Dossierbild Film als Teil schulischer Bildung

Fazit und Ausblick

29.5.2009
In den Vorträgen, den Workshops sowie den anschließenden Diskussionen zeigte sich auf der Tagung "Film als Teil schulischer Bildung" eine Vielfalt methodischer Vorschläge und Überlegungen, die den Bogen von grundsätzlichen Fragen der Filmbildung in der Schule bis hin zur konkreten Unterrichtspraxis spannten.

Als Fazit lässt sich zunächst für die filmpraktische medienpädagogische Arbeit festhalten, dass diese sich nicht notwendig auf ein langfristiges Filmprojekt beziehen muss. Oft verhilft bereits ein kreativer Umgang mit (bestehenden) Filmen oder Filmausschnitten, die neu montiert oder gegenübergestellt werden, zu neuen Perspektiven und einem anderen Gespür für die Ästhetik und Gestaltung von Filmen. Durch solche Übungen wird auch ein grundlegendes Lernziel anschaulich: dass Filme die Wirklichkeit nicht spiegeln, sondern Wirklichkeiten schaffen und ihre Leistung unter anderem darin besteht, Geschichten zu erzählen – auch in Dokumentarfilmen.

Zum anderen wurde in den Diskussionen der Tagung immer wieder betont, wie zentral der diskursive Austausch zwischen Lehrern/innen und Schülern/innen ist, der zum Teil nachhaltiger sein kann als das Abarbeiten vorgegebener analytischer Methoden. Filmbildung in der Schule hat die Chance, ein kommunikativer Prozess zu sein, der zudem unterschiedliche Sehgewohnheiten, die aus dem Altersunterschied zwischen Lehrern/innen und Schülern/innen oder aus unterschiedlichen Medienerfahrungen (auch unter den Schülern/innen selbst) resultieren, produktiv aufgreift und als Ausgangspunkt für die Entwicklung von Kompetenzen nutzt. Ein vorgegebener Filmkanon kann in diesem Zusammenhang als Hilfestellung dienen und Türen öffnen für eine weitergehende, selbstbestimmte Auseinandersetzung.

Der höchst kontrovers aufgenommene Abschlussvortrag von Matthis Kepser, der auf Wunsch des Referenten im Plenum nicht mehr diskutiert wurde, hat schließlich dennoch vorgeführt, wie gegensätzlich filmpädagogische Ansätze in der schulischen und außerschulischen Praxis sind. Dabei haben die Diskussionen der Tagung eines immer wieder deutlich gemacht: Es geht vor allem um die Offenheit des Blicks.

Stefan Stiletto