Beleuchteter Reichstag

8.5.2018 | Von:
Dariusz Wojtaszyn

Der Fußballfan in der DDR – zwischen staatlicher Regulierung und gesellschaftlichem Widerstand

Trotz strenger Maßnahmen gelang es dem DDR-Regime nicht, eine spontane Fankultur im Fußballsport zu unterbinden. Dariusz Wojtaszyn über diese Form des – bewussten oder unbewussten – Widerstands in der DDR.

Meist waren die Stadien gut gefüllt, wie hier beim Spiel des BFC Dynamo gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, 1983Meist waren die Stadien gut gefüllt, wie hier beim Spiel des BFC Dynamo gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, 1983 (© picture-alliance/ZB, dpa – Report, Foto: Thomas Uhlemann)

Die historische Forschung zum Thema Sport steht meist im Schatten der wissenschaftlichen Studien, die sich mit anderen Lebenszweigen beschäftigen. Dabei wird übersehen, dass der Sport im Vergleich zu anderen kulturellen Bereichen einen wesentlich weitreichenderen gesellschaftlichen Einfluss hat und so das breite Publikum anspricht. Zweifelsohne ist Sport im 20. Jahrhundert zu einem wichtigen Element des Lebens geworden, da er bestimmte Wahrnehmungsbereiche, die bisher ausschließlich für Hochkultur reserviert waren, übernommen hat.[1] Aufgrund des bedeutsamen und stets wachsenden gesellschaftlichen Wirkungspotenzials und gleichzeitig universellen Charakters des Sports, entwickelte die Politik eine enge Verbindung zu diesem. Beinahe jedes politische System versuchte den Sport als „eine der größten Gesellschaftsbewegungen” in der Menschheitsgeschichte zu instrumentalisieren.[2] Grund dafür ist, dass er einen Raum für einen alternativen – gewaltlosen – Wettstreit zwischen Staaten bietet. Dieses Potenzial führt dazu, dass Regierungen versuchten und versuchen, mithilfe des Sports bestimmte politische Ziele zu erreichen.

Das DDR-Regime erkannte diese sehr nützlichen Eigenschaften des Sports relativ schnell und nutzte sie für ihre politischen Pläne.[3] Sport sollte als stabilisierendes Element des Systems eine relevante Funktion für die Innenpolitik erhalten. Der wichtigste Auftrag des Sports bestand darin, die Bürgerinnen und Bürger zu einem erwünschten Sozialverhalten zu motivieren und ihre Loyalität zum politischen System zu festigen. Die Grundlage dafür bildete das sowjetische beziehungsweise stalinistische Konzept der Körperkultur, demzufolge Sport ein untrennbarer Bestandteil des Erziehungssystems war.[4]

Eines der Hauptziele der DDR-Sportpolitik war die Indoktrinierung der Jugendlichen. Die Teilnahme junger Menschen an staatlichen Sportveranstaltungen und ihre Zugehörigkeit zu Sportvereinen wurden unterstützt. Die allgegenwärtige Propaganda und staatliche Kontrolle schafften entsprechende Bedingungen für die Beeinflussung ihrer politischen Haltung. Die Anwendung des stalinistischen Sport-Paradigmas führte dazu, dass sich die Rolle des Sports – in der ideologischen Dimension – auf die Mobilisierung der Massen konzentrierte, die das neue gesellschaftliche System festigen und ein gesellschaftliches, den Vorstellungen der Machthaber entsprechendes Verhalten erzeugen sollten. Körperkultur und Sport boten darüber hinaus die Möglichkeit, ein staatlich erwünschtes Modell des Patriotismus und der nationalen Identität zu fördern.

Neben den Olympischen Spielen, die sich auf der ganzen Welt einer immensen Popularität erfreuten und erfreuen, nahmen Fußballspiele in diesem Prozess eine wichtige Position ein. Fußball spielte in der DDR eine bedeutende Rolle.[5] Sowohl Vertreter der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) als auch des Deutschen Fußball-Verbandes (DFV) waren sich des besonderen Charakters und der außerordentlichen Tragweite dieser Sportdisziplin bewusst. Diese Bedeutung äußerte sich unter anderem in einer besonderen Begünstigung dieser Sportart gegenüber anderen: Die Aufwendungen überschritten häufig die Ausgaben für andere Disziplinen, und die Fußballverbände verfügten über eigene, gut ausgebaute Strukturen.

Inszenierung der Fußballspiele

Der Besuch von Fußballwettkämpfen hatte in der DDR einen egalitären Charakter und die Stadien waren jede Woche gut gefüllt.[6] Daher war das Propagandapotenzial der Fußballspiele für die Regierenden entsprechend hoch und man versuchte, diesen Lebensbereich streng zu kontrollieren. Eine essentielle Rolle spielte dabei die Inszenierung der Fußballspiele. Sie sollten das Symbol einer gelungenen Politik der SED und die Symbiose von Politik und Gesellschaft darstellen. Für viele stellten sie das einzige überzeugende Angebot zur Ausbildung einer DDR-Identität dar. SED, DFV und lokale Politiker legten großen Wert auf den ungestörten Verlauf der Fußballveranstaltungen – insbesondere wenn sie internationalen Charakter hatten. Mithilfe der Volkspolizei und des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) wollten sie auch das Verhalten der Zuschauerinnen und Zuschauer regeln und kontrollieren. Die ersten Strategien der „Sicherung“ der internationalen Sportwettkämpfe entstanden bereits im Jahr 1966: Die Spiele sollten nach einem festgelegten Programm ablaufen und selbst die Zuschauer wurden nach strengen Kriterien ausgewählt, um dem Idealbild des „sozialistischen Bürgers“ zu entsprechen.[7] Dabei wollte man vor allem spontanes, unkontrollierbares Verhalten der Zuschauer vermeiden.

„Offizielle/institutionelle Fans“[8]

Die auf diese Weise inszenierten Veranstaltungen sollten zur Akzeptanz des politischen Systems in der Gesellschaft beitragen. Die Instrumentalisierung der Fußballspiele führte dazu, dass in der DDR eine spezifische, künstliche Kategorie des Fußballfans konstruiert wurde, die sich mit „offizielle/institutionelle Fans“ betiteln ließe. Das Entstehen dieser Kategorie von Fußballanhängern war mit einer strengen Zuschauerauslese verbunden. Die ursprüngliche und wichtigste Art der Auswahl war ein landesweites Eintrittskartenverteilungssystem. Dieses wurde insbesondere bei den internationalen Pokalspielen der Oberliga-Mannschaften und bei den Spielen gegen die Klubs aus dem „nichtsozialistischen Ausland“ oder den Wettspielen auf Nationalmannschaftsniveau angewandt. Das galt auch für das erste offizielle deutsch-deutsche Duell auf dem Gebiet der DDR nach dem Mauerbau:[9] Am 7. November 1973 kam der Bundesligameister FC Bayern München nach Dresden, um an einem Achtelfinalspiel des Europapokals der Landesmeister gegen den DDR-Meister SG Dynamo Dresden teilzunehmen. Nach den von der Staatssicherheit vorbereiteten Sicherungsplänen – Aktion „Vorstoß” – wurden lediglich 2000-3000 Karten in den freien Verkauf übergeben.[10] Alle anderen Tickets verteilten die Veranstalter sowohl an Vertreter des MfS und der Volkspolizei, als auch an Parteimitglieder, Arbeiter der Dresdner Betriebe und Dauerkartenbesitzer. Etwa 2500 Karten wurden Bayern-Anhängern überlassen.[11]

Einen Schritt weiter gingen die Organisatoren der Partie Dynamo Berlin gegen Hamburger SV, die am 15. September 1982 – ebenfalls im Rahmen des Europapokals der Landesmeister –ausgetragen wurde. Um befürchtete rowdyhafte Ausschreitungen und politische Demonstrationen der Berliner Fans zu vermeiden, gab es gar keinen freien Verkauf.[12] Die Mehrheit der 22.000 Plätze des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks – 15.500 Plätze – reservierte man für Funktionäre der Stasi und Mitglieder der Dynamo-Klubs. Ein Stadionbesuch war vor allem den zentralen und lokalen Funktionären der SED, der Freien Deutschen Jugend (FDJ) und des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) vorbehalten. 300 Karten erhielt die Mannschaft aus Hamburg.[13] Ähnliche Kontrollmechanismen fanden bei allen anderen internationalen Spielen von Dynamo bis zum Ende der DDR Anwendung.[14]

Die Vertreter des MfS waren sich über die Anwesenheit von Journalisten und Kamerateams der westdeutschen Fernsehkanäle bewusst, weshalb sie versuchten, den Schein nach außen zu wahren. Beispielweise waren Stasi-Funktionäre dazu verpflichtet, sich entsprechend zu verhalten und Fankleidung zu tragen.[15]

Nach diesem Schema wurden alle internationalen Spiele auf dem Territorium der DDR kontrolliert. Zeitzeugen heben jedoch hervor, dass die strengen Bedingungen wie bei Spielen von Dynamo Berlin – welcher der Lieblingsklub des Ministers für Staatssicherheit Erich Mielke und unbeliebteste Oberliga-Verein war, den man allerorts mit der Stasi assoziierte – in den anderen DDR-Stadien nicht funktionierten.[16] Bei den Spielen in Leipzig, das heißt bei Lokomotive- und wichtigen Nationalmannschafts-Spielen, gab es immer eine gewisse Zahl der Eintrittskarten zum freien Verkauf.[17] Manchmal kam es wegen der unzureichenden Menge an Tickets während des Vorverkaufs zu Straßenunruhen.[18]

Oberliga unter Kontrolle

Die gleichen Kontrollmethoden wandte man auch bei den Veranstaltungen der Oberliga an. Bei diesen Wettspielen wurden die Behörden jedoch – aus wirtschaftlichen und repräsentativen Gründen – zu einer liberaleren Haltung gezwungen: die Stadien sollten von den Fans besucht werden, um die finanziellen Mittel für die Klubs zu sichern. Die wichtigsten Oberligapartien und die Spiele der Mannschaften, deren Anhängergruppen verfeindet waren, sollten jedoch möglichst unter Kontrolle gehalten werden.[19] Viele der ehemaligen Anhänger erinnern sich an Probleme beim Kauf von Eintrittskarten für die attraktivsten Oberliga-Spiele, während die Stadiontribünen mit Kindern, Jugendlichen und Einwohnern der umliegenden Städte und Arbeitern mittleren Alters gefüllt waren, für die es häufig der erste Besuch im Stadion war.[20]

Selbstorganisation/Selbstbestimmung

Trotz der „künstlichen Fans“ und der von oben gelenkten Fußballwelt der DDR blieben jedoch Freiräume, in denen sich die Fankultur fortan spontan und eigenständig entwickelte – oft gegen die Prinzipien des SED-Regimes. Fußball, Stadionleben und Anhängermilieu wurden zu Oasen der Freiheit, die einen von den Behörden schwer zu kontrollierenden Lebensaspekt der überwiegend jungen DDR-Bürger darstellten. Für die politische Elite der DDR wurden die Aktivitäten der Fußballzuschauer „unakzeptabel“ und vom MfS als „negativ-dekadent“ oder „feindlich-negativ“[21] bewertet. Mit Unruhe und Argwohn verfolgten die SED-Politiker vor allem unabhängige Aktivitäten der Fans. In einem Land, in dem die Staatsmacht alle Bereiche des Lebens ihrer Bürger zu kontrollieren und zu überwachen versuchte, mussten alle gesellschaftlichen Aktivitäten registriert und entsprechende Erlaubnisse von den Behörden eingeholt werden, wollte man ein gesellschaftliches Mandat – und sei es in einem Fußballverein oder einer Fanvereinigung – wahrnehmen. Darum war die Selbstorganisation der Fußballzuschauer für die Herrschenden nur schwer zu akzeptieren. Die Anhänger von einzelnen Klubs der Oberliga gründeten seit Beginn der 1970er Jahre eigene, autonome, von der Staatsmacht unabhängige und informelle Fanklubs, die nach dem Muster der westlichen Fanklubs gestaltet wurden. Daraus resultierten gelegentlich autonome Teilbezirke, in denen die jungen Vertreter der Fußballsubkultur nach flexiblen, selbstbestimmten Vereinbarungen agierten.

Antistaatliche Provokationen

In der DDR konnte schon eine abweichende Meinung oder ein frecher Witz ein Strafrechtsverfahren auslösen und als antistaatliche Tätigkeit bewertet werden. Fußballfans nutzten ausgesprochen häufig und mit großer Vorliebe diese Art der Provokation. Eine erste systemkritische oder geradezu antikommunistische Tätigkeit von Fußballanhängern beobachteten Parteifunktionäre der SED schon Anfang der 1950er Jahre. Sie spiegelte die Ablehnung des neuen Systems auf der lokalen Ebene wider. Autoritäre Beschlüsse der Behörden im Bereich des Fußballsports – beispielsweise die Versetzung von Spielern oder Mannschaften in eine andere Stadt, die Eingliederung der Fußballmannschaft in einen anderen Klub oder die Umbenennung der einzelnen Klubs – festigten die Zugehörigkeit der Fans zu dem jeweiligen Verein, der einen Teil der lokalen Identität bildete, und lösten Proteste aus, die oft einen politischen Charakter hatten.[22] Nach Gründung der Oberliga gehörten diese – neben den sportlichen Konflikten auf dem Fußballfeld – zu den Hauptgründen für Ausschreitungen auf den Fußballtribünen der DDR.

Widerwillen hegten die Fans vor allem gegen die informelle Hierarchie des DDR-Fußballs, nach der es privilegierte Fußballclubs (FC) und nicht-privilegierte Betriebssportgemeinschaften (BSG) gab. Erstere hatten weitgehend professionelle Trainingsbedingungen – sie galten als Sportleistungszentren. Hinzu kamen privilegierte Armee-, Volkspolizei- und MfS-Klubs mit besserer Ausstattung, mit denen sich die anderen Oberliga-Mannschaften messen mussten.[23] Die Antipathie der Fans der nicht-privilegierten Mannschaften gegenüber denen der privilegierten Klubs und den Militärklubs, die sich in diffamierenden Sprüchen und Sprechhören zeigte, wurde von den SED-Politikern allerdings als ein Zeichen der kritischen Haltung gegenüber dem Staat und seinen Organen interpretiert.[24] Der Klub, der in der DDR am meisten verachtet wurde, war Dynamo Berlin, der offensichtlich mit der Staatssicherheit in Verbindung stand. Die ehemaligen Dynamo-Fans erinnern sich an den Hass auf Dynamo, der in allen Stadien der DDR gegenwärtig war:
    „Viele sahen in uns die Staatsspießer, die Kinder der Obrigkeit; Bullenkinder, Stasischweine“;[25] „Bei Auswärtsspielen haben wir fast immer vor ausverkauften Rängen gespielt. Alle wollten die Bullen aus dem Osten Berlins fallen sehen. Wir standen für alles Schlechte in der DDR“.[26]
Die Haltung vieler DDR-Bürger gegenüber Dynamo Berlin spiegelte die Rivalität zwischen den Fußballanhängern der Vereine Dynamo und 1. FC Union Berlin wider. Seit den 1970er Jahren galt bei den Lokalderbys die allerhöchste Sicherheitsstufe für die Ordnungskräfte.[27] Der Konflikt zwischen den Fans beider Berliner Klubs war im ganzen Land bekannt. Die Union-Anhänger wurden als oppositionell betrachtet, was eine Sentenz in der Wochenzeitschrift Eulenspiegel veranschaulicht: „Nicht jeder Union-Fan ist ein Staatsfeind, aber jeder Staatsfeind ein Union-Fan“.[28] Dieselbe Ansicht äußerten auch Stasi-Funktionäre, die in Berichten die Anhänger von Union als „feindlich zum System eingestellte Kreise“ bezeichneten.[29] In Leipzig vollzog sich ein analoger Mechanismus der Verteilung der Fansympathien: der privilegierte Klub Lokomotive stand im Gegensatz zu dem unprivilegierten Fußballverein Chemie.[30]

Die Fußballfans in der DDR provozierten die Ordnungs- und Sicherheitsorgane oder einzelne Politiker mit Gesängen und Parolen, wie beispielweise den Folgenden:
    „Hundert Meter im Quadrat, Mauer, Miene, Stacheldraht, jetzt wisst ihr wo ich wohne, ja ich wohne in der Zone“;[31] „Einmal wird es anders sein, dann sperren wir die Bullen ein“;[32] „Schiebermeister BFC – das befahl die SED“;[33] „Mielke in die Produktion“;[34] „Was ist Deutschlands größte Schande? – Die Honecker-Bande!“;[35] oder bei Freistößen in Berliner Stadien: „Die Mauer muß weg!“.[36]
Allein aufgrund der großen Masse im Stadion, die für Deckung sorgte, war dieses Verhalten der Fans vergleichsweise risikoarm. Die Stadien lassen sich in diesem Kontext als eine der wenigen „Oasen der Freiheit“ in der DDR betrachten, als ein Ort, an dem man die eigene Haltung gegenüber dem Staat offen und ohne fatale Folgen artikulieren konnte.

Hooliganismus/Gewalt

Fußball-Hooligans traten in der DDR zum ersten Mal in der Saison 1969/1970 in Erscheinung.[37] Diese versuchten, die Taktiken und Funktionsweise der Hooligan-Gruppen aus dem Westen – insbesondere der bundesdeutschen und englischen Hooligans – nachzuahmen.[38] Das gefährliche Potenzial dieser Gruppen wurde bereits 1970 von der SED als Bedrohung für die Sicherheit wahrgenommen. Sofort wurde das MfS zu ihrer Bekämpfung herangezogen.[39]

Gewalt gehört zu den charakteristischen Eigenschaften von Hooligans. Auch der typische DDR-Hooligan war sehr aggressiv und zelebrierte die Gewalt in seinem Fußballleben.[40] Aber die Aggressivität der Fußball-Hooligans hatte in der DDR auch eine andere Bedeutung. So schreibt der Berliner Kultursoziologe und Publizist Wolfgang Engler:
    „Gerade weil der Staat im allgemeinen auf dem Gewaltmonopol beruht und im Besonderen derjenige der DDR in dramatisch gesteigerter Weise darauf basierte, durchkreuzte man die totalitären Ambitionen der Staatslenker am empfindlichsten, wenn man selber zur Gewalt schritt. Körperliche Gewalt, von dazu unbefugten Privaten (gegeneinander) ausgeübt, war unter dem Staatssozialismus ironischerweise ein Akt ‚herrschaftsfreier Kommunikation‘.“[41]
Vor diesem Hintergrund könne man die Tätigkeit der gewaltbereiten Fans als eine Art Systemkritik betrachten, die in „die Visage der Regierenden zielte“.[42]

Rechtsextremismus/Skinheads

Nicht nur Gewalt und rüdes Treiben gehörten zum Arsenal derjenigen Fans in der DDR, die ihre antisozialistische und antistaatliche Haltung manifestieren wollten. Seit Anfang der 1980er Jahre griffen sie auch immer häufiger auf den Jargon und Sprüche aus der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft zurück. Diese Tendenzen waren mit einer Subkultur von Skinheads verbunden. Die ersten Skinheads in der DDR tauchten – nach westdeutschem Vorbild – 1982 in Berlin auf.[43] Nach einigen Jahren bildeten sich im ganzen Land Gruppen aus. Die größten Skinheadgruppen befanden sich – außer in Berlin – in Potsdam, Frankfurt an der Oder, Weimar, Leipzig und in Erfurt.[44] Ähnlich wie in der Bundesrepublik drang die Skinheadbewegung sehr schnell in das Fußballfanmilieu ein. Die Stadt der Avantgarde war Berlin, wo die „Skins“ schon Anfang der 1980er Jahre zu den Anhängern von Dynamo Berlin gehörten.[45] Bis 1986 verbreitete sich die Subkultur im ganzen Land und die Skinheads dominierten die Zuschauertribünen der Mehrheit der Oberliga-Mannschaften.[46] Die Skinheadbewegung in der DDR zeichnete sich besonders durch das Auftreten der sogenannten Fußballskins aus.[47]

Diese Skinhead-Subkultur teilte mit anderen Skinheadgruppen in Westeuropa Elemente nazistischer und faschistischer Ideologie. Antisemitische, fremdenfeindliche und faschistische Sprüche waren in den 1980er Jahren in allen Fußballstadien zu hören[48]. Angefacht durch die Fußballskins breiteten sich diese oft auf ganze Tribünen aus und wurden von Tausenden von Zuschauern skandiert, die sich Sprechchören spontan anschlossen.[49] In einem Staat, in dem Antifaschismus zu den Gründungsmythen und Legitimationsgrundlagen gehörte,[50] trafen die Taten der Fußballskins die Schwachstelle der Regierenden. Das offene Aufgreifen von nationalsozialistischer Ideologie und damit die Verhöhnung der staatlichen Rhetorik wiedersprach dem antifaschistischen Selbstverständnis der DDR und forderte die SED-Führung heraus. Diese reagierte mit harten Strafen auf dieses „Sakrileg“,[51] konnte es jedoch bis Ende des DDR-Staates nicht wirksam unterbinden.[52]

Resümee

Eine breit angelegte Analyse der Unterlagen der SED, der Volkspolizei sowie des Staatssicherheitsdienstes zeigt, dass die Aktivitäten eines Gros der Fußballanhänger als ein gegen den Staat gerichtetes Handeln wahrgenommen wurden.[53] Mit hohen Strafen, hohem Finanzierungsaufwand und strengen Maßnahmen seitens aller Ordnungs-, Überwachungs- und Sicherheitskräfte gelang es den politischen Eliten der DDR jedoch nicht, eine spontane Fankultur zu unterbinden und als antistaatlich wahrgenommene Aktivitäten von Fangruppierungen einzuschränken.

Ex post ist es ausgesprochen schwierig, die vielfach auszumachenden oppositionellen Einstellungen der Fußballfans gegenüber dem Staat wissenschaftlich zu bewerten und zu quantifizieren. Ungeachtet dessen lassen sich die Aktivitäten der Fans in „primitive“ und „archaische“ (nach einer Definition von Eric John Hobsbawm) oder spontane und nicht organisierte (nach Andrzej Friszkes Definition) Formen des gesellschaftlichen Widerstandes einteilen.[54] Unter den Bedingungen des real existierenden Sozialismus können die Einstellungen und Tätigkeiten der Fußballfans als ein bewusst – oder im Fall von unreflektierter Teilnahme an den Sprechchören auch unbewusst – gegen den Staat und seine Sicherheitsorganen gerichtetes Handeln im Sinne einer spontanen, politisch motivierten Revolte gewertet werden. Dies alles könnte also eine neue, bis dato unberücksichtigt gebliebene Kategorie des gesellschaftlichen Widerstands der Bürger der DDR darstellen.

Zitierweise: Dariusz Wojtaszyn, Der Fußballfan in der DDR – zwischen staatlicher Regulierung und gesellschaftlichem Widerstand, in: Deutschland Archiv, 8.5.2018, Link: www.bpb.de/268956

Fußnoten

1.
George Orwell, Anglicy i inne eseje, Warszawa 2002, S. 326; Stanisław Ossowski, Wybór pism estetycznych, Kraków 2004, S. 67–68.
2.
Wojciech Lipoński, Sport, literatura, sztuka, Warszawa 1974.
3.
Vgl. z. B. Dariusz Wojtaszyn, Sport w cieniu polityki. Instrumentalizacja sportu w NRD, Wrocław 2011.
4.
Ebd., S. 59 ff.
5.
Dariusz Wojtaszyn, Kibice w socjalizmie, Wrocław 2013, S. 129 ff; Hanns Leske, Erich Mielke, die Stasi und das runde Leder. Der Einfluß der SED und des Ministeriums für Staatssicherheit auf den Fußballsport in der DDR, Göttingen 2004, S. 92 ff; Die Sonderrolle des Fußballsports, in: Giselher Spitzer, Hans Joachim Teichler und Klaus Reinartz (Hg.), Schlüsseldokumente zum DDR-Sport. Ein sporthistorischer Überblick in Originalquellen, Aachen 1998.
6.
Andreas Baingo und Michael Thorn, Die Geschichte der DDR-Oberliga, Göttingen 2004, S. 272; Wojtaszyn, Kibice (Anm. 5), S. 508–509.
7.
Dienstanweisung Nr. 5/66 des Ministers zur wirksamen politisch-operativen Absicherung aller bedeutsamen Sportveranstaltungen und zur Verhinderung von unkontrollierbaren Kontaktaufnahmen zu Sportlern und Angehörigen von Sportdelegationen aus dem nichtsozialistischen Ausland, insbesondere aus Westdeutschland und Westberlin, in: Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, Abteilung Bildung und Forschung (Hg.), MfS und Leistungssport. Ein Recherchebericht, Reihe A: Dokumente, Berlin 1994, S. 47 ff.
8.
Bezeichnung aus einer Fans-Typologie, die vom Autor 2013 vorgeschlagen wurde, Wojtaszyn, Kibice (Anm. 5), S. 204 ff.
9.
Probleme der politisch-operativen Sicherung im Zusammenhang mit den Europapokalspielen zwischen FC Bayern München–Dynamo Dresden am 24.10.1973 in München und am 7.11.1973 in Dresden, in: BStU, MfS, HA XX 2200.
10.
Ebd., S. 16.
11.
Ebd., S. 16–17.
12.
Konzeption zur Sicherung des Europa-Cup-Spieles BFC Dynamo–Hamburger Sportverein (HSV)/BRD, in: BStU, MfS, HA XX 1894, S. 47.
13.
Vorlage zur Durchsetzung von Sicherungsmaßnahmen zum Europa-Cup im Fußball der Landesmeister BFC Dynamo gegen Hamburger Sportverein (HSV) am 15.9.1982, 20.00 Uhr, im Stadion des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparkes, in: BStU, MfS, HA XX 1894, S. 37.
14.
Vgl. z. B. Einsatzbestimmungen zur Sicherung des Europa-Cup-Spieles der Landesmeister BFC Dynamo/Servette Genf in Berlin, Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark und UEFA-Cup-Spieles SG Dynamo Dresden/VfB Stuttgart in Dresden, Dynamo-Stadion, in: BStU, MfS, HA XXII 1501, S. 24–29; Information zum Stand über die eingeleiteten Sicherungsmaßnahmen anläßlich des Europapokalspieles des BFC Dynamo gegen SV Werder Bremen am 6.9.1988, in: BStU, MfS, HA XX 10313, S. 45–54; Kräfteeinsatz und Kartenverkauf für das Europapokalspiel des BFC Dynamo gegen Austria Wien am 18.9.1989, in: BStU, MfS, HA XX 10313, S. 39–43.
15.
Merkblatt für das Auftreten und Verhalten der Mitarbeiter des MfS beim Europapokalspiel des BFC am 15.9.1982, in: BStU, MfS, HA XX 1894, S. 39.
16.
Die Interviews mit den ehemaligen Fußballfans von Dynamo Dresden, Chemie Leipzig, FC Carl Zeiss Jena, Lokomotive Leipzig, 1. FC Magdeburg und BFC Dynamo führte der Autor im Zeitraum 2008–2013. Dazu gehörten Interviews mit ehemaligen Mitgliedern sowohl der subkulturellen Milieus in den Stadien als auch der Fans ostdeutscher Vereine, vgl. Wojtaszyn, Kibice (Anm. 5), S. 14–16, 453.
17.
Vgl. z. B. Spiele Lokomotive Leipzig – Fortuna Düsseldorf (1973) und Lokomotive Leipzig – Werder Bremen (1983) – Interview mit Reiner (Anhänger von Lokomotive Leipzig) – im Archiv des Autors.
18.
Vgl. z. B. eine Partie im Rahmen von Europapokal der Pokalsieger am 22.4.1987 Lokomotive Leipzig-Girondins Bordeaux, Sofortmeldung bei Fußballspielen, in: BLHA, Rep. 471/15.2 BDVP Potsdam nr 382, S. 32.
19.
Maßnahmen zur Erhöhung von Ordnung und Sicherheit bei Fußballgroßveranstaltungen vom 23. März 1984, in: SAPMO-Bundesarchiv (BArch), DY 30/IV 2/2.039.
20.
Interviews mit ehemaligen DDR-Fans – im Archiv des Autors; Wojtaszyn, Kibice (Anm. 5), S. 210 ff.
21.
Wojtaszyn, Kibice (Anm. 5), S. 412.
22.
Vgl. z. B. die Ausschreitungen nach den Spielen SG Planitz-ZSG Industrie Leipzig (1949) und ZSG Horch Zwickau-SG Dresden-Friedrichstadt (1950) – SAPMO-BArch DY 24/3405; Hans Joachim Teichler, Tumulte in Planitz in: Horch und Guck 51 (2005), S. 10; Wojtaszyn, Kibice (Anm. 5), S. 198 ff; Willi Knecht, Das Medaillenkollektiv. Fakten, Dokumente, Kommentare zum Sport in der DDR, Berlin 1978; Klaus Querengässer, 100 Jahre Fußball in Dresden, Kassel 1995, S. 180 ff; Bodo Stegemann, Fußball im Leistungssportsystem der SBZ/DDR 1945–1965, in: Wolfgang Buss und Christian Becker (Hg.), Aktionsfelder des DDR-Sports in der Frühzeit 1945–1965, Köln 2001, S. 356; Hans Joachim Teichler, Fußball in der DDR, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 19 (2006) S. 28 ff; Leske, Erich Mielke (Anm. 5), S. 110 ff.
23.
Leske, Erich Mielke (Anm. 5), S. 128 ff; Wojtaszyn, Kibice (Anm. 5), S. 142 ff.
24.
Vgl. z. B. Sitzungsprotokolle und Sicherheitsanalysen, SAPMO-BArch, DY IV 2/2.039/251; BLHA, Rep. 471/15.2 BDVP Potsdam Nr. 382; LA Berlin, C Rep. 303 Nr. 653; BStU, MfS, HA XXII 1738; BStU, MfS, BV Berlin Abt. AKG 22; BStU, MfS, SdM 173.
25.
Andreas Gläser, Es fährt ein Zug nach Nirgendwo, in: Frank Willmann (Hg.) Stadionpartisanen. Fußballfans und Hooligans in der DDR, Berlin 2007, S. 14.
26.
Die Fußballanhänger. Interview von Gabrielle Damtew und Frank Willmann mit Uschi, Anhänger des BFC Dynamo, in: Willmann, Stadionpartisanen (Anm. 25), S. 28.
27.
Leske, Erich Mielke (Anm. 5), S. 450 ff; Wojtaszyn, Kibice (Anm. 5), S. 285 ff; Jörn Luther und Frank Willmann, Und niemals vergessen – Eisern Union, Berlin 2000, S. 72 ff.
28.
Zit. nach: Luther und Willmann, Und niemals vergessen (Anm. 27), S. 91.
29.
Gesellschaftswidriges Verhalten vorwiegend dem Anhang des 1. FC Union Berlin angehörender negativ-dekadenter Jugendlicher im Zusammenhang mit dem Fußballspiel der SG Dynamo Dresden gegen Hertha BSC Westberlin am 26.4.1978 in Dresden, in: BStU, MfS, HA XX AKG 6684, S. 74.
30.
Roy Schneider, Die Leipziger Fußballszene aus Sicht eines Chemie-Fans,„Über Leutzsch lacht die Sonne – über Lok die ganze Welt…”, in: Ina Weigelt, Die Subkultur der Hooligans. Merkmale, Probleme, Präventionsansätze, Marburg 2004.
31.
Anne Hahn, Ausbruch aus der Langweile, in: Willmann, Stadionpartisanen (Anm. 25), S. 168; Die Fußballanhänger. Interview von Gabrielle Damtew und Frank Willmann mit Uschi, Anhänger des BFC Dynamo, in: Willmann, Stadionpartisanen (Anm. 25), S. 28.
32.
Schneider, Die Leipziger Fußballszene, S. 185; Die Fußballanhänger. Interview von Gabrielle Damtew und Frank Willmann mit Uschi (Anm. 31), S. 28.
33.
LA Berlin, C. Rep. 303, Nr. 653, S. 2; BStU, MfS, HA XX 221, S. 208.
34.
Die Fußballanhänger. Interview von Gabrielle Damtew und Frank Willmann mit Beyerchen, Anhänger des BFC Dynamo, in: Willmann, Stadionpartisanen (Anm. 25), S. 47.
35.
Interview mit Manfred, ehemaliger Fan von Dynamo Berlin – im Archiv des Autors.
36.
Ebd.; Die Spieler, Trainer und Funktionäre. Interview von Gabriele Damtew und Frank Willmann mit Theo Koerner, Ehrenamtler für Union, in: Willmann, Stadionpartisanen (Anm. 25), S. 184; BLHA, Rep. 471/15.2 BDVP Potsdam nr 382.
37.
Ebd., S. 231.
38.
Ebd., S. 230; Hans-Jörg Stiehler, Jugendliche Fußballfans 1984 – Struktur und Einstellungen, in: Willmann, Stadionpartisanen (Anm. 25), S. 119.
39.
Vorläufiger Maßnahmeplan, in: BStU, MfS, HA VIII 925.
40.
Wojtaszyn, Kibice (Anm. 5), S. 247 ff.
41.
Wolfgang Engler, Private Gewalt als politischer Akt, in: Willmann, Stadionpartisanen (Anm. 25), S. 122.
42.
Ebd., S. 122–123.
43.
Frank Schumann, Glatzen am Alex. Rechtsextremismus in der DDR, Berlin 1990, S. 41.
44.
Holger Bredel, Skinheads – Gefahr von rechts? Berlin 2002, S. 105 ff.
45.
Fußballanhänger. Interview von Gabrielle Damtew und Frank Willmann mit Andi, Anhänger des 1. FC Union Berlin, in: Willmann, Stadionpartisanen (Anm. 25), S. 20; Fußballanhänger. Interview von Gabrielle Damtew und Frank Willmann mit Willy, Anhänger des BFC Dynamo, in: Ebd., S. 33; Fußballanhänger. Interview von Gabrielle Damtew und Frank Willmann mit PID, Anhänger des 1. FC Union Berlin, in: Ebd., S. 38.
46.
Die Sicherheit. Interview von Gabrielle Damtew und Frank Willmann mit Wolfgang Schmidt, Auswerter und Analityker beim MfS, in: Willmann, Stadionpartisanen (Anm. 25), S. 132; Interviews mit ehemaligen DDR-Fans – im Archiv des Autors.
47.
Informationen über die Fußballskins traten in den Protokollen der Volkspolizei, Anhörungsprotokollen von Stasi und Zeitzeugeninterviews auf, sind aber in den heutigen Forschungen zum Thema Subkultur– soweit bekannt – nicht berücksichtigt, vgl. Wojtaszyn, Kibice (Anm. 5), S. 307–308.
48.
Vgl. Analyse von Stasi- und Volkspolizei-Unterlagen in: Wojtaszyn, Kibice (Anm. 5), S. 312 ff.
49.
BStU, MfS, HA XXII 1738; Luther und Willmann, Und niemals vergessen (Anm. 27), S. 130.
50.
Antifaschismus war in der DDR in einer marxistisch-leninistischer Interpretation rezipiert, vgl. Klaus Schroeder, Der SED-Staat. Geschichte und Strukturen der SED, München 1999, S. 549.
51.
Anlage 1. Über zusätzliche Festlegung von Maßnahmen für die Gewährleistung einer hohen öffentlichen Ordnung und Sicherheit bei Fußballspielen, LA Berlin C. Rep. 303, nr 1157; Befehl 4/88, Zur Sicherung von Fußballspielen, LA Berlin C. Rep. 303, nr 1157; Einsatzbefehl Nr. 1/86. Zur Gewährleistung einer hohen öffentlichen Ordnung und Sicherheit auf dem Gelände der Deutschen Reichsbahn in Vorbereitung und Durchführung von bedeutsamen nationalen und internationalen Sportveranstaltungen (Fußball) in Berlin und den Bezirken der DDR, LA Berlin C. Rep. 303, nr 1157; Befehl Nr. 11/66 zur politisch-operativen Bekämpfung der politisch-ideologischen Diversion und Untergrundtätigkeit unter jugendlichen Personenkreisen der DDR, BStU, MfS, BdL 1080, S. 1–5; Maßnahmen zur Erhöhung von Ordnung und Sicherheit bei Fußballveranstaltungen, BStU, MfS, HA XX 2700, S. 29; Dienstanweisung Nr. 1/85 des Ministers über die politisch-operative Sicherung von Veranstaltungen, BStU, MfS, BdL/Dok. 007569; Paragraf 16, Verordnung über die Gründung und Tätigkeit von Vereinigungen vom 6. November 1975, www.verfassungen.de/de/ddr/vereinsverordnung75.htm, letzter Zugriff am 12.4.2018.
52.
Noch direkt nach der Wiedervereinigung kam es zu einem Todesfall bei den Krawallen der ostdeutschen Anhänger: in Leipzig wurde ein Fan von BFC Dynamo (damals in FC Dynamo umbenannt), Mike Polley, von der Polizei erschossen. Vgl. Ingo Hasselbach und Winfried Bonengel, Die Abrechnung. Ein Neonazi steigt aus, Berlin 1993, S. 86; Stefan Schwarz, Tödliche Schüsse nach Krawallen, in: die tageszeitung, 5.11.1990.
53.
Wojtaszyn, Kibice (Anm. 5), S. 355 ff.
54.
Eric John Hobsbawm, Primitive Rebels. Studies in Archaic Forms of Social Movement in the 19th and 20th Centuries, Manchester 1959; Ders., Social Criminality: distinctions between socio-political and other forms of crime, in: “Bulletin of the Society for the Study of Labour History” Nr. 25, 1972, S. 5; Andrzej Friszke, Opozycja polityczna w PRL 1945–1980, London 1994, S. 5.
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Autor: Dariusz Wojtaszyn für bpb.de
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