Dossierbild Geschichte und Erinnerung

Geschichte - Erinnerung - Politik

Jede Generation erzählt die Vergangenheit neu. Dabei wird unser Geschichtsbild geprägt von Politik und Gesellschaft, von Wissenschaft und Medien. Aber wie entstehen unsere Geschichtsbilder und was beeinflusst unser Geschichtsbewusstsein? Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Politik und Geschichte? Und welche Aufgabe hat die Geschichtswissenschaft bei der Konstruktion des Gewesenen?

Das Speichergedächtnis sammelt und bewahrt Quellen, Objekte und Daten. Doch es wird in der elektronischen Medienkultur immer schlechter. Heute verlassen wir uns auf unser Google-Gedächtnis. Der schnelle Zugriff auf Wissen ist uns wichtiger als der Besitz von Wissen.

Aleida Assmann

Gedächtnis-Formen

Unser Gedächtnis ist eine gigantische Sammlung von Daten. An manches erinnern wir uns ein Leben lang, anderes vergessen wir wieder. Woran liegt das? Wird unser Gedächtnis in Zeiten der Medienkultur schlechter? Haben wir alle ein Google-Gedächtnis?

Mehr lesen

Wendepunkt in der kollektiven Erinnerung: Am 40. Jahrestag des 8. Mai bezeichnet Bundespräsident Richard von Weizsäcker in seiner Ansprache im Bundestag 1985 den Tag als "Tag der Befreiung".

Peter Steinbach

Politik mit Geschichte – Geschichtspolitik?

Die mitunter heftigen Auseinandersetzungen um Denkmäler, Museen und Gedenktage zeigen: Deutungen der Vergangenheit sind immer auch ein Politikum. Geschichtspolitik lässt sich nicht abschaffen. Aber sie lässt sich durchdringen und durchschauen.

Mehr lesen

Das Hermannsdenkmal wurde von 1838 bis 1875 zur Erinnerung an die "Schlacht im Teutoburger Wald" erbaut, mit der der Führer der Germanen, Hermann der Cherusker, ein weiteres Vordringen der Römer verhinderte. Inzwischen besuchen Jahr für Jahr mehr als eine Million Menschen das Monument.

Herfried Münkler

Geschichtsmythen und Nationenbildung

Mythen sind mehr als Erzählungen, denn sie stiften politische Bedeutung. Sie strukturieren die Vergangenheit und haben Einfluss auf die Gegenwart. Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Mythen und Nationenbildung?

Mehr lesen

Konstruktion eines nationalen Gedächtnisses? Die U-Bahn Station Tolbiac in Paris. Benannt nach der Schlacht bei Zülpich (röm. Tolbiacum). Im Jahr 496 besiegten an diesem Ort die Franken die Alemannen.

Aleida Assmann

Kollektives Gedächtnis

Nationen haben kein Gedächtnis. Dennoch erinnern Namen von Metrostationen und öffentlichen Plätzen an Triumphe und Niederlagen vergangener Tage. Gibt es ein gemeinsames Erinnern? Was unterscheidet das individuelle vom kollektiven Gedächtnis? Aleida Assmann gewährt Einblicke in die Gedächtnisforschung.

Mehr lesen

Ein US-Soldat untersucht goldene Tabakdosen - Raubgut der Nazis, das 1945 von der US-Armee in den österreichischen Alpen gefunden wurde.

Dossier Geschichte und Erinnerung

Mythen der Neutralität

In Schweden und der Schweiz wurde die Komplizenschaft mit dem Holocaust lange Zeit ignoriert. Internationalen Medien ist es zu verdanken, dass nationale Mythen der Neutralität hinterfragt und (Mit-)Verantwortung eingestanden wurde, schreibt Arne Ruth.

Mehr lesen

Der Internationale Gerichtshof in Den Haag ist das Hauptrechtsprechungsorgan der Vereinten Nationen. Seine Funktionsweise und Zuständigkeit sind in der UN-Charta geregelt. Der Internationale Gerichtshof wurde 1945 gegründet. Er ging aus dem von 1922 bis 1946 bestehenden Ständigen Internationalen Gerichtshof hervor.

Kai Ambos

Institutionen und Erinnerungen

Ein Staat muss sich mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen und Unrecht aufarbeiten. Nur so können Täter und Opfer zusammenleben. Welche Maßnahmen werden ergriffen, um Gerechtigkeit zu schaffen? Wie hat sich die Strafverfolgung durch internationale Strafgerichte in den letzten Jahren verändert?

Mehr lesen

Die "Alexanderschlacht" von Albrecht Altdorfer (1529) zeigt im übertragenen Sinn gemäß des damaligen Zeitgeistes den Übergang vom zweiten zum dritten Weltzeitalter und somit den Beginn der abendländischen Weltmonarchie.

Karl-Ernst Jeismann

Geschichtsbilder: Zeitdeutung und Zukunftsperspektive

"Geschichtsbilder" verknüpfen die Deutung der vergangenen mit den Forderungen an die kommende Geschichte. Sie geben Orientierung in der Gegenwart und die Gewissheit einer Identität, die generationsübergreifend ist.

Mehr lesen

Teil einer Personenakte, in der ein Schiessbefehl für einen Grenzsoldaten entdeckt wurde, fotografiert am Freitag, 17. August 2007, in der Aussenstelle Chemnitz der Beauftragten der Stasiunterlagen der ehemaligen DDR.

Christoph Kleßmann

Zeitgeschichte als wissenschaftliche Aufklärung

Die öffentliche Resonanz wissenschaftlicher Forschung ist stark von Konjunkturen der gesellschaftlichen und politischen Großwetterlage abhängig. Das heißt auch: Zeithistoriker werden als Wissenschaftler und Zeitzeugen – die sie ja auch noch oft selbst sind – in der Auswahl ihrer Themen von solchen Konjunkturen mitbestimmt.

Mehr lesen

Europäische Union - Bund - Land

Öffentliche Fördermöglichkeiten

Neben dem Bund fördern die Länder Fahrten zu Gedenkstätten durch teils sehr unterschiedliche Strukturen und Programme. Internationale Begegnungsprojekte werden vorrangig durch die internationalen Jugendwerke gefördert, aber auch eine Förderung durch die Europäische Union ist im Kontext größerer Projekte möglich.

Mehr lesen

Mediathek

Erinnern, aber wie?

Was kann an historischen Orten gelernt werden, was können Gedenkstätten leisten und wo liegen die Grenzen? Der Filmbeitrag lässt vielfältige Positionen zu Wort kommen, die Idee ist es, dass dieser Film in der Bildungsarbeit als Einstieg und/oder Vorbereitung auf einen Gedenkstättenbesuch eingesetzt werden kann

Jetzt ansehen

Dossier

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Mit dem deutschen Überfall auf Polen begann am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg. Als er 1945 endete, lag Europa in Trümmern. Über 60 Millionen Menschen waren tot. Wie konnte es soweit kommen? Und wie sollte es weitergehen mit einem Land, das den größten Zivilisationsbruch der Geschichte begangen hatte?

Mehr lesen

Dokumentarfilm & Dossier

Die Wohnung

In der Wohnung seiner verstorbenen Großeltern entdeckt der israelische Filmemacher Arnon Goldfinger Spuren einer unbekannten Vergangenheit. Die jüdischen Großeltern waren mit einem SS-Offizier befreundet. Der Dokumentarfilm zeichnet Goldfingers Auseinandersetzung mit der Familiengeschichte nach.

Mehr lesen

Die 4. Internationale Konferenz zur Holocaustforschung widmete sich dem Fokus "Volksgemeinschaft – Ausgrenzungsgemeinschaft. Die Radikalisierung Deutschlands ab 1933". Hier finden Sie die Veranstaltungsdokumentation.

Mehr lesen