kulturelle Bildung

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15.12.2015

Citizen Art Days

Kooperative Kunststrategien und Beteiligungspotentiale im öffentlichen Raum

Die Citizen Art Days bieten eine künstlerische Plattform, die BürgerInnen, KünstlerInnen und StadtakteurInnen zusammenbringt, um spezifische, gemeinsame Probleme anhand künstlerischer Strategien zu lösen.

Projekt Citizen Art DaysProjekt Citizen Art Days (© Katharina Reinhold)

Die KünstlerInnen Kerstin Polzin und Stefan Krüskemper stellten die "Citizen Art Days" (CAD) vor. Die CAD bieten in Berlin seit 2012, in einem verdichteten Zeitraum von fünf bis zehn Tagen, Workshops, Vorträge, Dialogformen, Aktionen und Performances, Diskussionen sowie Stadterkundungen. Erprobt werden neue Beteiligungsformen, die die kreativen Potentiale von BürgerInnen, StadtakteurInnen und KünstlerInnen zur Formung des gemeinsamen Öffentlichen aktivieren.

Die InitiatorInnen sagen zu ihrer Motivation: "Der öffentliche Raum ist der Ort des Miteinander-Seins, der Ort an dem soziale Kommunikation und Demokratie im Konkreten stattfinden. Wahrzunehmen ist das zunehmende Interesse der BürgerInnen, weltweit an Gestaltungsprozessen partizipativ teilzunehmen. Dem stehen ein nur eingeschränktes Repertoire an Beteiligungsformen, ein Unverständnis der beteiligten Akteure untereinander, die zunehmende Abschottung von Lebenswelten und das Auseinanderdriften der Milieus gegenüber. Die Citizen Art Days sind von der Überzeugung getragen, dass Kunstprojekte, die in der Zusammenarbeit von BürgerInnen, KünstlerInnen und städtischen AkteurInnen verwirklicht werden, ein geeigneter Ansatz sind, diese negativen Entwicklungen in der Stadt kreativ und mit selbstentwickelten Maßstäben entgegenzuwirken."

Die Vision der CAD besteht darin, BürgerInnen anhand künstlerischer Strategien eine Teilnahme und Teilhabe an der Formung des Öffentlichen und dem Umbau der Gesellschaft zu eröffnen. So soll sich diese Mitgestaltung für jeden zu einer Selbstverständlichkeit entwickeln und kann sich im Alltag jedes Einzelnen weiter entfalten. Inhaltliche Schwerpunkte der Veranstaltungen sind u.a. Postwachstumsökonomie, Nachhaltigkeit und Miteinander im öffentlichen Raum.

Die Citizen Art Days wurden initiiert und kuratiert von den KünstlerInnen Stefan Krüskemper, María Linares und Kerstin Polzin. Sie entwickeln Projektformate unter Einbeziehung von externen Projektpartnern. Ziel ist die gemeinsame Erarbeitung und partizipative Ausformung ideeller (Kunst-)Räume, die allen Beteiligten erweiterte Möglichkeiten der Erprobung und Gestaltung bietet.

Die Citizen Art Days fanden 2012 und 2013 in Berlin statt, 2014 in Bogotá, Kolumbien. Im Rahmen des Interim Semesters an der Srishti School of Art, Design and Technology fanden Projektteile 2013 in Bangalore, Indien gemeinsam mit Studierenden statt.

In Bogotá stand im Februar 2014 das Thema Erinnerungskultur im Mittelpunkt. BürgerInnen und Initiativen, die sich mit Themen der Nachhaltigkeit, des Miteinanders bzw. der ökosozialen Marktwirtschaft auseinandersetzen, wurden eingeladen, sich an einem Wochenworkshop zu beteiligen. Ziel der kooperativen Zusammenarbeit war es, Projekte für den öffentlichen Raum um das Centro de Memoria, Paz y Reconciliación herum zu entwickeln und umzusetzen. Es wurden unter anderem Begegnungsräume im Freien geschaffen, ein vertikaler Garten an einer Mauer entstand und es gab eine Rezepte-Tauschbörse sowie gemeinsame Koch-Aktionen.

Weitere Informationen unter http://www.citizenartdays.de


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