Dossierbild Geschichte im Fluss

10.5.2012 | Von:
Nijole Strakauskaitė

Stadt der zwei Namen

Chronologie

1252: Gründung der Memelburg durch den Livländischen Orden

1410: Niederlage der Kreuzritter gegen ein polnisch-litauisches Heer in der Schlacht von Tannenberg

1525: Aus dem Ordensstaat wird das weltliche Herzogtum Preußen.

1807: Die Königin Luise bittet vor dem Frieden von Tilsit bei Napoleon um eine Verschonung Preußens

1807 bis 1808: Exil des preußischen Königshauses in Memel/Klaipėda

1918: Nach dem Ersten Weltkrieg kommt das Memelland unter die Verwaltung des Völkerbundes

1923: Litauen besetzt das Memelland, das nun autonomer Teil der Litauischen Republik wird

1939: Hitler holt das Memelland "zurück ins Reich"

1945: Am 19. Januar übernimmt die Rote Armee die Stadt. Das Memelland gehört nun zur Litauischen Sozialistischen Sowjetrepublik

1989: Noch vor der Auflösung der Sowjetunion und der Unabhängigkeit Litauens wird auf dem Theaterplatz von Klaipėda das Simon Dach-Denkmal mit dem Ännchen von Tharau wieder aufgestellt.


Zum Weiterlesen

Die Memel

  • Uwe Rada: Die Memel. Kulturgeschichte eines europäischen Stromes. Siedler Verlag (2010). Ein Buch, das einen vergessenen Strom im östlichen Mitteleuropa wieder zum Leben erweckt. "Uwe Rada rehabilitiert die Memel als Zukunftsort eines Europas der Völker – nicht der Nationen." (Der Tagesspiegel)

  • Ulla Lachauer: Paradiesstraße. Rowohlt Verlag (2007). Ein wunderbares Porträt der ostpreußischen Bäuerin Lena Grigoleit und mit ihr des Memellandes. "Wer diese Seiten liest, hat eine andere Welt kennengelernt." (Die Zeit)

  • Ulla Lachauer: Die Brücke von Tilsit. Begegnungen mit Preußens Osten und Russlands Westen. Rowohlt (1995). Mit diesem Reiseessay wurde Lachauer zur Pionierin der Wiederentdeckung des ehemaligen Ostpreußen.

  • Martin Rosswog/Ulla Lachauer: Menschen an der Memel. Edition Braus (2009). Einfühlsame Porträts von Menschen im Memelland durch die Autorin Ulla Lachauer und den Fotografen Martin Rosswog.

  • Andreas Kossert: Ostpreußen. Geschichte und Mythos. Pantheon Verlag (2007). Kossert beschreibt Ostpreußen als multikulturelles Grenzland zwischen Polen, Deutschen und Litauern. "Kossert wirft einen ganz neuen und für viele überraschenden Blick auf das Land der dunklen Wälder und kristallnen Seen." (Die Zeit)

  • Ruth Leiserowitz: Sabbatleuchter und Kriegerverein. Juden in der ostpreußisch-litauischen Grenzregion 1812-1942. Fibre Verlag (2010). Die Autorin, bekannt über ihre Studien zu Ostpreußen und den Wolfskindern, berichtet über den Beginn und das Ende jüdischen Lebens im Memelland.