kulturelle Bildung

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15.12.2015

Stadt statt Strand

Stadt statt Strand beschäftigt sich mit kleinsten Formen der Aneignung des öffentlichen Raumes durch die BürgerInnen, sammelt Projekte und möchte dazu motivieren aktiv zu werden.

Projekt Stadt statt StrandProjekt Stadt statt Strand (© Laura Bruns)

Laura Bruns stellte ihr Projekt "Stadt statt Strand" vor. Sie ist Medienmanagerin, Ereignisdesignerin und Design Thinkerin. Ihre Leidenschaft liegt jedoch im informellen, der Selbstermächtigung und der Romantik des städtischen Wildwuchses abseits der Norm und dem daraus entstehenden Potenzial für die städtische Gemeinschaft. Sie ist Autorin des Handbuchs zum "Stadt selber machen" und sammelt in ihrem Blog stadtstattstrand.de Beispiele und Strategien von kreativen Freiräumen, organsiert Workshops im Stadtraum oder erschließt sich diesen mittels selbstgebauter Devices selbst.

Laura Bruns stellte beispielhaft einige Projekte vor, die sie für ihr Blog gesammelt und an denen sie zum Teil auch aktiv beteiligt war. Dazu gehörte etwa "Strandgut Erfurt", bei dem eine Gruppe von Freunden sich im Rahmen eines Musikfestivals eine sonst verwahrloste und ungenutzte Fläche am Flutgraben unter einer Straßenbrücke in der Innenstadt Erfurts aneignete. Seither laden sie regelmäßig zu kostenlosen Konzerten, Partys, Lesungen, Theater und Kino ein. Möbel aus Euro-Paletten, eine Tribüne über dem Wasser, ein temporärer Steg zur gegenüberliegenden Uferseite, eine Treppe die in den Hang gebaut wurde und diverse Bepflanzungen schaffen einen lebendigen Freiraum für die Nachbarschaft. Die MacherInnen sehen sich nicht als reine AkteurInnen, sondern als KuratorInnen und stellen auch anderen ihren Ort zur Verfügung.

Ein anderes Projekt ist "The Beast" in Zürich (http://www.praisethebeast.com). Auf der Stadionbrache des ehemaligen Hardturmstadions in Zürich hat sich die Gemeinde der Zürcher Skater 2011 einen Do-it-yourself Skateboard Pool aus Beton selbst in mühsamer Handarbeit erschaffen. Ganz nebenbei haben sie sich mit städtischen Verwaltungs- und Entscheidungsstrukturen auseinandergesetzt. Nach ersten Misserfolgen priesen sie ihr Projekt als Kunstprojekt an und konnten es so schließlich umsetzen. Flankiert wird der Pool von selbstgebauten Sitzmöglichkeiten und Tischen. Nachts kann im Licht der mit Generatoren betriebenen Scheinwerfer gefahren werden. Die Kinder und Jugendlichen aus der Nachbarschaft wurden angezogen und einbezogen, die Skater brachten ihnen ihre Tricks bei.

Stadt statt Strand möchte dazu motivieren, Utopien und Wünsche an den Stadtraum eigenständig umzusetzen und sich Nischen und Freiräume in der Stadt anzueignen und kreativ zu bespielen. Das Stadt statt Strand-Team erarbeitet zurzeit im Auftrag des Bundesministeriums für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) eine Rechtefibel für Jugendliche zur kreativen Nutzung von Freiräumen in der Stadt. Darin werden rechtliche Grundlagen für Freiraumprojekte vermittelt. Für Außenstehende oft komplizierte Verwaltungsstrukturen werden entschlüsselt und wertvolle Tipps und Hinweise zur Organisation und dem Aufgleisen eines eigenen Projektes im Stadtraum gegeben. So entsteht ein wichtiges Tool zur Selbstermächtigung für Jugendliche im Stadtraum.

Weitere Informationen unter www.stadtstattstrand.de


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