Frauen auf dem Weg an die Spitze?

Gender
Mainstreaming

Gender Mainstreaming bedeutet, dass die Politik, dass aber auch Organisationen und Institutionen jegliche Maßnahmen, die sie ergreifen möchten, hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Gleichstellung von Frauen und von Männern untersuchen und bewerten sowie gegebenenfalls Maßnahmen zur Gleichstellung ergreifen. Das heißt, in allen Phasen der Planung, Durchführung und Auswertung von Maßnahmen müssen die unterschiedlichen Lebenslagen von Frauen und Männern und die Auswirkungen auf beide Geschlechter berücksichtigt werden. Eine treibende Kraft für die Umsetzung von Gender Mainstreaming stellt die EU dar, welche 1997 im Amsterdamer Vertrag Gender Mainstreaming offiziell als verbindliche Richtlinie für alle Mitgliedsstaaten zum Ziel der EU-Politik gemacht hat. In Deutschland wurde durch die Novellierung der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesministerien durch Kabinettsbeschluss vom 26. Juli 2000 ein wichtiger Schritt zur Verankerung von Gender Mainstreaming getan. Der § 2 GGO stellt alle Ressorts der Bundesregierung vor die Aufgabe, den Gender Mainstreaming-Ansatz bei allen politischen, normgebenden und verwaltenden Maßnahmen der Bundesregierung zu berücksichtigen.

Was bedeutet Gender Mainstreaming in der Praxis und warum macht es als Querschnittsaufgabe Sinn? Wie wird Gender Mainstreaming im Europäischen Sozialfond umgesetzt? Führt Gender Mainstreaming tatsächlich zu einer Auflösung von Geschlechterdifferenz oder befördert es nicht – wie manche befürchten – die Festschreibung von Geschlechterrollen? Wie kann politische Bildung zu Gender Mainstreaming beitragen? Und schließlich: Ist Diversity eine Weiterentwicklung des Gender-Ansatzes oder eine Bedrohung für Gender Mainstreaming?

Eine Frau mit Ballerinas geht am 18.06.2013 in Berlin eine Treppe hinunter. Der bisher heißeste Tag des Jahres lädt zu luftiger Kleidung ein. Foto: Nicolas Armer/dpa

Barbara Stiegler

Gender Mainstreaming: überflüssig oder kontraproduktiv? Eine Diskussion

Kritik an der Strategie des Gender Mainstreaming gibt es aus unterschiedlichen Richtungen: Die einen halten sie für überflüssig, weil sie geschlechtsspezifische Unterschiede als naturgegeben betrachten, die anderen halten sie für kontraproduktiv, weil sie befürchten, dass dadurch Geschlechterrollen eher manifestiert denn aufgelöst werden. Der Beitrag beschäftigt sich mit beiden Argumenten. Weiter...

Gender Mainstreaming soll die Benachteiligungen von Frauen oder Männern in den Bereichen aufzuheben, in denen sie nicht chancengleich partizipieren können.

Julia Chojecka und Claudia Neusüß

Kein Fortschritt ohne Bewegung

Gender Mainstreaming ist eine politische Strategie, die auf die Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Entscheidungsprozessen zielt. Dabei stehen neue Instrumente sowie klassische Frauenförderungsmaßnahmen zur Verfügung. Weiter...

Der Vorsitzende der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube (3.v.r.) steht am 25.07.2013 im Rahmen der Deutsche Bahn Halbjahres-Pressekonferenz in Berlin mit Gerd Becht (l-r), Vorstand Datenschutz, Recht und Konzernsicherheit, Karl-Friedrich Rausch, Vorstand Transport und Logistik, Volker Kefer, Vorstand Technik, Systemverbund, Dienstleistungen und Infrastruktur, Richard Lutz, Vorstand Finanzen und Controlling, Ulrich Homburg, Vorstand Personenverkehr, Ulrich Weber, Vorstand Personal zusammen. Foto: Rainer Jensen/dpa

Henriette Meseke

Gender Mainstreaming im Europäischen Sozialfonds (ESF)

Programme und Projekte umsetzen und dabei die Strategie des Gender Mainstreaming berücksichtigen. Wie genau funktioniert das? Welche Prozesse laufen dabei ab? Der Beitrag schildert diese Abläufe am Beispiel der Agentur für Gleichstellung im Europäischen Sozialfonds. Weiter...

Public restroom at the Teddy ceremony as part of the 63rd annual Berlin International Film Festival aka Berlinale, in Berlin, Germany, 15 February 2013. The 27th Teddy Award is on of the most prestigious queer film prizes. As a symbol of political engagement, the award is presented in recognition of films and individuals involved in communicating queer issues to a wide audience. Photo: Jens Kalaene/dpa

Regina Frey

Warum macht Gender Mainstreaming Sinn?

Wird die Strategie des Gender Mainstreaming konsequent angewendet, so trägt sie zu einer generellen Qualitätssteigerung von Arbeitsergebnissen bei, so die Autorin Regina Frey. Sie erläutert dies an drei Beispielen. Weiter...

Activist Angela Davis speaking in 1974. (ddp images/AP Photo)

Reinhard Krammer

Gender-Kompetenz durch historisch-politische Bildung

Weder der Geschichts- noch der Politikunterricht haben bisher die Kategorie Geschlecht als einen leitenden Gesichtspunkt akzeptiert. Das meint der Autor, Prof. Reinhard Krammer, und fordert Geschlecht als zentrale Dimension sozialer Ungleichheit stärker wahr zu nehmen. Weiter...

Studierende bringen Kreislauf-Vorstellungen aufs Papier, Foto: Birgit Cauer

Karin Derichs-Kunstmann

Wie sieht ein gender-sensibles politisches Bildungsangebot aus?

Auf was gilt es zu achten, wenn man ein Bildungsangebot gendersensibel gestalten möchte? Der Beitrag gibt Anregungen für eine reflektierte Unterrichtsgestaltung. Weiter...

epa03429609 International Monetary Fund (IMF) Managing Director Christine Lagarde (C, in white) poses with the IMF Governors during the Family Photo Op during the 2012 Annual Meetings of the International Monetary Fund and the World Bank Group in Tokyo, Japan, 12 October 2012. Central bankers, ministers of finance and development, and executives from the private sector will be attending the meetings through the 14 October in Tokyo. EPA/EVERETT KENNEDY BROWN
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Schlagworte

Jutta Allmendinger

Geschlecht als wichtige Kategorie der Sozialstrukturanalyse - Essay

Frauen wollen nicht? Sie haben sowieso bald mit Männern gleichgezogen? Geschlecht steht immer noch für soziale Ungleichheit und Ungerechtigkeit. Wir brauchen Strukturen, in denen Frauen und Männer ihre Lebensverläufe entfalten können. Weiter...

Couples dance in 'Buenos Aires Club', queer milonga, Buenos Aires, Argentina, August 14, 2012. Couples dance in 'Buenos Ayres', queer milonga, Buenos Aires, Argentina, August 14, 2012. Traditional roles change in the queer milonga: women guide the couple dancing as 'men', women dance together as a couple and men dance together too, August 25, 2012. Photo: Lena Klimkeit/dpa/aa

Peter Döge

Anerkennung und Respekt - Geschlechterpolitik jenseits des Gender Trouble - Essay

Geschlechterpolitik kann nicht länger von der Idee homogener Geschlechtergruppen ausgehen. Im Sinne des Diversity Management muss sie die Vielfalt unter Frauen und Männern annehmen und benachteiligungsfrei gestalten. Weiter...

Gender Mainstreaming

GEcel: Civic Education and Learning for Gender Mainstreaming

Von Oktober 2003 bis Januar 2006 haben sieben Partnerorganisationen aus fünf europäischen Ländern unter dem Titel „Politische Bildung und Lernen für Gender Mainstreaming“ zusammengearbeitet. Das Projekt fand im Rahmen des europäischen Förderprogramms „Grundtvig 1“ statt und wurde von der bpb koordiniert. Die Ergebnisse aus der Projektarbeit finden Sie hier. Weiter...

 
Frauen sind weiterhin seltener in Führungspositionen vertreten, obwohl sie ausbildungsbezogen keinen Rückstand mehr gegenüber den Männern haben. Foto: dpaDossier

Frauen in Deutschland

Regierung und Wirtschaft diskutieren derzeit die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote für Führungspositionen. Bisher sind Chefetagen überwiegend von Männern besetzt, obwohl Frauen gleiche oder höhere Abschlüsse, Qualifikationen und Führungskompetenzen besitzen. Weiter... 

Teaserbild FrauenbewegungDossier

Frauenbewegung

In Deutschland ist wieder viel von Frauenbewegung und vom Verhältnis der Geschlechter die Rede. Doch wie verlief der Weg der Emanzipation? Die Geschichte der Frauenbewegung zeigt, an welchem Punkt wir heute stehen und was alles erreicht wurde. Weiter... 

Publikationen zum Thema

Ausgelassene Stimmung im Zelt des Hofbräuhauses auf dem Münchner Oktoberfest, 2012.

Mannsbilder

Das gesellschaftliche Bild des Mannes, die damit verknüpften Rollenerwartungen sowie männliche Sel...

Frauen in Europa

"Die" Frauen in Europa gibt es nicht. Sie sind durch das Merkmal Geschlecht verbunden, unterscheiden...

Public restroom at the Teddy ceremony as part of the 63rd annual Berlin International Film Festival aka Berlinale, in Berlin, Germany, 15 February 2013. The 27th Teddy Award is on of the most prestigious queer film prizes. As a symbol of political engagement, the award is presented in recognition of films and individuals involved in communicating queer issues to a wide audience. Photo: Jens Kalaene/dpa

Geschlechtsidentität

"Weiblich", "männlich", "anderes": Nach den Empfehlungen des Deutschen Ethikrates soll für Mensche...

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