kulturelle Bildung

Fachtagung "Philosophie für Kinder und Jugendliche als Zukunftsaufgabe für die demokratische Gesellschaft"

phil.cologne 2016

Namensschilder der Tagung (© Ast/Jürgens)
Vom 18. bis zum 24. Mai 2016 fand zum vierten Mal das Festival der Philosophie - die phil.cologne – statt. Jedes Jahr gibt es im Rahmen des Festivals mit KLASSE DENKEN ein eigenes Veranstaltungsprogramm für Schulklassen. Auch in diesem Jahr zeigt die erfreuliche Besucherzahl von über 11.500 Zuschauern, von denen 2.600 Gäste bei den Vormittagsveranstaltungen KLASSE DENKEN waren, dass das Philosophieren Schule und Alltag miteinander verbindet.

Dass Philosophie in der Schule weit mehr als ein Trend ist, zeigte die Fachtagung "Philosophie für Kinder und Jugendliche als Zukunftsaufgabe für die demokratische Gesellschaft". Erstmalig fand im Rahmen der phil.cologne am 24. Mai 2016 diese Tagung statt. Eingeladen hatten der phil e.V. – Verein zur Förderung der Philosophie und die bpb/ Bundeszentrale für politische Bildung Wissenschaftler/innen, Pädagog/innen, Vertreter/innen der Bildungspolitik und weitere Interessierte, um gemeinsam die Potentiale des Philosophierens in der Schule auszuloten, zu prüfen und zu diskutieren.

Büchertisch (© Ast/Jürgens)
Im Fokus stand der Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis, um Erfahrungen und Anregungen zu unterschiedlichen Praktiken des Philosophierens mit Kindern zu vertiefen. Die Erkenntnis, dass Kinder grundsätzlich fähig sind philosophisch zu denken, hat weltweit Resonanz gefunden und wird besonders in den Einwanderungsgesellschaften immer relevanter. Denn wenn Traditionen und Glaubensüberzeugungen nicht mehr für alle gleichermaßen verbindlich sind, kommt es darauf an, zwischen Meinen und Wissen unterscheiden und begründend argumentieren zu können.

Dieses Selberdenken muss allerdings geübt werden. Bei KLASSE DENKEN wird jungen Menschen, teilweise erstmalig, öffentliches Sprechen über Fragen und Themen des Lebens ermöglicht. Darauf aufbauend legen sie Zusammenhänge innerhalb der Gesellschaft offen und hinterfragen diese.
Stina Freund

Jürgen Wiebicke und Thomas Krüger

Veranstaltungsdokumentation

Eröffnung

Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, stellte fest, dass nicht erst seit PISA geisteswissenschaftliche Unterrichtsfächer wie Geschichte, Politik oder auch Sozialkunde allgemeinen Abwertungsprozessen unterliegen. Der Fokus auf Sprachen und Naturwissenschaft sei seit jeher existent. Dieser Fatalität müsse entgegengewirkt werden.

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Thomas Krüger, Prof. Dr. Markus Gabriel, Dr. h.c. Nikolaus Schneider, Prof. em. Dr. Ekkehard Martens und Anne Goebels

Veranstaltungsdokumentation

Impulsreferate und Diskussion

Den Auftakt machten am Vormittag die beiden Impulsvorträge "Die Philosophie und das Projekt Aufklärung" von Prof. Dr. Markus Gabriel, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, und "Woher kommen die Werte?" von Dr. h.c. Nikolaus Schneider, Ratsvorsitzender der EKD von 2010-2014. Diese mündeten in einer anschließenden gemeinsamen Diskussion, weiterhin moderiert von Jürgen Wiebicke.

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Miriam Holzapfel und Stefanie Saghri

Veranstaltungsdokumentation

Expertenworkshops

Am Nachmittag hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, zwischen sechs parallel stattfindenden Expertenworkshops zu wählen und sich im kleineren Rahmen auszutauschen.

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Heiner Kämmer

Veranstaltungsdokumentation

Kabarett: Heiner Kämmer

Nach einer Kaffeepause konnten sich die Zuschauer noch an dem Kabarettisten Heiner Kämmer erfreuen. Dieser begann sein Programm mit einer ‚impliziten‘ Kritik am Schulsystem. Schule könne sich in den letzten Jahren nicht mit Innovation und Erneuerung rühmen, sondern eher durch "rasenden Stillstand und katastrophalen Fehlentscheidungen".

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Jürgen Wiebicke und Thomas Krüger

Veranstaltungsdokumentation

Abschlusspodium: Philosophieunterricht ab der Primarstufe — Eine Chance des frühen Austauschs von Wertevielfalt in der Einwanderungsgesellschaft?

Zum Abschlusspodium begrüßten Jürgen Wiebicke und Thomas Krüger, Präsident der bpb, Vertreter/innen aus Politik, Philosophie und Wissenschaft, um zukünftigen Fragen und Thesen innerhalb des Komplexes Philosophie und Schule nachzugehen. Daneben waren aber auch die Teilnehmer/innen der Fachtagung eingeladen, sich aktiv am Dialog zu beteiligen.

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Dossier

Film

Ungeachtet der Bedeutung neuer digitaler Entwicklungen spielt auch der Film als historisch gewachsene und nach wie vor sehr massenwirksame Kunstform eine zentrale Rolle für die Medienbildung. Die Frage nach dem Wie und Warum filmischer Darstellungformen ist dabei wesentlich für eine mündige Rezeption und sachkundige Einordnung der dargebotenen fiktionalen wie auch dokumentarischen Stoffe. Jeder Film spiegelt stets seine sozialen und kulturellen Kontexte wider. Daher ist es wichtig, das Medium nicht nur als mehr oder minder künstlerisch ambitioniertes Unterhaltsprodukt zu betrachten, sondern sich immer auch kritisch mit seinen offenen und verborgenen politisch-ideologischen Botschaften auseinanderzusetzen - und der Art und Weise, wie sie vermittelt werden.

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Dossier

Autonome Kunst in der DDR

Kaum eine Kunstentwicklung - die offizielle wie die unabhängige Ausstellungskultur - ist so ausführlich und gründlich dokumentiert worden wie die der DDR. Das Dossier widmet sich einigen wichtigen Ausstellungsräumen, Projekten und Initiativen sowie den Vermittlern und Protagonisten.

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