This ain't California

Kommentierte Filmografie

28.8.2012
Eine knappe Auswahl von sehenswerten Filmen, die ähnliche Themenbereiche wie "This Aint't California" behandeln: Skater-Filme, Filme über DDR-Jugendkultur, Fake-Dokumentarfilme und Mockumentaries.

Skater-Filme



Skateboard
Spielfilm, USA 1978
Der Kultfilm von George Gage erzählt die Geschichte des glücklosen Spielers Manny, der sich bei einem einflussreichen Buchmacher verschuldet hat. Um seine Rechnungen zu begleichen, verfolgt er einen waghalsigen Plan. Mit Hilfe eines talentierten Skateboardteams will er das Preisgeld einer Skateboard-Meisterschaft kassieren. Im Film treten wahre Skateboard-Legenden wie Tony Alva von den Z-Boys auf.

Dogtown and Z-Boys
Dokumentarfilm, USA 2001
Diese Dokumentation von Stacey Peralta schildert die Geschichte des legendären Zephyr-Skater-Teams und enthält Aufnahmen aus den 1970er-Jahren sowie Interviews mit den Mitgliedern von damals. Ein Großteil des Archivmaterials stammt von den Skatern selbst.

Grind
Spielfilm, USA 2003
Die Komödie von Casey La Scala handelt von vier aufstrebenden Amateur-Skatern, die versuchen, in den Olymp des professionellen Skateboardens aufzusteigen, indem sie immer wieder atemberaubende Stunts für einen Profi-Skater vorführen. Der Film errang unter Skateboardern schnell Kultstatus.

Dogtown Boys
Spielfilm, USA 2005
Das Sportdrama von Catherine Hardwicke bildet den Aufstieg und Fall der legendären Z-Boys ab, eines Skateboard-Teams, das Ende der 1970er-Jahre einen wichtigen Einfluss auf die Skateboardwelt hatte. Der Film gilt auch als eine Bestandsaufnahme der Ursprünge des Freestyle-Skateboardens, konzentriert sich aber nicht nur auf Skateboard-Stunts, sondern widmet sich auch ausgiebig den zwischenmenschlichen Beziehungen und Konflikten innerhalb der Szene.

Paranoid Park
Spielfilm, USA 2007
Der Spielfilm des Regisseurs Gus Van Sant ist vieles zugleich: eine Geschichte über das Erwachsenwerden, eine Parabel über Schuld und Sühne, ein Skaterfilm und nicht zuletzt ein spannendes Kriminalstück. Im Mittelpunkt steht der Schüler Alex, der seine Freizeit am liebsten im Paranoid Park, einem riesigen Skateboardgelände im Herzen seiner Heimatstadt Portland, Oregon, verbringt.

Born to Skate
Dokumentarfilm, Deutschland 2010
Der Dokumentarfilm der Regisseure Sebastian Linda und Christopher Heck, selbst Skateboarder, beleuchtet das Lebensgefühl des "Skateboarding". Der Film ist eine humorvolle Auseinandersetzung mit dem Rollbrettsport und gleicht in seiner persönlichen Betrachtungsweise einer Selbstfindungsreise und einem Road Trip.

Asphaltsurfer
Dokumentarfilm, Deutschland 2012
Die Dokumentation von Marco Tremiliti, Stefan Schorer und Stefan Senn zeigt die wichtigsten Epochen und Entwicklungen des deutschen Skateboardings. Sie liefert eine Menge sensationeller Skateaufnahmen und eine Fülle an Interviews mit bekannten Persönlichkeiten der deutschen Skaterszene.

Agenda 2012
Dokumentarfilm, Deutschland 2012
In dem Dokumentarfilm zeigt Alex Schmitz die zwanzigjährige Entwicklung der Skaterszene in Trier. Schmitz selbst ist Inhaber eines Skaterladens in der Moselstadt und berichtet von seinen Erfahrungen mit dem Skaten in der Provinz. Zu Wort kommen seine Trierer Skatekollegen, zu sehen sind jede Menge Archivmaterial und Photos.

DDR-Jugendkultur



Berlin – Ecke Schönhauser
Spielfilm, Deutsche Demokratische Republik 1957
Gerhard Klein lieferte mit diesem Film eines der differenziertesten Jugendbilder aus der DDR. Gezeigt wird eine Gruppe Jugendlicher, die sich regelmäßig an einer pulsierenden Berliner Straßenecke trifft und sich die Zeit vertreibt. Nach einem Fall von Vandalismus kommt es innerhalb der Clique zu Spannungen. Am Ende müssen die Jugendlichen ihre eigenen Wege gehen und ihren Platz im Leben finden.

Here we come – Breakdance in der DDR
Dokumentarfilm, Deutschland 2006
Der Dokumentarfilm von Nico Raschick mit sehenswerten Archivmaterialien schildert die Geschichte einer DDR-Generation, die sich, inspiriert von westlicher Jugendkultur, hinter der Mauer ihre eigene Subkultur schuf. Die Breakedance-Jungen tourten regelmäßig durch die DDR und konnten sich trotz staatlicher Überwachung ihre eigene Orientierung und Zugehörigkeit bewahren.

Ostpunk! To Much Future
Dokumentarfilm, Deutschland 2006
Der Film ist eine dokumentarische Zeitreise von Michael Boehlke und Carsten Fiebeler. Sechs ehemalige DDR-Punks sprechen über ihre Motivationen, Utopien und Ernüchterungen in der Punkszene. Archivmaterial und aktuelle Bestandsaufnahmen schlagen eine Brücke über fast dreißig Jahre jüngster deutscher Geschichte.

Der Rote Kakadu
Spielfilm, Deutschland 2006
Der Spielfilm von Dominik Graf erzählt von den DDR-Jugendlichen Siggi, Luise und Wolle, die ausgelassen in der Dresdner Bar "Roter Kakadu" feiern. Doch die politischen Ereignisse in der DDR im Jahr 1961 fordern eine Entscheidung: Sollen sie sich anpassen oder rebellieren?

Elektrokohle (von wegen)
Dokumentarfilm, Deutschland 2009
Einstürzende Neubauten in Ost-Berlin: Der Film von Uli M. Schueppel zeigt den ersten Auftritt der Band in der DDR im Winter 1989 und begleitet einige Anwesende von damals bei ihrer Reise zum einstigen Auftrittsort. Viele Originalaufnahmen und Interviews mit den Zeitzeuginnen und Zeitzeugen gestalten die Reise als Trip zwischen einer wilden Vergangenheit und gegenwärtiger Gelassenheit.

Filme zum Thema urbaner Jugendkultur



Wild Style
Spielfilm, USA 1983
Der halbdokumentarische Spielfilm von Charlie Ahearn führt in den Underground der New Yorker Bronx kurz vor dem kommerziellen Durchbruch von Rap-Musik, Breakdance und Graffiti und gilt als absoluter Kultfilm. Die Story dreht sich um den Graffiti-Künstler Zoro, der den Spagat zwischen seiner Kunst, dem Lebensalltag und der Beziehung zu seiner Freundin Rose zu meistern versucht.

Beat Street
Spielfilm, USA 1984
Als einer der bekanntesten Breakdance-Filme schildert "Beat Street" von Stan Lathan das Leben einer jugendlichen Gang, bestehend aus DJs, Breakdancern und Sprayern aus der Bronx in New York City. Der Film hat durchaus einen sozialkritischen, doch ausgewogenen, Unterton und trug dazu bei, Breakdance und Hip-Hop in den westlichen Industrieländern bekannt zu machen. Auch in den Ländern des Ostblocks ist er begeistert aufgenommen worden und führte in der DDR sogar zur Gründung zahlloser Vereinigungen, die sich mit Breakdance, Hip-Hop und Graffiti beschäftigten.

Urban Guerillas
Spielfilm, Deutschland 2003
Neco Celiks Spielfilm erzählt vom Heranwachsen einer Kreuzbergerin türkischer Herkunft in den multiethnisch geprägten Straßen Berlins. Vor dem Hintergrund quasi-dokumentarisch abgefilmter Lebenswirklichkeit verhandelt der Film auch die Selbstinszenierungstechniken des Hip-Hop.

Status Yo
Spielfilm, Deutschland 2004
"Status Yo!" ist der erste Film über die deutsche Hip-Hop-Kultur. Dem Regisseur Till Hastreiter, der selbst zur ersten Generation deutscher Hip-Hopper gehört und mit Laiendarstellerinnen und -darstellern arbeitete, ist ein authentisches Low-Budget-Werk gelungen. Der Episodenfilm handelt von Problemen in der Liebe, von Arbeitslosigkeit, Rassismus und Antirassismus, Schlägereien sowie von einer Vatersuche und verbindet alle vier Elemente des Hip-Hops: "MCing", "DJing", "Writing" und "B-Boying".

Whole Train
Spielfilm, Deutschland 2006
"Whole Train" ist der erste deutschsprachige Spielfilm, der das Thema Graffiti darstellt und mit einem dokumentarischen Look versieht. Das Werk des Jungregisseurs Florian Gaag handelt von zwei Crews, die in ihrer Stadt um den Rang der besten Sprayer kämpfen. Der Wettstreit führt zu einem Ausbruch von Gewalt aber auch zu sprudelnder Kreativität, die im sogenannten "Writing" ihren Ausdruck findet.

Preußisch Gangster
Spielfilm, Deutschland 2007
Auch im Leben von Tino, Oli und Nico spielt Hip-Hop eine besondere Rolle: im semidokumentarischen Film von Irma-Kinga Stelmach und Bartosz Werner wird in ruhigen Bildern deren Leben in der brandenburgischen Provinz zwischen Freundschaft, Drogen, Partys und Musik sowie deren Suche nach einer selbstbetimmten Zukunft gezeigt. Dabei wird aber immer eine Distanz zu den Hauptdarstellerinnen und Hauptdarstellern gewahrt und ein Urteil über ihre Handlungen an das Publikum weitergereicht.

Love, Peace & Beatbox
Spielfilm, Deutschland 2008
Der Dokumentarfilm von Volker Meyer-Dabisch beschäftigt sich mit einer Spielart des Hip-Hop, dem Beatboxing, und stellt exemplarisch die Berliner Beatboxing-Szene vor. Der Film entführt das Publikum in einen Kosmos der Töne, Rhythmen und Geräusche und erklärt so sehr anschaulich die Beatbox-Welt.

Fake-Dokumentarfilme und Mockumentaries



This is Spinal Tap
Mockumentary, USA 1984
Das Debüt des Regisseurs Rob Reiner porträtiert eine alternde Heavy-Metal-Band, die es noch einmal wissen will. Zusammen geht die Band auf eine große Tour durch die USA, bei der es zu allerlei Zwischenfällen kommt. Geprägt vom überzeichneten Bild einer Musikgruppe und dem Improvisationstalent der Darsteller gilt der Film als einer der humorvollsten Streifen der 1980er-Jahre und hat mittlerweile Kultstatus erreicht.

Mann beißt Hund
Mockumentary, Belgien 1992
Rémy Belvauxs, André Bonzels und Benoit Poelvoordes Mockumentary persifliert die Arbeit eines Reporterteams, das, um eine packende Story zu erhalten, einen Serienmörder begleitet und schließlich selbst buchstäblich über Leichen geht. Die bitterböse Satire ist eine Abrechnung mit der Sensationsgier von Fernsehproduktionen.

Blair Witch Project
Spielfilm, USA 1999
Der Horrorfilm der Regisseure Daniel Myrick und Eduardo Sánchez schrieb Mediengeschichte, in dem er durch virales Marketing und geschickte Pressearbeit einen eigenen Mythos um sich kreierte. So wurde dem Publikum vorgegaukelt, es handle sich bei den gezeigten Szenen um vorgefundenes Material (sogenanntes Found Footage), welches die drei Protagonisten/innen, die Filmstudierenden Heather, Joshua und Michael, bei ihrem Ausflug in den Wald gedreht hätten. Die drei wollten eigentlich der Legende der Hexe von Blair auf den Grund gehen, verliefen sich aber im Wald und dokumentierten den Schrecken, dem sie dort begegneten.

Kubrick, Nixon und der Mann im Mond
Mockumentary, Frankreich 2002
Dieser preisgekrönte Mockumentary des Regisseurs William Karel weist in seiner Machart auf die Möglichkeiten der Manipulation durch die Massenmedien hin. Der vermeintliche Dokumentarfilm versucht mit Filmausschnitten, realen Interviews und Spielszenen die These zu stützen, dass die Landung auf dem Mond nur vorgetäuscht wurde. Der Film deckt nicht einen Manipulationsfall auf, sondern vollzieht selbst die gewollte Manipulation, die am Ende für das Filmpublikum aufgelöst wird.

Borat. Kulturelle Lernung von Amerika um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan zu machen.
Mockumentary, USA 2006
In seiner Mockumentary schickt der Regisseur Larry Charles den Komiker Sacha Baron Cohen als Reporter Borat auf eine seltsame Tour durch die USA. Borat behauptet, im Auftrag der Regierung Kasachstans in die USA zu reisen, um den American Way of Life zu erkunden. Mit seinen gewonnenen Erkenntnissen will er den Fortschritt Kasachstans vorantreiben. Wegen seiner Machart hat sich der Film neben überschwänglichem Lob für seinen politisch unkorrekten Humor auch viel Kritik und in Deutschland sogar Strafanzeigen eingebrockt.

Banksy - Exit Through The Giftshop
Fake-Dokumentarfilm, Großbritannien 2010
Der Film spürt dem weltberühmten Streetart-Künstler Banksy nach, dessen Graffiti-Kunst unzählige Fassaden und Mauern rund um die Welt ziert und politisiert. Niemand weiß, wer wirklich hinter Banksy steckt. Der Amateurfilmer Thierry Guetta versucht, den geheimnisvollen Provokateur zu interviewen. Doch in Wahrheit ist der Film von Banksy selbst produziert worden und wirft mehr Fragen auf, als dass er Antworten gibt. Wie Banksy selber sagt, hat er einen Film gedreht "über einen Mann, der versucht hat, einen Film über mich zu drehen".

I'm Still Here
Mockumentary, USA 2010
Der erfolgreiche Schauspieler Joaquin Phoenix spielt sich in diesem Film von Casey Affleck selbst, allerdings nicht so, wie es alle erwarten würden: Er gibt öffentlich seinen Rückzug aus dem Filmgeschäft bekannt und will sich nun als Hip-Hop-Musiker behaupten. Die Kamera begleitet ihn auf seinem Weg und zeigt die vielen Herausforderungen, welche der ehemalige Hollywood-Star dabei bewältigen muss. Bis zur Bekanntgabe des Regisseurs, dass der Film keine Dokumentation sei, wurde über die Wahrheitsnähe des Inhalts gerätselt.