Junge mit Megafon vor Tafel

7.9.2015

Einführung

Wie kann man die Landschaft des Wissens und Handelns in der politischen Bildung systematisch und verständlich erfassen? Viele Handbücher gliedern etwa nach Konzeptionen, Strategien, Methoden und Medien, Institutionen, wissenschaftlichen Grundlagen, didaktischen Prinzipien, Praxisfeldern und Inhaltsfeldern oder inhaltsbezogenen Aufgabenfelder. Dieses Kapitel nähert sich der politischen Bildung über das, was meist als Inhalts- oder inhaltsbezogene Aufgabenfelder bezeichnet wird. Es geht also um inhaltliche, thematische, meist auf ein bestimmtes Politikfeld konzentrierte Bereiche der politischen Bildung, wie zum Beispiel Umwelt, Frieden oder Institutionenkunde. Diese Aufgabenfelder stehen meist in Verbindung mit anderen, eigenständigen Bildungsbereichen, etwa der Umwelt- oder Friedenspädagogik.

Alle, die politische Bildung organisieren, müssen sich irgendwann die Frage stellen, um welchen Inhalt, welches Thema, also um was es gehen soll. Doch woher kommen die Themen und wer entscheidet, welche in und außerhalb der Schulen behandelt werden?

Für die politische Bildung in der Schule diskutiert die wissenschaftliche Politikdidaktik kontrovers die Fragen, welche Inhalte wichtig sind, wie ein bestimmtes Thema begründet wird, und welche besonderen Methoden oder Medien dafür am besten geeignet sind. Die Auswahl von Inhalten wird zum einen aus den Fragestellungen der sogenannten "Bezugswissenschaften" begründet: Was etwa in der Politikwissenschaft oder in den Wirtschaftswissenschaften bearbeitet wird, muss oder kann auch in der politischen Bildung relevant sein. Andere stellen die Frage, welches Wissen notwendig ist, um Politik zu verstehen, einordnen und bewerten zu können.

Inhaltsschwerpunkte entwickeln sich jedoch auch aus aktuellen politischen Diskussionen und Grundströmungen. Denn was gerade politisch diskutiert wird, sollte auch Thema politischer Bildung sein. Damit lässt sich in den Themen und Aufgabenfelder politischer Bildung die Geschichte politischer Themenkonjunkturen nachzeichnen. Außerdem führen bildungspolitische Entscheidungen dazu, dass bestimmte Themen mehr als andere gefördert werden. Und nicht zuletzt entscheidet in der außerschulischen Bildung auch das Interesse der Teilnehmenden über die Auswahl der Themen. Die inhaltliche Orientierung und Strukturierung der politischen Bildung ist also in der Praxis immer eine Mischung aus wissenschaftlicher Begründung und Reflexion sowie Spiegel gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen.

Jedes Aufgabenfeld hat seine eigenen Strukturen, Geschichte, Debatten, Anbieter, Bezüge zu anderen Bildungsbereichen und Wissenschaften. Zugleich spielen immer auch allgemeine Fragestellungen politischer Bildung in den einzelnen Feldern eine Rolle. Hier sind einige zentrale, heute wichtige Inhaltsfelder nachzulesen.


Hier erfahren Sie mehr über die 60-jährige Geschichte der Bundeszentrale für politische Bildung, die anfangs noch Bundeszentrale für Heimatdienst hieß und vor allem das Demokratiebewusstsein in der jungen Republik verankern sollte.

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