kulturelle Bildung

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31.3.2016 | Von:
Katharina Reinhold

Slow-Fashion-Tour

Maßgeschneiderte Jeans aus dem Ein-Mann-Betrieb, Upcycling-Taschen aus DDR-Stoffen, in der Region gefertigte Designer-Mode – das gab es während des geführten Rundgangs durch die Dresdner Neustadt zu sehen. Die Teilnehmer/-innen kamen mit den Produzent/-innen ins Gespräch und konnten ihre Arbeitsstätten und Produkte anschauen.

Etwa 20 Tagungsteilnehmer/-innen von "Fashion@Society" besuchten gemeinsam mit Museumspädagogin Katja Weise drei sehr verschiedene Mode-Orte in der Dresdner Neustadt. Erste Station war das Atelier von Johann Ruttloff in einem alten Industriegebäude auf dem Drewag-Gelände. Ruttloff fertigt maßgeschneiderte Jeans an. Er sei Autodidakt und habe zunächst für sich selbst und Freunde Jeans genäht, bis das Hobby zum Beruf wurde, so Ruttloff. Seit 2011 ist er mit Ruttloff Garments [www.ruttloff-garments.de] sehr erfolgreich. Er verarbeite hochwertige Stoffe und jedes Stück sei ein Unikat mit zahlreichen Details, an dem er ungefähr einen Tag lang arbeite, sagte Ruttloff. Über Mundpropaganda, Presseberichte und nun auch durch die Präsenz in der Ausstellung Fast Fashion fänden Kunden zu ihm, so Ruttloff. Der Designer macht alles selbst, und er genießt diese Art allein und selbstbestimmt zu arbeiten, dies wurde beim Atelierbesuch sehr deutlich.



Die zweite Station der Slow Fashion Tour war die Ateliergemeinschaft Louisen Kombi Naht [www.louisenkombinaht.de] in einem kleinen Ladenlokal in der Louisenstraße. Mehrere Designerinnen und Schneiderinnen teilen sich die Räume, die auch für Veranstaltungen genutzt werden. Sie setzen dort ihre Ideen um, bei denen Upcycling eine wichtige Rolle spielt. Materialien, die ansonsten auf dem Müll landen würden, werden so in Schönes und Nützliches verwandelt und aufgewertet. Im Louisen Kombi Naht entstehen beispielsweise Taschen aus alten Theaterplakaten oder aus alten DDR-Zelten. Auch Schmuck aus alten Weckern oder künstlerische Arbeiten sind zu finden. Im Laden oder in Online-Shops werden die Produkte verkauft. Die Materialien für ihre Upcycling-Produkte finden die Designerinnen auf der Straße oder in Müllcontainern, manchmal erhalten sie auch Geschenke. "Es ist so viel da, man muss es nur sehen und mitnehmen", so die Upcycling-Designerinnen. In den Räumen finden regelmäßig Repair Cafés statt, bei denen Gäste mitgebrachte Gegenstände oder Kleider gemeinsam reparieren können. Auch gemeinsames Handarbeiten mit Gästen steht im Louisen Kombi Naht regelmäßig auf dem Programm. Damit wollen sie "Vertrauen ins eigene Schaffen und Mut zu Luftschlössern und Luftmaschen" wecken, so die Veranstalterinnen.

Exx heißt der Laden, Anders & Anders [www.andersundanders.com] das Label der Brüder Sven und Peer Anders, die Mode verkaufen und auch selbst entwerfen. Sie waren die dritte Station des Rundgangs. Früher hätten sie vor allem Streetwear und Skater-Bedarf verkauft, so Peer Anders. Irgendwann hätten sie begonnen, eigene Entwürfe zu erstellen – angefangen habe es mit einem Herren-Unterhemd. Seit 2006 stellen die Brüder Anders eine eigene Kollektion von Kleidern, Shirts, Hemden, Pullovern und Accessoires in geringer Stückzahl her und verkaufen sie neben Mode anderer Labels in ihrem Laden. Die eigene Kollektion lassen sie ausschließlich in Nähereien in der Umgebung von Dresden anfertigen. "Es gibt noch einige Nähereien in Deutschland. Es war allerdings gar nicht so einfach, Firmen zu finden, die sich auf so geringe Stückzahlen und unsere speziellen Wünsche einstellen wollten", so Anders. Der Kundenkontakt im Laden ist den Brüdern sehr wichtig – so erhalten sie direktes Feedback und erfahren viel über die Wünsche und Bedürfnisse ihrer Zielgruppe. Für die Kundinnen und Kunden sei es etwas Besonderes, Mode bei den Designern selbst zu kaufen und zu wissen, dass diese nur in Kleinserien hergestellt würden. "Aus der Massenproduktion halten wir uns raus, unser Label soll klein und fein bleiben", so Peer Anders.


Dossier

Film

Ungeachtet der Bedeutung neuer digitaler Entwicklungen spielt auch der Film als historisch gewachsene und nach wie vor sehr massenwirksame Kunstform eine zentrale Rolle für die Medienbildung. Die Frage nach dem Wie und Warum filmischer Darstellungformen ist dabei wesentlich für eine mündige Rezeption und sachkundige Einordnung der dargebotenen fiktionalen wie auch dokumentarischen Stoffe. Jeder Film spiegelt stets seine sozialen und kulturellen Kontexte wider. Daher ist es wichtig, das Medium nicht nur als mehr oder minder künstlerisch ambitioniertes Unterhaltsprodukt zu betrachten, sondern sich immer auch kritisch mit seinen offenen und verborgenen politisch-ideologischen Botschaften auseinanderzusetzen - und der Art und Weise, wie sie vermittelt werden.

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