Filmen filmend begegnen
Sabine Blum-Pfingstl (Julius-Maximilians-Universität Würzburg)
29.5.2009
Die Kunstpädagogin Sabine Blum-Pfingstl organisierte mit den Teilnehmenden eine produktionsorientierte Werkstatt. Eingeleitet wurde diese mit der Vorstellung einiger Animationsfilme, die die Referentin im Rahmen ihrer kunstpädagogischen Tätigkeit gemeinsam mit Schülern/innen realisiert hat. Anhand des animierten Musikvideos "Rämläng" wurde hier bereits in Ansätzen deutlich, wie die medienpraktische Arbeit ein Verständnis filmästhetischer Wirkungsweisen erzeugen kann. So lernten die Schüler/innen zum Beispiel schnell, dass man verschiedenfarbige Einzelszenen eines Filmes durch Entsättigung angleichen und so den Eindruck einer ästhetischen Zusammengehörigkeit erzeugen kann.
Kurz erläuterte Blum-Pfingstl, wie in Bayern die Filmbildung an Schulen positioniert sei. Dabei verwies sie vor allem auf die Zusammenarbeit der Bavaria Film GmbH, der Akademie für Lehrerfortbildung Dillingen, der Hochschule für Fernsehen und Film München und des Bayerischen Kultusministeriums, aus der die Kompetenzzentren Film hervorgegangen sind. In 22-tägigigen Intensivkursen wurden Lehrer/innen von Filmpraktikern/innen geschult, um danach gemeinsam mit Schülern/innen Filme zu planen, zu drehen und zu schneiden (»www.drehort-schule-ev.de«). Dabei betonte Sabine Blum-Pfingstl, dass in verschiedenen Fächern je kleine Bausteine erarbeitet werden könnten, die später in die Realisation eines Spielfilms einfließen können. So bereitete sich eine 6. Klasse auf ihr selbstgedrehtes Rapvideo vor, indem im Deutschkurs der Rap als Textform, in Englisch das Sprechen der Texte, im Musikunterricht die musikalischen Eigenschaften von Hip Hop und schließlich im Kunstunterricht die filmische Umsetzung behandelt wurden. Die vielen kurzen Filmbeispiele veranschaulichten dabei immer wieder die teilweise erstaunlich versierten Ergebnisse, so Blum-Pfingstl. Diese wiederum seien oft nur durch die Unterstützung technisch kompetenter Schüler/innen möglich gewesen, von denen sich die Lehrer/innen wichtige Tipps geholt hätten.
Im praktischen Teil des Workshops teilte sich die Gruppe auf, wobei ein Teil mit der Unterstützung eines Schülers einen Stopptrick-Film realisierte, ein weiterer erste Erfahrungen mit einem Schnittprogramm sammelte und ein dritter über methodische Anwendungsfragen diskutierte. Vor allem in den praktischen Workshops wurde deutlich, wie der Umgang mit den Techniken des Mediums ein grundsätzliches Verständnis filmästhetischer Mittel wie Schnitt, Einstellungsgrößen und Ton vermittelt.
Zusammenfassung: Alejandro Bachmann
