Dossierbild Geschichte im Fluss

14.5.2012 | Von:
Katarzyna Stokłosa

Das Wunder an der Oder

Chronologie

1945: Auf der Potsdamer Konferenz beschließen die Alliierten die Westverschiebung der polnischen Grenzen. Oder und Lausitzer Neiße werden zu Grenzflüssen.

1950: Im polnischen Zgorzelec wird der "Görlitzer Vertrag" unterzeichnet. Die DDR erkennt darin die Oder-Neiße-Grenze an.

1972: Am 1. Januar öffnet die DDR die Grenze zur Volksrepublik Polen und der Tschechoslowakei für den visafreien Reiseverkehr.

1980: Die Grenze zu Polen wird wieder geschlossen, die zur ČSSR bleibt offen.

1989: Runder Tisch in Polen und Fall des Eisernen Vorhangs.

1990: Mit der Wiedervereinigung wird die Bundesrepublik souverän. Damit entfällt eine Regelung des Alliierten Kontrollrates, der zufolge polnische Staatsbürger visafrei nach West-Berlin und Westdeutschland reisen dürfen. Eine Neuregelung des Reiseverkehrs ist nun Sache der Europäischen Union. Damit ist die Grenze wieder dicht.

1991: Am 8. April ist die Grenze endgültig für den visafreien Reiseverkehr geöffnet.

2004: Polen tritt der Europäischen Union bei.

2007: Am 21. Dezember tritt Polen dem Schengen-Abkommen bei. Alle Grenzkontrollen fallen weg.


Zum Weiterlesen

Die Oder

  • Uwe Rada: Die Oder. Lebenslauf eines Flusses. Siedler Verlag (2009). Die erste Biografie des Stromes, der Deutsche und Polen verbindet und nicht mehr trennt. "Dieses Buch ist längst fällig gewesen" (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

  • Karl Schlögel/Beata Halicka (Hg.): Oder-Odra. Blicke auf einen europäischen Strom. Peter Lang Verlag (2007). Autoren aus Tschechien, Polen und Deutschland über die Rekonstruktion des Kulturraums Oder. "Das Buch ist mehr als nur ein Konferenzband." (Inter Finitimos)

  • Wolfgang Tschechne: Große Oder, großer Strom. Bergstadt Verlag Wilhelm Gottlieb Korn (2006). Eine Reise entlang des Stroms von der Quelle bis zur Mündung.

  • Institut für angewandte Geschichte (Hg.): Terra Transoderana. Zwischen Neumark und Ziemia Lubuska. Bebra Verlag (2008). Ein Almanach zu einer Brückenregion, deren Geschichte wieder entdeckt wird. "Und der Reiz dieses Buches nun liegt auch darin, die Widersprüchlichkeit aufzuzeigen und nach Wegen zu suchen, um zwei zumeist getrennt bestehenden Perspektiven zu verbinden." (Kulturradio)