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Vopo – Beruf für Auserwählte


30.3.2011
Das SED-Regime ignorierte das Recht immer dann, wenn es politisch geboten erschien. Die hier aufgezeigte gemeinsame Vorgehensweise von Polizei und Staatssicherheit zur Rekrutierung von willfährigen Helfern des Systems war Willkür in extremer Ausprägung.

Wer Volkspolizist werden wollte ...




Wer in der DDR den Wunsch hatte, ein Volkspolizist zu werden, konnte in keiner veröffentlichten Vorschrift nachlesen, welche Einstellungsvoraussetzungen er zu erfüllen hatte. Der Zugang zu diesem Beruf war ein gut gehütetes Geheimnis. Ehemals abgewiesene, aber auch angenommene Bewerber fragen sich sicherlich noch heute, welche internen Überprüfungsmaßnahmen damals zur Entscheidung für oder gegen den Beruf führten.

Beförderung Dickels durch HoneckerBeförderung Dickels durch Honecker (© Bundesarchiv, Bild 183-1984-1003-021 / Fotograf: Rainer Mittelstädt)
Friedrich Dickel (r.), Minister des Innern und Chef der Deutschen Volkspolizei, wurde am 3.10.1984 von Erich Honecker (2.v.l.) zum Armeegeneral befördert. Zugleich wurden die Minister für Staatssicherheit Erich Mielke (2.v.r.) und für Verteidigung Heinz Hoffmann (3.v.r.) mit dem Scharnhorst-Orden ausgezeichnet. Die Urkunde verliest Hoffmann-Stellvertreter Fritz Streletz (l.). Der Zeremonie wohnt auch Egon Krenz bei, der für Sicherheitsfragen zuständige Sekretär des SED-Zentralkomitees (3.v.l.).

Nunmehr ist in den Archiven nachzulesen, dass der Innenminister der DDR, Generaloberst Friedrich Dickel, die Vorgaben zur Überprüfung der Einstellungskandidaten ausgesprochen gründlich und vertraulich regelte.[1] Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) hatte in diesem Entscheidungsfindungsprozess zwar das letzte Wort, aber eine umfangreiche Vorprüfung und die Zusammenstellung wichtiger interner Unterlagen für das MfS nahm die Polizei selbst vor.

In den Dienststellen der Deutschen Volkspolizei (DVP) ab Volkspolizeikreisamt (VPKA) existierten "Einstellungskommissionen", die für die "gründliche Überprüfung der Persönlichkeit und allseitigen Eignung der Bewerber" verantwortlich waren.[2]


Fußnoten

1.
Der Innenminister erließ am 14.12.1976 die »Einstellungsordnung« als "Vertrauliche Verschlußsache I 030544", die auch für Einstellungen von Feuerwehrleuten und Mitarbeiter des Strafvollzugs anzuwenden war: BArch, DO 1/ MdI 2.2/61215. Die folgenden Zitate, sofern nicht anders ausgewiesen, ebd.
2.
Der Einstellungskommission eines VPKA gehörten an: ein Stellvertreter des Leiters des VPKA als Vorsitzender, ein Offizier der Abteilung Kader/Ausbildung bzw. der Leiter der Abteilung Kader und der Leiter jener Abteilung, in der die Einstellung erfolgen sollte.

 

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