter...